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Donnerstag, 31. Mai 2007
Hellquell - Erstfelder Trinkwasser aus der Flasche
Erstfeld lancieren eine Exklusivität: Trinkwasser aus dem Erstfeldertal ist von hervorragender Qualität. Nun wird eine kleine Menge davon in Flaschen abgefüllt und als HellQuell auf den Markt gebracht. Bald werden die Gemeindewerke Erstfeld und Initiator Werner Dischl anstossen können: mit HellQuell, ein mit Kohlensäure versetztes Wasser aus der Helltalquelle im Erstfeldertal. Seit Januar planen sie, diesen kostbaren Rohstoff in 3,5-dl-Flaschen abzufüllen und auf den Markt zu bringen. Am 31. Mai, einer Veranstaltung anlässlich des 125-Jahr-Jubiläums der Gotthardbahn, und am Energiestadtfest vom 2. Juni werden die ersten gläsernen Bügelflaschen geöffnet. Schmeckt gut Das praktisch kalklose Wasser aus der Helltalquelle ist von hervorragender Qualität und äusserst genussvoll, weiss Werner Dischl. Bevor es an die Oberfläche tritt, verweilt es während fünf Jahren im Berginnern. Das hat eine Studie der Universität Bern ergeben. Es handelt sich um sehr kühles Wasser, und die Temperaturschwankungen während des Jahres betragen nur 0,5 Grad Celsius. Das Wasser wird weder vom Gletscher noch vom Permafrost beeinflusst und sprudelt mit 1000 bis 2500 Litern pro Minute sehr ergiebig. Dass das Wasser nun mit Kohlensäure versetzt wird, hat zwei Gründe: Dadurch wird es noch frischer im Geschmack und länger haltbar. Initialzündung durch Werner Dischl Die Gemeindewerke sammeln Wasser aus mehreren Quellen im Erstfeldertal und produzieren Ökostrom. Anschliessend wird das Wasser von der Bevölkerung als Trinkwasser konsumiert. Die Idee, auch ein Sprudelgetränk aus diesem Wasser herzustellen, geisterte schon seit einiger Zeit in den Köpfen der Verantwortlichen der Gemeindewerke herum. Als dann im vergangenen Januar der Erstfelder Werner Dischl anlässlich seiner Betriebswirtschafts-Diplomarbeit mit einem Konzept anklopfte, wurde man schnell Partner. Die Gemeindewerke stellten ihre Infrastrukturen zur Verfügung und investierten rund 30 000 Franken für das notwendige Know-how zum Abfüllen des Wassers. Die variablen Kosten sollen durch den Verkauf des Wassers gedeckt werden. Vorerst 1000 Flaschen Den Namen HellQuell erachten die Gemeindewerke und Werner Dischl als gelungen. In HellQuell sei der Name der Quelle enthalten, hell sei auch das Gegenteil von dunkel, der kurze Reim sei einprägsam, und auch das Wort Tell sei klanglich nicht weit entfernt. Werner Dischl hatte selber einen ersten Etikettenentwurf erstellt, welcher dann in Zusammenarbeit mit der Druckerei Gasser in Erstfeld bis zum definitiven Layout weiterentwickelt wurde. Die Abfüllanlage befindet sich beim Reservoir Flüe. Bis zum Energiestadtfest sollen dort etwa 1000 Flaschen abgefüllt werden. Der Verkaufspreis wird 3 Franken pro Flasche betragen. Mal schauen, was sich ergibt Das Mineralwassergeschäft ist ein hartes Business. Das wissen auch die Gemeindewerke und Werner Dischl. So hatte der Grosskonzern Henniez im vergangenen Jahr gerade mal 2,8 Millionen Franken Gewinn eingefahren. Doch um schnellen Gewinn geht es bei diesem Projekt nicht. Zuerst sei es sicherlich eine Imagekampagne für das Dorf und für die Gemeindewerke, eine Exklusivität aus Erstfeld, erläutert Roman Betschart, Leiter der Gemeindewerke Erstfeld, gegenüber dem «Urner Wochenblatt». Was sich danach ergebe, sei völlig offen. Ob sich das Projekt weiterentwickle, werde der Markt entscheiden. Nach dem Energiestadtfest kann erstmals Bilanz gezogen werden. Jedenfalls haben bereits Erstfelder Gastrobetriebe ihr Interesse an HellQuell angemeldet. Wer weiss, vielleicht interessiert sich bald auch ein grösserer Getränkeproduzent für dieses exklusive Produkt, dann könnten gar Arbeitsplätze geschaffen werden.
Quellen / Literatur: UW 39, 23.5.2007, S. 1.

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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 20.09.2021