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Brauchtumsgeschichte Kirchengeschichte Kulturgeschichte Sportgeschichte Verkehrsgeschichte

Ereignisse des Früh- und Hochmittelalters

853  / Montag, 21. Juli 0853
König Ludwig der Deutsche schenkt das Urnerland dem Fraumünster Zürich
König Ludwig der Deutsche beschenkt das Kloster, in welchem die Gebeine der Heiligen Felix und Regula ruhen, mit seinem Hof in Zürich. Dazu gehört auch das Reichsgut in Uri (pagellus Uroniae). Ludwig der Deutsche überträgt das reich und königlich ausgestattete Kloster seiner Tochter Hildegard und beauftragt sie mit der Leitung der Abtei.
Zum Reichsgut in Uri zählen Kirchen, Häuser und übrige Gebäuden, mit Leibeigenen beiderlei Geschlechts und unterschiedlichen Alters, mit bebautem und unbebautem Land, mit Wäldern, Wiesen und Weiden, mit Gewässern und ihren Läufen, mit Zugängen und Ausgängen, mit Erworbenem und noch zu Erwerbendem, mit allen Zinsen und verschiedenen Abgaben. Schliesslich verbot er dem öffentlichen Richter dem Grafen und jeglicher Gewalt, in Uri oder in allen Uri betreffenden Angelegenheiten Freie und Knechte zu belästigen durch Forderung von Bürgen oder Erhebung von Bussen und Banngeld, oder ihnen irgendwelche Gewalt anzutun. Alles soll unter des Königs Schutz und Schirm mit den daselbst bestimmten Vögten auf immer verbleiben.

Quellen / Literatur: Quellenwerk Zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Urkunden I/1, Aarau 1933, S. 11 f. Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd. 1, S. 47 f.; Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 1, S. 99.
        
857  / Sonntag, 13. Mai 0857
Kapellen in Bürglen und Silenen werden an Leutpriester verschenkt
König Ludwig der Deutsche verleiht in Villa Porta (I) aus Liebe zu seiner verstorbenen Tochter Hildegard ihrem Priester Berold, der ihr zu ihren Lebzeiten treu gedient hat, die innerhalb seines Reiches gelegene, zu dem Kloster der Heiligen Felix und Regula gehörige Besitzungen auf Lebenszeit, nämlich die Kapelle St. Peter in Zürich und die Kapellen in Bürglen («Burgilla») und Silenen («Silana») mit Leibeigenen, Zehnten, bebautem und unbebautem Land. Der Priester möge für den König und dessen Gattin und ihre Nachkommenschaft hierfür beten. Nach seinem Tode sollen die Kapellen mit allem Zugehör an das Kloster zurückfallen.
Quellen / Literatur: Quellenwerk Zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Urkunden I/1, Aarau 1933, S. 12 f. Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd. 1, S. 47 f.
        
952  / Mittwoch, 1. März 0952
König bestätigt Schenkungen im Lande Uri
Bürglen und Silenen gehören wieder zum Fraumünster König Otto I. verleiht auf Bitte seiner Gemahlin Adelheid der Abtei Zürich Immunität für ihren gesamten zum Teil mit Namen aufgeführten Besitz, worunter derjenige an den beiden in seiner Gegenwart erworbenen Orten Bürglen und Silenen.
Quellen / Literatur: Quellenwerk Zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Urkunden I/1, Aarau 1933, S. 20 f. Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd. 1, S. 49; Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 2, S. 128.
        
955  / Samstag, 22. November 0955
Abmachung wegen Zehnten
Nachdem der deutsche König Otto die Rechte der Abtei in Uri wiederhergestellt hat, fordert Burkhard, der Vogt des Fraumünsters Zürich, in Uri den Zehnten ein. Die Einwohner zeigen dem Vogt aber Grundstücke, deren Zehnten nach Recht und Gesetz ihnen zustand, weil sie diesen zurückgekauft und durch ein jährliches Licht in der Kirche abgelöst haben. Sie verpflichten sich aber urkundlich, die zehntpflichtigen Erdfrüchte von den Orten, wo sie weder mit Wagen noch mit Saumpferden weggeführt werden können, selber zur grundherrschaftlichen Scheune zu bringen. Ferner müssen sie zugestehen, mit dem Heu dieser Orte Zehntschafe bis Mitte Mai zu füttern. Sie lassen diese Abmachungen vor zahlreichen Zeugen durch den Priester Uto verurkunden und senden Cumpold und Liuterich nach Zürich, um die Urkunde durch die Hand der Äbtissin Reginlinde dem Vogt Purchard zu überreichen.
Quellen / Literatur: Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft I.1 Nr. 34, S. 21; Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd. 1, S. 52.
        
