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THEATER

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Grosse Theatertradition im Urnerland

KURZE THEATERGESCHICHTE

Heute bestehen in Uri rund 20 Theatergesellschaften, Theatervereine oder Theatergruppen. Zudem zählen drei weitere Vereine mit anderem Hauptzweck das Theaterspielen zu ihren Vereinsaktivitäten.

In den meisten Urner Gemeinden wurde bereits um 1900 Theater gespielt. Viele Theatervereine, wie der 1899 gegründete Verein Frohsinn Ursern, sind jedoch wieder verschwunden. Unterschiedlich stand es mit der Qualität des Aufgeführten. So meinte denn 1892 in Göschenen ein kritischer Theaterbesucher, dass der Postillion- Singer besser getan, wenn er geschwiegen hätte. Solch unfertiger Gesang, oder besser gesagt, solch hochgradige Pfuschereien habe er noch nie gehört. Doch in der Regel wusste das Theater selbst kritisches Publikum zu begeistern. Nebst den Theatervereinen widmeten sich vor allem die Cäcilien- und Gesangsvereine sowie die Musikvereine dem Theater. Theaterzeit war ursprünglich vor allem die Fasnachtszeit. Theater wurde in Altdorf seit dem frühen 17. Jahrhundert gespielt. Dank der Lateinschule war ein schauspielerisches Potenzial vorhanden, welches Jakob Billeter (1630 –1671) als Oberschulmeister zu nutzen wusste.

Anlass zum Spiel gaben die kirchlichen Feste. Die Entwicklung ging vom religiösen Umzug zum kleinen religiösen Spiel in der Kirche. Nach Billeters Wegzug wurde es wiederum theatralisch still im Urner Hauptort, bis um die Mitte des 18. Jahrhunderts in Uri die Spiellust erwachte. Es bildeten sich zwei Schwerpunkte: Altdorf und Andermatt. Gespielt wurden Barockstücke, dargestellt von Schülern, unter die sich Bürger mischten.
1811 bestand in Altdorf eine Theatergesellschaft. Der Hauptort wurde vor allem im 19. Jahrhundert auch von auswärtigen Schauspieltruppen besucht. Der Theaterdirektor stellte in der Regel von seinem Spielort an die für die nächste Spielstätte zuständige Polizeidirektion ein Gesuch. Mit Vorteil legte er dem Bewilligungsbegehren noch ein Empfehlungsschreiben der Polizeidirektion des letzten Spielortes bei. In Absprache mit den Gemeindebehörden wurde eine Bewilligung für eine bestimmte Anzahl von Aufführungen erteilt. Sämtliche notwendigen Ausweisschriften und die zur Aufführung gelangenden Theaterstücke waren der Polizeidirektion zur Einsicht vorzulegen. In ihren Gesuchen um eine Spielbewilligung versäumte es der eine oder andere Theaterdirektor nicht, die Sachverständigkeit des Altdorfer Theaterpublikums im Voraus zu loben. Der Theaterdirektor wurde polizeilich zu einer klaglosen Aufführung angewiesen und darauf aufmerksam gemacht, dass die Polizei besonders strenge Aufsicht halten werde.
Bewährter Spielort in Altdorf war in jener Zeit das Schützenhaus. Dieses befand sich seit 1838 an der Stelle des heutigen Tellspielhauses und wurde 1864 an die Gemeinde Altdorf für den Neubau des Gemeindehauses verkauft. Ein guter Schütze braucht bekanntlich Zielwasser, und so gehörte zum Schützenhaus auch ein Restaurationsbetrieb. Nun war dieser für kulturelle Veranstaltungen aus nahe liegenden Gründen nur benutzbar, solange in dem Haus nicht geschossen wurde, was in der Regel erst ab Mitte November der Fall war. Während des Advents waren Theateraufführungen aber grundsätzlich nicht gestattet. Somit bot sich eben als geeignete Theatersaison die Zeit nach Weihnachten bis und mit der Fasnacht an.
Im November 1853 fasste der drei Jahre zuvor gegründete Sängerverein von Altdorf (Männerchor Altdorf) sodann den Entschluss, im Winter Theater aufzuführen, um einerseits die Bevölkerung zu erfreuen und andererseits die Vereinskasse aufzubessern. Gespielt wurde in der alten kantonalen Sust, dem heutigen Zeughaus, auf dem Lehn. Alle Vereinsmitglieder sowie zugewandte weibliche Orte waren zur Mithilfe aufgefordert, und von der Kirchenmusikgesellschaft wurde Unterstützung zugesagt. Bereits am Stephanstag trat der Sängerverein mit dem Trauerspiel «Andreas Hofer, der Sandwirth zu Passeyer» vor das Publikum. Ein fröhlicher Sänger musste aber noch lange nicht ein feuriger Schauspieler sein! Auf jeden Fall musste das Spielkomitee in der Folge immer wieder konstatieren, dass unter den Sängern wenig Lust am Theaterspielen bestand. Andererseits fehlte ein passendes Spiellokal.
1856 wurde die Sust zur dreigeschossigen Kaserne für 300 Mann umgebaut. Mit dem Umbau entfiel auch die Nutzung des Gebäudes als Theatersaal. Im Januar 1871, kurz bevor die Internierten der Bourbaki-Armee in Altdorf einzogen und in der Kaserne einquartiert wurden, beschloss der Männerchor erneut, die Erstellung eines Theaters zu realisieren. Zur Finanzierung des Projektes wurde eine Hauskollekte aufgenommen und die Theatergesellschaft Altdorf («Dilettanten-Gesellschaft») gegründet. Spielort war nun der Saal des anstelle des alten Schützenhauses in den Jahren 1865 bis 1867 erstellten Gemeindehauses. In der Folge gingen vor allem in der Winterszeit viele Stücke über die Bühne und boten dem Publikum Unterhaltung. Gespielt wurden Lust- und Trauerspiele sowie Operetten. Bei all den Theateraufführungen wirkte das Cäcilien- und später das Vereinsorchester des Männerchors mit.
Im Jahre 1891 löste sich die Theatergesellschaft auf. Die Gemeinde Altdorf übernahm Zuschauerbühne und Garderobe. Der Männerchor führte jedoch weiterhin Theater und Singspiele auf. Vor allem fasste er an seiner Versammlung vom 15. Januar 1898 den Beschluss, die Aufführung von Schillers «Wilhelm Tell» in Altdorf energisch aufzugreifen. Der Erfolg dieser Initiative führte durch die Tellspielgesellschaft zu einer bisher über 100-jährigen speziellen Theatertradition in Altdorf.

