FASNÄCHTLICHES URI

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Geschichte der Guggenmusik in Uri


  
In Basel fand der erste offiziell erlaubte «Morgestraich» mit Beginn um 4 Uhr morgens im Jahre 1835 statt. Das Verbot, offene Fackeln zu tragen, hatte zur Folge, dass 1845 die ersten Steckenlaternen aufkamen und 1860 zum ersten Mal eine grosse Zugslaterne mitgetragen wurde. Nebst der Trommel und dem Piccolo traten an der Basler Fasnacht auch kakofonisch spielende Musikgruppen in Erscheinung, welche als «Tschättermusik», «Charivari» oder Katzenmusik bezeichnet wurden. Neben diesen Bezeichnungen trat im Jahre 1906 in Basel der Begriff Guggenmusik bei gleichzeitiger Veränderung des Klangkörpers auf. Der Ausdruck schien damals sofort verstanden worden zu sein. Eine «Gugge» bedeutet im «Basel-Ditsch» eine Papiertüte. Diese hatte früher meistens eine konische Form und erinnerte an ein Blashorn. Zwar nicht eindeutig bewiesen, doch einigermassen plausibel scheint die Erklärung, dass der Name von daher komme, da man – vor allem als Kind – in die «Gugge» geblasen hat. Zwischen die seriös spielenden Blechmusikkorps und die lärmenden Katzenmusiken traten nun Gruppen mit Musikinstrumenten, welche die Musikstücke «grotesk» spielten, «mit schmetterndem Getöse» nahten, «bäumig schränzten» und «vorüberrasselten». Das Entstehen der Guggenmusiken wird auch als parodistische Antwort auf vereinzelte Versuche des späten 19. Jahrhunderts gesehen, die dortige Fasnacht durch stramme Militärmusik zu bereichern. Die Guggenmusiken sorgten für eine Veränderung des fasnächtlichen Musikgeschmacks. Die nach Noten spielenden und nicht besonders originell kostümierten Blechmusikkorps wurden zum Fremdkörper im Bild des fasnächtlichen Geschehens. Die Folge war, dass man sich von der Fasnacht distanzierte und den Guggenmusiken das Feld überliess. 1946 waren in Basel beim Comité sieben Guggenmusiken gemeldet. Im Jahre 1962 wurde ihnen der Auftritt am «Morgestraich» untersagt. Im Gegenzug versprachen die Trommler und Pfeifer, inskünftig am Dienstagabend während einiger Stunden das Gebiet zwischen Marktplatz und Barfüsserplatz nicht musizierend zu betreten. Das Stadtzentrum gehört dann den Guggenmusiken für ihre Paraden und Platzkonzerte. Eine gute, stimmungsvolle Idee findet irgendwann ihre Nachahmer. 1948 nahm in Luzern eine Basler Guggenmusik am Fritschi-Umzug teil. Dieses Ereignis animierte einen in Luzern wohnhaften Basler, noch an der gleichen Fasnacht eine erste Guggenmusik zu gründen. Es sollte nicht die einzige bleiben. Die Guggenmusiken wurden zur Hauptattraktion der «Lozärner Fasnacht». Offiziell bestanden im Jahre 2004 in der Leuchtenstadt über 90 Guggenmusiken. Die Guggenmusik begann andere Gegenden zu erobern. Bis ihre Schallwellen auch nach Uri schlugen, sollten noch einige Jahre verstreichen.

Die kakofonischen Wellen schlagen nach Uri
In Uri wurde bereits im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts die Katzenmusik zum Teil mit der Melodie des französischen Bourbaki-Marsches überlagert. Die rhythmische Katzenmusik begann somit melodiöser daherzukommen als anderswo. In den in dieser Zeit einsetzenden Fasnachtsumzügen suchte die 1888 gegründete Faschingsgesellschaft Altdorf die Feldmusik zu integrieren. In Flüelen scheiterte das Engagement des Ballorchesters des Grand-Hotels für den Umzug an den finanziellen Möglichkeiten.
So beteiligte sich im Jahre 1927 die Feldmusik am letzten Umzug der Faschingsgesellschaft und wurde als Festmusik, beziehungsweise als 50 Mann starke Parkmusik des Wiener Praters unter der Direktion von Richard Strauss angekündigt. Was humoristisch angepriesen wurde, kam dann zackig marschierend, in Reih und Glied ausgerichtet und nach Noten spielend inmitten des Umzuges daher. Die Musikanten trugen zivil, zur kostümierten Uniformierung trug lediglich eine einheitliche Mütze mit Bändel bei. Die Feldmusik wollte ihren musikalischen Erwartungen gerecht werden und auch in närrischer Umgebung das harmonische Niveau halten, um sich von der Katzenmusik abgrenzen zu können. Dass man falsch spielen könnte, liess der Stolz der Musikanten nicht zu und wäre wohl vom Publikum auch missverstanden worden. Auf musikalischer Ebene wollte man Misstöne vermeiden und erst einmal den guten Ton finden. In den 1930er-Jahren geriet die Fasnacht in Uri zudem in eine Krise, und die Feldmusik schien sich wieder auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren, um dann nach dem Kriege mit einem Fasnachtswagen und vor allem als Veranstalter des Femu-Maskenballes wiederum auf das fasnächtliche Parkett zurückzukehren. Ihre Stelle an den Umzügen nahm nun die melodiös und umzugskonform gewordene Katzenmusik ein.
Andere Urner Musikgesellschaften grenzten sich klar von dem fasnächtlichen Geschehen ab, indem man diesem Treiben ganz fernblieb oder den Musikanten gar verbot, das Musikinstrument während den, närrischen Zeiten zu benützen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Fasnachtsgeschehen neu organisiert. Nebst den bestandenen Organisationen von Flüelen und Altdorf erfuhr das Fasnachtsgeschehen nun in weiteren Ortschaften Organisationen, welche bestrebt waren, der Katzenmusik den Bourbaki-Marsch zu blasen. Das war Anstrengung genug! Misstöne wollte man aus dem Feld räumen, nicht einführen. Um 1960 war der Bourbaki-Marsch im ganzen Reusstal verbreitet und hatte Eingang ins Schächen- und Urserental gefunden. Die Narren konnten die musikalische Entwicklung fortsetzen. Wo die Tradition noch nicht festgefahren war, war man bereit für Neues. Anfang der 1960er-Jahre waren in der Strassenfasnacht erste Klänge zu vernehmen, welche sich von dem monotonen Rhythmus der Katzenmusik abhoben. Bahnbrechend hierfür waren die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler in den beiden Dörfern Erstfeld und Flüelen.