1000  / Mittwoch, 31. Dezember 1000
Trockenheit und andere Naturereignisse im ersten Jahrtausend
Nach alten Chroniken soll das erste Jahrtausend nach Christi Geburt übereinstimmend mit einer großen Trockenheit und Hitze geendet haben. Quellen und Flüsse versiegen, so dass man trockenen Fusses durch den Rhein gehen kann. Die Fische kommen um und verfaulen und es soll deswegen ein grosses Sterben beginnen. Zudem findet ein Erdbeben statt. Ein Komet und andere Wunderzeichen (Meteore) erscheinen am Himmel. Die folgenden Jahre sind von Hungersnöten geprägt.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 3.
        
1020  / Freitag, 12. Mai 1020
Überflutungen durch den Gangbach
Einem strengen Winter folgen Pest, Teuerung und Hungersnot. Ein gewaltiges Erdbeben erschüttert das ganze Gebiet der heutigen Schweiz. In Basel stürzt das Münster und mehrere Gebäude in den Rhein. Um diese Zeit bricht der See auf dem Oberfeld, der einst im Kessel vorhanden war, durch den Gangbach hinunter aus. Nach der mündlichen Tradition verwüstet das Wasser und Geschiebe Schattdorf bis auf den Turm Haldenstein. Die Sage rankt sich mit der Zeit um dieses Ereignis und weiss zu erzählen, dass, wenn der Gangbach verheerend niederbricht, man dabei eine Hexe auf einem Trämel den Bach hinab reiten sieht. Eine andere Sage positioniert den Seeausbruch ins Leutschachtal.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 3 f.
        
1063  / Mittwoch, 6. Mai 1063
Entscheid im Grenzstreit zwischen Uri und Glarus
Herzog Rudolf von Schwaben entscheidet im Auftrag von König Heinrich IV. einen vor diesen gebrachten Streit zwischen den Landleuten von Uri und Glarus. Erstere behaupten, das von König Ludwig der Abtei St. Felix und Regula zugeteilte Gebiet sei durch die Glarner gewalttätig besetzt worden, während diese die Urner beschuldigen, unrechtmässig die Grenzen des Gebietes von Säckingen überschritten zu haben. Der Herzog setzt unter Zuziehung der Grafen Burkhard, Kuno von Wülflingen und Arnold von Lenzburg und mit Rat weiser Leute aus beiden Ländern die Grenze zwischen den beiden Ländern fest.
Quellen / Literatur: Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft I.1 Nr. 83, S. 40 f
        
1107  /
Ritter Arnold von Brienz stiftet gemäss einer Legende ein Kloster in Seedorf
Ritter Arnold von Brienz kehrt gemäss der Gründungslegende vom Heiligen Land über den Gotthard zurück und rastet in Seedorf unter einer Palme. Im Traum erscheinen ihm Jungfrauen und eine Jungfrau mit einem Kind. Das Kind fordert ihn auf, diesen Jungfrauen ein Haus zu errichten, worauf Arnold ein Kloster erbaut, das von Frauen aus dem Zürcher Fraumünster bezogen wird.
Quellen / Literatur: Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Seegemeinden Bd II S. 168.
        
1117  / Mittwoch, 3. Januar 1117
Massiver Bergsturz in Bürglen
Alemannien wird von einem grosses Erdbebenbetroffen. Die Nachbeben erstrecken sich über 40 Tage. In dieser Zeit wird ein grosser Teil des Dorfes Bürglen durch ein Bergsturz verschüttet. Dieser könnte durch ein Erdbeben ausgelöst worden sein.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 7 f.
        
1148  / Montag, 20. Dezember 1148
Bischof von Konstanz bestätigt die Rechte von Engelberg
Bischof Hermann von Konstanz bestätigt die Verfügung seines Vorgängers betreffend der Kirche von Engelberg, dass sie eine Taufkirche und zehntberechtigt sein solle und bestimmt, um die Mönche zu schützen, zwischen der Nidwaldner Grenze bei Grafenort (Beinstrasse) bis zur Höhe Surenegg, dass weder der jetzige Kirchherr noch einer seiner Nachfolger ein Recht an die Zehnten und die Pfarrei haben, sondern der jetzige Abt Frowin und seine Nachfolger sie besitzen und über sie verfügen sollen.
Quellen / Literatur: Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft I.1 Nr. 134, S. 63 f.
        