AKTUELLE ORGANISATIONEN

Büro für Kultur (Franz Xaver Nager), seit
Cäcilienverein Bauen, seit
Eigägwächs - Theater aus Leidenschaft, seit 2004
Ensemble Meyerisli, seit
Jugendtheater Altdorf, seit
Jugendtreffpunkt Attinghausen, seit
Jungmannschaft Schattdorf, seit
Kollegitheater, seit
Kulturforum Andermatt Gotthard, seit
Marionettenbühne Gelb-Schwarz, seit 2004
Märlibühne Altdorf, seit 1986
Momänt & Co., seit 1992
Musikgesellschaft Seelisberg, seit 1946
Tellspiel- und Theatergesellschaft, seit
Theater Sisikon, seit 1969
Theaterfreunde Göschenen, seit
Theatergesellschaft (Dilettanten-Gesellschaft) Altdorf, seit 1871
Theatergesellschaft Bürglen, seit 1983
Theatergesellschaft Maderanertal, seit 1980
Theatergesellschaft Schattdorf, seit 1965
Theatergruppe Gurtnellen, seit
Theatergruppe Realp, seit
Theaterverein Spiringen, seit
Theaterverein Unterschächen, seit 1974
Trachtengruppe Altdorf, seit 1927
Trachtengruppe Erstfeld, seit 1936

EHEMALIGE ORGANISATIONEN

Cäcilienverein Unterschächen (-)
Jungmannschafts- und Jungfrauenverein Unterschächen (-)
Musikverein Unterschächen (1954-)
Samariterverein Unterschächen (-)
Verein SeelisbergRütli-Festival (2013-2014)

 
Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 17.4.2014