Die sommerlichen Guggenmusiktreffen in Flüelen
Am Güdelmontag 1961 trat am Umzug in Erstfeld erstmals eine auswärtige Guggenmusik auf. 1962 wird in Flüelen eine solche auf einem Flugblatt angekündigt. Vier Jahre später schlug man im Hafenstädtchen dann mächtig auf die Pauke und schickte sich an, in der Kakofonie ein wichtiges erstes Kapitel zu schreiben, indem man Anfang August zum ersten Nationalen Guggenmusiktreffen einlud. Dem Aufruf zum dreitägigen Fest folgten rund 200 Musikantinnen und Musikanten aus der ganzen Zentralschweiz.
Die «Gotthard-Post» klärte ihre Leserinnen und Leser auf, dass der «Guggenmusiker» sich vom Katzenmusiker äusserlich praktisch nicht unterscheide. Der Unterschied liege jedoch in den Tönen, die er von sich gebe. Während die Katzenmusik den Takten eines alten, festgesetzten Marsches folge, zeichne sich die Guggenmusik durch relative Vielfalt und besonders durch ihre Misstöne aus. Schliesslich bestehe auch noch ein weiterer Unterschied: Katzenmusiker gebe es nur im Winter, die Guggenmusik komme auch im Sommer vor. Der Berichterstatter fand den Anlass als «ein recht kurzweiliges, von Melodien überquellendes, ein bisschen spinniges und herrlich unmotiviertes Fest». Das «Luzerner Tagblatt» setzte sich mit dem Attribut «national» auseinander und forderte seine Leserschaft auf, nicht an den Vers zu denken: «Wenn es Fäscht nu so- n-ä Qual isch: Hauptsach, dass es national isch!» Der Umzug vom Sonntag wurde von vielen Zuschauern mitverfolgt. Es soll aber auch Leute gegeben haben, welche sich über das Sommerfest entsetzlich aufgeregt hatten. Diesen gab der Berichterstatter zu bedenken, dass die Guggenmusik wie alle Kulturgüter dieser und früherer Epochen zeitlos sei. Zweitens gehöre Guggenmusik zwar in den Winter, aber was sei denn dieser Sommer eigentlich anderes?
Zwei Jahre später folgte die Zweitauflage des Anlasses. An der nationalen Ausschreibung hielt man fest. Das erste Augustwochenende fiel 1968 jedoch in die Schulferienzeit, und von den Basler Guggenmusiken trafen lauter Absagen ein. Das nationale wurde somit zum Innerschweizer Guggenmusiktreffen. Beim Schützenhaus wurde ein 1000 Personen fassendes Zelt gestellt und auch gefüllt. Man lud das Fernsehen der deutschen und rätoromanischen Schweiz zur Berichterstattung ein, erhielt jedoch eine abschlägige Antwort. «Wir haben im Gegensatz zu den vielen Sujets, die wir behandeln möchten, wenig Sendezeit und zuwenig einsetzbare Film-Equipen», hiess es aus Zürich. Dafür berichtete der «Blick» auf Seite 3 von dem Treffen. Mit vier Bildern und wenig Text wurde von dem «kakophonischen Gewimmer, Getöse und Geschepper aller möglichen und unmöglichen Instrumente» berichtet, welche am Wochenende «schaurig» durch Flüelen hallten. Der Einzug der Musikantenkorps erfolgte am späten Samstagnachmittag. Wo immer die unentwegten Musikanten in ihren bunten Gewändern zu einem Ständchen zusammentraten, sammelte sich eine dankbare Zuhörerschaft. Vor ausverkauftem Hause gaben die verschiedenen Musikkorps am Samstagabend ihr Können zum Besten. Höhepunkt der Festlichkeiten war der grosse Umzug vom Sonntagnachmittag. Allen voran fuhr der altehrwürdige und ohrenbetäubend knatternde Karren der Fidelitas Flüelen. Es nahmen Guggenmusiken aus der ganzen Innerschweiz teil. In Erscheinung traten auch die «Gilläloch-Piratä», welche sich aus jungen Urner Seminaristen zusammensetzten. Die traditionellen zeitlichen Grenzen der Katzenmusik waren überschritten. Von einer dritten Abhaltung sah die Fidelitas dann jedoch ab. Das närrische Treiben kehrte somit vorerst in die Schranken des Winters zurück.



Fidelitas-Guggenmusik
Die Fidelitas trat jedoch nicht nur als Organisator dieser beiden Guggenmusiktreffen auf, sondern stellte selber eine Guggenmusik. Seit Mitte der 1960er-Jahre besammelte man sich rund 20 Mann stark im Flüeler Ausserdorf und marschierte sodann, geschminkt und nach einem Motto kostümiert, musizierend in Richtung Dorf, wobei man selbstverständlich in den angeschriebenen Häusern einkehrte, dort ein Ständchen gab und sich mit der notwendigen Tranksame stärkte. Im Verlaufe des Nachmittags gab man dem auf dem Sternenplatz wartenden Publikum ein Platzkonzert.
Die Organisation war einfach und speditiv. Mit einem Schreiben wurde das Motto bekannt gegeben und jeder für die entsprechende Kostümierung verantwortlich gemacht. Dem Guggenmusikdirektor war die Teilnahme per Postkarte zu bestätigen unter gleichzeitiger Mitteilung, was man für ein Instrument zu spielen gedenke. Gut eine Woche vorher fand die einzige Probe statt, wo auch alle näheren Details besprochen wurden. In der Fidelitas-Guggenmusik hatte es geübte Musikanten als auch Laien. Erstere bliesen die Melodien und machten das gespielte Stück erkennbar, Letztere bildeten den Rest des Orchesters, welches noch den nötigen Krach und Rhythmus beizusteuern brauchte. Das Repertoire der Guggenmusik reichte von dem Marsch «Alte Kameraden» über das Schunkellied «Wir kommen alle in den Himmel» und dem Klassiker «In the mood» bis hin zum Italo-Hit «Marina» und zur aktuellen Hitparade mit «Chirpy, Chirpy, Cheep, Cheep» von «Middle of the Road». Obwohl man sich Guggenmusik nannte, lag man musikalisch näher bei der Unterhaltungsmusik als bei der Kakofonie. Nebst der Fidelitas-Guggenmusik trat noch eine zweite Gruppe, die «Pepps-Tells-Blas-Virtuosen», in Erscheinung. 1975 fand auf dem Platz vor der Alten Kirche am Güdelmontag anstelle eines Umzuges ein Guggenmusiktreffen mit Guggen aus einigen Nachbarkantonen statt. Im Herbst machte sich in Flüelen bereits der musikalische Nachwuchs bemerkbar. Die Guggenmusik «Üterlos» trat ins Fasnachtsgeschehen. Der Name tat zwar nicht auf charmante Weise, jedoch unmissverständlich der närrischen Umwelt kund, dass man dem weiblichen Geschlecht keineswegs abgeneigt war, jedoch dieses kategorisch nicht in seinen musikalischen Reihen wissen wollte. Um den kakofonischen Erwartungen einer Guggenmusik gerecht zu werden, wurde wie bei den Vorgängern nur einmal geprobt. An der Fasnacht 1976 feierte man den ersten Auftritt. Den «Üterlos» war Musik und Stimmung die hauptsächliche, jedoch nicht die einzige Aufgabe. Während beim ersten Auftritt als Gigolos die Ironie noch in dem Widerspruch zwischen Name und Kostüm bestand, wählte man unter künstlerischer Leitung in den folgenden Jahren auch satirische Mottos zum Kostüm, wie etwa 1984 nach dem Absturz des russischen Radarsatelliten. Traditionelles Kostüm blieb der schwarze Anzug mit weissem Hemd, womit man auch farblich einen Gegenpol zur Palette der bald immer häufiger auftretenden Guggenmusiken setzte. Ab 1978 übernahmen die «Üterlos» die Durchführung der Konzerte auf dem Sternenplatz am «Guggersunntig».