1184  / Samstag, 12. Mai 1184
König Balduin von Jerusalem stiftet gemäss einer Legende in Seedorf ein Kloster
Gemäss einer Legende erhielt der aussätzige König Balduin VII. von Jerusalem in einem Traum die Aufforderung, ins Abendland zu reisen. Dort, wo sein Pferd auf die Knie gehe, werde er gesund. An diesem Tag gelangt Balduin nach Seedorf, wo die Vorhersage sich erfüllt. Er beschenkt das Kloster reich und lässt einige seiner Ritter zurück. Die Niederlassung ist fortan ein Doppelkloster.
Quellen / Literatur: Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Seegemeinden Bd II S. 168.
        
1184  / Freitag, 4. Mai 1184
Der Papst nimmt das Kloster Engelberg in seinen Schutz
Papst Lucius III. nimmt das Kloster Engelberg in seinen Schutz, verpflichtet es zur Beobachtung der Benediktiner-Regel und bestätigt ihm alle rechtmässigen Besitzungen, so das Gebiet bis zum Surenegg (Soranecke).
Quellen / Literatur: Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft I.1 Nr. 176, S. 85.
        
1185  /
Sehr warmer Winter
Der Winter von 1185/86 ist so warm, dass im Dezember, Januar und Februar die Bäume blühen, im Mai die Früchte reif sind und man das Korn schneiden kann. Anfangs August können bereits die Trauben gesammelt werden.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 10.
        
1191  / Sonntag, 23. Juni 1191
Sonnenfinsternis
Man sieht am Mittag eine grosse Sonnenfinsternis.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 10.
        
1194  /
Trockener Sommer
Es ist ein dürrer, trockener Sommer, so dass die kleinen Flüsse austrocknen und die grossen derart abnehmen, dass man fast nicht mehr mit Schiffen auf ihnen fahren kann.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 10.
        
1196  / Freitag, 30. August 1196
Bereinigung der Grenzstreitigkeiten zwischen Uri und Glarus
Die Urner und Glarner vergleichen sich über die streitigen Grenzen auf Ennetmärcht und legen diese mit der Beschreibung von Bächen und Felsen in groben Zügen fest. Die Urkunde wird durch Pfalzgraf Otto von Burgund, den Vogt des Klosters Säckingen, besiegelt.
Quellen / Literatur: Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft I.1 Nr. 196, S. 94 f.
        
1196  /
Wind, Wasserfluten und Hungersnot
Das Jahr bringt ungestüme Winde und grosse Wasserfluten, so dass zahlreiche Dörfer und Marktplätze überschwemmt werden. Darauf folgt eine schwere Hungersnot in Alemannien und Rätien, worüber der Vers entsteht: „Maxima tres annos pressit fames hic Alemannos (Gross Hunger hat drei ganze Jahr / die Alemannen bracht in G'fahr").
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 10.
        
1209  /
Kalter Winter
Es herrscht ein besonders kalter Winter, der bis St. Georgi anhält und Leuten und Vieh grossen Schaden zufügt.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 10.
        
1213  / Mittwoch, 2. Januar 1213
König bestätigt Sitz des Klosters Engelberg
König Friedrich II. bestätigt dem Kloster Engelberg unter anderem, dass sich das Gut, auf dem die Kirche errichtet sei, nach oben sich ohne Unterbrechung bis zum Felsen Stäubi erstrecke.
Quellen / Literatur: Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft I.1 Nr. 245, S. 115 f.
        
1213  /
Massensterben
In diesem Jahr gibt es ein gewaltiges Sterben in allen Ländern, welches vielen tausend Menschen den Tod bringt.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 10.
        
1223  /
Viehseuche bricht aus
Es bricht eine grosse Viehseuche aus, die ganze drei Jahre wütet und den Viehbestand um mehr als die Hälfte kürzt. Die Seuche kommt aus Ungarn und verbreitet sich bis nach Frankreich hinein. Man denkt nicht mehr ans Kriegen.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 10.
        
