Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag
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Samstag, 12. September 2026
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Dienstag, 12. September 2006
Neat - Regierung unterstützt Chemiefabrik Merck
Bau und Betrieb der Neat beanspruchen viel Platz. So auch im Bereich der Altdorfer Chemiefirma Merck & Cie KG, einem Unternehmen von grosser Bedeutung für die Urner Volkswirtschaft. Werkleiter Dr. Rainer Michling ist überzeugt, eine Lösung zu finden, die sowohl die AlpTranist Gotthard AG als auch den Merck-Konzern befriedigt. Die Urner Regierung unterstützt dieses Vorhaben.
Das Auflageprojekt der AlpTransit Gotthard AG (ATG) sieht vor, dass zwischen dem heutigen Bahntrassee und dem Produktionsgebäude der Merck & Cie KG in Altdorf ein provisorisches Gleis und eine Transportpiste für den Baustellenverkehr erstellt werden. Das Projekt beinhaltet auch eine neue Unterführung für die Strasse nach Attinghausen, wofür Land vom Merck-Areal benötigt wird. In diesem Bereich soll zudem ein Bauinstallationsplatz mit einer Deponie für Erdmaterial zu stehen kommen.
Die Merck in Altdorf produziert pharmazeutische Wirkstoffe und beschäftigt knapp 90 Personen. Sie unternimmt jährlich grosse Anstrengungen für den Unterhalt, die Erneuerung und die Modernisierung ihrer Anlagen. «Die Merck & Cie KG ist für die Urner Volkswirtschaft von hoher Bedeutung», äussert sich der Urner Regierungsrat in seiner Antwort vom 8. September auf die Interpellation von Landrat Leo Brücker vom 12. Juni. Dieser verlangte von der Regierung eine Stellungnahme zur Gefährdung des Merck-Produktionsstandortes in Altdorf durch das Neat-Projekt.
«Altdorf ist ein Vorzeigestandort innerhalb des Merck-Konzerns», führt Dr. Rainer Michling, seit Juli Werkleiter der Merck in Altdorf, aus. Würde das Neat-Projekt so umgesetzt, wie es vorgelegt wurde, könnte dies für die Firma unangenehme Konsequenzen haben. Um das Entwicklungspotenzial nicht einzuschränken und die Produktion auch künftig optimal gewährleisten zu können, hatte die Merck gegen das Auflageprojekt Einsprache erhoben.
In der Einsprache des Regierungsrates wird gefordert, auf das provisorische Gleis zu verzichten. Der Betrieb der Gotthardstrecke könne während der Bauzeit mit nur einem Gleis sichergestellt werden. Solche Lösungen seien schon bei anderen Grossbaustellen wie zum Beispiel bei der Sanierung der Axentunnels von den SBB praktiziert worden. Die Baupiste auf dem Merck-Areal und der Baustelleninstallationsplatz mit der Deponie auf dem Firmengelände sollen nicht erstellt oder zumindest in der zeitlichen Beanspruchung stark reduziert werden, verlangt die Regierung weiter. Zudem müsse der Landverlust durch Zukauf von angrenzendem Armeeareal kompensiert werden.
Eine minimale Bauzeit ist laut Urner Regierung eine unbedingte Notwendigkeit, damit die Dauer möglicher Produktionsunterbrüche die Firma Merck nicht veranlasse, Produkte von Altdorf an andere Konzernstandorte zu verlagern und so den Gesamtstandort Altdorf letztlich in Frage zu stellen. «Der Regierungsrat setzt sich mit Überzeugung dafür ein, dass die Firma Merck & Cie KG durch den Bau und Betrieb der Neat in keiner Weise gefährdet wird.»
Rainer Michling schätzt diese Unterstützung. «Das ist auch eine Wertschätzung gegenüber der Firma Merck», so der Werkleiter. Die Merck könne Produktionsunterbrüche begrenzt verkraften, beruhigt er, da nicht wie zum Beispiel bei einer Erdölraffinerie die kontinuierliche Produktion ständig gewährleistet werden müsse. Er ist überzeugt, dass sowohl die Interessen der ATG als auch diejenigen der Merck bei den Einspracheverhandlungen unter einen Hut gebracht werden können. «Wir arbeiten nicht gegeneinander, sondern miteinander. Es handelt sich um ein ganz normales, sachliches Vorgehen», betont er.
Bereits seien Gespräche geführt worden, und die ATG habe sich über den Merck-Produktionsstandort in Altdorf informieren lassen. Dass es zu einem Gang vors Bundesgericht kommen wird, wie es die Urner Regierung als letzte Möglichkeit angibt, hofft und glaubt Rainer Michling nicht.
Quellen / Literatur:
UW 72, 16.9.2006
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Dienstag, 12. September 2006
Urner Regierung - Skepsis zum Forschungsinstitut
Die Urner Regierung steht der Gründung eines Forschungsinstitutes für die Prävention und Verhinderung von Umweltkatastrophen in den Alpen skeptisch gegenüber. Sie setzt lieber auf die Zusammenarbeit mit bestehenden Institutionen. Das geht aus der Antwort auf das Postulat von Landrat Thomas Arnold (FDP), Flüelen, hervor.
Es gebe eine Vielzahl von Organisationen und Forschungsinstituten, die sich mit Naturgefahren befassen würden, meint der Urner Regierungsrat. Für ihn sind weitere Bemühungen zur Gründung eines interdisziplinären Forschungsinstitutes nicht erfolgversprechend. Es bestehe vielmehr die Gefahr, dass sich die Randregionen im Kampf um Institute gegenseitig lähmen. Dies könne dazu führen, dass die Zentren (zum Beispiel Universitäten und Hochschulen) noch mehr gestärkt würden. Sinnvoller ist es aus Sicht der Urner Regierung, mit bestehenden Institutionen zusammenzuarbeiten. Sie denkt dabei an die Regierungskonferenz der Gebirgskantone (RKGK) oder die interkantonale Umweltagentur.
