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Gebäude aus dem Früh- und Hochmittelalter



Wegkreuz an der Gotthardstrasse
Altdorf
Kreuz, Bildstöcklein  / Kreuze
Das äusserste südliche Ende des Dorfbezirks von Altdorf markierte an der Gotthardstrasse ursprünglich ein Kreuz. Am Kreuz wurde dann ein Kruzifixus angebracht, der besondere Verehrung genoss. Für ihn errichtete man, wohl in der ersten Hälfte des 16. Jhdt. eine Wegkapelle. Erste Hälfte 16. Jhdt. durch eine Wegkapelle ersetzt.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Seegemeinden Bd I.1 S. 306.


   


Alpsiedlung Blumenhütte
Hospental
Ökonomiegebäude  / Alphütten


   


Klosterkirche St. Lazarus
Seedorf
Kapellen  / Klosterkapelle
Eine kleine geweihte Kirche und auch ein eigener Friedhof wurden schon unmittelbar nach der Gründung errichtet. Um 1254 erfolgte die erneute Weihe einer neuen oder erweiterten Kirche. Ablasserteilungen weisen auf weitere bauliche Erneuerungen.
Im 14. Jahrhundert erfolgt nach einer Feuersbrunst oder nach einem Ausbruch des Balankabachs ein Kirchenneubau. Um 1516 erfolgten weitere bauliche Erneuerungen. Die letzte Meisterin liess vor ihrem Ableben 1526 bereits das Holz für die erneuerungsbedürftigen Dächer zurüsten. Das Holz wurde dann für die Kapelle von St. Jakob am Riedweg verwendet. Das Lazariterkloster, wie es im frühen 16. Jh. bestand, war eine bescheidene Anlage, «ein Kirchlein» und «ein Klösterlein». Die Kirche war geastet. Ihre Westseite, der ein Turm mit niedrigem Mauerstumpf und hölzernem Oberbau und Helm zugefügt war, kehrte sich der Landstrasse zu.
Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Seegemeinden Bd II S. 172 ff.


   


Lazariterhaus
Seedorf
Klöster  / Frauenkloster
Eine kleine geweihte Kirche und auch ein eigener Friedhof wurden schon unmittelbar nach der Gründung errichtet. Um 1254 erfolgte die erneute Weihe einer neuen oder erweiterten Kirche (1) mit Turm (2). Ablasserteilungen weisen auf weitere bauliche Erneuerungen hin.
Im 14. Jahrhundert erfolgt nach einer Feuersbrunst oder nach einem Ausbruch des Balankabachs ein Kirchenneubau. Um 1516 erfolgten weitere bauliche Erneuerungen. Die letzte Meisterin liess vor ihrem Ableben 1526 bereits das Holz für die erneuerungsbedürftigen Dächer zurüsten. Das Holz wurde dann für die Kapelle von St. Jakob am Riedweg verwendet. Das Lazariterkloster, wie es im frühen 16. Jh. bestand, war eine bescheidene Anlage, «ein Kirchlein» und «ein Klösterlein». Die Kirche war geastet. Ihre Westseite, der ein Turm mit niedrigem Mauerstumpf und hölzernem Oberbau und Helm zugefügt war, kehrte sich der Landstrasse zu.
Südlich der Kirche lag der Friedhof, an dessen südlichstem Ende sich ein Beinhaus anschloss. Nördlich der Kirche stand nahe das Schwesternhaus mit Spital (3) von quadratähnlichem Grundriss. Das Obergeschoss dürfte eine Verbindungsbrücke zur Kirchenempore aufgewiesen haben. Das Erdgeschoss verfügte es über einen grossen Saal. Weiter nördlich lag das Brüderhaus (4) mit Waffenkammer. Das Kloster hatte als Doppelkloster ein Doppeltor, über dem eine gemalte Darstellung, die Heilung des aussätzigen Königs Balduin, angebracht gewesen sei.

Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Seegemeinden Bd II S. 172 ff.


   


Turm von Seedorf
Seedorf
Burganlage, Wohnturm  / Burg, Schloss
Die massive und mit einem Graben umgebene Turmmauer hatte einen ebenerdigen Eingang und einen vorkragenden, wohl zweigeschossigen Holzoberbau. Der mittelalterliche Bau blieb ununterbrochen bewohnt, die Familie A Pro baute ihn im 16. Jahrhundert sogar in ein repräsentatives Patrizierhaus um. Um 1650 wurde das Schlösschen dann aber aufgelassen.
Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd. 1, S. 129.


