Urner Ereignisse an einem bestimmten Tag
Sonntag, 29. Mai 2011
Ein Fest zwischen Altdorf und Flüelen - Kinderträume wurden wahr
Rund 2500 Besucherinnen und Besucher waren begeistert vom vielfältigen Angebot. Auf drei Inseln konnten sich die Kinder nach Herzenslust austoben.
Eine riesige Wiese voller Spiele, Stände mit lustigen Bastelaktionen und sogar zwei Feuerwehrautos warteten beim MSA-Areal an der Flüelerstrasse auf. Es war kaum zu glauben, dass die «Pirateninsel» nur eine von insgesamt drei Inseln des Kinderfestivals darstellte. Kinder tobten, lachten und staunten, Eltern unterhielten sich angeregt und freuten sich über die Begeisterung der Kinder. «Da wäre man gerne selber noch mal Kind», gab eine Mutter zu. So verwunderte es nicht, dass angesichts des riesigen Spielangebots auch so manche Eltern es sich nicht nehmen liessen, mit ihrem Nachwuchs ausgiebig zu toben. Wie es sich für echte Piraten gehört, konnten selber gebastelte Schiffe gleich vor Ort eingeschifft werden, und so hiess es schliesslich «Schiff ahoi!» im Altdorfer Dorfbach.
Abkühlung auf den Malediven
Bei strahlend blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen kam ein kurzer Abstecher auf die «Malediveninsel» gerade recht. Im Schwimmbad Altdorf warteten weitere Sensationen auf die Kinder. Ob beim Waveboarden im Wellenbad, bei einer rasanten Rutschpartie auf der Breitwasserrutsche oder bei einem beherzten Sprung auf der Hüpfburg – das Schwimmbad Altdorf war ganz und gar in Kinderhand. Wen die Faszination «Rund ums Wasser» endgültig gepackt hatte, war auf der «Walfisch-Insel» goldrichtig. Beim Seeufer in Flüelen waren nämlich die Fische los. An einem Stand konnten sich die Kinder rund ums Thema «Fischen» informieren. Und ganz abenteuerlustige Kinder und Eltern durften unter Anleitung ein Floss bauen und damit übers Wasser fahren.
Die fünfte Ausgabe des Kinderfestivals war ein voller Erfolg. Rund 2500 Besucherinnen und Besucher konnten verzeichnet werden, wie OK-Präsidentin Esther Marbet auf Anfrage bestätigte.
Quellen / Literatur:
UW 42, 1.6.2011
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Sonntag, 29. Mai 2011
Eine Messe wie ein grosses Geschenk
War sie früher zu schön, so ist sie heute ein Geschenk, was sie eigentlich schon damals war.
Wenn dazu von 130 Chormitgliedern noch so schön und harmonisch gesungen wird, begleitet von einem feinfühligen Kammerorchester Uri, verstärkt mit Blasinstrumenten und Pauke, dann ist «Messa di Gloria» von Giacomo Puccini mehr als ein Glanzpunkt für Herz und Seele. Diese Musik wäre eigentlich seit über 130 Jahren eine ermunternde Kraft, sie soll aber seinerzeit zu schön für eine Messe gewesen sein. So folgte über sie der Schleier der Vergessenheit. Also genoss ich das Werk, vielleicht auch aus dem Wissen um die Vergangenheit dieses Werkes, am vergangenen Sonntag, 29. Mai, umso mehr – auch in der Kirche.
Die «Messa di Gloria», unter der Leitung von Aaron Tschalèr so grandios und strahlend in der Pfarrkirche St. Martin in Altdorf aufgeführt, war ein Geschenk in Form eines Konzerterlebnisses, aber auch ein Geschenk in Form einer Botschaft an die Menschheit, an die Kirche: mehr Freude und Frohmut, Kraft und Dynamik.
Begonnen hatte das Konzert allerdings noch klagvoll mit dem «Crisantemi», ebenfalls von Giacomo Pucchini komponiert, gespielt in der Fassung für Streichorchester. Pfarrer Daniel Krieg kündigte danach die «Messa di Gloria» in freudiger Erwartung an. Giacomo Puccini war Chorknabe und mit 14 Jahren Organist an verschiedenen Kirchen in Lucca. 1880 schrieb er dann eine Messe für Soli, Chor und Orchester, heute als «Messa di Gloria» bezeichnet, und beendete damit sehr erfolgreich seine Studien am Institutio Musicale in Lucca. Man spüre den Glanz, die Begeisterung und wohl auch ein wenig die Respektlosigkeit der Jugend.
Und so war es auch, als spürten Chor und Orchester selbst die volle Begeisterung und Hingabe des jungen Komponisten. Für mich als Höhepunkt der Komposition erklang zum Schluss das «Agnus Die», dem die beiden Solisten, Simon Jäger-Vogel (Tenor) und Stefan Vock (Bassbariton), noch die stimmliche Brillanz verliehen. Die Homogenität des Chorklangs erfreute. Die strahlende Klanglichkeit des Werkes wurde wunderbar ausgeschöpft. Der stete dynamische Wandel, der in dichter Folge fast Wort für Wort, Ton für Ton das «Gloria» neu akzentuiert, und der rhythmische Wechsel im Zusammenspiel forderten Chor und Orchester. Ob Fanfarenglanz, machtvolle Chorsätze oder lyrische Solopartien, die Aufführung schmeichelte dem Ohr, ohne den Ernst des letztlich doch religiösen Werks schmälern zu wollen. Und das Publikum brauchte zum Schluss einen Moment, bis der Applaus einsetzte – wohl auch aus innerer Ergriffenheit.
