Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag
Dienstag, 20. Mai 1884
Die Flüeler Musikanten organisieren sich
Bei der zweiten Probe der Flüeler Musikanten präsentiert Musiklehrer Fassbind die Kostenrechnung: Eine Probe, die von 20 Uhr bis 23.30 Uhr dauert, sollt drei Franken kosten. Man handelt mit dem Musiklehrer noch aus, dass er im Rahmen dieses Entgelts sechs Tänze zu schreiben habe. Die Versammlung wählt auch gleich einen Vorstand, bestehend aus einem Präsidenten und einem Aktuar. Für das Amt des Präsidenten wird ein Drittel der Anwesenden vorgeschlagen und schliesslich einstimmig Rudolf Hegner, Negotiant, gewählt. Der gelernte Seiler betreibt in Flüelen ein Haushaltwarengeschäft. Als Aktuar beliebt Hausherr Franz Müller, und Heinrich Ziegler wird auserkoren, Statuten auszuarbeiten. Als Eintrittsgebühr in den Verein schlägt der Präsident 3 Franken vor. Da für einige Anwesende der Beitrag zu hoch ist und diese mit dem Fernbleiben drohen, wird der Beitrag auf 1 Franken festgesetzt. Die Opposition gegen den hohen Mitgliederbetrag ist verständlich, da ein Fabrikarbeiter im ausgehenden 19. Jahrhundert zwischen 35 und 40 Rappen in der Stunde verdient. Einem Mitglied musste in der Folge mitgeteilt werden, dass er wegen «Schwatzhaftigkeit und schlechtem Zahlen» im Kreise der Musikanten nicht mehr mittun könne. Im September werden die Statuten beraten und genehmigt. Nun ist man ein Verein und darf an eine erste Produktion des musikalischen Könnens denken.
Quellen / Literatur:
StAUR P-121/128-2 (1); Gisler-Jauch Rolf, 100 Jahre Musikverein Flüelen, S. 7 f.
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DAS HEUTIGE DATUM
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