Geburten, Mutter- und Vaterschaft
GEBURTEN IN URI
(Angaben folgen)
1977: 11 Zwillimghsgeburten; 2016 9 Zwillingsgeburten
(> Bundesamt für Statistik, UW 83, 18.10.2017, S. 1.)
Statistik: Statistisches Lexikon der Schweiz (1991-2014).
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DIE BELIEBTESTEN VORNAMEN IN URI
| Jahr | | Mädchen | | Knaben |
| 2022 | | Mia, Lena, Alessia (4) | | Leo, Matteo () |
| 2021 | | Mia (5) | | Leano () |
| 2020 | | Laura, Lorena (3) | | Luca () |
| 2019 | | Luisa (4) | | Jonas () |
| 2018 | | Emilia, Enya, Mia (4) | | Jonas () |
| 2017 | | Julia, Laura (5) | | Nico () |
| 2016 | | Lena, Leonie (5) | | Jan () |
| 2015 | | Emma. Lina (5) | | Tim () |
| 2014 | | Lina (6) | | Samuel () |
| 2013 | | Lea, Lina, Nina (4) | | David, Elias, Gian, Jonas, Lukas, Manuel (3) |
| 2012 | | Lena (6) | | Julian (7) |
| 2011 | | Julia (5) | | Leandro, Nik (5) |
| 2010 | | Lara (5) | | Jonas (6) |
| 2009 | | Sara (6) | | Matteo (8) |
| 2008 | | Jasmin (4) | | Jan, Simon (6) |
| 2007 | | Julia, Laura, Sara (5) | | Aaron, Luca. Nico, Noel (4) |
| 2006 | | Nina, Leonie, Jasmin, Elin (4) | | Jonas, Mario, David, Livio, Tim (4) |
| 2005 | | Julia (4) | | Marco (8) |
| 2004 | | Lea, Aline, Céline, Julia, Anja ( (4) | | Luca (6) |
| 2003 | | Julia (8) | | Marco (7) |
| 2002 | | Julia, Jasmin (6) | | Simon (8) |
| 2001 | | Jasmin, Nadine, Nina, Rahel (4) | | Simon, Michael () |
| 2000 | | Jasmin (7) | | Thomas, Tobias, Roman () |
DIE BELIEBTESTEN VORNAMEN IN DER DEUTSCHSCHWEIZ
| Jahr | | Mädchen | | Knaben |
| 2022 | | Emma | | Noah |
| 2021 | | Mia | | Noah |
| 2020 | | Mia | | Noah |
| 2019 | | Mia | | Liam |
| 2018 | | Emma | | Liam |
| 2017 | | Emma | | Noah |
| 2016 | | Mia | | Noah |
| 2015 | | Mia | | Noah |
| 2014 | | Emma | | Noah |
| 2013 | | Mia | | Noah |
| 2012 | | Mia | | Noah |
| 2011 | | Mia | | Leon |
| 2010 | | Lena | | Noah |
| 2009 | | Laura | | Luca |
| 2008 | | Lara | | Tim |
| 2007 | | Lena | | Tim |
| 2006 | | Lena | | Luca |
| 2005 | | Lara | | David |
| 2004 | | Lea | | Luca |
| 2003 | | Lea | | Luca |
| 2002 | | Laura | | Luca |
| 2001 | | Laura | | Luca |
| 2000 | | Laura | | Luca |
DETAILS ZUR GEBURT, MUTTER- UND VATERSCHAFT
Kindbettfieber
Das Kindbettfieber ist eine Infektionskrankheit, die nach einer Entbindung während des Wochenbettes oder nach einer Fehlgeburt auftreten kann, insbesondere auch im Falle einer unvollständigen Nachgeburt, und durch eine vom Beckenbereich ausgehende Gebärmutter- oder Bauchfellentzündung eine lebensbedrohliche Sepsis darstellt.
Bis in das 19. Jahrhundert war das Kindbettfieber eine der Hauptursachen für die hohe Wöchnerinnensterblichkeit. Zusätzlich verschärft wurde die Situation, als Krankenhäuser gegründet wurden und auch Ärzte in der Geburtshilfe tätig wurden. Vor allem die Ärzte kamen in Berührung mit anderen Kranken und Leichen; da die Notwendigkeit einer wirksamen Desinfektion unbekannt war, verschleppten sie an ihren Händen und Instrumenten Keime in die Geburtswege der Frauen. In Uri entbanden jedoch die weitaus meisten Frauen weiterhin ausserhalb der Krankenhäuser.
Literatur: www.wikipedia.de (2021). Statistik: Ritzmann-Blickenstorfer Heiner (Hg.); Historische Statistik der Schweiz, Zürich 1996, S. 328.