1224  /
Eiskalter Winter
Im Winter herrscht eine so grosse Kälte, dass die Leute in den Betten erfrieren, die Vögel tot aus der Luft herabfallen, Bären, Wölfe und anderes Wild in Rudeln in die Dörfer kommen. Die Bäume bersten, die Mühlen stehen still und es entsteht wieder eine grosse Teuerung und grosser Tod durch Seuchen und Pestilenz.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 10 f.
        
1225  / Montag, 2. Juni 1225
Äbtissin überträgt Pfarrkirche Altdorf an Chorherr Konrad Blum
Die Äbtissin des Fraumünsters in Zürich überträgt die ihr zustehende Pfarrkirche in Altdorf dem Chorherrn Konrad Blum. Dieser steht der Pfarrei als Leutpriester bis zu seinem Ableben am 9. Mai 1252 vor.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 1, S. 91.
        
1228  / Dienstag, 25. Juli 1228
Gutes Jahr
Es ist ein warmer Winter, dem ein ebensolcher Frühling folgt. Im April verblühen die Reben, um St. Johannis sind die Trauben reif und nach St. Jakobi ist voller Herbst. Es ist ein gutes Jahr in allen Dingen.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 11.
        
1230  / Samstag, 24. August 1230
Einweihung des ersten Gotthard-Hospizes
Die Einweihung des ersten St. Gotthard-Hospitzes findet statt.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 2, S. 38.
        
1234  / Mittwoch, 26. April 1234
König Heinrich fordert Einhaltung der Steuerfreiheit für das Kloster Wettingen
König Heinrich VII. gebietet dem Ammann und allen Leuten von Uri bei Verlust seiner Gnade, von den Leuten des Klosters Wettingen in Uri keinerlei Steuer zu fordern, denn er wolle, dass sie alle Freiheit des Zisterzienserordens geniessen. Zuwiderhandelnde haben Bestrafung an Leib und Gut zu gewärtigen.
Quellen / Literatur: Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft I.1 Nr. 349, S. 164.
        
1236  /
Teuerung trotz frühem Frühling
Vom Februar an sind alle Bäume mit Blüten bedeckt und die Vögel fangen an zu brüten. Dennoch beginnt eine unerhörte Teuerung in fast allen Ländern.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 11.
        
1237  /
Weihe der Lazariterkirche Seedorf
Der Bischof von Konstanz nimmt die Weihe der Lazariterkirche Seedorf vor.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kirchliches und religiöses Leben, in: Historisches Lexikon der Schweiz, Band 12, S. 668 f.
        
1238  / Sonntag, 6. Juni 1238
Ungewöhnliche Sonnenfinsternis
Es ereignet sich eine ungewöhnliche Sonnenfinsternis am Morgen um 9 Uhr. Der Tag wird zur Nacht.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 11.
        
1240  /
Guter Wein dank trockenem Sommer
Nach einem heissen und trockenen Sommer wird der Wein so gut, dass man ihn ohne Wasser nicht trinken kann.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 11.
        
1241  / Dienstag, 17. Dezember 1241
Heinrich von Rapperswil übergibt den Grundbesitz in Uri dem Kloster Wettingen
Heinrich von Rapperswil, genannt Wandelber, übergibt dem Gründer des Klosters Wettingen seinen gesamten Grundbesitz im Lande Uri.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 2, S. 56.
        
1244  / Freitag, 8. Juli 1244
Ständiger Leutpriester für Pfarrkirche in Altdorf
Auf Bitten des durch die Ungerechtigkeit seiner Vögte in Bedrängnis geratenen Fraumünsters verzichtet der Bischof von Konstanz, Heinrich von Tanne für immer auf die Einkünfte der Pfarrkirche Altdorf, unter der Bedingung, dass ein angemessener Teil davon für einen ständigen, in geistlichen Belangen dem Bischof unterstellten Vikar verwendet werde.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 1, S. 158; Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Uri, Bd. 1.1., S. 54.
        
1244  / Sonntag, 19. Juni 1244
Bischof von Konstanz verzichtet zugunsten der Fraumünsteräbtissin auf Zehnten in Uri
Die Äbtissin des Fraumünsters, Judenta von Hagenbuch, übergibt dem Bischof von Konstanz, Heinrich von Tanne, das Patronatsrecht der Kirche von Cham, wofür ihr der Bischof dem ihm alle vier Jahre für die Visitation zustehende Zehnten in Altdorf und Bürglen erlässt.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Uri, Bd. 1.1., S. 54.
        
