Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag
Donnerstag, 4. Juni 2020
Runder Tisch bringt keine Einigung zum geplanten Kreisel
Die IG WOV für alle will, dass ihr Vorschlag eines vierarmigen Kreisels beim Knoten Schächen weiterverfolgt wird. Der Kanton erachtet den politischen Prozess in dieser Frage hingegen für abgeschlossen. Die «IG WOV für alle», fordert, dass auch die Gotthardstrasse direkt über den Kreisel erschlossen wird und nicht über die Dorfstrasse. Auf Einladung des Schattdorfer Gemeinderats findet nun in der Aula Gräwimatt ein runder Tisch mit den Mitgliedern der IG WOV für alle, Vertretern des Kantons und den Schattdorfer Landrätinnen und Landräten statt. IG-Sprecher Iwan Deplazes legt zu Beginn der zweistündigen Veranstaltung, die in sachlichem Ton über die Bühne geht, noch einmal die Gründe für die Petition dar. Die IG stelle weder die WOV noch das Abstimmungsresultat vom Oktober 2015 noch das Gesamtverkehrskonzept von Schattdorf infrage, vielmehr gehe es ihr um die geplante Linienführung beim Knoten Schächen. Ein vierarmiger Kreisel sei deutlich sicherer und führe letztlich auch zu einem deutlich flüssigeren Verkehr.
Baudirektor Roger Nager und Peter Vorwerk vom Amt für Tiefbau, welche für den Kanton am runden Tisch teilnehmen, weisen den Vorwurf der mangelnden Information vehement zurück. Peter Vorwerk weist unter anderem darauf hin, dass im September 2014 eine zweiwöchige Ausstellung zur WOV in Schattdorf stattfand. Der Gemeinderat steht hinter der geplanten Variante.
Die IG WOV für alle verlangt, dass ihre Petition an der Gemeindeversammlung vom 18. September traktandiert wird. Bei der geplanten Kreiselsanierung am Knoten Schächen handle es sich um eine normale Knotensanierung und somit nicht um ein Projekt, das einer Volksabstimmung bedürfe, entgegnet Roger Nager. Man dürfe bei der ganzen Diskussion den Gesamtkontext nicht aus den Augen verlieren, mahnt der Baudirektor. Der geplante Kreisel Schächen sei ein zentrales Element eines zusammenhängenden Verkehrssystems, das schlussendlich nur funktioniere, wenn alle Komponenten ineinandergreifen würden: «Jetzt kurz vor der Ziellinie abbrechen, wäre ein Unding. Und es ginge irgendwo auch gegen Treu und Glauben.» Die zugesagte Unterstützung des Bundes von 9 Millionen Franken entfalle, wenn die WOV nicht fristgerecht umgesetzt werde, gab der Baudirektor weiter zu bedenken. Zudem habe der Landrat den Verkehrsplan zur Kenntnis genommen, der dem kantonalen Richtplan zugrunde liege und vom Bundesrat bewilligt worden sei. Den abgeschlossenen politischen Prozess jetzt noch einmal neu zu diskutieren und zu planen, sei für den Kanton daher kein Thema, so Roger Nager: «Wir können doch jetzt mit der Planung nicht wieder bei null anfangen!»
Quellen / Literatur:
UW 45, 06.06.2020, S. 5.
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