Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag
Sonntag, 20. Mai 2007
Korporationsgemeinde Ursern - Erstmals eine Frau zum Talweibel gewählt
Barbara Huber-Simmen wird erste Frau Talweibel der Korporation Ursern. Beim Tourismusprojekt spielt die Korporation eine zentrale Rolle. Für hitzige Diskussion sorgte einmal mehr die Nutzung des Wassers.
Im Ring zu Hospental durfte Talammann Columban Russi am Sonntag, 20. Mai, zahlreiche Korporationsbürgerinnen- und Bürger willkommen heissen. Bei prächtigem Wetter fanden sich auch zahlreiche Gäste ein. Unter ihnen waren Nationalrätin Gabi Huber, Regierungsrätin Heidi Z’graggen mit ihrem Ratskollegen Isidor Baumann, Landratspräsident Arthur Zwyssig, sowie Skilegende Bernhard Russi. Die Korporation Ursern zählt heute 579 stimmberechtigte Mitglieder, davon 381 aus Andermatt, 100 aus Realp und 98 aus Hospental. Talamann Columban Russi konnte auf ein intensives erstes Amtsjahr zurückblicken. Es gab über 48 Sachgeschäfte zu befinden. «Die Korporation Ursern spielt beim Tourismusprojekt der Firma Orascom eine wichtige Rolle, wenn nicht sogar die Wichtigste», sagte Columban Russi an der Talgemeinde vom Samstag, 21. Mai.
Erste Frau Talweibel
Bevor mit der Beratung der eigentlichen Geschäfte begonnen werden konnte, musste für den zurückgetretenen Talweibel Hans Nager-Regli ein Ersatz gewählt werden. Als Nachfolgerin schlug der Talrat Barbara Huber-Simmen aus Andermatt vor, welche mit grossem Applaus gewählt wurde. Talamann Columban Russi hatte nun ein nicht alltägliches Problem: Heisst es «Talweibelin» oder «Talweibel», wenn eine Frau dieses Amt innehat. Die Rechtsgelehrten machten es sich einfach: «Beides sei richtig». «Deshalb wird künftig Barbara Huber-Simmen als Talweibel angesprochen», sagte Columban Russi. Ebenfalls die Demission eingereicht hatte aus beruflichen Gründen Talrat Markus Christen. An seiner Stelle wählten die Talbürgerinnen und -bürger den 36-jährigen René Russi aus Andermatt.
Leichter Überschuss verzeichnet
Die Korporation Ursern verzeichnet in ihrer Rechnung einen Ertragsüberschuss der Verwaltungsrechnung von 1'649 Franken, sagte Säckelmeister Anton Simmen. Dies bei einem Aufwand von 743'810 Franken und Einnahmen von 745'459 Franken. Das Budget für das kommende Jahr rechnet mit einem Überschuss von 1'600 Franken.
Verwaltungsratspräsident Herbert Danioth des Elekrizitätswerks Ursern sagte: «Am 1. Juni 2006 hat der Verwaltungsrat eine strategische Ausrichtung beschlossen, die unternehmerische Ziele sowie zukunftsgerichtete Punkte beinhaltet.» An der Talgemeinde stimmte der Souverän einem Kreditbegehren von 170'000 Franken für eine Projektstudie zur Wasserkraftnutzung der Witenwassern- und der Muttenreuss zu. Ein Kommissionsbericht soll die Grundlage bilden über die weitere Entwicklung des EW Ursern. «Das Geschäftsjahr 2006 sei insgesamt zufriedenstellend verlaufen», sagte Herbert Danioth. Es konnte ein Ertragsüberschuss von rund 640'000 Franken erzielt werden. Ein Grund des mässigen Überschusses sei der Mehraufwand beim Energiekauf gegenüber dem Vorjahr.
Wasser selber nutzen
Max Simmen und Erich Nager sind mit den Ideen des EW Ursern nicht einverstanden. «Es darf nicht sein, dass Wasser an andere Unternehmen verkauft wird und wir Urschner wieder teuren Strom einkaufen müssen», hiess es vonseiten der Gegner. Das EW Ursern soll künftig zwingend das Wasser selber nutzen, verlangten die beiden Sprecher. Talrat Alfred Russi sagte zu den Vorwürfen: «Gewisse Herren spielen sich als Experten auf! Wir Urschner sollten stolz sein, dass wir Miteigentümer eines florierenden Unternehmens sind.» Talamann Columban Russi, welcher die Talgemeinde souverän leitete, gab nach der Versammlung zu Protokoll, dass die Korporation verantwortlich sei, dass alles richtig läuft. In der heutigen Zeit mit den unzähligen Vorschriften sei es nicht leicht, ein Projekt zu realisieren. Die Vorwürfe einiger Intoleranter sei haltlos, weil ihre Zahlen nicht mehr dem heutigen Stand entsprechen.
