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Heilpflanzen

Die Heilpflanzen ist werden zu Heilzwecken oder als Arzneipflanzen zur Linderung von Krankheiten innerlich oder äusserlich verwendet. Bei krautigen Heilpflanzen ist auch die Bezeichnung Heilkräuter üblich. Manche Heilpflanzen sind giftig. Vor allem Pflanzen mit kräftigem Geruch und bitterem Geschmack wurden in der Volksmedizin als wirksame Heilpflanzen angesehen.
Manche Pflanzen, die ursprünglich wichtige Heilkräuter waren, werden heute als Genussmittel verwendet (etwa Tee, Kaffee oder Tabak) oder als Küchenkräuter (Gewürzkräuter wie Pfeffer, Zimt, Basilikum) oder als schlichte Nahrungsmittel (Apfel, Zitrusfrüchte).

Quellen, Literatur: Quellen, Literatur: www.urikon.ch, www.wikipedia.de (2019).

ARTEN DER HEILPFLANZEN



Kreuzdorn
Man glaubte, dass die Dornenkrone von Jesus aus Kreuz- oder Weissdorn gemacht worden war. Damit begründete sich im Volksglauben die Heiligkeit des Kreuzdorns (Die Dornen Christi, die als Reliquien in Rom und Turin aufbewahrt werden, stammen vom Bocksdorn, Lysium europaeum).

Auf die Bedeutung des Kreuzdorns in der Volksüberlieferung deutete sein anderer Name: Hexendorn. Gegen jede Hexerei befestigte man ihn an den Türen. Besonders in der Walpurgisnacht war es ratsam, den Kreuzdorn anzubringen. War man mit einem solchen Stock unterwegs, begegnete man keinen Gespenstern. Im Gegenteil, hielt man den Hexen einen Kreuzdornstock entgegen, begannen sie zu zittern. Zauberer und Magier schützten sich bei ihren Ritualen, indem sie mit diesem Stock einen Kreis um sich zogen. Um Krankheiten aus dem Stall zu bringen, schlug man jedes Stück Vieh mit einem Kreuzdornstock dreimal an den linken Hinterfuss und sprach: „Ich kehre dich heraus, aus meinem Haus und kommst nicht mehr zu Haus.“ Man peitschte Vieh mit Kreuzdornstöcken, um sie vor dem Bösen Blick zu schützen. Am Karfreitagmorgen schlug man das Vieh stillschweigend mit Kreuzdornruten. Die Schläge trafen das Vieh, aber die Schmerzen hatten die Hexen, die im Vieh wohnten.

Bei Unwettern legte man Kreuzdornzweige auf die Türschwelle, um Blitz und Hagel abzuwenden. Nicht nur der Weissdorn, auch der Kreuzdorn wurde von Hebammen benutzt. Bei schwierigen Geburten schlugen sie mit dem Kreuzdorn „vor der betreffenden Stelle“ dreimal ein Kreuz. Dies sollte die Geburt beschleunigen.

In den Bauernhäusern steckte man einen Zweig Kreuzdorn im Stall unter einen Balken. Das vermied Flechten beim Vieh. Ein Büschel Kreuzdorn, über dem Bett aufgehängt, schützte vor Flechten und Geschwüren. Das Volk sagte, dass die Wirkung des Kreuzdornes daher kam, weil Christus eine Dornenkrone getragen hatte.

Autor: Bär-Vetsch Walter, Aus einer anderen Welt, S. 361 f.; Literatur: Niederberger Hanspeter, Hirtler Christof; Geister, Bann und Herrgottswinkel, S. 143 f.; Zihlmann Josef, Volkserzählungen und Bräuche, S. 282 f.

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Sefibäum - Abortive Wirkung
Der Stinkwacholder ist in allen Teilen giftig. Verantwortlicher Hauptwirkstoff ist das Sadebaumöl. Die ganze Pflanze, vor allem die Zweigspitzen sind sehr stark giftig. Verantwortlicher Hauptwirkstoff ist das Sadebaumöl.
Schon wenige Tropfen des Öls sind für den Menschen tödlich, bereits durch Einreiben sind Vergiftungen möglich. Das Öl greift beim Menschen die Magenschleimhaut an und verursacht Blutandrang in den Nieren. Auch andere innere Organe werden angegriffen.

Auf der Haut erzeugt das Öl Blasen und einen ausgeprägten Gewebeschaden. Aufgrund dieser stark hautreizenden Wirkung wurde es früher zu Behandlung von Warzen eingesetzt.

Bei Frauen kann das Öl Menorrhagie (verlängerte Monatsblutungen) auslösen und zu Fehlgeburten führen. Daher wurden die Früchte auch gezielt zur Abtreibung genutzt. Die abortive Wirkung war jedoch mit einem erheblichen Risiko für das Leben der Schwangeren verbunden. Wegen der starken Toxizität der Pflanze kam es häufig nicht nur zum Abtöten der Frucht, sondern es gab vielfach auch unbeabsichtigte Todesfälle bei den Frauen.

Auf sich getragen, schützte er leichtfertige Mädchen vor unerwünschtem Kindersegen. «Sefi» wurde als Räuchermittel beim Bräuken verwendet. Auch als Mittel gegen Würmer fand der Sadebaum Anwendung.
Beim Totenbrauchtum war «Sefi» vor allem bekannt zum Ausräuchern des Sarges und als Weihwasserspritzer. Mindestens ein Sefizweig gehörte in jede Palme. Hexen konnten den Geruch von «Sefi» nicht ausstehen.

Quellen, Literatur: Bär-Vetsch Walter, Aus einer anderen Welt, S. 512 f. Literatur: Zihlmann Josef, Volkserzählungen und Bräuche, S. 377; www.diepta.de (2019).

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Johanniskraut - eine Heilpflanze
Die volkskundliche Literatur nannte das Hartheu Johanniskraut (Hypericum perforatum). Dies hing mit dem Kult des Johannistages (Tag der Sonnenwende, am 24. Juni) zusammen. In dieser Zeit glühte das Johanniskraut.
Wollte man es zu heilenden oder magischen Zwecken einsetzen, musste es in der Johannisnacht (23./24. Juni) gesammelt werden. Paracelsus riet, das Kraut gegen tolle Geister bei sich zu tragen, unter das Kissen zu legen oder an die Wände zu hängen. Das antidämonische Kraut wurde gegen Gewitter kreuzweise an die Fenster gesteckt, unter die Dachsparren gelegt; Kränze davon wurden auf das Dach geworfen. Als Pflanze der Sommersonnenwende brauchte man sie auch im Liebeszauber. Heute hängt man Johanniskraut bei Depressionen übers Bett.

Autor: Bär-Vetsch Walter, Aus einer anderen Welt, S. 310 f. Literatur: Niederberger Hanspeter, Hirtler Christof; Geister, Bann und Herrgottswinkel, S. 136.

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Pfingstrose
Ursprünglich stammte die Pflanze aus den Mittelmeerländern. Die Pfingstrose (Gichtrose, Paeonia Officinalis) oder deren Samenkörner verwendete man gegen Geister und dämonische Krankheiten. Bei Epilepsie trug man eine Kette aus Pfingstrosenkörnern um den Hals. Die Pflanze half auch gegen das Toggäli.

Autor: Bär-Vetsch Walter, Aus einer anderen Welt, S. 454. Literatur: Niederberger Hanspeter, Hirtler Christof; Geister, Bann und Herrgottswinkel, S. 76.

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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 18.12.2019