Quellen / Literatur:
UW 42, 1.6.2011
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Sonntag, 29. Mai 2011
Historischer Tag für die Bevölkerung von Golzern
Mit der Fertigstellung der Naturstrasse endet auch für die Bewohnerinnen und Bewohner von Golzern ein langer und anstrengender Weg. Jetzt herrscht vor allem Erleichterung.
Mühsame Maschinentransporte mit der Seilbahn sind Geschichte. Das Heu kann nun per Transporter hinaufbefördert werden. Am Sonntag, 29. Mai, war es so weit: Die Bevölkerung von Golzern durfte die Einweihung ihrer Erschliessungsstrasse feiern. Ein grosser Tag speziell auch für Walter Epp, Präsident der Wegbaugenossenschaft. «Wir dürfen heute ein sehr wertvolles Bauwerk, ja sogar ein Kunstwerk, einweihen», sagte er vor den schätzungsweise 150 Gästen in Silblen-Golzern.
Viele Jahre hatte Walter Epp zusammen mit Bewohnerinnen und Bewohnern von Golzern um eine Erschliessungsstrasse gekämpft. Bereits vor 30 Jahren war die Naturstrasse ein Thema. Naturkatastrophen, planerische Hürden oder Einsprachen warfen das Projekt immer wieder zurück. «Noch vor zehn Jahren hatte man es für unmöglich gehalten, dass jemals eine Strasse nach Golzern führen würde», sagte Walter Epp. Immer wieder habe es Dornen gegeben, und zwar nicht nur im steilen und unwegsamen Gelände der geplanten Strasse. «Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.» Und der Weg führte 2008 erstmals zu einem Ziel, als die Baubewilligung für die Strasse erteilt wurde. Bereits im August des gleichen Jahres erfolgte der Spatenstich für die Strasse zwischen Bristen und Golzern.
Anspruchsvolles Bauwerk
Drei Jahre dauerten die Arbeiten an der Golzernstrasse. Die rund 4 Kilometer lange Naturstrasse führt von den Schattigbergen über den Lungenberg nach Golzern. Auf einer Länge von 1,8 Kilometern ist eine neue Güterstrasse erstellt worden. Dazu sind bestehende Abschnitte saniert und ausgebaut worden. Doch das Gelände erwies sich als alles andere als einfach: «Ein technisch äusserst anspruchsvolles Bauwerk in teilweise extrem steilem Gelände», hielt Planer und Bauleiter Urs Thali fest. So enthält die Strasse eine enge S-Kurve, hohe Stützmauern und teilweise eine Steigung von bis zu 20 Prozent. «Doch dank einem unbändigen Willen haben wir es gemeinsam geschafft. Das erfüllt mich mit Stolz», sagte Urs Thali. Die Strasse wurde den natürlichen Gegebenheiten angepasst. «Zwar ist die neue Strasse etwa ähnlichen Gefahren ausgesetzt wie die alte Bristenstrasse», hielt Urs Thali fest. «Allerdings führt dieser Weg sehr viel weniger Verkehr.» Nur von Anstössern sowie für landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Belange darf die Strasse genutzt werden. Bikerinnen und Biker dürfen die Naturstrasse nicht befahren.
Die Gesamtkosten von rund 1,7 Millionen Franken liegen rund 8 Prozent über dem Kostenvoranschlag. «Gut die Hälfte davon ist teuerungsbedingt und liegt im Rahmen», erklärte Urs Thali. Finanziert wurde das Projekt mit der Unterstützung von Bund, Kanton, Korporation Uri, der Gemeinde Silenen, der Patenschaft für Berggemeinden und weiteren Spenden. Für Urs Thali bedeutet die Erstellung der Golzernstrasse ein «grosse Aufwertung» für die Gemeinde.
Strasse ist eine Notwendigkeit
Für die Bevölkerung von Golzern bedeutet die Strasse vor allem eine Erleichterung. So auch für Agnes Jauch, die mit ihrer Familie einen Landwirtschaftsbetrieb auf Golzern führt: «Es beruhigt mich sehr, dass es neben der Seilbahn auch noch eine Strasse gibt. Speziell auch bei Notfällen.» Auch Werner Jauch, Präsident er Seilbahngenossenschaft, ist vom Nutzen der Strasse überzeugt: «Ohne Strasse wäre die Existenz der Landwirtschaftsbetriebe auf Golzern stark gefährdet. Ich bin sehr zufrieden mit dieser Lösung.» Die gleiche Ansicht teilt Alois Arnold, Präsident der Korporation Uri: «Wenn die Berggebiete erhalten werden sollen, ist eine gute Erschliessung eine Notwendigkeit.»
Mit der Bevölkerung von Bristen freute sich auch Regierungsrat Isidor Baumann. Er zeigte sich beeindruckt vom Bauwerk und besichtigte die Strasse gleich selbst. «Es ist eine kleine Sensation, dass die Strasse so erbaut werden konnte», betonte Isidor Baumann. Seiner Ansicht nach sei eine Erschliessungsstrasse nach Golzern «mehr als notwendig» gewesen. Allerdings zeigte er sich erstaunt, dass es so viele Jahre gedauert habe, bis die Strasse nun fertiggestellt sei. «Denn die Strasse nützt nicht nur den Bewohnerinnen und Bewohnern, sondern ebenso dem Urner Tourismus», sagte Isidor Baumann. Für die Bevölkerung von Golzern habe die Einweihung der Strasse eine so grosse Bedeutung wie die Neat für die Schweiz und Europa. «Das ist ein historischer Tag für die Bevölkerung von Golzern und für all jene, die die Natur lieben.»
Quellen / Literatur:
UW 42, 1.6.2011
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DAS HEUTIGE DATUM
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