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Straftaten im Urner Landbuch

Das Landbuch des Kantons Uri, 1823/1826
Artikel 254
Was Malefiz sey, und Pflicht solches anzuzeigen
«Als Malefiz solle angesehen und gehalten werden: Ketzerey in Glaubenssachen, Unholderen, schwere Gotteslästerung, vorsetzlicher Mord und Todschlag, Vergehungen wider das hoheitliche Ansehen, Aufruhr und aller Eingriff in Landesherrliche Rechte, Verrätherey, Mordbrennen, Kinder verderben, abtreiben oder gefährlich anssetzen, Straßenraub, Falschmünzen, Sodomie, Nothzwang, Blutschand und überhaupt alle schwere fleischliche Vergehungen, Diebstähl mit erschwerenden Umständen, z. B. Einbruch, Kirchenraub, ab Allmenden, Landstrassen, Kaufmannsgüter u. d. gl. — auch Rückfall, Meineid und falsche Zeugniß, falsche Kapitalbrief oder Brief auf Brief machen, Marksteine oder andere Marken verrücken oder verändern, Allmend oder Alpen einschlagen, schwerer Friedbruch oder Partheyen von wichtigern Folgen und überhaupt was Lebens-oder schwere Leib-Strafe zur Folge hat. Es ist jeder Sandmann und Beysaß beym Eid schuldig solche ihm bekannte Fälle dem Richter des Lands, oder einem Rathsglied anzuzeigen, vorbehalten die, so dem Thäter im Grad der Verwandtschaft nach der Regel des Ausstands zugethan sind.»
Alt Art. Landb. 32, 77, 84, 85; LB UR 1823 Bd I S. 237 f.
     
Das Landbuch des Kantons Uri, 1823/1826
Artikel 255
Wenn ein Gesandter seiner Instruktion zuwider handelt, oder jemand gegen des Lands Nutzen Pension oder Gaben nimmt oder in Verbindung tritt
«Wenn ein Gesandter dem bestimmten Sinn eines wesentlichen Instruktion-Artikels zuwider zu des Landes Nachtheil stimmen oder handeln würde; solle es auch als Malefiz angesehen, und als solches nach Maßgab der Sache und Umständen bestraft werden; so auch wenn jemand wider des Lands Nutzen heimliche Pensionen, Mieth oder Gaben annehmen, oder in Verbindung oder Verträge eintreten würde.»
LG 1680; LB UR 1823 Bd I S. 238.
     
Das Landbuch des Kantons Uri, 1823/1826
Artikel 256
Welche Vergehen ehrlos machen .
«Jedes als Malefiz bestrafte Vergehen macht den Schuldigen ehrlos, bey andern Strafurtheilen über Criminalfälle solle allemal erkennt und beygesetzt werden, ob der Bestrafte der Ehre entsetzt seyn solle und für wie lange, oder aber nicht.»
LR 1814; LB UR 1823 Bd I S. 238.
     
Das Landbuch des Kantons Uri, 1823/1826
Artikel 257
Von Vollziehung der Todesurtheile
«Wenn jemand zum Tod verurtheilt wird, solle die Vollziehung des Urtheils erst 24 Stunden, nachdem es ausgesprochen worden, geschehen.»
LG 1756; LB UR 1823 Bd I S. 238.
     
Das Landbuch des Kantons Uri, 1823/1826
Artikel 258
Wenn einer einen um's Leben bringt, wie zu verfahren sey
«Wenn einer, wer es immer seyn möchte, in unserm Kanton einen andern auf was immer für eine Art ums Leben brächte, soll selber auch mit dem Tod dafür bestraft werden, es wäre dann, daß er eine Nothwehr oder einen schuldlosen Zufall zu seiner Rechtfertigung geltend machen könnte. Und solle auch im Entweichungs-Fall nach Form Rechtens gegen ihn vorgefahren werden.»
Alt Art. Landb. 1; LB UR 1823 Bd I S. 239.
     
Das Landbuch des Kantons Uri, 1823/1826
Artikel 259
Von gefährlich verwunden
«Wenn einer in hiesigem Kanton so verwundt würde, daß man mit Grund besorgen müßte, die Wunde werde den Tod zur Folge haben, so soll der Richter des Lands, sobald es ihm kund wird, sich der Person des Thäters versichern.»
Alt Art. Landb. 31; LB UR 1823 Bd I S. 239.
     

 
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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 13.11.2013