Talrat steht hinter dem Tourismusresort
Talrat Hans Regli gab der Versammlung zu verstehen, dass der Talrat Ursern voll hinter dem Tourismusprojekt Orascom steht. Als Berater wurde alt Nationalrat Franz Steinegger beigezogen. In einem Antrag verlangt die Korporation die Kompetenzerteilung zum Abschluss von diversen Grundstückkauf- und Verkauf- sowie Dienstbarkeitsverträgen. Hans Regli betonte, dass dadurch der Korporation Ursern keine Kosten entstehen werden. Es sei vorgesehen, die diversen Landflächen im Baurecht oder Nutzungsrecht abzutreten.
Statthalter Alex Renner stellt ein Kreditbegehren von 65 000 Franken für die Korporation Ursern vor. Im Jahre 2010 wird die Talschaft Ursern ihr 600-Jahr-Bestehen feiern können. In einem Dokumentarfilm soll Vergangenheit und Gegenwart gezeigt werden. Dieses Zeitdokument stelle dar, was für ein gewaltiger Umbruch in dieser Zeit im Urserental geschehen sei, sagte der Statthalter der Versammlung. Dem Kreditbegehren stimmten die Stimmberechtigten einstimmig zu.
Kraftwerk Hospental wird saniert
Im August 2006 wurde anlässlich einer Routinekontrolle festgestellt, dass das Turbinenlaufrad in der 1977 gebauten Kraftwerkanlage Hospental Risse aufweist. Die Anlage musste un-verzüglich ausser Betrieb gesetzt und das vorhandene Ersatzlaufrad eingebaut werden. Dabei stellte sich zusätzlich heraus, dass auch die Lagerwelle tiefe Risse zeigte und nicht mehr zu gebrauchen war. Zurzeit darf die Anlage aus Sicherheitsgründen nur noch mit 40 Prozent belastet werden. Um das Kraftwerk Hospental wieder auf vollen Touren laufen zu lassen, stimmte der Talrat Ursern einem Nachtragskredit für die Beschaffung für die neuen Laufräder und die Lagerwelle von 830 000 Franken am 6. November 2006 zu.
Nun soll zusätzlich auch das gesamte Kraftwerk Hospenthal saniert, sowie die elektromechanischen Anlagen total erneuert werden. Dem Kreditbegehren von 1'820'000 Franken, von denen 830'000 bereits durch den Talrat bewilligt wurden, stimmten die Korporationsbürger einstimmig zu. Die Versicherung wird den Produktionsausfall von einem Jahr und 35 bis 40 Prozent der Kosten für die neuen Lagerwelle übernehmen.
Neue Vierersesselbahn
Die übrigen Geschäfte wurden allesamt einstimmig gutgeheissen. Die Familie Thomas und Brigitte Jörg-Sonvico bekam vom Talrat das Korporationsbürgerrecht zugesprochen. Zustimmung fanden auch die Ratifizierung des mit der Andermatt Gotthard Sportbahnen AG abgeschlossenen Konzessionsvertrages für eine neue Vierersesselbahn Gurschenalp-Lutersee, sowie die Ratifizierung des mit der Wegbaugenossenschaft Tätschstrasse, Realp, abgeschlossenen Konzessionsvertrages für die Strasse Tiefenbach-Gspenderhütte.
Quellen / Literatur:
UW 39, 23.5.2007, S. 3.
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Sonntag, 20. Mai 2007
Nationales Radrennen in Schattdorf
Beim Nationalen Radrennen in Schattdorf, das vor allem von Amateuren bestrittern wurde, müssen sich die Urner mit Mittelfeldplätzen zufriedengeben. Der 21-jährige Zürcher Marco Weilenmann holt sich den Tagessieg.
Quellen / Literatur:
UW 39, 23.5.2007, S. 23.
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DAS HEUTIGE DATUM
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