Die Geschichte der Energie in Uri
Die Geschichte Uris ist eng mit der Nutzung von Energie verbunden. Die natürlichen Voraussetzungen des Gebirgskantons bestimmten über Jahrhunderte, welche Energiequellen zur Verfügung standen und wie sie genutzt werden konnten. Wasser, Holz und die Muskelkraft von Mensch und Tier waren lange Zeit die wichtigsten Grundlagen des täglichen Lebens und der Wirtschaft. Seit dem späten 19. Jahrhundert veränderten Elektrizität und fossile Energieträger den Alltag, das Gewerbe und den Verkehr grundlegend. Heute gewinnt die Nutzung erneuerbarer Energien erneut an Bedeutung.
Besonders deutlich zeigt sich der Energiewandel im Verkehr. Auf die menschliche und tierische Muskelkraft folgten Dampfmaschine und Verbrennungsmotor sowie zunehmend der Elektromotor. Der Gotthardverkehr entwickelte sich vom Fussgänger und Saumpferd über Postkutsche und Dampfeisenbahn bis zu elektrischer Bahn, Automobil und Lastwagen. Auch auf dem Urnersee änderten sich die Antriebsformen: Ruder und Segel nutzten Muskel- beziehungsweise Windkraft, Dampfschiffe benötigten fossile Brennstoffe, während moderne Schiffe zunehmend mit Diesel-, Elektro- oder kombinierten Antriebssystemen verkehren.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts stieg der Energieverbrauch auch im Alltag stark an. Zentralheizungen, Warmwasseranlagen, Haushaltsgeräte, elektrische Beleuchtung und Unterhaltungselektronik erhöhten den Komfort, machten den Haushalt aber zugleich von einer kontinuierlichen Energieversorgung abhängig. Eine ähnliche Entwicklung fand in der Landwirtschaft statt: Handarbeit und Zugtiere wurden durch Motormäher, Traktoren, Melkmaschinen, Heubelüftungen und andere elektrisch oder mit Treibstoff betriebene Maschinen ersetzt. Energie ermöglichte damit eine enorme Steigerung der Arbeitsproduktivität.
Seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert zeichnet sich wiederum ein neuer Wandel ab. Klimaschutz, Versorgungssicherheit und die begrenzte Verfügbarkeit fossiler Rohstoffe fördern die Rückkehr zu erneuerbaren Energiequellen. In Uri besitzt die Wasserkraft dabei weiterhin eine herausragende Stellung. Hinzu kommen Photovoltaikanlagen, Solarwärme, Holz- und Pelletheizungen sowie Wärmepumpen, welche Umwelt- und Erdwärme nutzbar machen. Batteriespeicher und Elektromobilität erweitern die Möglichkeiten, elektrische Energie auch im Verkehr einzusetzen.
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DIE WICHTIGSTEN ENERGIEQUELLEN IN URI
Energie ist die Voraussetzung für nahezu alle Vorgänge in Natur, Technik und menschlichem Leben. Sie ermöglicht Bewegung, erzeugt Wärme und Licht und erlaubt den Betrieb von Maschinen und technischen Anlagen. Dabei ist zwischen Energiequellen, Energieträgern und Energieformen zu unterscheiden. Eine Energiequelle stellt Energie ursprünglich zur Verfügung. Ein Energieträger – beispielsweise Holz, Erdöl, Wasserstoff oder elektrischer Strom – nimmt Energie auf beziehungsweise transportiert oder speichert sie. Wärme, Bewegung, elektrische oder chemische Energie wiederum sind Energieformen. In der Natur lassen sich die meisten vom Menschen genutzten Energiequellen letztlich auf wenige grundlegende Ursprünge zurückführen.
Für Uri nicht bedeutend sind die Kern- und Meeresenergie. Kernenergie beruht nicht auf chemischen Reaktionen, sondern auf Veränderungen von Atomkernen. In heutigen Kernkraftwerken wird hauptsächlich Uran gespalten. Dabei werden grosse Energiemengen frei, die zunächst Wasser erhitzen. Der entstehende Dampf treibt Turbinen und Generatoren an, die elektrischen Strom erzeugen. Kernenergie besitzt eine sehr hohe Energiedichte, ist jedoch aufgrund radioaktiver Abfälle, Sicherheitsfragen und hoher Anlagekosten mit besonderen Anforderungen verbunden.
Eine Sonderstellung nimmt die Meeresenergie ein. Wellen entstehen hauptsächlich durch Wind und sind damit indirekt von der Sonne abhängig. Meeresströmungen haben verschiedene Ursachen. Die Gezeiten dagegen werden vor allem durch die Gravitation des Mondes und zusätzlich der Sonne verursacht. Ebbe und Flut können deshalb mit Gezeitenkraftwerken zur Energiegewinnung genutzt werden.
