FASNÄCHTLICHES URI

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Alles hat ein Ende

ALLGEMEINES ZU DEN FASNACHTSENDBRÄUCHEN



Silhouette der Katzenmusik mit Kanonen - Erinnerung an 1871 (Foto: Ruedi Arnold, Seedorf).

Teilweise am Gidelmändig, in der Regel jedoch am Fasnachtsdienstag, vereinzelt auch erst an der «alten Fasnacht» (Sonntag Invocavit) endet in Uri das fasnächtliche und närrische Treiben. In den meisten Urner Gemeinden wird hierzu nochmals auf die Trommel geschlagen und auf die Pauke gehauen, vereinzelt nochmals Trompete und Posaune geblasen. Das Ende der Fasnachtsfreuden wird auch sinnfällig dadurch zum Ausdruck gebracht, dass eine Katze oder ein «Tunggel», der die Fasnacht oder die Katzenmusik verkörpert, verbrannt wird. Dieses Abschlussritual kennt man im ganzen Alpenraum. Das Fasnachtsverbrennen gehörte bereits im 16. Jahrhundert zum Brauchtum der Fasnacht. Um den Demonstrationscharakter solcher Feuer noch zu steigern, wurde auf den Holzstössen im Laufe der Zeit immer häufiger die Personifikation der närrischen Zeit in Gestalt einer Strohpuppe platziert, wodurch das Schauspiel unwillkürlich Züge einer Hinrichtung annahm. Ursprünglich war der Sinn des Verbrennens der anschauliche Abschluss einer Festperiode, welche nächstes Jahr wiederkehren sollte. Vielfach hatte sich – wie beim Zürcher Sechseläuten – mit dem Begraben auch die Absicht der Beseitigung feindseliger Wintermächte verbunden. Zum Feuer kamen bereits im 18. Jahrhundert Begrabungszeremonien mit Scheinsarg oder Leichengruppe, Totengräber und lamentierender Trauergemeinde. Das ins Komische gedrehte Totenritual zum Fasnachtsabschied kann aber auch in bewusster Nachbarschaft und gezieltem Kontrast zum «Memento mori» des Aschermittwochs gesehen werden. «Mensch bedenke, Staub bist du und zum Staub kehrst du zurück» – dieser Aussage sollte ihr Schrecken genommen werden und sie war vorweg im Gelächter aufzulösen. Fasnächtliche Trauerzeremonien traten in Uri erst im 20. Jahrhundert auf.

In einem knappen Dutzend der Urner Gemeinden wird an der «Üsslumpetä» oder am «Üssflännä» zu den Tönen der Katzenmusik ein «Tunggel» oder eine ausgestopfte Katze verbrannt. Zum ersten Mal scheint dieser Brauch hier zu Lande in Bürglen durchgeführt worden zu sein. Nebst der Katze wird in rund der Hälfte der Urner Gemeinden ein «Tunggel», «Tungg», «Toggel», «Tolg», «Mannsgoggel» oder «Böögg» verbrannt. Der dem Feuer Geweihte stellt ein Sujet oder das Fasnachtsmotto dar und besteht aus gut brennbarem Material mit Petarden. Hierfür gut geeignet sind Papierschnitzel.

Mancherorts folgt an die «Üsslumpetä» die «Erbteilig» in Form eines Mahles.

Text: Gisler-Jauch Rolf, Fasnächtliches Uri, S. 340 ff.

DIE URNER ENDBRÄUCHE IM DETAIL

Altdorf  / Fasnacht, Endbrauch
Üsstrummet - Traurig-schönes Abschiedskonzert
  


Fasnachtsdienstag, 19.30 Uhr,
«Üsstrummet»; nur Trommeln und Pauken; ganz in Schwarz.

In Altdorf wird die Fasnacht traditionell am Fasnachtsdienstag mit der Katzenmusik, bei welcher Trompeten und Posaunen fehlen, als Trauermarsch begraben. Dieses Abschiedsritual entstand um 1930. Am Fasnachtsdienstag hatten sich anfänglich die Studenten des Kollegiums nochmals zusammengefunden, um Katzenmusik zu spielen. In den Räumlichkeiten eines Kranzlagers an der Gitschenstrasse kleidete man sich ganz in Schwarz, mit Zylinder und Melone. Dann ging die trauernde Katzenmusik auf die Strecke. An diesem Trauerzug hatten die Leute angeblich solche Freude, dass die Katzenmusikanten in allen Wirtschaften gratis zu trinken bekamen. In den frühen Abendstunden wurde das traurig-schöne Konzert beendet.

