Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag
Freitag, 23. Mai 1879
Der Plan der Bergumfahrung von Flüelen hat keine Chance auf Verwirklichung
Im Mai finden zwischen dem Gemeinderat Flüelen und einer Delegation des Bundesrates Verhandlungen statt. Demgemäss ist die projektierte Dammhöhe um 40 cm zu reduzieren. Der Hauptübergang ist zu verlegen und mindestens die Hälfte des Dorfbaches östlich der Bahnlinie durch einen Kanal zu leiten. Es wird auch beschlossen, das Aufnahmegebäude dorfwärts zu verlegen, allerdings unter der Voraussetzung, dass von der Dampfschiffgesellschaft und «deren Verbündeten» kein Anlass zu weiterer «Protestation» daraus hergeleitet werde. Falls das Aufnahmegebäude da belassen werde, wo es laut Plan zu stehen kommt, ist eine Passarelle für Fussgänger direkt gegen das Aufnahmegebäude hin zu erstellen. Es wird auch festgehalten, dass für die Verwirklichung des Planes der Herren Beckh und Gerwig, welcher den Interessen der Gemeinde Flüelen «gebührend Rechnung» trägt, «gar keine Hoffnung mehr vorhanden» sei. Von Seiten der Gemeinde werden die Chancen für eine dorfseitige Verlegung des Stationsgebäudes als sehr gering eingestuft, denn es ist gemäss dem Gemeinderat Flüelen «eine altbekannte Thatsache, dass die Dampfschiffsverwaltung in einer zu exclusiven Art und Weise einzig auf Forderung ihrer Sonderinteressen bedacht» sei, «ganz unbekümmert darum, dass denselben die gerechtfertigthen Wünsche einer ganzen blühenden Ortschaft geopfert» würden.»
Quellen / Literatur:
Schreiben des Gemeinderates Flüelen an den Regierungsrat des Kantons Uri vom 23.5.1879 (StAUR R-720-12/36); Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBl UR 1994/1995, S. 49.
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DAS HEUTIGE DATUM
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