Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag
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Donnerstag, 29. Januar 2026
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Montag, 29. Januar 2007
Alarmierung der Bevölkerung - Uri macht den Quantensprung mit der Sirene
Nach Meinung von Sicherheitsdirektor Josef Dittli ist es ein Quantensprung, wenn künftig im Urnerland per Fernsteuerung Alarm ausgelöst werden kann. Ob und wie das funktioniert, wird am kommenden Mittwoch, 7. Februar, getestet. Die Zeiten, als noch jede Sirene vor Ort per Knopfdruck zum Heulen gebracht wurde, sind somit vorbei.
Verantwortliche des Amtes für Militär und Bevölkerungsschutz informierten am Montag, 29. Januar, im Werkhof Flüelen über verschiedene Neuerungen im Zusammenhang mit der Alarmierung der Bevölkerung. Die Zeiten, in denen jede Sirene vor Ort einzeln per Knopfdruck in Gang gesetzt werden musste, sind vorbei.
Dank der neuen Fernsteuerung, deren Herzstück in einem grossen Kasten im Werkhof Flüelen untergebracht ist, kann im Ernstfall viel Zeit eingespart werden. Sicherheitsdirektor Josef Dittli sprach von einem qualitativen Quantensprung. An insgesamt sieben Standorten im Kanton Uri besteht die Möglichkeit, Alarmmeldungen zu initiieren. Die eigentliche Kommandostelle beziehungsweise Einsatzleitzentrale, von wo aus sämtliche Sirenen gesteuert werden können, befindet sich ebenfalls im Werkhof Flüelen.
Die Kommunikation zwischen dem Kommandogerät und der Sirene erfolgt bei der neuen Steuerung über das Infranet. «Dieses Sicherheitsnetz von Swisscom ermöglicht dank permanenter End-zu-End-Kontrolle die höchstmögliche Sicherheit in der Übertragung von sicherheitsrelevanten Daten», erklärt Bruno Achermann, der als kantonaler Feuerinspektor für sämtliche Alarmierungsbelange verantwortlich ist. Das Alarmsignal gelangt via Telefonleitung zum Verteilmodul in der Telefonzentrale, wo es auf direktem Weg zum Standort der Sirene weitergeleitet wird. Das Fernsteuergerät empfängt das Signal und löst den Sirenenalarm aus. Anschliessend erfolgt eine Rückmeldung zum Kommandogerät im Werkhof Flüelen.
Eine weitere wichtige Neuerung betrifft das Sirenennetz selbst. Die Anzahl der stationären Anlagen ist im vergangenen Jahr um fünf auf nunmehr 40 ausgebaut worden. Dazu kommen noch 30 mobile Sirenen. Die neuen Sirenen befinden sich in Realp (Gemeindehaus), Hospenthal (Mehrzweckgebäude), Silenen (Gotthardstrasse 65), Bristen (Feuerwehrlokal) und Seelisberg (Gemeindehaus).
Am Mittwoch, 7. Februar, wird um 13.30 Uhr in der ganzen Schweiz allgemeiner Alarm ausgelöst. Für etwa 1 Minute ertönen die Sirenen. Wenn nötig wird die Sirenenkontrolle bis um 14.00 Uhr wiederholt. Gleichentags wird von 14.15 Uhr an (bis spätestens um 15.00 Uhr) im gefährdeten Gebiet unterhalb der Stauanlagen der Wasseralarm getestet. Man wird für je 20 Sekunden zwölf Töne in einem zeitlichen Abstand von je 10 Sekunden hören. Wenn der allgemeine Alarm ausserhalb der angekündigten Sirenenkontrolle ertönt, bedeutet dies, dass eine Gefährdung der Bevölkerung möglich ist. In diesem Fall sollte man Radio hören, die Anweisungen der Behörden befolgen und die Nachbarn informieren. Beim Wasseralarm, der immer erst nach dem allgemeinen Alarm ertönt, gilt es, unverzüglich zu handeln und gefährdete Gebiet auf dem schnellsten Weg zu verlassen.
Kosten von 817`000 Franken
Erste Bestrebungen, die Sirenen-Fernsteuerung und -Verdichtung im Kanton Uri zu realisieren, ward bereits im Jahr 2004 lanciert worden. «Die Unwetter vom August 2005 zeigten die Dringlichkeit dieses Vorhabens auf, was zur raschen Verwirklichung des Anliegens beigetragen hat», sagt Josef Dittli. Die Gesamtkosten für das im April 2006 gestartete Projekt belaufen sich auf 817`000 Franken; sie gehen gemäss Alarmierungsverordnung voll zulasten des Bundes. Für die jährlich wiederkehrenden Unterhaltskosten in der Höhe von rund 14`000 Franken müssen die Gemeinden und der Kanton aufkommen.
Online abrufbare Überflutungskarte
In Verbindung mit einem allfälligen Wasseralarm infolge eines Dammbruchs am Lucendro-Stausee oder in der Göscheneralp ist die Überflutungskarte ins Internet gestellt worden (www.lisag.ch; Menüpunkt Daten/Pläne). Mit wenigen Mausklicks kann man feststellen, wie das überflutungsgefährdete Gebiet definiert ist. Im schlimmstmöglichen Fall, wenn der Damm des gefüllten Göscheneralpstausees ganz auseinanderbricht, würde eine bis zu 6 Meter hohe Flutwelle in 32 Minuten in Altdorf sein.
Quellen / Literatur:
UW 8, 31.1.2007
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DAS HEUTIGE DATUM
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