Betrachtet man die Energiequellen nach ihrem eigentlichen Ursprung, ergibt sich ein überraschend übersichtliches Bild. Ein grosser Teil der auf der Erde verfügbaren Energie stammt direkt oder indirekt von der Sonne: Sonnenstrahlung, Wind, Wasserkraft, Biomasse, Muskelkraft und letztlich auch die in fossilen Brennstoffen gespeicherte Energie. Daneben stehen vor allem Erdwärme, Kernenergie und die durch die Gravitation von Mond und Sonne verursachte Gezeitenenergie.
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DIE WICHTIGSTEN ENERGIETRÄGER IN URI
Fliessendes Wasser gehört zu den ältesten und zuverlässigsten Energiequellen der Menschheit. Schon früh lernte man, seine Kraft mit Wasserrädern zu nutzen. Tag für Tag, Sommer wie Winter, trieben sie Mühlsteine, Sägen, Schmieden, Stampfen sowie zahlreiche weitere Maschinen des Gewerbes an. Wo natürliche Bachläufe fehlten oder nicht genügend Wasser führten, entstanden kilometerlange Kanäle und künstliche Wasserläufe, welche das Wasser gezielt zu Mühlen und Werkstätten in den Dörfern leiteten. Die Wasserkraft war jedoch lange Zeit an den Ort gebunden, an dem das Wasser floss.
Einen grundlegenden Wandel brachte das späte 19. Jahrhundert. Nun konnte die Energie des Wassers mithilfe von Turbinen in mechanische Rotationsenergie und über Generatoren in elektrische Energie umgewandelt werden. Voraussetzung dafür war, dass das Wasser über Druckleitungen oder Stollen mit möglichst grossem Gefälle den Kraftwerken zugeführt wurde. Die erzeugte Elektrizität liess sich anschliessend über Hochspannungsleitungen über weite Entfernungen transportieren. Dadurch wurde die Wasserkraft unabhängig vom Standort des Flusses und entwickelte sich zur wichtigsten erneuerbaren Energiequelle der Schweiz.
Kein anderer Kanton der Innerschweiz nutzt die Wasserkraft so intensiv wie Uri. Die grossen Niederschlagsmengen, zahlreiche Gebirgsbäche sowie die grossen Höhenunterschiede bieten ideale Voraussetzungen für leistungsfähige Speicherkraftwerke und Laufwasserkraftwerke. Heute erzeugen 16 grössere Wasserkraftwerke im Kanton jährlich über 1'550 Millionen Kilowattstunden elektrische Energie. Damit produziert Uri ein Mehrfaches seines eigenen Strombedarfs und zählt zu den bedeutendsten Stromlieferanten der Schweiz.
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ENERGISCHE BEGRIFFE
Der Energiebegriff
Der Begriff «Energie» geht auf das altgriechische Wort energeia (ἐνέργεια) zurück. Dieses setzt sich aus en («in») und ergon («Werk», «Arbeit») zusammen und bedeutet wörtlich etwa «Wirksamkeit», «Tätigkeit» oder «am Werk sein». Geprägt wurde der Begriff im 4. Jahrhundert v. Chr. vom griechischen Philosophen Aristoteles. Er verstand unter energeia die Verwirklichung oder das Tätigsein einer Sache – also den Zustand, in dem etwas seine Möglichkeiten tatsächlich entfaltet. Im Gegensatz dazu stand die dynamis, die blosse Möglichkeit oder das Potenzial.
Erst in der Neuzeit erhielt der Begriff seine heutige naturwissenschaftliche Bedeutung. Besonders im 19. Jahrhundert wurde «Energie» zu einem zentralen Begriff der Physik. Dort bezeichnet Energie die Fähigkeit eines Systems, Arbeit zu verrichten, Wärme abzugeben oder Veränderungen hervorzurufen. Energie kann verschiedene Formen annehmen, etwa Bewegungsenergie, Wärmeenergie, elektrische, chemische oder Strahlungsenergie.