1955 – in Frack und Zylinder
Die weitere Entwicklung ist erst nach dem Zweiten Weltkrieg wieder fassbar. 1947 war das Abschiedskonzert der Katzenmusiker am Dienstagabend offizieller Bestandteil des Fasnachtsprogramms. Daran waren jedoch nebst «Trummer» und Pauker auch Bläser zugelassen. 1948 erfolgte am Dienstag das Abschiedskonzert der Katzenmusiker in uniformer Bekleidung und beleuchteter Kopfbedeckung. Die uniforme Bekleidung muss nicht schon in der schwarzen Kleidung bestanden haben, sondern kann auch das weisse Hirthemd mit der Kapuze gewesen sein. 1955 wurden die Herren für die stille Bestattung der Katzenmusik gebeten, in Schwarz und Zylinder zu erscheinen. An dem Abschiedskonzert nahmen nur mehr gut zwei Dutzend Tambouren und Paukisten teil.

1960er-Jahre – Der Name «Üsstrummlä» bürgert sich ein
Mitte der 1960er-Jahre bürgerte sich auch der Name «Üsstrummlä» ein. Mit gedämpftem Trommelklang und dumpfen Paukenschlägen, ohne die Melodie von Blasinstrumenten, wurde von der Fasnacht Abschied genommen. Noch Anfang der 1960er-Jahre wurde bis zum Restaurant Kreuz der Katzenmusikmarsch gespielt, danach jedoch nur mehr die «Ordonnänzler» der Militärtambouren. Die Teilnehmerzahl stieg in der Folge umgekehrt proportional zur Schlagfertigkeit der Trommler an und so mussten die Ordonnanzmärsche allmählich weggelassen werden. Während über 35 Jahren führte Franz Staub als ausgezeichneter Trommler in Frack und Zylinder die schwarzgekleidete Schar der Trommler und Pauker an und war dafür bedacht, dass der Takt entsprechend langsam geschlagen wurde, da ja die Fasnacht wieder für ein Jahr begraben wurde. Ihm oblag auch die Aufgabe, was nicht weniger schwierig war, bei den Zwischenstationen in den verschiedenen Restaurants seine Musiker rechtzeitig wieder von der Tranksame wegzubringen. Mit schrillem Pfeifenton sorgte er für Ordnung und kannte kein Erbarmen mit den Durstigen, da ja um Mitternacht die Trommeln und Pauken schweigen mussten. Bis es so weit war, marschierte die Katzenmusik immer einsamer durch Altdorfs Strassen und Gassen. Je später der Abend, zog nur noch in der Vorstadt am Strassenrand der Doktor vor dem Trauerzug seinen Zylinder, ansonsten begegneten der Katzenmusik lediglich einzelne Heimgänger, welche noch kurz stehen blieben und den schwarzen Zug vorüberziehen liessen.

Zeremoniell auf dem Lehplatz ohne Publikum
Auf dem Lehnplatz begann das Abschiedszeremoniell, der Zug teilte sich, zog links und rechts am Zeughaus vorbei, um sich wieder mit gleichem Takt zu treffen. Es folgte seit den 1980er-Jahren der Kontermarsch vor dem Tellspielhaus, und es ging für dieses Jahr zum letzten Mal um den Lehnbrunnen. Regina, die Brunnenfigur, war noch ein bisschen trauriger als sonst. Der Leichenzug zog in den Innenhof des Gasthofs Schützenmatte. Langsam, ganz langsam wurde der Takt etwas schneller, bis er schliesslich sich zu dem Tempo steigerte, um die Katzenmusik für ein Jahr endgültig zu begraben. Jahrelang fand die Altdorfer Fasnacht jedoch erst dann ihren endgültigen Abschluss, wenn in der «Schützenmatte» Klosterknecht Josef Rüedi auf seinen Stuhl stieg, die Hand von sich streckte, als würde er zu einer Arie ansetzen, und schliesslich aus seinem unerschöpflichen Repertoire alljährlich die gleichen beiden Schlager «Monsieur» und «Weisse Rosen aus Athen» zum Besten gab.

Mit den Frauen kam die Eleganz
Seit 1998 nehmen am «Usstrummälä» auch Frauen teil. Es kam nun Eleganz in die Reihen der «Trauernden». Die Zahl der Musizierenden hat dadurch zugenommen, das Abschiedszeremoniell ist das gleiche geblieben. Die Veränderungen liegen im Detail. So musste eine andere Route gewählt werden, um nicht mehr dem Autobus in die Quere zu kommen. Und, nicht nur Traditionen, sondern auch Wirte wechseln; das Abschiedskonzert setzt seine Schlussrunde neuerdings um den Lehnbrunnen und endet «bim Bäum». Die Fasnacht nimmt jedoch ihren endgültigen Abschluss erst, wenn die Katzenmusikpräsidentin im Hotel Goldener Schlüssel der fröhlichen Trauergemeinde das Datum zur nächstjährigen närrischen Wiedergeburt bekannt gibt.