   


Haus an der Treib
Seelisberg
Gasthäuser  / Schirmhaus
Die Treib wird möglicherweise urkundlich bereits 1282 erwähnt («Treba»). Als Fährhaus und Hafenstätte ist die Treib sehr alten Ursprungs. Hier ist ein uraltes «Fahr» zu vermuten. Auf hohes Alter deutet zudem die Überlieferung einer Freistätte, die sich jeweils auf drei Tage befristete. Dieses Privileg dürfte darauf hindeuten, dass die Treib früher ein Klosterhof war. Auf Fraumünsterbesitz weist auch hin, dass das Haus zur Treib der Pfarrkirche Seelisberg gehörte.
Die Treib bot sich mit der geschützten Lage ausserhalb des Urner Beckens, selbst bei Sturm und Föhn, als Schutzhafen an. Das erste bekannte Treibhaus (um 1642) war ein schlichtes Holzhaus mit einem ausserordentlich gut ausgebauten Hafen. Neben den Funktionen des Fähr- und Botenmonopols auf Gemeindegebiet und des Zufluchtshafens, waren der Treib auch ein Wirtshausbetrieb und die Susthaltung übertragen. Die Kirchgemeinde verlieh der Treib die Gemeindebäckerei in Pacht.
Wegen der Bedeutung als Zufluchtshafen leistete das Land Uri jeweils Zuschüsse an die Instandstellung der Wehre. Wegen seiner guten Lage fanden in dem Hause auch eidgenössische Zusammenkünfte, insbesondere der drei Alten Orte, statt.
Im Winter 1657 /58 brannte das Haus, damals «Herberge» genannt, nieder. Der Neubau kam noch 1658 unter Dach. In ihm fanden eidgenössische Konferenzen statt. In einer Sturmnacht 1687 wurden das Haus stark beschädigt. Für den gewöhnlichen Unterhalt war jeweils der Wirt zuständig. Grössere Instandstellungen übernahm die Gemeinde. Wegen der wichtigen Schutzaufgabe des Hafens wurde dessen Unterhalt im 18. und 19. Jahrhundert ganz vom Land Uri übernommen. Die Pflichten des Treibpächters wurden in den so genannten «Treiberbriefen». Im Frühjahr 1792 wurde die Wehre bis auf den Grund abgenommen und neu errichtet. Das den Witterungseinwirkungen stark ausgesetzte Haus benötigte stets wieder Instandstellungen. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts sind an allen Öffnungen Ladenkästen und Zierbretter angebracht worden, etwas später an der Hauptfront ein Vordächlein. 1806 erfolgte eine grosse Instandstellung und neue Bemalung.
Seit 1806 ist in der Treib auch der Salzverkauf belegt. 1850 erfolgte eine Ausbesserung des Treibhauses (wohl mit Laubenausbau an der Westseite). 1852 Bau einer neuen Wehre. 1852/53 Erstellung einer Mosttrotte und einer Brennerei. 1854 wurde die Treib zur Haltestelle für Dampfschiffe. 1867 Bau einer Schirmhütte hinter dem Haus. 1872 Erstellung der Seemauer bei der Treib. 1876 Errichtung einer Trinkhalle als Sommerwirtschaft und 1877 eines Eiskellers.
Bereits mit dem Ausbau der Dampfschiffahrt büsste die Treib von ihrer Schutzbedeutung ein, mit dem Gütertransport auf den Schienen an 1882 ging sie ihr ganz verloren. Die Treib erhielt deshalb touristische Bedeutung, vor allem durch die Hotelbauten in Seelisberg und als Talstation der Treib-Seelisberg-Bahn. 1889 und 1912 Erneuerung der Wehre. Die exponierte Lage des Treibhauses zog die bauliche Substanz unablässig in Mitleidenschaft. Zudem senkte sich das Gebäude stark, da seine im Wasser stehende hohe Vorderfront nur mehr auf zwei Steinpfeilern und einem schwachen mittleren Holzpfosten ruhte. Auf der Rückseite waren die Mauern von der Salzeinlagerung salpeterverseucht.

Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd II S. S. 427-430; Foto: StAUR Slg Post- und Ansichtkarten.


   


Mythenstein
Seelisberg
Gedenkstätte, Denkmal  / Stein, Zeichenstein
Bezüglich Namen gibt es verschiedene Deutungen. Er hängt wohl mit dem Namen des darüber befindlichen, altüberlieferten Guts «in der miton» zusammen. Das hochragende Riff am Eingang zum Urnersee ist als Naturdenkmal ein uraltes Wahrzeichen dieses Gewässers. Im Weissen Buch von Samen (1470/72) ist es als «Mytenstein» erwähnt. Er ist Merkzeichen für die nahe gelegene Rütliwiese. Der Stein war ursprünglich 34 bis 40 m hoch. 1838 wurde ein Drittel abgesprengt wegen der oft herabfallenden Steine, welche die Linienführung der aufkommenden Dampfschiffahrt sowie die Marktschiffe gefährdeten. An der Schillerfeier auf dem Rütli 1859 wurde beschlossen, den Stein als Schillerdenkmal zu gestalten. 1860 wurde der «Schillerstein» festlich eingeweiht. Der Stein trägt die Inschrift in Erz, vergoldet: «DEM / SAENGER TELLS / F. SCHILLER / DIE URKANTONE 1859».
Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd II S. 426; Foto: StAUR Slg Graphica 02.12-N-2815.


   

 
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Zeugen der Geschichte im Historischen Museum Uri.

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 5.1.2016