Die ältere Garde der Flüeler Guggenmusik-Pioniere, welche sich seit 1973 offiziell «Ehrenmitglieder-Guggenmusik» nannte, zog sich in die wärmere und heimeligere Atmosphäre der Gaststätten zurück, organisierte und orientierte sich neu. Das Repertoire wurde erweitert, die Register ausgewogener und die Auftritte musikalischer. Dass die 14-köpfige Kapelle keine Guggenmusik mehr war, zeigte sich auch in der Namensänderung von 1986, als man «Guggenmusik» durch «Hüüsmüüsig» ersetzte. Die Musikkapelle verblieb an der Fasnacht als Garant für gute Stimmung innerhalb den Dorfmarken und liess ihren vom fröhlichen Publikum immer erwarteten Hit erklingen: «Sag Dankeschön mit roten Rosen!» Im Jahre 2004 verliehen die Leserinnen und Leser des «Urner Wochenblatts» der «Ehrenmitglieder-Hüüsmüüsig» den «Humori». Die «Üterlos» gingen auf dem Sternenplatz neue Wege und hüllten den Anlass am «Guggersunntig» in eine Unterhaltungsshow mit Sketch und Witz, einem Konzept, welchem auch die beiden folgenden Guggenmusikgenerationen, die «Dorfschränzer» und die «Gruontal-Fääger», treu blieben.

Guggenmusikhochburgen Erstfeld und Gurtnellen
1967 belebte aus Kreisen der Jugendmusik Erstfeld eine ad hoc zusammengestellte Guggenmusik von sechs bis zehn Personen um Renato Ferrari das fasnächtliche Geschehen. Zwei Jahre später durften die «Ferrari-Schränzer» erstmals am Erstfelder Umzug teilnehmen. Die Motivation zu diesem Tun war die gleiche wie bei späteren Guggenmusikgründungen. Beim gemütlichen Zusammensitzen nach der Katzenmusik fanden sich immer wieder kleine Gruppen zusammen, die mit moderner Musik die Stimmung zu heben verstanden. Eingefleischte Musikanten wollten sich mit der immer wiederkehrenden Melodie und dem eintönigen Rhythmus der Katzenmusik nicht zufriedengeben. Am Umzug 1969 nahmen die Jungmusikanten als «Ferrarischränzer» beziehungsweise «Dorfschränzer» am Umzug teil. Daneben sorgten an den Fasnachtstagen die «Hosp-Otti-Musikanten» für Stimmung. 1973 wurde dann in Erstfeld von ein paar fasnächtlichen Idealisten offiziell die «Kröntä Guggä» aus der Taufe gehoben. Pate standen dabei einige Fasnächtler der älteren Generation. Diese organisierten die Gründungsversammlung und arbeiteten die Statuten aus. Die Leitung des Vereins wollten sie jedoch jüngeren Semestern übergeben. Die Begeisterungswelle für die Guggenmusik schlug weiter das Reusstal hinauf. 1977 wurden die «Smürfer» gegründet und machten Gurtnellen zu einer weiteren Hochburg der Guggenmusik. Zwei Jahre später nahmen am Schattdorfer Fasnachtsumzug die drei Urner Guggenmusiken («Kröntä Guggä», «Üterlos» und «Smürfer») teil. Die Guggenmusiken begannen sich in Uri ihren Stammplatz zu erobern. Doch, wo sich Neues verbreitet, melden sich Skeptiker, welche glauben, die neue Entwicklung laufe auf ihre Kosten, in diesem Fall auf Kosten der Katzenmusik.



Die Belebung der Dorffasnacht durch die Guggenmusiken
Die Guggenmusiken erfreuten sich vor allem bei der Jugend grosser Beliebtheit, und die Guggen nahmen in den 1980er-Jahren rasant zu. 1991 bestanden in den 20 Urner Gemeinden 17 Guggenmusiken. Nachdem 1995 die Höchstzahl von 21 Guggen erreicht war, sind es im Jahre 2004 wiederum 18. Daneben bestehen noch einzelne Formationen, welche ihre Auftritte auf die jährliche und lokale Einmaligkeit reduziert haben. Im Gegensatz zur Katzenmusik, bei welcher – von altersmässigen Beschränkungen und dem seinerzeitigen Ausschluss der Frauen abgesehen – jede und jeder am Konzert mitmachen und beliebig ein- und aussteigen darf, kennen die Guggenmusiken in der Regel einen auf die Mitglieder beschränkten Teilnehmerkreis. Mit der bereits erwähnten Flüeler Ausnahme waren bei allen Urner Guggenmusiken beide Geschlechter vertreten. Nebst altersmässigen Schranken wurde anfänglich zum Teil das Prädikat «Einheimisch» verlangt oder dann als Bonus bei den Bewerbungen berücksichtigt. Da die Guggenmusiken Auftritte im Freien, bei Umzügen und Platzkonzerten, aber auch in Hallen und Beizen haben, gibt es fast keine geeignete Mitgliederzahl. Einerseits ist bei Umzügen eine grosse Anzahl erwünscht, bei einer Einkehr wird diese jedoch zum Problem. Einzelne Guggenmusiken beschränkten deshalb ihre Mitgliederzahl.
Die Guggenmusiken haben auch ein Generationenproblem zu lösen. Der harte Kern der Clique blieb – wie es sich für eine eingefleischte Truppe gehört – dem Verein vorerst treu. Solange die Truppe harmonierte und der Grossteil sich an den Treueschwur hielt, wurde die Nachwuchsförderung hinausgeschoben. Doch auch die Guggenmusiker werden älter, und der jugendliche Elan kann verfliegen. In Flüelen löste sich das Problem in der Weise, dass sich jeweils aus der gleichen Generation im Freundes- und Kollegenkreis eine neue Guggenmusik bildete. Kam man in die Jahre und stellte fest, dass junge Kräfte nachrückten, übergab man diesen die offiziellen Auftritte an der Fasnacht. Man zog sich zwar nicht ganz aus dem kakofonischen Geschehen zurück, sondern beschränkte sich auf den Auftritt am Fasnachtssonntag und auf das gesellige Beisammensein ausserhalb der Fasnacht. So wurden in Flüelen vom Homo kakophonicus vier Generationen Guggenmusiken gebildet: die Fidelitas-Guggenmusik (1965 – 1977), die «Üterlos» (1978 – 1987), die «Dorfschränzer» (1988 – 1996) und die «Gruontal-Fääger» (1997-????).

