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Dienstag, 17. März 2026

Montag, 17. März 2008
Irische Geschichte in der «Teufelsschlucht»
Vor genau 400 Jahren, bei rauen Wetterverhältnissen, überquerten Iren die Teufelsbrücke. Am vergangenen 17. März taten sie es erneut. Ein eisiger Wind weht in der «Teufelsschlucht» in Andermatt. Schneefall und Nebel verursachen zusätzlich eine mystische Stimmung. Dann sieht man sie kommen. Eine irische Delegation marschiert mit Fahnen, einem Dudelsackspieler, Trommlern und in farbenfrohen Kleidern über die Teufelsbrücke. Eine Szene, die sich vor 400 Jahren genau so abgespielt haben könnte. Damals reisten die letzten gälischen Ulster Lords aus Irland auf ihrer Flucht ins Exil durch die Schweiz. Brücke zwischen Irland und Europa Die Iren feierten am vergangenen Montag, 17. März, ihren Nationalfeiertag, den St. Patrick’s Day. Eine irische Delegation zelebrierte zudem die Gotthardüberquerung ihrer Vorfahren, die vor genau 400 Jahren stattfand. Die letzten irischen Grafen, genannt Ulster Lords, überquerten am 17. März 1608 die Teufelsbrücke in Andermatt. Die irische Botschaft in der Schweiz organisierte zu diesem Jubiläum eine grosse Erinnerungsfeier in Andermatt. Mit einer symbolischen Überquerung der Teufelsbrücke wurde die Feier eröffnet. «Eine Brücke zwischen Irland und Europa», wie sie vom irischen Botschafter James A. Sharkey bei seiner Ansprache auf der Teufelsbrücke genannt wurde. Nobelpreisträger hatte Unfall In der Kirche Sankt Peter und Paul wurde nach der Überquerung der Teufelsbrücke eine Messe mit irischem Gesang zelebriert. Danach enthüllte der irische Botschafter ein Denkmal vor der Kolumbanskirche in Andermatt. Dies hätte eigentlich Friedensnobelpreisträger John Hume tun sollen, doch er hatte vor Kurzem einen Unfall in Irland und war daher verhindert. «Es scheint mir, hier an diesem besonderen Ort, dass ich den grössten Teil meines Lebens damit verbrachte, Brücken zwischen Irland und Europa zu stärken», zitierte der Botschafter aus der Rede von John Hume. «Hiermit eröffne ich das Denkmal einerseits zur Erinnerung an die Durchreise der Iren und andererseits für eine neue Phase der Beziehung zwischen Irland und der Schweiz und zwischen Irland und Europa.» In gälischer Sprache steht auf dem Denkmal geschrieben: «Eine Brücke zwischen Irland und Europa.» Nach weiteren Ansprachen ging die Feier in der Mehrzweckhalle in Andermatt weiter. Am Abend spielte die bekannte irische Theatergruppe Ouroboros das Stück «Making History» von Brian Friel in englischer Sprache im Tellspielhaus in Altdorf. Verlorener Schatz des Gotthards Im März 1608 reisten die Ulster Lords auf ihrer Flucht nach Rom durch die Schweiz. Dabei überquerten sie am 17. März die Teufelsbrücke. Die Geschichte erzählt, dass an jenem verschneiten Tag kurz vor der Brücke ein mit Geld beladenes Pferd abstürzte. Das Pferd konnte gerettet werden, doch das Geld wurde nie gefunden. «The Flight of the Earls» wie diese Reise später genannt wurde, war ein Wendepunkt in der irischen und anglo-irischen Geschichte. Urschner Handwerk Das irische Denkmal wurde von «Urschner» Händen gefertigt: vom Steinhauer Gedeon Regli, der mit seinem Vater in Hospental die Firma Gotthardserpentin- und Specksteinwerke Ursern betreibt. Das Denkmal besteht aus Serpentin aus dem Gotthardgebiet und wurde in mehreren Wochen Arbeit für die Feier gefertigt. Den Auftrag hatte er von der irischen Botschaft erhalten.
Quellen / Literatur: UW 21, 19.3.2008

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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 20.09.2021