Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag
Samstag, 8. Juni 1799
Österreichische Truppen im Reusstal
Die „Kaiserlichen“ erreichen mit ihren Vorposten die Trümmerhaufen Altdorfs. In den folgenden zwei Tagen setzt sich das Gros der österreichischen Brigade im unteren Reusstal fest. Die beiden feindlichen Heere teilten sich den Kanton Waldstätten. Die Franzosen liegen in Unterwalden und Zug. Die Gemeinden Bauen und Seelisberg bleiben weiterhin von den Franzosen besetzt. Die Österreicher halten Schwyz, Einsiedeln und Uri. Die Gesamtstärke der im Urner Reusstal stehenden österreichischen Truppen beläuft sich während der Monate Juni und Juli auf ungefähr 4500 Mann (7 Bataillone Infanterie und 175 Dragoner). Ihr Kommandant ist Generalmajor Graf von Bey .
Auch die Talschaft Ursern hat in diesen Monaten unter einer starken Besatzung zu leiden. In den ersten Tagen nach dem österreichischen Einmarsch halten sich bis zu 10'000 Soldaten in dem kleinen Tal auf. In der Folgezeit werden sie auf 2500 Mann abgebaut.
Das Urner Volk verhält sich beim Einmarsch der österreichischen Truppen teilnahmslos. Die von den Offizieren erwartete allgemeine Volkserhebung bleibt aus. Für die Urner kommen die kaiserlichen Truppen zu spät; ihr frühzeitiger Aufstand war blutig niedergeschlagen worden. Das erlebte Elend des Krieges schreckte sie von jeder bewaffneten Teilnahme ab. Auch die wenig überzeugende Art, mit der die verlumpten und hungernden österreichischen Soldaten gegen die Franzosen gekämpft haben, macht ein enges Zusammengehen mit den Kaiserlichen nicht ratsam.
Quellen / Literatur:
Arnold, Helvetik, S. 152 f.
-------------------------
|
|
DAS HEUTIGE DATUM
|