Guggenmusik-Fusionen
Der Grossteil der Urner Guggenmusiken besteht als Verein mit einem Vorstand und einer sich ändernden Mitgliedschaft. Der Nachwuchsförderung muss deshalb ein besonderes Augenmerk gewidmet werden. Ein Weg ist dabei die Fusion. Erfahrung hat man dabei in Gurtnellen. Nebst den bestandenen «Smürfern» bildete sich Anfang der 1980er-Jahre eine Jung-Guggä mit dem Namen «Klepper Trämpers». 1984 nahmen die «Smürfer» auf einen Schlag diese jungen Musikantinnen und Musikanten auf. Das Nachwuchsproblem war vorläufig gelöst. Ende der 1990er-Jahre hatte man dann zum Teil wiederum Probleme, neue Mitglieder, vor allem Bläserinnen und Bläser, zu finden. Aus diesem Grund fusionierten 1998 die «Smürfer» aus Gurtnellen und die «Spätzinder» aus Göschenen. Die Fasnacht 1999 nahm man gemeinsam in Angriff. Im Jahre 2002 gesellten sich schliesslich noch Mitglieder der aufgelösten «Turmgeister» aus Hospental zu den «Smürfern» und «Spätzindern». Anfang des 21. Jahrhunderts stellte man auch bei anderen Guggenmusiken einen leichten Rückgang der Mitgliederzahlen fest. Die Vorstände sehen sich Rekrutierungsproblemen gegenüber und man konstatiert, dass diesbezüglich immer mehr Anstrengungen und Aufwände erbracht werden müssen. Ein Kenner der Guggenszene vermutete: «Vielleicht wollen die Jungen heute keine oder weniger Verantwortung tragen, oder gar in festen Gebilden nicht mehr mitmachen. Wenn die Guggen in Zukunft überleben wollen, braucht es Nachwuchs und ein Engagement von den Jugendlichen.» Einfluss auf die Mitgliederzahl hatte auch der Umstand, dass die bestandenen Gründungsmitglieder sich allmählich zurückzuziehen begannen. Viele Guggenmusiken strebten nach Perfektionismus. Kein falscher Ton war mehr erlaubt. Das Musikrepertoire war nicht mehr nach ihrem Geschmack. Wenn der eine ging, ging der andere eben auch! Schon vor Jahren aufgelöst haben sich die «Äntäfudi» aus Bauen. In den 1980er-Jahren traten in Sisikon die «Ölbärgschränzer» kurzfristig in Erscheinung. Nach dem Verschwinden der «Turmgeister» bestin in Hospental einige Jahre die Kinder-Guggenmusik «Urschner Tyyfeli».



Nomen est omen
Eine Guggenmusik braucht auch einen klangvollen und einprägsamen Namen. Nebst Comics-Figuren wie «Smürfer» und «Fraggles» sind vor allem Dialektausdrücke, zum Teil auch im Zusammenhang mit Ortsbezeichnungen, sehr beliebt: von der «Kröntä Guggä» über «Chyybääderli» bis zu den «Schächä-Fägern». Dass der erste Name nicht auch gleich der beste sein muss, zeigen die «Tellsymphoniker» aus Bürglen, am Eingang zum Schächental. Anfänglich nannte man sich aus einer Kombination von Englisch und Urner Dialekt «Schächenwäli Barbäriens». Nur war dies einerseits ein Zungenbrecher, andererseits wurde der Name vom Publikum und der Presse immer wieder falsch geschrieben, und so hiess man dann: «Schächentaler Barbaren», «Schächenwald Bären» oder «Schächentäli Wäli». Mit dem Namenwirrwarr sollte es ein Ende haben und man traktandierte den Guggennamen für die kommende Generalversammlung. Nach intensivem Nachdenken schwangen schliesslich die beiden Namen «Schnuderzinggä-Schränzer» und «Fladersagi-Guggä» obenauf. An der General- versammlung erhielt der zweite Vorschlag zwar am meisten Stimmen, doch es kam noch einmal anders, denn an einer ausserordentlichen GV stimmte die Mehrheit dem Namen «Tellsymphoniker» zu.



Uniformiertes Auftreten
Die Guggenmusiken haben heute fast ausschliesslich ein uniformiertes Auftreten. Ursprünglich haben sich die ersten Urner Guggenmusiken in der Gestaltung ihrer Kostüme noch an fasnächtlichen Themen orientiert: Die «Kröntä Guggä» wählte zu ihrem ersten Kostüm, auf dem Höhepunkt der Ölkrise, das Gewand des Ölscheichs. Regelmässiges Ausrichten nach Osten und Niederknien mit dem Ruf «Allah, gib uns Öl» war ein fester Bestandteil der Show. Originell waren die Flüeler «Üterlos», sei es als Maffiosi, Burgfräuleins, abgestürzte Kosmonauten oder als Biene Maja. Die finanziellen Mittel waren anfänglich bescheiden. Die meisten Mitglieder einer Guggenmusik standen in der Lehre oder in der Ausbildung, das Kostüm musste somit mehrere Jahre hinhalten. Batik war Trumpf, und so fand das gleiche Kleid jeweils mit neuen Farben mehrmalige Verwendung. Gute, näh- und waschfertige Geister arbeiteten dabei unzählige Stunden im Hintergrund. Mit steigendem Bekanntheitsgrad stiegen die Engagements, zuerst im Kanton, in der Schweiz und schliesslich gar im Ausland. Dadurch stiegen jedoch die Ansprüche an die Kostümierung. Es wurden gebrauchte Kleider von auswärtigen Guggenmusiken gekauft oder aufwändige Kostüme mit grossem Enthusiasmus selber entworfen und in Gruppenarbeit hergestellt. Satirische und humoristische Sujets verschwanden fast gänzlich. In den Vordergrund drängte sich die Ästhetik. Die Guggenmusikgewänder haben viele und grelle Farben, glitzern und funkeln. Zum Kleid passt das kunstvoll geschminkte Gesicht, die originelle Frisur oder eine aufwändige Kopfmaske. Nur wenige Urner Guggenmusiken legten wie die «Smürfer/Spätzinder» oder die «Fraggles» grossen Wert auf «Grindä». Die Kopfmaske des Dirigenten konnte dabei ein Gewicht von 20 bis 30 Kilos erreichen. An einem Umzug war deshalb nicht nur eine musikalische, sondern auch eine sportliche Topleistung verlangt. Heute sind die originellen Kostüme verschwunden und man trägt irgendein Kombi von «Engelbert Strauss».

