Einzelne ehemalige Saumwege
Alter Gotthardweg

Der Güter- und Personenverkehr verlangte von Uri, die Passstrasse von Flüelen bis Biasca zeitgemäss auszubauen und den Strassenunterhalt sicherzustellen. Der mittelalterliche Saumpfad war in der Leventina wesentlich länger als die heutige Kantonsstrasse. Geländestufen und Schluchten wurden gemieden und mussten wie die Biaschina (Irniser Stalden) und die Piottinoschlucht umgangen werden. Nach der Schlacht von Giornico 1478 trat Uri die Herrschaft über die Leventina endgültig an. Die Verbesserung der Wegverhältnisse war eines der ersten Ziele der Urner. Schon 1493 trat das Land mit entsprechenden Projekten und Zollbegehren vor die Tagsatzung. Nachdem die Tagsatzung die für die Finanzierung der Bauprojekte nötigen Zölle gewährt hatte, erfolgten jeweils die Ausbauschritte:
1555-1560: Bau der neuen Strasse durch die Piottinoschlucht und am Irniser Stalden;
um 1561: Errichtung des Dazio Grande in Morasco;
1570: grosse Schäden an Brücken und Wegstrecken diesseits und jenseits des Gotthards.
1595: Bau der neuen Teufelsbrücke in der Schöllenen;
1648: ein Hochwasser zerstört Brücken in der Schöllenen und richtet auch in der Reussebene, unter anderem im Raume von Ripshausen in Erstfeld, grosse Schäden an. Die linksufirge Handelsstrasse zwischen Ripshausen und Attinghausen wird zerstört.
1649-1650: Die beschädigte Häderlisbrücke in de Schöllenen (auch St. Niklausenbrücke oder Lange Brücke genannt), muss neu gebaut werden.
ab 1651: Uri beginnt den Saumpfad zu pflästern und teilweise zu verbreitern. 1707-1708: Bau des Urnerloches;
1762: ein Hochwasser zerstört die meisten Brücken zwischen Wassen und dem Urnersee. Bei den Wiederherstellungsarbeiten baut das Land die neue Strasse um das hart an der Reuss abfallende Ortfluheck vor Amsteg. Die Strecke ist immer noch vorwiegend ein Saumpfad; auf den flachen Strecken von Flüelen bis Amsteg und von Andermatt bis Hospental kommen Karren zum Einsatz.
Die Fahrbarmachung der Gotthardstrasse in den Jahren 1827 bis 1830 bringt grosse verkehrstechnische Veränderungen. eine verkehrstechnische Umwälzung.
Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd 2 a, S. 126 ff. (siehe diesbezüglich auch die Umgehungsrouten in der Leventina).
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STATIONEN DES SAUMWEGES
Alte Hafenanlage auf der Seematte
Flüelen
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Alte Sust
Flüelen
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SAUMWESEN
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