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Montag, 8. Juni 2026

Mittwoch, 8. Juni 2016
Das älteste Urner Holzhaus in Flüelen gefunden
Bis zum heutigen Zeitpunkt galt das Wohnhaus Buchholz in der Gemeinde Seelisberg mit dem dendrodatierten Baujahr von 1340/43 als das älteste Holzhaus im Kanton Uri. Laufende Bauuntersuchungen im ehemaligen Gasthaus Ochsen in Flüelen zeigen jetzt, dass dieser Ursprungsbau aus dem Jahre 1327 stammt. Mit der Erschliessung des Gotthards für den Warenverkehr erhielt Flüelen um 1200 die Bedeutung einer Hauptstation auf der Gotthardroute. Die gleichzeitige Einrichtung einer Reichszollstätte deutet darauf hin, dass bereits damals eine beträchtliche Menge an Gütern in Flüelen umgeschlagen wurde. Aufgrund der Quellenlage ist anzunehmen, dass im 14. Jahrhundert eine stattliche Anzahl von Gaststätten vorhanden war, welche die Händler und Transporteure als Übernachtungsorte nutzten. Der ehemalige Gasthof Ochsen dürfte eines dieser bedeutenden Gasthäuser gewesen sein. Bis anhin wurde aufgrund der Akten angenommen, dass der «Ochsen» im 16. Jahrhundert erbaut worden ist. Nach dem Entfernen der modernen Wandverkleidungen sowie nach dem Freilegen der Kernbauten ergaben neuste bauarchäologische Erkenntnisse, gestützt auf eine dendrochronologische Analyse (Holzaltersbestimmung aufgrund der Jahrringe), dass das Gebäude Teile von zwei Blockbauten birgt, welche im Jahre 1327 beziehungsweise 1330 errichtet worden sind. Diese beiden Einzelbauten, die durch ihre ausserordentlich qualitätsvolle Zimmermannsarbeit überzeugen, waren um 1350 auf einem immensen, den heutigen Grundriss (15 x 21 Meter) einnehmenden Balkenrost, zu einer stattlichen Gesamtanlage zusammengefügt worden. Heute würde man dies als «Hotelanlage» bezeichnen. Ein Anfang des 17. Jahrhunderts erfolgter massiver Umbau gab dem Gebäude seine heutige stattliche Gestalt. Beeindruckend ist vor allem der strassenseitig gelegene Saal im 1. Obergeschoss. Nicht nur die immense Dimension des Saales mit einer Fläche von 6 x 9 Metern und einer Raumhöhe von 2,6 Metern, sondern auch die immobile und mobile Ausgestaltung ist beeindruckend: Die massive Balken-Bohlendecke mit Scheibendekor ebenso wie die zahlreichen kolorierten Druckgraphiken. Gleichzeitig sind zahlreiche Zeugnisse der mittelalterlichen Volksfrömmigkeit, wie auch des mittelalterlichen Aberglaubens zutage getreten: Geisterbanndübel, ein in einen Schwundriss gelegter Angelhaken und verpflöckte Mensch- und Tierhaare sollten böse Geister oder unliebsame «arme Seelen» vom Hause fernhalten. Die Untersuchungen zum Gebäude sind noch nicht abgeschlossen; derzeit werden diese in einen gesamtwissenschaftlichen Zusammenhang gestellt.
Quellen / Literatur: UW 45, 8.6.2016, S. 26

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Mittwoch, 8. Juni 2016
Feierlicher Einzug in die neue Legislatur
Landweibel und Regierungsrat führen zum Legislaturstart der Urner Politik die traditionelle Prozession in die Kirche St. Martin an. Dort werden sowohl Regierung wie auch Landrat für die Legislaturperiode 2016 bis 2020 – die 33. insgesamt – vereidigt. 65 Jahre nach ihrem Grossvater wird Frieda Steffen (CVP, Andermatt) einstimmig zur neuen Landratspräsidentin gewählt. «Als Ratspräsidentin dürfen Sie von mir erwarten, dass ich eine aufmerksame, fürsorgliche und vorausschauende Hirtin sein werde», sagt die «höchste Urnerin» in ihrer Antrittsrede. Wie gute Hirten müssten auch die Politiker «viel Zeit verbringen mit Hinsehen, Beobachten und Nachdenken. Die Mitglieder des Landrats müssten sich der Sorgen und Nöte aller – von der Bevölkerung über die Gemeinden bis hin zu den Schulen und Kirchen – bewusst werden und bei der Suche nach Lösungen mit den ihnen zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln das Maximum herausholen. Dabei dürfe niemand zurückgelassen werden, betont Frieda Steffen, die das Amt der Landratspräsidentin als sechste Frau und erste Bäuerin ausübt. Es liege ihr sehr am Herzen, dass der Landrat und die Regierung Lösungen gemeinsam fänden. «Nur miteinander kommen wir weiter.» Zum Vizepräsidenten wird der bisherige erste Stimmenzähler Christoph Schillig (SP/Grüne, Flüelen) gewält. Auf ihn folgt Peter Tresch (FDP, Göschenen), der bisher als zweiter Stimmenzähler amtete. Als zweiter Stimmenzähler neu in die Ratsleitung gewählt wird der Altdorfer Pascal Blöchlinger. Damit sind alle vier Fraktionen im Landratsbüro vertreten.
Quellen / Literatur: UW 46, 11.6.2016, S. 1 ff.

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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 20.09.2021