Die Guggenmusiken werden immer musikalischer


Viele Guggenmusiken kennen einen Mitgliederbeitrag. Andere Finanzquellen sind Sponsorbeiträge, der Verkauf von Plaketten und Fanartikeln sowie die Organisation von Guggenmusikfesten. Pläne, Instrumente für den Verein anzuschaffen, wurden alle aufgegeben, deshalb sind die Musikantinnen und die Musikanten in der Regel für ihr Instrument selber verantwortlich.
Eine Guggenmusik musste ursprünglich schräg tönen. Wie genau beziehungsweise wie falsch eine Guggenmusik zu spielen hat, darüber scheiden sich seit eh und jeh die Geister. Bei den ersten Urner Guggenmusiken überwog denn auch noch die Spontaneität. Es wurde wenig geprobt, dafür vieles improvisiert. Bei den Neugründungen konnten längst nicht alle Gründungsmitglieder ein Instrument spielen. Einige Guggenmusiken versuchten der kakofonischen Einstellung treu zu bleiben. Die Erwartung des Publikums und der Vergleich mit anderen Guggenmusiken forderte jedoch bald mehr. Auch für ein organisiertes Chaos waren Proben nötig. Der Beginn der Proben wurde schon in den Herbst angesetzt. Man probt heute am Wochenende, da viele Gugger auswärts des Dorfes der Arbeit nachgehen oder die Schule besuchen. In vereinsinternen Ausbildungsgängen werden Bläser ausgebildet. Bläser und Rhythmusgruppe treffen sich teilweise zu Sonderproben. Nicht alle Gugger proben gleich gerne. Bussen sollen zu häufigerem Besuch animieren. Musikalisch hoch dotierte Guggenmusiken können jedoch auch spontane Einfälle umsetzen, und so wurden Neukompositionen in der einen Gaststätte geboren, auf dem Weg zur nächsten geprobt und in der nächsten Wirtschaft gleich zur Uraufführung gebracht.
In den letzten Jahren wurde das Niveau der musikalischen Darbietungen in Uri immer höher. Die Urner Guggen können sich überall sehen und hören lassen, sogar am berühmten Rosenmontag in Köln, am Karneval in Nizza, im Disneyland in Paris, in Viareggio. Einige Guggenmusiken spielen ihre Stücke zwei-, drei- bis fünfstimmig. Das Instrumentarium vergrösserte sich, es umfasst Trompeten, Posaunen, Sousafons, Pauken, Trommeln, Schlagzeug, Tempicos, Glocken, Tschinellen und Rasseln. Selbst der Dudelsack hat bei den Amsteger «Bäusyrällern» und das Schwyzerörgeli mit Jodelgesang bei den «Ryyssboodäfäägern» und der «Chatzä-Muisig» Seelisberg Einzug gehalten. Während die einen Guggenmusiken nach musikalischer Perfektion streben, möchten andere kein Orchester werden, sondern eine Guggenmusik bleiben.



Gut organisiert
Organisation ist heute bei den Guggenmusiken gross geschrieben. Die meisten kennen deshalb nebst einem Vorstand verschiedene Kommissionen, welche sich um die Musikauswahl, Kostüm und «Kopfputz» sowie um die Herausgabe von Plaketten zu kümmern haben. Die «Smürfer/Spätzinder» kennen keinen traditionellen Vereinsvorstand mehr, sondern haben die Aufgaben auf vier Ressorts verteilt. Jede Ressortleiterin und jeder Ressortleiter hat ein Team von zirka vier bis zehn Personen zur Verfügung. Im Ressort Musik befindet sich die Musikkommission, welche die Stückwahl trifft. Es werden zudem die Auftritte und die Carfahrten organisiert. Der Gruppe Kommunikation obliegt die Vertretung nach aussen sowie die Organisation des «Smürfer/Spätzinder»-Balls. Dem Ressort Stab kommen die Aufgaben des traditionellen Vereinsvorstandes zu, und im Ressort Allgemein kümmert man sich um Aufgaben wie die Herstellung des «Gwändlis», das Schminken oder das Sortiment der Fanartikel.

Nebeneinander von Katzen- und Guggenmusik
Die Guggenmusiken sind in den Dörfern eine grosse Bereicherung für die Fasnacht. Anfänglich herrschte unter bestandenen Fasnächtlern jedoch grosse Skepsis. Man sah in der Guggenmusik eine Konkurrenz für die traditionelle Katzenmusik. Ein ehemaliger Altdorfer Katzenmusikpräsident meldete sich in den Urner Zeitungen 1982 zum Wort und fragte sich: «Muss denn um Gottes Willen was aussen herum – vor allem in Luzern – praktiziert wird, auch bei uns nachgeahmt werden?» Er zeigte sich als Experte und klärte auf, dass das Wort Guggenmusik von «guuggen», das heisst trompeten komme und somit die Schreibweise «Guggen» falsch wäre. Er glaubte weiter zu wissen, dass die «Guuggen», welche in letzter Zeit auch in Uri ins Kraut geschossen wären, selbst in Basel von echten Basler Fasnächtlern verpönt würden. In Uri pflege man den Brauch der Katzenmusik. Mit der wohl tönenden Melodie und dem unwiderstehlichen Rhythmus reisse der Katzenmusikmarsch nicht nur die Mitwirkenden, sondern alle Zuhörer unweigerlich mit. Dies könne man von den Misstönen der Guggenmusiken kaum behaupten, wenn auch die Liebhaber lautstarker Discomusik dabei eine gewisse Verwandtschaft erblicken mögen. Guggenmusik sei hier zu Lande ein Fremdkörper wie der «Fasching», welcher Ausdruck von ennet dem Rhein importiert wurde.
Die Befürchtungen waren jedoch nicht nötig, man suchte und fand bald – an wenigen Orten etwas später – einen gemeinsamen Weg. Erstes Ziel der Guggenmusiken war es ja, die Fasnacht in den Dörfern zu beleben. An den Hauptfasnachtstagen blieb man der Dorffasnacht treu, verstärkte die Katzenmusik mit guten Bläsern und bot mit dem eigenen Auftritt eine Fasnachtsattraktion.