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Ungetauftes Kind
Wenn ein Kind bei der Geburt starb oder tot zur Welt kam, konnte es, da die Seele den Körper verlassen hatte, nach der Ritualordnung nicht getauft werden. Damit aber erfolgte auch keine Bestattung mit Grabstätte in der geweihten Erde eines Gemeindefriedhofs, da diese nur für christlich Getaufte reserviert war. Ebenfalls sehr schwierig war die Situation bezogen auf die konventionalisierten Jenseitsvorstellungen, da eine visio dei (Gottesschau-Erleuchtung) im Himmel wegen des entbehrten Sakraments unmöglich erschien. Andererseits kam ein Aufenthalt in der Hölle oder im Fegfeuer nicht in Betracht, weil das Kind nach aller Gewissheit niemals Sünden hatte begehen können. Ungetaufte Kinder waren also vom Himmelreich ausgeschlossen, wurden nicht auf dem Friedhof (geweihte Erde) beerdigt und konnten deshalb nicht in den Himmel kommen. Bei einigen Friedhöfen war an der äussersten Ecke der Friedhofsmauer eine kleine Eisentüre angebracht, die in einen Schacht führte, in den die Leichen der ungetauften Kinder hinabgelassen wurden (Totälechli).
Die ungetauften Verstorbenen kamen an einen Ort, wo sie die Herrlichkeit Gottes nicht ersehnen konnten. Kinder, die ohne Taufe starben, kamen an einen Ort in der Ewigkeit, wo weder Freud noch Leid war und hiessen ungefreute Kinder. Das Volk nannte die ungetauften verstorbenen Kinder (vor der Taufe verstorbene Kinder) auch unschuldige Kinder.
Eine theologisch bestimmte Antwort auf die Frage nach dem Verbleib dieser tauflosen Kinderseelen war der Limbus puerorum. Mit Limbus puerorum benannte man, begrifflich analog zum Limbus patrorum, dem Jenseitsort der Propheten und Kirchenväter des Alten Testaments, den Aufenthaltsort der Kinderseelen ausserhalb des Fegfeuers und der Hölle. Eine Jenseitssphäre ohne Strafe und Reinigung also, aber auch ohne eigentliche Gnade, ohne Anschauung Gottes. Der Limbus war abgegrenzt von der Hölle, aber doch ein Teil der Unterwelt, nicht des ewigen Himmelreichs. Die deutsche Übersetzung mit Vorhölle verriet, dass für die Hinterbliebenen dort ein ewiger Aufenthalt keine akzeptable Vorstellung war.
Dämonologische Sagen erzählten, dass sich diese Kinder einem dämonischen, geisterhaft umherwirrenden Wilden Heer bzw. einer Wilden Jagd anschliessen mussten. Weitere historische Erzählmotive behandelten sie als Irrlichter. Allen diesen Motiven gemeinsam war, dass die ungetauften Kinderseelen als geisterhaft und immateriell, als blosses Heulen und Wimmern oder auch als flackernde Lichtpunkte umherirrend, unruhig, als ortslos, als nirgendwohin gehörend beschrieben wurden und an bestimmten Terminen sich den Lebenden wahrnehmbar machten, augenscheinlich, um nachträglich die Taufe zu erhalten. Besprengte sie jemand mit Weihwasser oder gabt ihnen auch nur einen Namen, hörte ihre Irrsal in der Erzählung auf.
Andere, weit schlimmere Sagen suggerierten, dass die ohne sakramentale Versorgung und in ungeweihter Erde begrabenen Kinder nicht vor dem realen Zugriff des Teufels geschützt waren, und dessen Handlanger die kleinen Körper raubten, um aus ihrem Fett zauberhafte Substanzen herzustellen. Eine solche soziale Situation war für Eltern, die um das Kursieren solcher Schauergerüchte wussten, nicht erträglich.
Einen Ausweg hin zur Ruhe bot die Erweckungstaufe. Auch die Begriffe Taufmirakel oder Kinderzeichnen wurden zuweilen dafür verwendet: Man brachte das Kind an eine Sakralstätte und richtete Gebete an die dort kultmässig verorteten Heiligen zur Vermittlung eines wunderbaren göttlichen Eingreifens, um zumindest eine kurzanhaltende, taufnotwendige Wiedererweckung des Lebens hervorzurufen. Wenn das eigentlich tote Kind dann zeichnete, wenn also der Körper Zeichen gab, d. h. wenn etwa in irgendeiner Weise Farbveränderungen der Haut oder Bewegungen oder Blutfluss sichtbar wurden, führte der Priester eine Nottaufe (Jähtaufe) aus. Wenn danach das Wiedereintreten des Todes gemeinschaftlich festgestellt worden war, konnte der Kindkörper dann in geweihter Erde begraben werden. Oft suchten Eltern, gegebenenfalls Verwandte und/oder die Hebamme, Wallfahrtsorte auf, um dort eine taufnotwendige Erweckung zu erreichen und das Kind auf dem dortigen Friedhof dann zu begraben. Diese Verfahren waren populär konventionalisiert, nicht aber durch Kirchenrecht sanktioniert.