1244  / Samstag, 30. Januar 1244
Papst bestätigt Fraumünsterbesitz an Uri
Papst Innozenz IV. nimmt die Abtei Zürich mit allen jetzigen und künftigen Besitzungen in seinen Schirm und bestätigt im Besonderen die Kirche von Altdorf in Uri samt zugehörigen Behörden und ihrem sonstigen Besitz.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 1, S. 70.
        
1245  / Donnerstag, 25. Mai 1245
Erscheinung eines besonderen Sterns
An Auffahrt erscheint ein rot leuchtender Stern.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 11.
        
1248  / Dienstag, 11. Februar 1248
Päpstliche Bestätigung der bischöflichen Schenkung
Papst Innozenz IV. bestätigt die bischöfliche Schenkung der Einkünfte von Altdorf. Damit ist die Kirche Altdorf der Fraumünsterabtei inkorporiert. Mit der Bedingung eines ständigen Vikars ist zugleich eine wichtige Voraussetzung für eine weitere Entfaltung des kirchlichen Lebens geschaffen.
Quellen / Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Uri, Bd. 1.1., S. 54.
        
1248  /
Ablieferung von Wein an das Fraumünster in Zürich
Ein Urkunde erwähnt, dass von den Weihnbergen in Altdorf der Zehnte an das Fraumünster in Zürich abgeliefert wird.
Quellen / Literatur: Iten Karl, Rings um ds Ürner Chuchigänterli, S. 250.
        
1248  / Montag, 19. Oktober 1248
Päpstlicher Widerruf der Verleihung der Altdorfer Pfarrpfründe
Nachdem Johann von Ernen, Chorherr am Grossmünster in Zürich, nach dem Tod von Bischof Heinrich von Tanne, unter Vorgabe, dass die Kirche in Altdorf erledigt sei, die Pfarrpfründe widerrechtlich erlangt hat, widerruft Papst Innozenz IV. seine früher erteilte Verleihung.
Quellen / Literatur: QW I/1 Nr. 593, S. 269.
        
1254  / Dienstag, 7. Juli 1254
Lazaruskirche in Seedorf wird erneut eingeweiht
Der Konstanzer Bischof Eberhard von Waldburg weiht die Kirche des hl. Lazarus in Seedorf «von neuem», zu Ehren der Maria, des Lazarus und des Laurentius, ein und verlegte die Kirchweihe auf den Laurentiustag (10. August). Er verleiht zudem einen Ablass.
Quellen / Literatur: Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Seegemeinden Bd II S. 172.
        
1254  /
Komet im November
Im November ist ein Komet zu sehen.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 11.
        
1255  / Montag, 22. März 1255
Almosensammler der Lazariter sollen gut aufgenommen werden
Papst Alexander IV. empfiehlt der hohen und niedern Geistlichkeit bei ihren Untergebenen dahin zu wirken, dass die Almosensammler der Lazariterhäuser, welche Arme und Kranke pflegen, gut aufgenommen und mit reichlichen Gaben beschenkt werden.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 2, S. 13.
        
1257  / Sonntag, 23. Dezember 1257
Graf Rudolf von Habsburg schlichtet die Fehde zwischen den Izzelin und Gruoba
Graf Rudolf von Habsburg schlichtet auf die Bitte der Landleute von Uri die Fehde zwischen den Geschlechtern der Izzelin und Gruoba. 20 Mann aus jedem dieser Geschlechter beschwören die Sühne. Wer aus dem einen Geschlecht den Frieden bricht, ist dem Grafen und dem andern Geschlecht je 60 Mark schuldig unter Bürgschaft der Zwanzig. Der Friedbrecher wird meineidig, gerät in des Papstes Bann, des Reiches Acht und des Bischofs Bann, er wird ehrlos und rechtlos und soll wie ein Mörder gerichtet werden.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 1, S. 184.
        
1258  / Montag, 20. Mai 1258
Rudolf von Habsburg schlichtet Streit gegen die Izzelin
Graf Rudolf von Habsburg hält zu Altdorf unter der Linde Gericht über den Izzeli, dessen Oheim Ulrich von Schattdorf mit dem Zunamen Izeli und ihre Genossen, angeklagt wegen Friedbruchs. Durch endgültigen Rechtsspruch mit Zustimmung und Einwilligung der Gemeinde des Tales Uri werden denselben alle ihre beweglichen und unbeweglichen Güter aberkannt.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 1, S. 89.
        
