Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag
Montag, 2. Juni 2008
Eröffnung der Legislaturperiode
Landammann Isidor Baumann war es vorbehalten, die erste Landratssitzung der neuen Legislatur zu eröffnen und die Wahl der Ratspräsidentin vorzunehmen. Als «ständige Begleiter» während der 31. Legislaturperiode wünscht er allen Gewählten «Sachverstand, guten Willen, Loyalität und Glück». Erfolg in der Politik setze Mehrheiten voraus. «Tragfähige Mehrheiten verlangen aber von allen Beteiligten Verständnis und Einsicht für die Anliegen und Ansichten der Gegenseite, und das unbefangen von Partei-, Berufs- und Einzelinteressen», so Isidor Baumann. Dem verfassungsmässigen Auftrag entsprechend müssten Parlament und Regierungsrat «als verlässliche und ergänzende Partner die Verantwortung wahrnehmen». Als Motto der Legislatur definierte der neue Landammann: «Respekt vor unseren Mitmenschen und unserem Auftrag.» Er ermutigte zum «Bewahren, wenn das Bestehende wirklich besser ist, und zum Verändern, damit wir nicht abgehängt werden». Weiter forderte er auf, auch dann mutig Nein zu sagen, wenn ein Ja vielleicht kurzfristig applausträchtiger wäre.
Quellen / Literatur:
UW 43, 4.6.2008
-------------------------
|
Montag, 2. Juni 2008
Legislaturstart - Toleranz im Umgang mit Andersdenkenden
Die Urner Grünen freuen sich, mit Annalise Russi erstmals in der Geschichte eine Landratspräsidentin stellen zu können. Fraktionskollege Armin Braunwalder betont vor ihrer Wahl: «Gerechtigkeit, Solidarität, Achtung der Menschenwürde und der Natur sind für Annalise Russi Werte von zentraler Bedeutung. Sie verfügt über jene Fähigkeiten, die politische Lösungen erst ermöglichen: Sie kann zuhören und ist kompromissfähig.» Genau diese Werte thematisiert die neu gewählte Landratspräsidentin auch in ihrer ersten Rede im Landratssaal. «Was Sie von mir als Landratspräsidentin erwarten können, ist: eine effiziente und umsichtige Leitung der Sessionen, gut vorbereitet und strukturiert; möglichst ausgewogene Traktandenlisten; die Überwachung, dass unsere Geschäftsordnung eingehalten wird; offene Ohren für Ihre Fraktionsanliegen oder Anliegen, die den Gesamtrat betreffen und gleiche Behandlung aller Landrätinnen und Landräte.» Im Gegenzug erwartet die Ratspräsidentin von den Landrätinnen und Landräten Respekt im Umgang miteinander und gegenseitige Toleranz, was für Annalise Russi gleichbedeutend ist mit der Fähigkeit, «andere zu verstehen und sie im Anderssein zu akzeptieren». Mit einem Zitat des deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche schloss die neu gewählte Landratspräsidentin ihre Eröffnungsrede: «Man verdirbt einen Jüngling am sichersten, wenn man ihn verleitet, den Gleichdenkenden höher zu achten als den Andersdenkenden.»
Am späteren Montagnachmittag erklingen dann auf dem Winkelplatz in Altdorf Alphornklänge. Im Mehrzweckgebäude werden die geladenen Gäste mit volkstümlicher Musik des Frauenschuh-Quartetts empfangen. Lucia Lauener moderiert. Freundinnen und Freunde singen zu späterer Stunde in der Tracht des Kantons Uri das Lied «Dankbarkeit». Familienmitglieder, Wander-, Jass-, Tanz- und Ferien-«Gspääntli» geben ein musikalisches Ständchen. Die Stimmung wächst mit dem Lied «Über den Wolken» von Reinhard Mey. Bärti und Bärti Denier mit Seppi Nell singen «Zoogä-n-am Boogä», und die Gäste singen wieder mit. Kathrin Möhl und Annalise Russi überreichen namens der vier Landratsfraktionen Geschenke, Rebschnur, Sonnenbrille, vier Karabiner … und eine Einladung zu einer Tour mit einem Bergführer. Barbara Bär, die Gemeindepräsidentin von Altdorf, und Korporationspräsident Anton Arnold gratulieren. Dazwischen servieren Männer in Gelb-Schwarz sehr aufmerksam drei verschiedene Menüs, vegetarisch, die «Fraktions-Teigwaren» mit roter und grüner Sauce, Risotto ai Funghi und Chili con Verdura, Wasser und Wein, Kaffee und Schnaps, Pastete, «Biiräweggä» und Krapfen. Zum Ausklang der Feier lädt die neue Urner Landratspräsidentin Annalise Russi zur Salsa-Stunde und zum Salsa-Tanz ein.
Quellen / Literatur:
UW 43, 4.6.2008
-------------------------
|
|
DAS HEUTIGE DATUM
|