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Übersicht der Dorfbrunnen



Der Quellenreichtum des Bannwaldes bildete eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Entwicklung Altdorfs. Quellenfassungen und Wasserleitungen mittels Kännel und Holzröhren (Tüchel) und schlichte hölzerne Brunnen sind, insbesondere in der Marktgasse und im Winkelgebiet, lange vor dem 16. Jahrhundert eingerichtet worden. Die Dorfwasserleitung wurde weit oben im Kapuzinertal, über einem Felsvorsprung, gefasst und in Gräben und Känneln ins Kapuzinermätteli (südöstlich neben dem Kloster, beim Kreuz an der Kapuzinerstrasse) geleitet. Von hier wurde es in Tücheln geradlinig zum unteren Winkel und zur Marktgasse geführt. Die Holzröhren wurden aus Bannwaldtannen gebohrt.
Es gab auch Privatbrunnenleitungen mit eigener Quellfassung. Bei besonders grossen Aufwendungen für Verbesserung der Brunnen und Wasserleitungen erhob das Dorf Brunnensteuern. Von 1568 bis 1596 liess es fünf steinerne Brunnen mit grossen Mehreckbecken und Brunnensäulen mit Standfiguren erstellen. Vier davon befanden sich längs der Gotthardstrasse (Marktgasse, Fremdenspital, Schmiedgasse) sowie einer auf dem Lehnplatz. Während die Brunnen im unteren Dorfteil die alte Holzbrunnen ersetzten, mussten für die beiden oberen Brunnen (Lehn und Schmiedgasse) Nebenleitungen angelegt beziehungsweise ausgebaut werden. Der Flecken besass damit eine aussergewöhnlich ansehnliche Zahl von fünf steinernen Brunnen. Diese setzten im Dorfbild stolze Akzente. In gut bemessenen Abständen boten sie sowohl Anwohnern wie Reisenden und ihren Pferden in reicher Fülle Wasser. Ihre Becken bildeten zugleich Wasserreservoirs bei Brandausbrüchen. Für jeden dieser Brunnen war ein in der Nähe wohnender Brunnenvogt verantwortlich. Da der Franziskusbrunnen an der Schmiedgasse und jener auf dem Lehn chronischen Wassermangel zeigten, liess das Dorf 1755 eine neue Nebenleitung im Quellfassungsbereich der Dorfleitung anlegen. In der Zeit von Franzoseneinfall und Dorfbrand (1798- 1800) wurden Brunnen und Leitungen durch Überbeanspruchung und Unterhaltsmangel ruiniert. Die Brunnenröhren wurden teils konfisziert, teils gestohlen. Von 1810 bis 1812 wurden die Brunnen mit beträchtlichen Kosten wieder instand gesetzt. 1827 wurden die Brunnenbecken neu verkittet und die Standbilder neu bemalt. Zur Deckung der grossen Kosten verkaufte man Buchen aus dem Bannwald. Da die oberen Dorfbrunnen, an die eine Reihe von Privatbrunnen angeschlossen war, weiterhin an Wassermangel litten, konzipierte Ingenieur Karl Emanuel Müller 1858/59 für den oberen Dorfteil eine gemeinsame neue Leitung. Sie führte von der Brunnenstube im Bannwald in eine neue untere Brunnenstube in der Schützenmatt und verwendete erstmals irdene (aus gebranntem Ton) Tüchel. An Strassenübergängen wurden Eisenröhren verwendet. Mit der Einführung der allgemeinen Wasserversorgung 1888 entfiel eine der Hauptfunktionen der öffentlichen Brunnen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts büssten zwei Brunnen wegen neuer Telldenkmäler ihren Figurenschmuck ein. Seit der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts steht, verkehrsbedingt, nur mehr ein Brunnen am ursprünglichen Standort.


Literatur: Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 91 f.

BESTEHENDE DORFBRUNNEN IN URI



Winkelbrunnen

Altdorf  / Winkelplatz

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Besslerbrunnen
1568
Altdorf  / Rathausplatz

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St. Josef-Brunnen
1591
Altdorf  / Tellsgasse

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Lehnbrunnen (Urania)
1596
Altdorf  / Lehnplatz

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Franziskusbrunnen
1981
Altdorf  / Tellsgasse

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EHEMALIGE DORFBRUNNEN IN URI



Holzbrunnen (unterer Dorfteil)
- 1583
Altdorf  / Tellsgasse

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St. Franziskus-Brunnen (Schmiedgasse)
1583 - 1948
Altdorf  / Schmiedgasse / Gitschenstrasse

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Tellbrunnen bei der "Metzg"
1583 - 1784
Altdorf  / Tellsgasse

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Zweiter Tellbrunnen
1784 - 1861
Altdorf  / Tellsgasse

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DORF- UND ANDERE BRUNNEN

Dorfbrunnen in der Übersicht
Brunnen im Detail

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 20.9.2017