1261  / Samstag, 15. Januar 1261
Richterspruch betreffend Besitzungen des Klosters Seedorf
Der Richter der Konstanzer Kirche fällt den Spruch wegen bestimmten Besitzungen des Lazariterhauses zu Oberndorf (Seedorf), welche Ritter Johannes von Seedorf zu Lebzeiten besass.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 1, S. 130.
        
1261  / Samstag, 28. Mai 1261
Streit zwischen dem Freiherrn von Attinghausen und dem Stift Beromünster wird beigelegt
Ein wegen Gütern in Uri ausgebrochener Streit zwischen dem Freiherrn Werner von Attinghausen und dem Stift Beromünster wird beigelegt. Es handelt sich um Besitztum in Sisikon und einigen andern Orten des Tales Uri.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 2, S. 23.
        
1264  /
Komet im Sommer
Es erscheint von Ende Juli bis Ende August ein grosser Komet, welcher von Osten gegen Süden ansteigt.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 11.
        
1268  / Donnerstag, 10. Mai 1268
Steinribi zerstört Altdorfer Kirche
Eine Steinribi zerstört die Kirche zu Altdorf mit vielen Menschen und dem Prediger. Dieser Steinschlag vernichtet auch sieben Kühe sowie viele Bäume und Weinreben. Sie führt einen Block von 12 Fuss Breite und 13 Fuss Länge mit.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 1, S. 87; Iten Karl, Rings um ds Ürner Chuchigänterli, S. 256; Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 11.
        
1270  / Donnerstag, 19. Juni 1270
Verkauf von Gütern der Kapelle Schattdorf
Chorherr Rudolf Biber, Leutpriester von Bürglen, bestätigt den Verkauf von Gütern der Kapelle Schattorf, welche die verstorbene Ita uff dem Bühl als Erblehen besessen hat, an Peter von Gruoben, unter Vorbehalt des Rechtes, welches die Kapelle an genannten Gütern in Bezug auf Zins, Abgabe für das Licht und Todfall hat.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 2, S. 145.
        
1273  / Dienstag, 10. Oktober 1273
Königin bestätigt Schutz über Kloster Engelberg
Königin Gertrud von Habsburg und Kyburg, Landgräfin im Elsass, befiehlt dem Ammann Burkhard Schüpfer und allen Leute von Uri, den königlichen Schirm des Klosters zu achten, besonders in den Alpen, so lieb ihnen ihre Gnade sei.
Quellen / Literatur: Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft I.1 Nr. 1107, S. 500.
        
1274  / Montag, 8. Januar 1274
König Rudolf verspricht den Urnern, sie nicht zu verpfänden oder zu veräussern
König Rudolf erklärt in einem Schreiben an seine lieben Getreuen, Ammann und Gemeinde von Uri, eingedenk der von ihnen ihm und dem Reich stets bewährten Treue sei er auf ihre Förderung und Ruhe bedacht und entschlossen, ihre Freiheiten und Rechte nicht zu mindern, sondern zu mehren. Sie möchten also auch fernerhin sein und des Reiches Wohlgefallen sich angelegen sein lassen, da er unter keinen Umständen sie verpfänden oder irgendwie veräussern, sondern zu den besonderen Schützlingen des Reiches zählen werde.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 1, S. 66 f.
        
1274  / Donnerstag, 25. Januar 1274
König Rudolf erneuert die Privilegien des Klosters
König Rudolf von Habsburg erneuert und bestätigt dem Kloster Engelberg auf Bitten Abt Walthers (II.) und des Konvents von Engelberg das Privileg König Friedrich II. in vollem Wortlaut und verbietet bei schwerer Ungnade jede Beeinträchtigung oder Belästigung des Klosters durch irgendwelche geistliche oder weltliche Personen.
Quellen / Literatur: Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft I.1 Nr. 1115, S. 503 f.
        
1275  /
Hochwasser nach grossem Schnee
Nach grossem Schnee und Kälte im Februar bringen die Hochwasser die Reuss in gewaltigem Masse zum Überfliessen und sorgen für grossen Schaden.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 11.
        