Test: Gisler-Jauch Rolf, Fasnächtliches Uri, S. 340 ff.


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Amsteg  / Fasnacht, Endbrauch mit Feuer
Üsslumpetä
  


Fasnachtsböög in Amsteg, eigentlich zu schön, um verbrannt zu werden.

Fasnachtsdienstag, 19 Uhr,
«Üsslumpetä» mit Verbrennen des «Bööggs»; nur Trommeln und Pauken; in zivil oder Vereinspullover.


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Andermatt  / Fasnacht, Endbrauch mit Feuer
Ussflännä
  
Fasnachtsdienstag, 20 Uhr,
«Ussflännä» mit Verbrennen eines Schneemanns; nur Trommeln und Pauken; Kostüm.

In Andermatt ist es am «Üssflännä», der winterlichen Landschaft entsprechend, ein Schneemann.
Literatur: Gisler-Jauch Rolf, Fasnächtliches Uri, S. 340 und 342.


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Attinghausen  / Fasnacht, Endbrauch mit Feuer
Üsslumpetä mit Erbteilig
  
Fasnachtsdienstag, 19 Uhr,
«Üsslumpetä mit Erbteilig»; nur Trommeln und Pauken; alle schwarz gekleidet.

In Attinghausen besteht das «Leichenmahl» traditionell aus «Älpler-Magäroonä», Cervelat und Salat.
Literatur: Gisler-Jauch Rolf, Fasnächtliches Uri, S. 340 und 346.


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Bristen  / Fasnacht, Endbrauch mit Feuer
Üsstrummlä
  
Fasnachtsdienstag, 19 Uhr,
«Üsstrummlä» mit Verbrennen des «Bööggs»; nur Trommeln und Pauken; Alltagskleidung.


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Bürglen  / Fasnacht, Endbrauch mit Feuer
Üsslumpetä
  
Fasnachtsdienstag, 19 Uhr,
«Üsslumpetä» mit Verbrennen der Katze; nur Trommeln und Pauken; alle schwarz gekleidet.

Am Fasnachtsdienstag 1938 wurde in Bürglen unter Begleitung der Trauermusik und rührenden Weinszenen die Feuerbestattung der Katze vorgenommen. Diese hing während der Fasnachtszeit im Dorfkern über der Klausenstrasse und wurde am Fasnachtsdienstag heruntergenommen, um beerdigt zu werden. 1939 wurde erstmals im Anschluss an die Beerdigung ein Leichenmahl geboten. Wurst und Brot sowie eine Flasche Bier waren jedoch nur für Mitglieder vorgesehen, die auch den Jahresbeitrag bezahlt hatten. Das Leichenmahl wurde in der Folge allen Teilnehmern verabreicht. 1952 sollte es an der Beerdigung der Katze noch tierischer zu- und hergehen, die närrische Trauergemeinde wurde aufgefordert, mit Tiermasken zu erscheinen. Obwohl die Durchsetzung dieser Idee für den tierischen Ernst von der Gesellschaft mit 1 Franken 50 Rappen je Maske subventioniert wurde, hatte die Idee nicht lange Bestand. In den 1960er- Jahren bürgerte sich für diesen Anlass hingegen der Ausdruck «Üsslumpetä» ein.

Text: Gisler-Jauch Rolf, Fasnächtliches Uri, S. 340 und 342.


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Erstfeld  / Fasnacht, Endbrauch mit Feuer
Austrommeln mit Verbrennen des «Tunggels»
  


Fasnachtsdienstag, 19.15 Uhr.
Austrommeln mit Verbrennen des «Tunggels»; alle Instrumente; weisses Hirtenhemd mit schwarzer Zipfelmütze und rotem Halstuch.