Guggenmusiken dehnen die Fasnacht zeitlich aus
Während seit den 1960er-Jahren die Quartier-Katzenmusiken und dann die Maskenbälle die Fasnachtszeiten immer stärker zum 6. Januar rückten, setzten die Guggenmusiken noch einmal neue Massstäbe. Nebst dem traditionellen Eröffnungskonzert, dem «Einguggen», an heimischer Stätte, begibt man sich gerne auf Kantonstour. Da der Daten wenige und der Guggenmusiken viele sind, erschallen an den Wochenenden nach dem 6. Januar in allen Winkeln des Kantons Guggenmusikklänge. In Gurtnellen erinnerte man sich gar des 11.11. und ruft seit 1980 am Samstag davor oder danach zum «Smürfer/Spätzinder»-Ball.
Beim traditionellen Maskenball überbrückte die Guggenmusik die Zeit der Demaskierung oder heizte die Stimmung an. Als der Maskenball seine Attraktivität einbüsste, trat vielerorts die Guggenmusik als Organisator auf und kreierte das Guggenmusikfest mit Licht- und Lasershow, Feuerwerk und weiteren Attraktionen. Das Publikum wandelte sich, wurde wesentlich jünger, stand auf Bänken und Tischen, wollte Stimmung total, organisierte sich in Fan-Clubs. Der Bestand der Guggenmusiken ist weiter zurückgegangen. Heute bestehen in Uri noch neun über die Dorfgrenzen hinaus aktive Formationen.

Alle drei Jahre trifft man sich zum Guggentreffen «Gugg-Uri», bis 1996-2011 in Altdorf, danach in Flüelen (2014/2017).

Text: Gisler-Jauch Rolf, Fasnächtliches Uri, S. 133 ff.; Fotos: Christof Hirtler, Altdorf.

AKTIVE URNER GUGGENMUSIKEN

Kröntä Guggä Erstfeld 1974  
Smürfer Gurtnellen / Spätzinder Göschenen 1977  
Tellsymphoniker Bürglen 1980  
Gassäjüüzer Attinghausen 1983  
Bäusyräller, Amsteg 1987  
Chyybääderli Guggä Altdorf 1987 Altdorf
Chatzämuisig Seelisberg 1988  
Düä Bäbä Brischtä 1988  
Ryyssboodäfääger Seedorf 1990  

EHEMALIGE URNER GUGGENMUSIKEN

Turmgeischter Hospental - Hospental
Fraggles Wassen - Wassen
Notä-Fääger Andermatt - Andermatt
Äntäfudi Bauen - Bauen
Ölbärgschränzer - Sisikon
Urschner Tyyfeli - Hospental
Schächä-Fäger - Unterschächen
Üterlos - Flüelen
Dorfschränzer - Flüelen
Gruontal-Fääger Flüelen - Flüelen
Nachtschwärmer Schattdorf - Schattdorf
Klepper Trämpers Gurtnellen -1984 Gurtnellen
Sumpfhiähndr Realp 1981- Realp
Kalazer-Schränzer Andermatt 1982- Andermatt
Feengeischter Erstfeld 1988- Erstfeld
Balanggäbääger, Seedorf 1993- Seedorf