1275  / Sonntag, 11. August 1275
Entscheid zu den Streitigkeiten zwischen Uri und dem Kloster Engelberg
In Altdorf entscheidet Markwart von Wolhusen, Richter König Rudolfs im Aar- und Zürichgau, die Zwietracht zwischen Uri und dem Kloster Engelberg betreffend die Alpen auf den Surenen. Abt Walther (II.) kann das Eigentum und den Besitz der Alpen vom Stäubi herab bis an den Tätschbach durch Briefe, Zeugen und Kundschaften beweisen. Deshalb darf das Kloster dieses Gebiet frei und ruhig besitzen und bewohnen. Die Urner aber erhalten die Erlaubnis, bei Unwetter mit ihrem Vieh Zuflucht in den Alpen des Klosters zu nehmen. Die Zäune dürfen aber nicht beschädigt werden, und bei Wetterbesserung müssen die Urner unverzüglich zurückkehren. Bei erlittenem Unrecht hat der Abt von Engelberg vor dem Ammann von Uri zu klagen, die Urner vom Abt von Engelberg Recht zu nehmen. Zahlreiche angesehene Männer nehmen am Schiedsgericht teil. Die Urner werden angeführt von Freiherr Werner I. von Attinghausen und Landammann Burkard Schüpfer.
Quellen / Literatur: Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft I.1 Nr. 1176, S. 530 ff.; Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd. 1, S. 71.
        
1277  /
Schächen bricht aus und Legende entsteht
Es ist ein fruchtbares und preiswertes Jahr, aber mit schweren Hochgewittern, Hagel und Steinschlag, deren zufolge der Schächen ausbricht. Zudem berichtet man von folgender Legende: Ein Nekromant will im Lande Uri um Geld mit einigen Bauern seine Beschwörungen anheben, als eben ein schrecklicher Hagelschlag im Tale wütet. Mit bewaffneter Hand laufen die Männer auf den Berg und jagen den Meister mitsamt den Gesellen zum Land hinaus.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 12. Geschichtsfreund III, S. 68.
        
1278  / Mittwoch, 25. Mai 1278
Wohlfeiles Jahr trotz schlechter Ernte
Im Mai fällt viel Schnee mit grosser Kälte. Dies schadet an Feld- und anderen Früchten. Am St. Urbani findet man noch viel Eis. Die Feldmäuse fressen die Früchte. Dennoch ist in Helvetien und anderen Ländern eine so wohlfeile Zeit, dass man einen Malter Roggen um 2 Schilling oder 24 Heller, einen Malter Dinkel um 20 Heller und einen Malter Hafer für 16 Heller in gemeinen Kauf bekommt.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 12.
        
1280  /
Nahrungsüberfluss
Dies ist ein reiches Jahr mit Überfluss an jeglicher Nahrung in unserem Lande und bringt eine wohlfeile Zeit.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 12.
        
1281  / Mittwoch, 16. Juli 1281
Schneefall mit Teuerung
Es findet ein enormer Schneefall statt und wegen dessen Folgen entsteht eine solche Teuerung, dass selbst die vornehmsten Leute für einen Haufen Geld nur Haferbrot bekommen.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 12.
        
1283  / Montag, 29. März 1283
Manifest König Rudolfs an italienische Kaufleute
König Rudolf I. lässt an die Kaufleute Italiens, der Romagna, Tusziens, Siziliens, Apuliens, Kalabriens, der Terra di Lavoro und sogar Sardiniens ein Manifest schreiben. Er ruft diese darin auf, bei ihren Fahrten nach den Messen Frankreichs, der Champagne und Flanderns sich des Passes (Gotthard) zu bedienen. Er teilt ihnen mit, dass er von den Strassenräubereien gehört habe. Nun wolle er für sie den Verkehr sicher machen. Er habe alle Edlen, welche vom Reiche das Geleitsrecht von den Bergen Lothringens bis zu den Alpen zu Lehen haben (Freiherren von Rothenburg, die Grafen von Froburg und Homberg, der Bischof von Basel, der Graf von Pfirt und der Abt von Murbach), vor sich gerufen und mit ihnen angeordnet, dass jeder den Kaufleuten nach Bezahlung des Zolls ein sicheres Geleit gewähre und ihnen nach einem allfälligen Überfall zur völligen Rückerstattung des Geraubten verpflichtet sei. Seine Geleitsherren hätten sich ihm dafür verbürgt. Deshalb wünsche er, dass alle diese Strasse benützen und in ihn volles Vertrauen haben.
Quellen / Literatur: Schulte Aloys, Geschichte des mittelalterlichen Handels und Verkehrs zwischen Westdeutschland und Italien, Band 1, S. 185 f.
        