Ausserdem gibt die Regierung des Kantons Uri zu bedenken, dass die Schweiz mit dem Eidgenössischen Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos bereits ein interdisziplinäres alpines Forschungsinstitut besitze. Dieses sei daran, die Forschung über den Alpenraum und das Risikomanagement zu erweitern. Es gehört zur Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL). Das SLF sei derzeit daran, eine Forschungsabteilung «Zukunft Alpenraum» aufzubauen und den Teil «Risikomanagement» zu erweitern.
Quellen / Literatur:
UW 72, 16.9.2006
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Dienstag, 12. September 2006
Urner Regierungsrat - Ja, wenn Gemeinden einen Naturpark wollen
Wenn die Gemeinden wollen, dann will auch der Regierungsrat einen Naturpark Uri. Das geht aus der Antwort auf die Interpellation von Landrat Philipp Sicher (FDP), Gurtnellen, hervor. Aber auf Uri lastet die verworfene Idee eines Nationalparkes, und es warten über 30 Parkprojekte in der Schweiz - auch in unmittelbarer Nachbarschaft - auf weitere Schritte.
Der Regierungsrat erinnert in seiner Antwort an die Idee zur Schaffung eines Nationalparks in Uri, die bei der betroffenen Bevölkerung auf Ablehnung gestossen sei. Sollten nun Gemeinden klar Ja zu einem Naturpark Uri sagen, würde sie der Regierungsrat unterstützen. Denn für ihn ist gewiss: «Von einem Parkprojekt könnte Uri imagemässig profitieren.» Ein Park, sei es ein regionaler Naturpark oder gar ein Nationalpark, könnte für den Tourismus in Uri, aber auch für andere Wirtschaftszweige einen erheblichen Imagegewinn bedeuten.
«Wertschöpfungsstudien, welche in bestehenden Pärken gemacht wurden, zeigen auf, dass insbesondere die Bereiche Tourismus und Landwirtschaft, aber auch gewisse Kleinbetriebe vom Park wirtschaftlich direkt profitieren», schreibt der Regierungsrat. «Einerseits ziehen Natur- und Nationalpärke vermehrt Touristen und Touristinnen an. Anderseits benötigen die naturnahe Kulturlandschaft, aber auch gewisse Naturschutzgebiete innerhalb dieser Pärke längerfristig eine regelmässige Nutzung, die sinnvollerweise weiterhin durch die Land- und Forstwirtschaft sichergestellt würde. Gerade in der heutigen Zeit, wo die Bergregionen unter einem hohen wirtschaftlichen Druck stehen, könnten solche zusätzlichen Arbeiten zu einem wichtigen Zusatzeinkommen führen.»
Natur- und Nationalpärke hätten aber nicht von sich aus eine höhere Wertschöpfung zur Folge. Der Regierungsrat ist aber überzeugt, dass mit einem möglichst exklusiven Label mit entsprechenden Inhalten die erhoffte Wertschöpfung generiert werden könnte. Ein Urner Parkprojekt müsste auch möglichst einmalig in der Schweiz sein oder gegenüber den Konkurrenzprojekten spezielle exklusive Angebote bieten.
Der Regierungsrat ist grundsätzlich bereit, Gemeinden in ihren Bemühungen zu unterstützen, einen Naturpark zu realisieren. Er denkt vor allem an die fachliche Unterstützung. Was die Mitfinanzierung von Parkprojekten betreffe, bestehe die Möglichkeit der Subventionierung von Machbarkeitsstudien im Rahmen des ordentlichen Budgets. Der Regierungsrat erwartet, dass die Gemeinden hinsichtlich solcher Projekte eine Zusammenarbeit anstreben. Keine Aussagen macht er derzeit zur Mitfinanzierung der Betriebsphase von Natur- und Nationalpärken im Kanton Uri.
Bei den regionalen Naturparkprojekten ist ein grosser Konkurrenzkampf im Gang. Über 30 Parkprojekte sind derzeit in Bearbeitung. Einige davon befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kanton Uri. Einzelne Parks wie beispielsweise der Parc Ela in Graubünden oder der Naturpark Pfynwald im Wallis sind bereits anerkannt. Der Bund kennt bis heute keinen Zeithorizont für das Einreichen von Parkprojekten, damit die Regionen überhaupt von den Bundesgeldern profitieren können. Bis heute ist auch nicht definitiv geklärt, ob der Bund überhaupt und unter welchen Bedingungen er Bundesbeiträge an Parkprojekte ausrichten wird. «Die vorgesehenen Finanzmittel des Bundes in der Grössenordnung von 10 Millionen Franken werden sicher nicht ausreichen, um alle Parkprojekte unterstützen zu können», betont der Urner Regierungsrat. Das Geld müsse für die neuen Nationalpärke, die Naturpärke und die Naturerlebnispärke ausreichen. «Somit werden nur wenige Projekte vom Bundesgeld profitieren.» Daher ist es nach Auffassung des Regierungsrats angezeigt, möglichst rasch die Parkprojektidee in Uri weiterzuverfolgen. «Wird ein Naturpark angestrebt, sind in erster Linie die Gemeinden gefordert.»
Quellen / Literatur:
UW 72, 16.9.2006
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DAS HEUTIGE DATUM
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