Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag
Donnerstag, 19. Januar 1933
Arbeitslose im Landrat
Den Verhandlungen des Landrats hören auch 30 junge Arbeitslose aufmerksam zu. Im "Urner Wochenblatt" fragt sich ein Einsender, ob dieser Auftritt nötig war: "Ist der Arbeitslosenlärm in unserem Lande nicht ein wenig Mache und für gewisse Herren ein Mittel, politisch zu profitieren?" In das gleiche Horn bläst das "Vaterland": Zwischen arbeitslos, scheinarbeitslos und arbeitsscheu könne auch ein Urner Landrat unterscheiden. Wenn ein Urner Bergbauer seine mehrköpfige Familie ohne Winterhilfe durchzuhalten vermöge, so sollen auch Bundesangestellte mit 600-700 Franken Monatsgehalt einen einzigen Sohn zwei bis drei Monate - ohne staatliche Hilfe - durchzuhalten imstande sein. Sozialdemokrat Eduard Schnurrenberger hatte in der vorletzten Sitzung im Landrat eine Winterhilfe an die Ganz- und Teilabreitslose beantragt, fand im Parlament jedoch keine Gnade.
Quellen / Literatur:
UW 3, 21.1.1933; UW 4, 28.1.1933
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DAS HEUTIGE DATUM
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