1283  / Dienstag, 27. Juli 1283
Verlegung des Kirchweihfestes des St. Lazarus-Ordens
Der konstanzische Weihbischof Johannes aus dem Orden der Deutschordensherren verlegt das seit 1234 am Laurentiustage, 10. August, gefeierte Kirchweihfest der Kirche des St. Lazarusordens zu Seedorf auf das Fest der Kreuzauffindung (3. Mai). Es wird wiederum ein Ablass erteilt.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 2, S. 33; Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Seegemeinden Bd II S. 172.
        
1283  / Sonntag, 27. Juni 1283
Ablasserteilung von Bruder Johannes
Den Gläubigen, welche am Kirchweihfest und an der Feier des Apostels Petrus in Bürglen teilnehmen sowie die Messe während der folgenden Woche besuchen, erteilt Bruder Johannes, Bischof von Littauen, 100 Tage Ablass für "lässliche" und 40 Tage für schwere Sünden.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Band 1, S. 31 f.
        
1284  / Freitag, 9. Juni 1284
Äbtissin und Leutpriester von Altdporf einigen sich wegen der Einkünfte
Im Hinblick auf einen angemessenen Unterhalt für den Seelsorger nimmt die Äbtissin des Fraumünsters, Elisabeth von Wetzikon, mit dem Altdorfer Pfarrherrn Rudolf Schwerz eine grundsätzliche und detaillierte Ausscheidung der Einkünfte wie der päpstlichen und bischöflichen Abgabepflichten vor. Dem Altdorfer Pfarrer stehen für den ganzen Sprengel (Ausnahme Seelisberg) die Seelgeräte und Opfer zu, sowie der Wein aus den Weinbergen der Kirche und der Weinzehnten, auch der Nusszehnten, der Zehnten der Hülsenfrüchte jedoch nur auf der rechten Uferseite von Reuss und See, weiter zum Teil der Ertrag aus den Äckern des Widum (gewidmetes Gut).
Quellen / Literatur: QW I/1 Nr. 1430, S. 656; Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Uri, Bd. 1.1., S. 54; Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 2, S. 84.
        
1287  / Donnerstag, 8. Mai 1287
Rudolf von Schauensee vergabt Urner Güter an verschiedene Klöster
1287 vergabt Ritter Rudolf von Schauensee vor einer Wallfahrt nach St. Jost in der Bretagne zahlreichen Klöstern Urner Güter. Sie liegen in Altdorf (u.a. Ruben, Untereien), Wassen (Gornibach), Bürglen (u.a. Eierschwand), Attinghausen (Albenschitt) und Seelisberg (Spreitenbach).
Quellen / Literatur: Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft I.1 Nr. 1516, S. 696 f.
        
1288  /
Lawinengefahr
Wegen vielem Schnee gibt es dieses Jahr viele Lawinen in den Alpen, welche grossen Schaden anrichten.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 12.
        
1289  / Sonntag, 25. Dezember 1289
Warme Weihnachten
Der Winter ist so warm, dass man am Weihnachtstag Blumenkränze tragen kann und die Buben im See baden können. Danach ist es so trocken, dass einige Früchte gesät, geschnitten und zu Brot gebacken werden, ohne dass es in der Zwischenzeit einen Tropfen Regen gibt. Alle Früchte geraten gut.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 12.
        
1290  /
Spiringen möchte eine eigene Kirche
In diesem Jahr suchen die Leute von Spiringen eine eigene Kirche und Friedhof. Sie führen an, wie oft sie wegen Wasserausbrüchen und auch wegen Schnee und Eis es ihnen unmöglich sei, zur Pfarrkirche in Bürglen zu gelangen und manchmal würden sie auch wegen plötzlich angeschwollenen Wildbächen von Bürglen nicht mehr heimkehren können.
Quellen / Literatur: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 13.
        
1290  / Mittwoch, 4. Januar 1290
Besitzverhältnisse des Lazariterhauses werden untersucht
Papst Nikolaus IX. erteilt dem Abte von St. Trudpert in Baden den Auftrag, was er von den Gütern des Lazariterhauses in Seedorf unrechtmässig entfremdet finde, wieder in dessen Besitz zu bringen, unter Anwendung von Kirchenstrafen gegen Zuwiderhandelnde und widerwillige Zeugen.
Quellen / Literatur: Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 2, S. 60.
        

 
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Zeugen der Geschichte im Historischen Museum Uri.

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 6.2.2016