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Donnerstag, 23. April 2026

Mittwoch, 23. April 1924
Schweres Eisenbahnunglück in Bellinzona
Der Eisenbahnunfall von Bellinzona ist der Zusammenstoss zweier Schnellzüge der SBB um 2.30 Uhr beim Güterbahnhof San Paolo, 1,2 Kilometer nördlich des Bahnhofs Bellinzona. Unmittelbare Ursache des Unglücks ist das Überfahren eines geschlossenen Signals. Der Unfall fordert 15 Tote und 10 Schwerverletzte.
Der Zug 51b ist nach Norden unterwegs und mit den zwei Be 4/6 bespannt. Dahinter läuft ein Heizwagen, es folgen Personenwagen, darunter ein älterer badischer Wagen in Holzbauweise, der für seine Gasbeleuchtung in zwei Tanks unter dem Wagenboden 1,2 Kubikmeter Gas mitführt. Wegen der Osterfeiertage ist der Zug sehr stark besetzt. Die Reisenden sind international gemischt.
In der Gegenrichtung verkehrte der Zug Nr. 70 nach Mailand. Er war mit einer Be 4/6 und einer Be 4/7 als Vorspannlokomotive. Die Ursache des Unfalls liegt in einer unglücklichen Verkettung von mehreren Versäumnissen von den Bahnhofvorständen in Ambri-Piotta, Biasca und Bellinzona, dem Weichenwärter des Güterbahnhofs San Paolo sowie dem Lokführer des einen Zuges.
Durch die Wucht des Zusammenstosses werden die vier Lokomotiven und die Wagen der beiden Züge ineinander gestossen und stark beschädigt. Unmittelbar nach der Kollision entzündet sich Gas aus dem badischen Wagen des Zuges 51b, der in den davor eingereihten Heizwagen geschoben wurde. Die beiden Wagen und der nachfolgende italienische Wagen geraten in Brand.
Durch den Unfall kommen neun Reisende, fünf Eisenbahner – darunter der Lokomotivführer, der das geschlossene Signal überfahren hat – und ein blinder Passagier im Heizwagen von Zug 51b ums Leben. Unter den 15 Toten befindet sich auch der Erstfelder Lokomotivheizer August Schwarz (1884-1924). Der in Erstfeld wohnhafte Lokomotivführer Anselm Burg (1874-1939) überlebt das Unglück schwer verletzt.
Die meisten der getöteten Fahrgäste sassen im badischen Wagen mit Gasbeleuchtung, der nach Aussage des Kondukteurs mit 10 Personen besetzt war. Darunter befanden sich auch der ehemalige deutsche Vizekanzler und preussische Staatsminister Karl Helfferich und seine Mutter Auguste.

Quellen / Literatur: UW 17, 26.4.1924

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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 20.09.2021