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Eisenzeit

800 v. Chr. - 58 v. Chr.

Um 800 v. Chr. verdrängte das Eisen die Bronze. Es war härter und gut schmiedbar, zudem liess sich Eisenerz im Gegensatz zu den seltenen Kupfer- und Zinnvorkommen auch im eigenen Lande fördern. Kenntnisse prähistorischer Bergwerke in den Zentralalpen fehlen allerdings bis heute. Der Übergang ins Eisenzeitalter erfolgte fliessend.
Der Altdorfer Eisenfund gibt einen Einblick in das Leben und Wirtschaften der damaligen Bewohner. Sie wohnten in verschliessbaren Häusern. Die Frauen nähten Kleider mit feinen Bronzenadeln. Der Holzverarbeitung dienten die Beile und das Ziehmesser. Die Scheren belegen die Schafzucht, während die Sichel auf Getreidebau hindeuten könnte.

Literatur: Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 1, S. 17, 22 f.

BRONZEZEITLICHE BEGRIFFE

Hallstattzeit
Die erste Periode der Eisenzeit von 800 v. Chr. bis 400 v. Chr. wird nach der Gemeinde Hallstatt im oberösterreichischen Salzkammergut benannt, wo ein Gräberfeld entdeckt wurde.
       
Latènezeit
Die Epoche von 400 - 30 v. Chr. wird nach dem Fundort am Neuenburgersee als Latenezeit bezeichnet. Ihre Träger waren die Kelten.
       

BRONZEZEITLICHE FUNDGEGENSTÄNDE



Eisengeräte
Material: Eisen
Beschrieb: Im Altdorfer Bannwald oberhalb des Winkelswurden etwa 20 m über der Talsohle in einer Steinrüfe nebst einer bronzenen Nähnadel elf Eisengeräte gefunden: 2 Tüllenbeile, 3 Hakenschlüssel, 2 Bügelscheren (unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten), 1 Ziehmesser, 1 Messer, 1 Sichel und 1 runder Eisenstab. Die Fundgegenstände werden ins 2. Jahrhundert vor der Zeitenwende datiert.

Fundort: Altdorf; Bannwald

Standort:

Literatur: Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 1, S. 22 f.

    


Goldringe von Erstfeld
Material: Metall (Gold)
Beschrieb: Der Goldschatz von Erstfeld stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Der Fund besteht aus 4 Hals- und 3 Armringen. Sie sind aus fast reinem Gold und wiegen zusammen 640 Gramm. Alle 7 Ringe sind werkstattfrisch und neuwertig. Sie wurden aus feinem Goldblech getrieben, mit menschlich-tierischen und pflanzlichen Motiven verziert und unauffällig zusammengelötet. Die Halsringe lassen sich durch Ausschwenken der Zierteile öffnen und mit Steckvorrichtung und Nietstift schliessen. Die Armringe können leicht ausgeweitet werden, da sie unter den Knoten nach dem Stöpsel-Hülsen-Prinzip zusammengefügt sind.
Die Ringe sind ein früher Höhepunkt des keltischen Kunststils.
Der Goldschatz von Erstfeld erfuhr verschiedene Deutungen. Zuerst wurde er als Hortfund eines Händlers bezeichnet. Spätere Forscher glauben hingegen, es handle sich um einen Weihefund, welcher den Göttern zur Ehre oder zum Schutz vor mannigfaltigen Gefahren des Gebirges, vielleicht einer Alpenüberquerung oder beim mächtigen Anblick der Pyramide des Bristens, dargebracht wurde.


Fundort: Erstfeld; Lochertal

Standort: Landesmuseum, Zürich; Historisches Museum Uri, Altdorf (Kopien)

Literatur: Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte von Uri, Bd. 1, S. 19 ff.

    


Tongeschirr
Material: Ton
Beschrieb: Das Tongeschirr aus der Zeit von 700 bis 450 v. Chr. stammt aus der im Südtessin und in Norditalien verbreiteten Golaseccakultur sowie aus der im schweizerischen Alpenrheintal nachgewiesenen besenstrichverzierten Keramik.

Fundort: Silenen; Flüeli ob Amsteg

Standort:

Literatur:

    

BRONZEZEITLICHE FUNDORTE

Altdorf, Utzigmatte
Attinghausen, Surenen
Bürglen, Dorf
Erstfeld, Jagdmatt
Realp, Dorf
Silenen, Flüeli ob Amsteg
Spiringen, Urnerboden
Unterschächen, Klausenpass

LITERATUR ZUR URNER FRÜHGESCHICHTE

Auf der Maur Christian , Diaz Tabernero José und Meier Mohamed Gabi; Archäologische Spuren einer Kulturlandschaft. Zur Nutzung und Begehung des Urserntals bei Hospental seit dem Mittelalter; in: HNBl Uri 2013, Altdorf 2014.
Auf der Maur Christian und Cornelissen Marcel unter Mitarbeit von Brönnimann David; Die spätmesolithische und bronzezeitliche Fundstelle Hospental-Moos. Ein Einblick in das urgeschichtliche Urserntal; in: HNBl Uri 2013, Altdorf 2014.
Bieri Anette; Eine karolingische Kreuzfibel aus Schattdorf - ein überraschender Neufund; in: HNBl Uri 2013, Altdorf 2014.
Haas Jean Nicolas, Wahlmüller Notburga, Vaccaro Christina, Dietre Benjamin und Hajdas Irka; 7000 Jahre Vegetationsgeschichte des Urserntals anhand palynologischer und grossrestanalytischer Untersuchungen an den Torfsedimenten aus der Flur Moos zwischen An
Primas Margarita, Della Casa Philippe, Schmid-Sikimic Biljana; Archäologie zwischen Vierwaldstättersee und Gotthard. Siedlungen und Funde der ur- und frühgeschichtlichen Epochen; Bonn 1992.
Renner-Aschwanden Felix; Landschafts- und Waldgeschichte des Urserntals; in: HNBl Uri 2013, Altdorf 2014.
Sauter Marion; Wüstungsforschung im Kanton Uri: Brunni- und Schächental, Haldi und Surenenpass; Altdorf 2009.
Sauter Marion; Wüstungsforschung im Kanton Uri: Urnerboden - Zingel; Altdorf 2011.
Sauter Marion; Wüstungsforschung im Kanton Uri: Ursern; Altdorf 2010.
Winet Ines, Diaz Tabernero José und Deschler-Erb Eckhard; Römer in Ursern - die römischen Prospektionsfunde aus Hospental; in: HNBl Uri 2013, Altdorf 2014.

 
ARCHÄOLOGIE
Fundgegenstände
Fundorte

Zeugen der Geschichte im Historischen Museum Uri.

 

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 18.4.2015