Der seit 1946 in Erstfeld stattfindende Endbrauch wurde damals «Beärdigung» genannt und dabei ein spezieller Trauermarsch von Frédérik Chopin (1810 – 1849) gespielt. Anstelle der Trompeten spielten Klarinetten, die Trommeln und Pauken schlugen dazu den Takt. Hinter dem Trauermarsch liefen heulende und trauernde Frauen in Schwarz. Die Erstfelder Katzenmusik war die erste und einzige, die diesen Trauermarsch, welcher ansonsten nur bei militärischen Begräbnissen gespielt wurde, auch für die Fasnacht gebrauchte. Je realistischer das Trauerzeremoniell von den Narren nachgeahmt wurde, desto empfindlicher konnte es das religiöse Empfinden der Unbeteiligten treffen. Der protestantische Pfarrer wies deshalb die Fasnächtler freundlich darauf hin, ob sie nicht einen anderen Marsch wählen wollten. Ein Mitglied der Musik komponierte einen neuen Trauermarsch, bei dem wiederum die Klarinetten gespielt wurden. Als der «Tunggel» auf dem Bärenboden dem Feuer übergeben war, spielte man den Katzenmusikmarsch. 1954 wurde die Beerdigung auch noch an der Alten Fasnacht wiederholt. Das war dann aber auch für den katholischen Pfarrer zu viel der Zeremonien und dieser missbilligte im Erstfelder Pfarrblatt, dass am Abend des ersten Fastensonntags um 20.30 Uhr die Katzenmusik mit Pauken, Trommeln und Trompeten auf den Bärenboden zog, um dort den «Tunggel» in Trauerkleidern und unter grossem Weinen und Wehklagen zu verbrennen. Da der Umzug bereits am Fasnachtsdienstag stattgefunden hatte, zeigte sich der Pfarrherr umso erstaunter, dass nun in der begonnenen Fastenzeit nochmals diese «nicht nur geistlose, sondern auch moralisch nicht einwandfreie Verbrennungszeremonie» unter grossem Lärm vorgenommen wurde. Die Nachahmung von Beerdigungszeremonien mit Trauerklängen von Trompeten und Trommeln, das Weinen wie an Gräbern, wurde als eine Taktlosigkeit und als sehr unanständig verurteilt. Die Leute sollen daran denken, dass auch bei ihnen einmal der Tod wirklich kommen werde. Seit vielen Jahren wird in Erstfeld am Austrommeln wieder der traditionelle Katzenmusikmarsch mit Bläsern, Trommeln und Pauken gespielt. Das Tenü besteht dabei aus dem weissen Hirtenhemd.

Text: Gisler-Jauch Rolf, Fasnächtliches Uri, S. 340 und 342 f.; Foto: Hirtler Christof, Altdorf.


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Flüelen  / Fasnacht, Endbrauch
Schlusskonzert
  
Alte Fasnacht, 19 Uhr,
Schlusskonzert; alle Instrumente; ungeschminkt und unkostümiert.

In Flüelen findet an der Alten Fasnacht traditionell die letzte offizielle Katzenmusik statt. Man erscheint mit dem gesamten Instrumentarium, jedoch unkostümiert und ungeschminkt. Dann werden die Instrumente für ein Jahr versorgt, um sie bereits am 6. Januar des nächsten Jahres wiederum für das traditionell erste Konzert hervorzuholen.

Text: Gisler-Jauch Rolf, Fasnächtliches Uri, S. 340 und 342.


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Göschenen  / Fasnacht, Endbrauch mit Feuer
Katzenmusik mit Verbrennen des «Bööggs»
  
Güdelmontag, 19 Uhr,
Katzenmusik mit Verbrennen des «Bööggs»; alle Instrumente; verkleidet wie man will.


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Gurtnellen  / Fasnacht, Endbrauch
Schlusskonzert
  
Fasnachtsdienstag, 20.05 Uhr (Beginn, wenn die Glocken vom Kirchturm verstummen),
Austrommeln; nur Trommeln und Pauken; Tenu schwarz.


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Schattdorf  / Fasnacht, Endbrauch mit Feuer
Katzenmusik mit Verbrennen der Katze;
  
Fasnachtsdienstag, 18.45 Uhr,
Katzenmusik mit Verbrennen der Katze; alle Instrumente; kostümiert, ungeschminkt.

In Schattdorf war der Brauch des Verbrennens der Katze umstritten. Einige sahen darin «etwas absolut Sinnloses», welches keiner Fasnachtstradition entsprechen würde. Der Brauch sei etwas Importiertes und müsse früher oder später ausarten. Es sei sehr schade, dass damit «Althergebrachtes» miteinbezogen und die Katzenmusik für diesen Zweck missbraucht werde. Es sei zudem beobachtet worden, wie maskierte Burschen von Verabreichen heiligen Öles gesprochen und dem zur Verbrennung verurteilten «Böögg» Kosenamen zugerufen hätten. Das Schlimmste aber sei, dass Behördenmitglieder unter dem Schutz der Maske an solchen Veranstaltungen mittaten, und so setzt der Leserbriefschreiber 1953 seinem Ärger ein resignierendes Ende: «Ja, wir gehen einer hoffnungsvollen Zeit entgegen, lieb Vaterland magst ruhig sein!»
Die fasnächtliche Bestattung blieb eine Gratwanderung, bei welcher eine originell geglaubte Bereicherung des Zeremoniells schnell die Grenze des Anstandes überschreiten und für grossen Aufruhr im Dorf sorgen konnte. Dies war auch der Fall, als von einigen nimmermüden Fasnächtlern am Fasnachtsdienstag eine ausgestopfte Katze im Sarg durchs Dorf gezogen wurde und dazu von einem Trompeter der Marsch «Ich hatt’ einen Kameraden» geblasen wurde.»