GUGGENMUSIK-EREIGNISSE IM DETAIL

Samstag, 3. Februar 1996
GuggUri zugunsten der Behinderten
Kakophonische Klänge im Urner Hauptort: An der Veranstaltung GuggUri treten in Altdorf fast alle Urner Guggenmusiken auf. Die Veranstaltung zugunsten der Behinderten in Uri bringt insgesamt 10'601 Franken ein.
UW 102, 31.12.1996
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Freitag, 9. Januar 1998
11-Jahr-Jubiläum der Guggenmusik "Bäusyräller"
Mit einem grossen Fest im Steinzeitlook feiert die Guggenmusik "Bäusyräller" ihr 11-Jahr-Jubiläum.
UW 6, 24.1.1998
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Samstag, 2. Januar 1999
"Fusiball" der "Smürfer"/"Spätzynder" in Göschenen
Anlässlich des "Fusiballs" in der Turnhalle Göschenen treten die beiden Guggenmusiken Smürfer, Gurtnellen, und Spätzynder, Göschenen, erstmals nach ihrem Zusammenschluss gemeinsam als eine Musikformation (58 Musikantinnen und Musikanten) auf.
UW 2, 9.1.1999
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Samstag, 19. Februar 2000
GuggUri 2000
Die Urner Guggen treffen sich zum zweiten Mal nach 1996 zu einem Stelldichein. GuggUri vermag das Publikum in Scharen anzulocken.
UW 15, 23.2.2000
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Donnerstag, 10. Januar 2002
4x4-Jubiläum der Guggenmusik Bäusyräller
In Amsteg eröffnen die Bäusyräller am Bäusyfäschtst mit dem Motto "4x4 Jahre" die Fasnacht 2003.
UW 5, 18.1.2003
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Sonntag, 3. März 2002
"Guggersunntig" Flüelen
Farbenfrohe Darbietungen aus der Country-, Western- und Truckerszene machen den traditionellen "Guggersunntig" erneut zur gelungenen Show. Kaum hatten die Mitglieder der "Gruontalfääger" die Aufräumarbeiten nach ihrem 10-Jahr-Jubiläums hinter sich gebracht, standen sie erneut auf der Bühne auf dem Sternenplatz.
UW 10, 6.2.2002
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Samstag, 15. Februar 2003
GuggUri
Die Urner Guggen terffen sich ... und Altdorf bebt! Zum dritten Mal findet im Urner Hauport GuggUri statt.
UW 14, 19.2.2003
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Sonntag, 15. Februar 2004
«Pop-Omis» zu Flüelens Superstars gekürt
Praktisch weltweit boomen derzeit Fernsehshows, in denen nach Super-, Music- oder sonstigen Stars gesucht wird. Diesem Trend kann sich auch die Guggenmusik Gruontalfääger nicht entziehen. Am traditionellen Guggersonntag auf dem Sternenplatz lautet das Motto «Flüelen sucht den Superstar». Das Rennen machen schliesslich drei betagte Damen, die «Pop-Omis».
UW 13, 18.2.2004
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Sonntag, 22. Januar 2006
CD-Taufe von «Guuggenpower» in Erstfeld
21 Guggenmusiken aus der ganzen Zentralschweiz haben am gemeinsamen CD-Projekt «Guuggenpower» mitgemacht. Sie haben je einen Hit aus ihrem Repertoire live eingespielt - auch vier Urner «Guggä». Am Sonntag, 22. Januar, wurde dieses Fasnachtskind in Erstfeld getauft. Organisiert wurde der Anlass unter Mithilfe des Gugg-Uri-OK.
UW 6, 25.1.2006
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Samstag, 11. Februar 2006
Gugg-Uri 2006 in Altdorf
Gugg-Uri, das grosse Guggenfest in Altdorf, ist wiederum in jeder Beziehung ein voller Erfolg. Herrliches Wetter, ein gewaltiger Publikumsaufmarsch und eine tolle Stimmung prägen dieses seltene, weil nur alle drei Jahre stattfindende Stelldichein der Urner Guggenmusiken. Der Grossanlass erlebt seine 4. Auflage. Der Dorfkern gehört ganz den Urner Guggen. Punkt 13.13 Uhr gibt OK-Chef Stefan Gisler beim Telldenkmal den Startschuss zum Monsterkonzert, welches seinem Namen allerdings nicht ganz gerecht zu werden vermag, zumindest akustisch. Die versammelten Guggen brauchten offenbar etwas Anlauf, um richtig in die Gänge zu kommen. Dafür geht bei den anschliessenden Platzkonzerten, die sich bis in den Abend hinziehen, so richtig die Post ab. Auf Bühnen beim Telldenkmal, vor dem Zeughaus auf dem Unterlehn und im grossen Festzelt auf dem Winkelplatz wurde geschränzt, was die Instrumente hergaben. Sämtliche 17 Urner Guggen spielen am gleichen Ort und Tag.
UW 12, 15.2.2006
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Samstag, 7. Februar 2009
Schräg, bunt und mit viel Freude - Gugg-Uri begeisterte
Es ist Samstag, 13.13 Uhr - ein grosser Knall ertönt. Dann lassen sie los, die rund 550 Gugger. Die fünfte Auflage des Gugg-Uri hat begonnen. Es regnet immer wieder in Strömen, doch davon lassen sich weder Publikum noch die 16 Urner Guggenmusiken beirren. Nach dem gemeinsamen Monsterkonzert folgen die Einzelauftritte der einzelnen Guggen. Je einmal auf dem Unterlehn, vor dem Telldenkmal und im Festzelt auf dem Winkelparkplatz treten sie vor Publikum und demonstrieren, was für sie die Faszination Guggenmusik ausmacht: schräger Sound, viel Spielfreude und voller Einsatz. Der Regen trägt zur guten Stimmung bei, denn eine Vielzahl improvisierter Regenmäntel und -hüte bereichern das bunte Bild, das die einzelnen Guggen den Zuschauerinnen und Zuschauern bieten. OK-Präsident Stefan Gisler zeigte sich am Montag mit dem Verlauf des Festes vollauf zufrieden: «Das gesamte Fest verlief reibungslos. Die Stimmung war während des ganzen Tages ausgezeichnet.» Auch der Auf- und Abbau seien ohne grosse Probleme über die Bühne gegangen. «Ein grosses Kompliment an alle Helferinnen und Helfer sowie an meine Kolleginnen und Kollegen im OK.» Mit dem Reingewinn aus dem Gugg-Uri werden auch dieses Mal gemeinnützige Institutionen in Uri unterstützt. Von der fünften Auflage des Guggenmusiktreffens profitieren so auch die Stiftung Phönix, Insieme Uri und die Bläserklassen Uri.
UW 11, 11.2.2009
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Samstag, 16. Januar 2010
Schattdorfer "Nachtschwärmer" feiern in Erstfeld
Die Schattdorfer "Nachtschwärmer" feiern ihr 25-Jahr-Jubiläum im Transilvania in Erstfeld. Ein Gesuch zuhanden der Gemeinde war aufgrund von Reklamationen anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums abgelehnt worden. Weitere Möglichkeiten wurden gar nicht mehr geprüft.
UW 4, 16.1.2010, S. 9
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Samstag, 19. Februar 2011
Rund 400 Guggenmusikerinnen und -musiker feierten das 6. Gugg-Uri – erstmals mit einer «Gugg-Urinvasion» statt einem Monsterkonzert
Punkt 13.13 Uhr ist es so weit: Das 6. Urner Guggentreffen, das Gugg-Uri, wird mit einem Sternmarsch eröffnet. Aus fünf verschiedenen Richtungen strömen die rund 400 Guggenmusikerinnen und -musiker auf den Altdorfer Rathausplatz zur «Gugg-Urinvasion»: ein lautes und faszinierendes Durcheinander. Die «Gugg-Urinvasion» wird in diesem Jahr erstmals anstelle des Monsterkonzertes durchgeführt. Elf Guggenmusiken aus dem Kanton Uri nehmen am Gugg-Uri teil – so wenige wie noch nie. Noch Mitte der 1990er-Jahre hatten 20 Guggen in Uri gespielt.
Während mehr als 3 Stunden zeigen die Guggen dann auf Bühnen auf dem Unterlehn, vor dem Telldenkmal und in einem Festzelt im «Winkel» ihr Können. Das prächtige Wetter und die warmen Temperaturen ziehen viel Publikum an. Dieses hat sichtlich viel Freude an den farbenprächtigen Kleidern, den aufwendig geschminkten Musikerinnen und Musiker sowie an den schrägen Tönen. Die Guggenmusiken lassen sich auch Spezielles einfallen: So verzichten beispielsweise die «Düä-Bäbä» aus Bristen auf ihr eigentliches Outfit und präsentieren sich in Altdorf als bayrische Biertrinker und im Dirndl. Der Höhepunkt des 6. Gugg-Uri ist der Umzug aller Guggenmusiken am Samstagabend. Anschliessend an den Umzug feiern die Guggerinnen und Gugger bis in die frühen Morgenstunden. Der Reinerlös des Festes geht an karitative Zwecke.