Autor: Bär-Vetsch Walter, Aus einer anderen Welt, S. 588 f. Literatur: Zihlmann Josef, Volkserzählungen und Bräuche, S. 416.
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SAGENHAFTES ZUR GEBURT, MUTTER- UND VATERSCHAFT
Fehlgeburten wegen schlechter Behandlung der Schwangeren
«Auf Haldi lebte ein Mann, der furchtbar hart und unvernünftig mit seiner Frau umging. Einst, da ihre Niederkunft nahe bevorstand, schickte er sie noch zu einer schweren Arbeit. Sie wollte sich entschuldigen und wies auf das Kindlein, das sie unter dem Herzen trug. Er aber wurde nur noch wilder und brüllte sie an: „Ä, chum-mer doch nitt mit dynä Filänä!“ Zur Strafe kam sein nächstes Kind mit zwei je einem Rossgrinde ähnlichen Köpfen zur Welt. Ein anderer ebenso roher Gatte sagte in einem ähnlichen Fall: „Ja, d'r Tyfel hesch byn-d'r!“ Da gebar die Frau eine Schlange.»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 735.
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Fronfastenkinder sehen mehr
«Frau Muheim, eine Hebamme, die ein Fraufastenkind war, hat ihn gesehen auf dem Miststock hinter dem alten Gasthaus zum Ochsen; er zündete mit seinem Auge so hell, dass sie trotz finsterer Nacht eine ganze Strecke weit ohne Licht gehen konnte.»
«Är isch halt äs Fraufastächind gsy, dem hennt-si alli Geister miässä la gseh.»
«Ich bin ein Fronfastenkind und sehe deshalb mehr als andere Leute.»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sagen 1496, 492 g, 1586.
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Für ein Kind gibt es kein besseres Werk als die Taufe
«Deshalb verzögerte sich die Taufe und das Kind starb ungetauft ... Das war manchem eine Warnung. Es gibt nämlich kein besseres Werk, als einem Kinde zur Taufe, also zu einer christlichen Seele zu verhelfen.»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 1231.
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Kindstod ohne irdische Nahrung («Wesperli»)
«Alte Leute behaupten, jene Kinder, die sogleich nach der Taufe sterben, ohne das Geringste, ohne auch nur die kleinste irdische Nahrung von dieser Welt gekostet zu haben, seien die schönsten Engel und hätten die grösste Freude im Himmel. Ja, es gab Mütter und gibt vielleicht noch solche, die extra aus diesem Glauben die neugeborenen Kinder 24 Stunden ohne jegliche Nahrung liessen.»
«Jene Kinder, die nach der Taufe sterben, ohne irgend eine irdische Nahrung, „äs wältlichs Chestli“, genossen zu haben, nennt man Wesperli oder Wesperchind, „das sind die schönsten Engelein“. Der obgenannte Volksglaube reicht also wohl in die Zeit zurück, da man den nüchternen Kindern nach der hl. Taufe auch die hl. Kommunion erteilte; daher die Betonung des weltlichen Köstleins im Gegensatz zur geistlichen Nahrung der hl. Kommunion.»
«“Myner Müetter“, fügt die Erzählerin bei, „isch äu äss Gottächind nah d'r Tauf gstorbä. Wennd-si von'm redt, säit-s'm nur: mys Weschberli.“»
«Das isch äss Weschberli gsy, äss Chind, wo nah d'r Täuf stirbt, ep's ä wältlichi Choscht gnossä het. Dass gäb näiwä-n-äso scheeni Ängäli, hennt-s alligs wellä ha.»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sagen 93 a und c, 1375, 1511.
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Um unschuldiges Kind soll man nicht weinen
«Wenn ein unschuldiges Kind stirbt, soll man nicht weinen; die Tränen tun ihm weh, sie fallen auf sein Hemdchen und machen es nass.»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 1156.
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Verstorbene Mutter erscheint den Kindern
«Auf dem Wasen in Göschenen stand eine Kindbetterin zu früh auf, was ihren Tod verursachte. Nachdem sie gestorben, wurde sie von ihren Kindern gesehen.»
«Ein Schächentaler, den ältere Leute noch gekannt haben, hat es selber erfahren, dass seine Frau, die von einem ganz kleinen Kinde weggestorben war, längere Zeit nachts kam und das arme Tröpfli pflegte und ihm die Ordnung hielt.»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sagen 1120, 1121.
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FAMILIE
SAKRAMENTE
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