Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag
Mittwoch, 1. Juni 2005
Projektkoordinator für die NFA
Michael Meier aus Altdorf tritt die Stelle als interner Projektkoordinator für die NFA-Umsetzung im Kanton Uri an. Das Teilzeitarbeitsverhältnis ist bis zum 31. Dezember 2007 befristet.
Quellen / Literatur:
UW 34, 4.5.2005
-------------------------
|
Mittwoch, 1. Juni 2005
Skipass Gotthard Oberalp Arena: Die gemeinsame Sache von Sedrun und Andermatt
Der Konkurrenzkampf unter den europäischen Wintersportregionen ist enorm, so geraten auch die Schweizer Wintersportorte immer mehr unter Druck. Um weiterhin am Markt erfolgreich zu sein, müssen neue und vor allem innovative Wege gegangen werden. Die Andermatt Gotthard Sportbahnen AG und die Sedrun Bergbahnen AG bieten daher ab der nächsten Wintersaison den gemeinsamen Skipass Gotthard Oberalp Arena an.
Stagnierende Umsätze, steigende Kosten, verschärfte Konkurrenzsituation in Frankreich und Österreich. Die Schweizer Wintersportgebiete sind herausgefordert und gezwungen, etwas zu unternehmen. Peter Furger, Verwaltungsratspräsident der Sedrun Bergbahnen AG, ist auch selbstkritisch: «Wir haben in den Schweizer Skigebieten die Professionalisierung vergessen. Wir haben unsere Strukturen nicht angepasst und Kirchturmpolitik betrieben.»
Tarifverbund in zwei Monaten verwirklicht
Am 29. März sassen die Verantwortlichen von zwei Skigebieten zusammen, und zwei Monate später können sie einen kleinen, aber wichtigen Schritt über drei Kantone hinweg bekannt geben. Sie setzen damit ein klares Signal. Am Mittwoch, 1. Juni, liessen sie auf dem Oberalppass die Katze aus dem Sack und zeigten das gemeinsame Logo des neuen Skipasses.
Ab der Wintersaison 2005/06 offerieren die Bergbahnunternehmungen des Urserntals (Andermatt-Gemsstock, Winterhorn und Realp) und die Sedrun Bergbahnen einen gemeinsamen Skipass. Eine Tageskarte wird 53, ein Saisonabonnement 715 Franken kosten. Damit wird den Gästen ein umfangreiches und attraktives Angebot zwischen dem Urserntal, dem Oberalppass und Sedrun zugänglich gemacht. 130 Kilometer Pisten, 25 Anlagen, drei Schlittelbahnen und -wege, zwei Snowparks und extreme Freeridergebiete sind nur einige Highlights des neuen Tarifverbundes.
Schritt zur Fusion?
Beide Bergbahnunternehmen werden ihre Selbstständigkeit beibehalten, ein späterer Zusammenschluss ist jedoch nicht ausgeschlossen. «Um eine attraktive Wintersportregion zu sein, ist eine optimal aufeinander abgestimmte Infrastruktur von höchster Bedeutung. Da ist der Skipass Gotthard Oberalp Arena nur der Anfang einer permanenten Weiterentwicklung unserer Angebote», erklärt Karl Danioth, der Verwaltungsratspräsident der Andermatt Gotthard Sportbahnen AG.
Zusammen mit der Matterhorn Gotthard Bahn
Alle Skipässe und die Saisonabonnemente sind auch auf der Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) zwischen Disentis und Andermatt, zwischen Göschenen und Andermatt sowie zwischen Realp und Niederwald gültig.
Die Region Ursern und Sedrun Oberalp ist eine Wintersportregion für all jene, die Spass am Schneesport wie Skifahren, Boarden oder Schlitteln haben, aber auch für jene, die einfach nur die herrlichen Winterlandschaften geniessen wollen. «Bei uns sind die Jungen, Familien, Senioren und Gruppen herzlich willkommen. Wir sehen uns als Allround-Wintersportregion für jeden Geschmack und für jedes Portmonee», sagt Peter Furger.
Vision Porta Alpina
Für die Wintersportregionen sind schnelle Verkehrsverbindungen wichtig. Gerade Tagesgäste schätzen schnelle Wege bis zu den Skipisten. Porta Alpina heisst die Vision. Die Nothalte- und Multifunktionsstelle des Gotthard-Basistunnels in Sedrun soll zu einem regulären Bahnhof ausgestaltet werden, und mit einem 800 Meter langen Lift könnte Sedrun und die Surselva erschlossen werden. Dadurch würde die Region direkt mit dem europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz verbunden. Die Bündner Regierung und das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) befürworten dieses Projekt.
Ohne Bergbahnen Disentis AG
An einer ausserordentlichen GV vom 29. Oktober 2004 hatten die Aktionäre der Sedrun Bergbahnen AG dem Verwaltungsrat ein Mandat für weitere Fusionsverhandlungen mit den Bergbahnen Disentis AG erteilt. In der Folge haben mehrere Verhandlungsrunden zwischen dem Verwaltungsrat der Sedrun Bergbahnen AG und der Mehrheitsaktionärin der Bergbahnen Disentis AG, den Arenbergischen Gesellschaften mit Sitz in Düsseldorf, stattgefunden.
In diesen Verhandlungen seien grundsätzliche Synergiegewinne beidseitig anerkannt worden, erklärt Peter Furger. «Es zeigten sich jedoch im Laufe der Verhandlungen grundlegende unterschiedliche Auffassungen über die Strategie sowie die Investitionsprioritäten eines fusionierten Unternehmens. Als notwendige Gegenleistung für eine von den Arenbergischen Gesellschaften für ihr Mehrheitspaket an der Bergbahnen Disentis AG gefordeten absoluten Aktienmehrheit in der neu fusionierten Unternehmung haben die Sedrun Bergbahnen AG einen Masterplan ‘Bestandesgarantie’ vorgelegt. Damit hätte die Zukunft des Skigebietes Sedrun Oberalp sichergestellt werden sollen. Das ist eine absolut notwendige Voraussetzung, da die Aktionäre der Sedrun Bergbahnen AG in der neuen Gesellschaft als Folge der Bedingung der Arenbergischen Gesellschaft nur noch eine Minderheitsbeteiligung gehabt hätten. Es bestanden aber auch wesentliche Differenzen in Bezug auf die zu erwartenden Synergieeffekte. Auch bezüglich der künftigen Strategie und Investitionsvorhaben herrschten unterschiedliche Auffassungen. Im Fall einer Fusion unter den damit gefordeten absoluten Aktienmehrheit durch die Arenbergische Gesellschaften hätten die Gemeinde Tujetsch, die einheimische Bevölkerung und die jetzigen Aktionärinnen und Aktionäre in der neuen Gesellschaft kein Bestimmungsrecht mehr. Somit hätten sie faktisch auch keinen direkten Einfluss auf die Strategie, die Skigebiets- und Investitionsplanung sowie auf die Betriebszeiten der neuen Gesellschaft.» Unter diesen Umständen ist für den Verwaltungsrat der Sedrun Bergbahnen AG die politische Machbarkeit in Frage gestellt, und weitere Fusionsverhandlungen waren nicht mehr erfolgversprechend. Demnach sind die Fusionsverhandlungen vorläufig sistiert worden.
Quellen / Literatur:
UW 43, 4.6.2005
-------------------------
|
|
DAS HEUTIGE DATUM
|