UW 16, 26.2.2011
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Dienstag, 1. März 2011
"Drum4Record" - ein fasnächtlicher Rekord
Die Rhythmusgruppe und ein Sousafonst der Guggenmusik "Chyybääderli" zeigen kakophonische Ausdauer: Die sechs Fasnächtler legen zu Fuss und spielend fast 20 Kilometer zwischen Schwyz und Altdorf zurück.
UW 17, 2.3.2011
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Sonntag, 11. November 2012
Zwei weitere Urner Guggen verstummen
Viele Urnerinnen und Urner sind schon jetzt wieder im Fasnachtsfieber. Doch das Guggensterben geht auch dieses Jahr weiter. Urner Guggen kämpfen mit schwindenden Mitgliederzahlen. Am 11. November, 11.11 Uhr, ist Fasnachtsbeginn. An diesem Wochenende findet in Gurtnellen das erste Guggenfest statt. Bereits seit einiger Zeit ist bei den Guggerinnen und Guggern wieder Proben angesagt. Nicht so bei zwei Urner Guggenmusiken: Die Notä-Fääger / Urschner Tyyfel Andermatt/Hospental organisieren noch ein Abschiedsfest, dann löst sich der Verein auf. Auch die «Balanggäbäägger» Seedorf nehmen nicht mehr musikalisch an der Fasnacht teil. Der Fääger-Bäägger-Ball ist Geschichte. Damit geht das Guggensterben in Uri weiter. Doch eine kleine Gruppe in Flüelen hält dagegen: Kürzlich wurde der Verein Rophaienschränzer gegründet.
UW 88, 10.11.2012
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Samstag, 16. Februar 2013
Fidelitas verabschiedet legendäre Musikformation
Die Fidelitas Flüelen verabschiedet eine legendäre Musikformation. Die Fidelitas Ehrenmitglieder-Hüüsmüsig nimmt Abschied von der Bühne. Die legendäre Formation unter Kapellmeister Peter Zagnoli präsentiert noch einmal das ganze Repertoire mit Herzblut und setzt mit Auftritten im Urner Altersheim und im Restaurant Linde den endgültigen Schlusspunkt.
UW 13, 20.2.2013, S. 21.
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Samstag, 27. April 2013
16 Austritte bei der Guggenmusik «Smürfer/Spätzinder»
Im Kanton Uri hat es immer weniger Guggenmusiken. Und immer mehr Vereine haben Probleme mit ihren Mitgliederzahlen. Ein Problem, das jetzt auch die Guggenmusik Smürfer/Spätzinder aus Gurtnellen erreicht hat: An der Generalversammlung sind 16 Mitglieder aus dem Verein ausgetreten. Dass es einmal eine der grössten Guggenmusiken im Kanton Uri so hart treffen könnte, hätten viele nicht geglaubt. Zudem wird der Dirigent abgewählt. Die Guggenmusik zählt noch 38 Aktivmitglieder.
UW 34, 4.5.2013
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Samstag, 15. Februar 2014
Guggenmusiken verwandeln Altdorf in eine grosse Bühne
Punkt 13.13 Uhr gibt es in Altdorf einen lauten Knall. Ab diesem Zeitpunkt ist der Dorfkern von Altdorf wiederum in fester Hand von zehn Urner Guggenmusiken. 330 Guggerinnen und Gugger marschieren von allen Seiten zum Telldenkmal. Während mehr als drei Stunden heizen die Guggenmusiken auf dem Lehnplatz, vor dem Telldenkmal und im Festzelt im "Winkel" so richtig ein. Als weiterer Höhepunkt folgt am Abend der Nachtumzug und nahtlos zum grossen Fest im Altdorfer "Winkel" übergeht.
UW 14, 19.2.2014, S. 17.
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Freitag, 28. Februar 2014
Mit Rhythmus von Luzern nach Altdorf
«Drum for Record» nennt sich das schräge Projekt der Rhythmusgruppe der «Chyybääderli». Nachdem man in den vergangenen Jahren – spielend – schon von Wassen, Isenthal, Unterschächen oder gar Schwyz nach Altdorf gelaufen ist, folgt nun die bisher längte Etappe. Die Schlagzeuger und ein Sousafonist machen sich von Luzern zu Fuss nach Altdorf auf.
UW 9, 1.2.2014, S. 16.
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Samstag, 24. Mai 2014
Gugg-Uri - Höchster Reingewinn komplett verschenkt
Das OK des Gugg-Uri lüftet sein Geheimnis. Anlässlich des Helferessens wird nämlich bekannt gegeben, wie viel Gewinn die siebte Ausgabe des Gugg-Uri einbrachte. Für die Vertreter der drei sozialen Institutionen, die vom Reingewinn profitieren, eine riesige Überraschung: Denn die Bläserklassen Uri, die Winterhilfe Uri und Pro Audito Uri dürfen je einen Check in Höhe von 8282 Franken entgegennehmen.
UW 41, 28.5.2014, S. 4.
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Mittwoch, 26. Oktober 2016
Festival Gugg-Uri zieht von Altdorf weg
Nach sieben Durchführungen in Altdorf sucht das Guggenfestival Gugg-Uri für den bevorstehenden Event 2017 kurzfristig einen neuen Veranstaltungsort. Die Gemeinde hat die Veranstaltungsbewilligung nicht erteilt. Grund für das Aus in Altdorf ist ein neues Benutzungsreglement für lärmintensive Veranstaltungen in der Gemeinde. Dieses erlaubt künftig nur noch Open-Air-Veranstaltungen bis Mitternacht. Der Flüeler Gemeinderat gibt derweil dem OK von Gugg-Uri grünes Licht: Der Kultanlass zügelt 2017 nach Flüelen. Innert einer Woche ist das Gesuch bearbeitet und für gut geheissen worden.
UW 85, 26.10.2016, S .3; UW 86, 29.10.2016, S .3; .
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Samstag, 4. Februar 2017
Gugg-Uri erstmals in Flüelen
Der Standortwechsel hatte im Vorfeld für Gesprächs- und Diskussionsstoff gesorgt: Das Gugg-Uri zieht aus Altdorf weg. Vor allem, dass dort nach 24.00 Uhr niemand mehr ausserhalb geschlossener Räumlichkeiten hätte feiern sollen – das sorgte für einen Aufschrei. Neues Ziel war Flüelen. Am Freitag und Samstag, 3. und 4. Februar, findet der Grossanlass mit elf Urner Guggenmusiken nun in Flüelen statt. Die Guggenmusiken treffen sich zu einem Sternmarsch und spielen zudem auf drei Plätzen in Flüelen. Und an zwei Abenden gab es Party in Barwagen und Zelt. Das OK zieht eine positive Bilanz. «Wir sind sehr zufrieden», sagt OK-Präsident Koni Scheuber.
UW 11, 8.2.2017, S. 1.
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Mittwoch, 18. April 2018
Erstes Ehrenmitglied von Gugg-Uri ernannt
GuggUri ernennt erstmals ein Ehrenmitglied. Nach zwölf Amtsjahren trat Aktuar Steff Gisler zurück und wird nicht nur verabschiedet, sondern zum allerersten Ehrenmitglied von Gugg-Uri ernannt. Neben einem Geschenk wird dem begeisterten Guggenmusiker die goldene Delegationskarte überreicht, die es ihm erlaubt, jedes Guggenfest besuchen zu dürfen, auch wenn es schon ausverkauft ist.
UW 30, 18.4.2018, S. 22.
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Samstag, 9. Februar 2019
Gugg-Uri zieht zum zweiten Mal Klein und Gross nach Flüelen
In Flüelen gehen die Guggen los. Den ganzen Tag über sorgen neun Urner Guggenmusiken in der Gemeinde für Stimmung. Und einmal ziehen sie alle in einem Sternmarsch zum Bahnhofsvorplatz. Das OK des Gugg-Uri zeigt sich sehr zufrieden: «Es hat von A bis Z alles gestimmt. Es war ein super Anlass», sagt OK-Präsident Simon Arnold. Bereits am Freitag war der Event mit der «Freitagabend-Party » und dem Motto «90er-Jahre» gestartet. Der Reingewinn von 2222 Franken geht an Pro Infirmis, Winterhilfe Uri und Sportpass Uri.
UW 12, 9.2.2019, S. 1; 46, 12.6.2019, S. 4.
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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 15.01.2020