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ABSTIMMUNGEN ZUR ENERGIE
| Datum | | Titel | | E/K | | UR | | CH |
| 25.10.1908 | | Nutzbarmachung von Wasserkräften | | E | | Ja | | Ja |
| 13.03.1955 | | Beteiligung des Kts. Uri am Aktienkapital der Kraftwerke Göschenen und Wassen sowie des Elektrizitätswerkes Altdorf | | K | | Ja | | - |
| 13.03.1955 | | Beteiligung des Kts. Uri am Aktienkapital der Kraftwerke Göschenen und Wassen sowie des Elektrizitätswerkes Altdorf | | K | | Ja | | - |
| 24.11.1957 | | Atomenergie und Strahlenschutz | | E | | Ja | | Ja |
| 07.12.1958 | | Nutzbarmachung des Spöl (Abkommen über die Nutzbarmachung der Wasserkräfte) | | E | | Ja | | Ja |
| 16.12.1962 | | Konzession KW Bürglen II EWA | | K | | Ja | | - |
| 18.02.1979 | | Wahrung der Volksrechte und der Sicherheit beim Bau und Betrieb von Atomanlagen | | E | | Ja | | Nein |
| 20.05.1979 | | Revision des Atomgesetzes | | E | | Ja | | Ja |
| 26.09.1982 | | Volksinitiative für eine umweltfreundliche Energiepolitik | | K | | Nein | | - |
| 26.09.1982 | | Gegenentwurf zur umweltfreundlichen Energiepolitik | | K | | Nein | | - |
| 27.02.1983 | | Energieartikel in der Bundesverfassung | | E | | Nein | | Nein |
| 23.09.1984 | | Wahrung unserer Volksrechte bei Atomanlagen | | K | | Nein | | - |
| 23.09.1984 | | Für ein Zukunft ohne weitere Atomkraftwerke | | E | | Nein | | Nein |
| 23.09.1984 | | Für eine sichere, sparsame und umweltgerechte Energieversorgung | | E | | Nein | | Nein |
| 24.09.1989 | | Verlängerung der Isenthaler-Konzession an das EWA | | K | | Ja | | - |
| 23.09.1990 | | Stopp dem Atomkraftwerkbau (Moratorium) | | E | | Ja | | Ja |
| 23.09.1990 | | Für den Ausstieg aus der Atomenergie | | E | | Ja | | Nein |
| 23.09.1990 | | Energieartikel in der Bundesverfassung | | E | | Ja | | Ja |
| 18.04.1999 | | Energiegesetz des Kantons Uri | | K | | Ja | | - |
| 24.09.2000 | | Gegenentwurf zur Solar-Initiative | | E | | Nein | | Nein |
| 24.09.2000 | | Für einen Solarrappen (Solar-Initiative) | | E | | Nein | | Nein |
| 24.09.2000 | | Gegenentwurf: Energielenkungsabgabe für die Umwelt | | E | | Nein | | Nein |
| 18.05.2003 | | Volksinitiative "MoratoriumPlus - Für die Verlängerung des Atomkraftwerk-Baustopps und die Begrenzung des Atomrisikos (MoratoriumPlus)" | | E | | Nein | | Nein |
| 18.05.2003 | | Volksinitiative "Strom ohne Atom - Für eine Energiewende und die schrittweise Stilllegung der Atomkraftwerke (Strom ohne Atom)" | | E | | Nein | | Nein |
| 14.06.2015 | | Änderung der Gewässernutzungsverordnung (Verfahren und Entscheid bei Konkurrenzsituationen) | | K | | Ja | | - |
| 27.11.2016 | | Volksinitiative «Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie (Atomausstiegsinitiative)» | | E | | Nein | | Nein |
| 22.10.2023 | | Totalrevision des Energiegesetzes des Kantons Uri | | K | | Ja | | - |
| 09.06.2024 | | Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien (Änderung des Energiegesetzes und des Stromversorgungsnetzes) | | E | | Ja | | |
DAS AMT FÜR ENERGIE
Das Amt für Energie ist das kantonale Kompetenzzentrum für
Energiefragen. Es ist federführend bei der Vergabe von
Konzessionen zur Nutzung der Wasserkraft, des Grundwassers und
der Erdwärme. Es ist zuständig für die Energiegesetzgebung im
Gebäudebereich, betreibt die Minergie-Zertifizierungsstelle und
betreut die Energieförderprogramme von Bund und Kanton. Die im
Amt eingegliederte Energieberatungsstelle liefert verlässliche
Informationen für Private und Unternehmen, beispielsweise zur
Energieeffizienz, zum Einsatz von erneuerbaren Energien und zu
den Nutzungsmöglichkeiten von Grundwasser- und
Erdsonden-Wärmepumpen. Strategisch und inhaltlich arbeitet das
Amt für Energie nach den Zielen und Massnahmen der
Gesamtenergiestrategie Uri.
Amt für Energie, Klausenstrasse 2, 6460 Altdorf
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Webseite
Telefon 041 875 26 88 / energie@ur.ch
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