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Wer ist Friedrich Pukelsheim?
    
2) ein Mathematik-Professor der Universität Augsburg!


  
Gratuliere! Die Antwort ist richtig!
  
Friedrich Pukelsheim (* 8. September 1948 in Solingen) ist ein deutscher Mathematik-Professor. Er studierte Mathematik in Köln und Freiburg im Breisgau. 1977 wurde er an der Universität Freiburg promoviert. Seit 1983 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Stochastik (Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik) der Universität Augsburg. Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit liegt auf der mathematischen Analyse von Wahlverfahren. So entwickelte er das neue Zürcher Zuteilungsverfahren bei Proporzwahlen - auch Doppeltproportionale Divisormethode mit Standardrundung oder kurz «doppelter Pukelsheim» genannt. Das Verfahren wurde erstmals bei der Zürcher Gemeinderatswahl 2006 angewendet. Ab 2020 soll das System auch für die Landratswahl in den Urner Proporzgemeinden angewendet werden.
Pukelsheim lebt in Stadtbergen, ist verheiratet und hat drei Kinder.

Quelle: https://www.math.uni-augsburg.de; https://de.wikipedia.org; Foto: K. Satzinger-Viel, Universität Augsburg, März 2013.


DIE RICHTIGE ANTWORT

Doppelter Pukelsheim

Der so genannte «Doppelte Puckelsheim» wird von der Urner Regierung zur Änderung des Proporzgesetzes für die Landratswahlen von 2020 vorgeschlagen. Gemäss Vernehmlassungsbericht vom 26. Juni 2017 werden die Landratssitze der Proporzgemeinden (2017: Altdorf, Attinghausen, Bürglen, Erstfeld, Flüelen, Schattdorf, Seedorf und Silenen) folgendermassen errechnet:

«Jede Wählerin und jeder Wähler hat so viele Stimmen, wie in der Gemeinde Mandate zu vergeben sind. Die Stimmenzahlen in jedem Wahlkreis werden durch die Anzahl der auf diesen Wahlkreis entfallenden Mandate geteilt und zur nächstgelegenen ganzen Zahl gerundet. Dies geschieht, um die Stimmen im Wahlkreis auf einen Nenner zu bringen. Daraus resultieren die sog. Wahlkreiswählerzahlen.
Die Mandatsverteilung umfasst die sog. «Oberzuteilung» und die «Unterzuteilung». Bei der «Oberzuteilung» werden die Wahlkreiswählerzahlen einer Liste über alle Wahlkreise aufsummiert. Es wird also ein Einheitswahlkreis simuliert. Die Listen mit gleicher Bezeichnung werden wahlkreisübergreifend zu sog. Listengruppen zusammengezogen. Die zu vergebenden Mandate werden proportional zu diesen kumulierten Wählerzahlen den Listen zugeteilt. Es handelt sich dabei um eine einfache Dreisatzaufgabe. Das Ergebnis ist im Allgemeinen keine ganze Zahl, was eine Rundung erforderlich macht. Zu diesem Zweck verwendet der «Doppelte Pukelsheim» die auch im kaufmännischen Bereich übliche Standardrundung. Wenn die so errechneten Mandatszahlen aufgrund der Rundung nicht die geforderte Gesamtzahl ergeben, kann der Divisor verändert werden. Wird er verkleinert, so werden die Quotienten grösser und umgekehrt. Dies wird so lange gemacht, bis ein Divisor gefunden wird, der die erforderliche Mandatszahl hervorbringt.
Beim zweiten rechnerischen Schritt der «Unterzuteilung» werden die Mandate jedes Wahlkreises den Listen entsprechend ihrer Stimmenzahl in dem jeweiligen Wahlkreis zugeteilt. Dabei müssen einerseits die vorgeschriebenen Wahlkreisgrössen eingehalten und anderseits die in der Oberzuteilung bestimmten Parteisitzzahlen ausgeschöpft werden. Es sind also zwei Bedingungen zu erfüllen, weshalb es auch zwei Gruppen von Schlüsselzahlen gibt: Einerseits Wahlkreisdivisoren und anderseits Parteidivisoren. Die Wählerzahl wird nun pro Wahlkreis und Partei zwei Mal geteilt, sowohl durch den zugehörigen Wahlkreisdivisor als auch durch den entsprechenden Parteidivisor. Der sich ergebende Quotient wird anschliessend zur nächstgelegenen ganzen Zahl gerundet. Das Ergebnis gibt an, wie viele Mandate eine Liste in dem betreffenden Wahlkreis erhält. Es gibt mathematisch nachweisbar jeweils genau eine Mandatszuteilung, welche die genannten Bedingungen erfüllt.
-Innerhalb einer Liste sind diejenigen Kandidatinnen und Kandidaten gewählt, welche die meisten Stimmen erzielt haben (siehe dazu Anina Weber, Schweizerisches Wahlrecht und die Garantie der politischen Rechte, Diss. Basel, 2015, S. 116 f.).»

Quelle: Regierungsrat des Kantons Uri, Bericht über die Änderung des Gesetzes über die Verhältniswahl des Landrats (Proporzgesetz) vom 26.6.2017.