Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag
Sonntag, 27. März 1927
Adolf Dätwyler führt Beschwerde wegen Friedhof Ordnung
Die mit 600 Mann besuchte Gemeindeversammlung von Altdorf nimmt mit einer Zweidrittelsmehrheit die neue Friedhofordnung an. Mit einer Zweidrittelsmehrheit wird beschlossen, dass der Einwohnergemeinderat Altdorf der katholischen Kirchgemeinde den neuen Friedhof endgültig als Eigentum abtritt, da er geweihtes Kirchengut sei. Der protestantischen Kirchgemeinde sei die Hälfte des untern, neuen Friedhofs endgültig zur Benützung zuzuweisen. Gegen diesen Entscheid führt Gemeindeverwalter und Unternehmer Beschwerde bis ans Bundesgericht. Er erblickt in dem Beschluss einen Verstoss gegen die Verfassungsgrundsätze, deren Zweck "die Verweltlichung des Begräbniswesens" sei. Die Zuteilung der Begräbnisplätze nach Konfessionen bedeute für die Protestanten Altdorfs eine Zurücksetzung und Kränkung, da diese bis jetzt "in ununterbrochener Reihenfolge" beerdigen konnten, jetzt dagegen kämen ihre Gräber in den hintersten Teil, um nicht zu sagen in einen Winkel des Friedhofs. Die Beschwerde wird schliesslich abgewiesen.
Quellen / Literatur:
UW 12, 21.3.1931
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DAS HEUTIGE DATUM
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