Text: Gisler-Jauch Rolf, Fasnächtliches Uri, S. 341 und 344.


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Seedorf  / Austrommeln
Üsslumpätä
  
Fasnachtsdienstag, 19.15 Uhr,
«Üsslumpätä»; nur Trommeln und Pauken; individuelle Kos- tümierung.

Aus der Not einen Brauch gemacht, hatte man eine Zeit lang an der «Üsslumpetä» in Seedorf. An der Generalversammlung 1960 sprach der Gemeindepräsident im Namen des Gemeinderats «im besorgniserregendem Zustand», ob nicht eine andere Mode als das «Böögg»-Verbrennen eingeführt werden könne, welches sehr gefährlich sei. Nach reichlicher Diskussion beschloss die Versammlung einstimmig, den «Böögg» nicht mehr zu verbrennen, sondern ihn als Ballon in die Luft zu heben. So stiegen dann in den 1960er-Jahren in Seedorf Ballone in die Höhe, welche als letztes Relikt der vergangenen närrischen Zeit entschwanden. 1963 erhielt die Fröschenzunft Meldung von der Landung von «Bungo» aus Sensales im Kanton Freiburg, und 1965 landete «Bambi II» in Tuttwil TG.

Text: Gisler-Jauch Rolf, Fasnächtliches Uri, S. 342 und 344.


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Seelisberg  / Fasnacht, Alte Fasnacht
Tanzanlass an der Alten Fasnacht
  
Alte Fasnacht,
Tanz im Restaurant Volligen.

An der Alten Fasnacht findet in Volligen die Seelisberger Fasnacht mit musikalischer Unterhaltung und einem Maskenball ihr Ende.
Literatur: Gisler-Jauch Rolf, Fasnächtliches Uri, S. 340 ff.


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Sisikon  / Fasnacht, Endbrauch
Üsslumpätä
  


Fasnachtsdienstag, 19.30 Uhr,
Katzenmusik mit Verbrennen des «Bööggs»; alle Instrumente; alle Musikantinnen und Musikanten sind mit weissen Tüchern als Beduinen verkleidet.

Beim Endbrauch, an welchem in der Regel nur noch «diä ganz Agfrässnä» mit Trommeln und Pauken teilnehmen, wird, wo ein einheitliches Tenü besteht, in der Regel schwarze Trauerkleidung getragen. Eine Ausnahme macht hier Sisikon. Die rund 80 Personen tragen zum «Böögg-Verbrennen» weisse Beduinentücher.
Die Fasnacht schliesst mit dem Spaghettiessen.

Text: Gisler-Jauch Rolf, Fasnächtliches Uri, S. 341 und 344; Foto: Hirtler Christof, Altdorf.


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Wassen  / Fasnacht, Endbrauch mit Feuer
Austrommeln und Verbrennen des «Bööggs»
  


Fasnachtsdienstag, 19.30 Uhr,
Austrommeln und Verbrennen des «Bööggs»; alle Instrumente; Katzenmusik in Weiss, Vorstand in Schwarz.

Der Endbrauch wurde nicht nur von der Moral, sondern manchmal auch vom ältesten Urner, dem Föhn, in die Schranken gewiesen. Wenn er kräftig blies, musste das Feuer unterlassen oder an einem anderen Standort entfacht werden, oder der «Böögg» wurde, wie in Wassen, geköpft.
Seit ihrer Gründung erscheint die Katzenmusik in Weiss und der Vorstand in Schwarz zum «Böögg»-Verbrennen. Die Musikantinnen und Musikanten ziehen hinter dem vom Vorstand eingekleideten «Mannsgoggel» und flennen. Die Katzenmusik spielt sodann stehend, und hört in dem Zeitpunkt auf zu spielen, wenn der «Mannsgoggel» verbrannt oder geköpft ist. Das soll bisweilen schon sehr lange gedauert haben.

Text: Gisler-Jauch Rolf, Fasnächtliches Uri, S. 341 und 344; Foto: Hirtler Christof, Altdorf.


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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 05.01.2020