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Uri

Tierseuchen und Tierkrankheiten in Uri

In der Helvetik wurden die staatlichen Kompetenzen bei der Bekämpfung von Viehseuchen ausgeweitet. Die Regulierungen erfolgten auf zwei Ebenen. Einerseits wurde eine Kontrolle des Viehverkehrs mittels amtlichen Gesundheitsscheinen eingeführt. Bei einem Seuchenausbruch hatten die Behörden zudem die Kompetenz, den Weidegang der erkrankten Tiere zu unterbinden.
Staatliche Instanzen konnten seuchenpolizeiliche Erlasse nur durchsetzen, wenn sie gleichzeitig die finanziellen Einbussen der Tierhalter möglichst geringhalten konnten. 1873 wurden die Kompetenzen des Bundes in Bezug auf seuchenpolizeiliche Massnahmen gesetzlich verankert.
1908 wurde in Uri vom Volk die obligatorische Viehversicherung beschlossen, um die betroffenen Viehbesitzer im Seuchenfall entschädigen zu können.
Bezüglich Viehseuchen beschränkte sich Uri bis in die 1870er-Jahre darauf, eine Meldepflicht zu erlassen für umgestandene Tiere, bei denen Verdacht auf eine ansteckende Krankheit be-stand. 1921 erliess Uri eine Vollziehungsverordnung zu den «Bundesgesetzen über polizeiliche Massnahmen gegen Vieh-seuchen». Im Verlauf des 20. Jahrhunderts entwickelte sich dann in Bezug auf Viehseuchen ein wichtiger Aufgabenbereich des Kantons. Die Anzahl Krankheiten, welche überwacht oder mit Impfprogrammen bekämpft wurden, nahm stark zu. Dabei war der Kanton allerdings fast ausschliesslich ausführende In-stanz, welche die Vorgaben des Bundes umsetzte.

    
Literatur: Wunderli Rahel, Berglandwirtschaft im Strukturwandel, Altdorf 2016, S. 182, 228.

IN URI AUFGETRETENE TIERSEUCHEN UND TIERKRANKHEITEN

Blauzungenkrankheit
BSE (Rinderwahnsinn)
Fuchsbandwurm
Gämsblindheit
Lippengrind
Lungentuberkulose
Maul- und Klauenseuche
PRRS-Virus
Sauerbrut
Schweinepest
Staupe
Tollwut
Vogelgrippe

Rindviehversicherung

Die Einführung einer obligatorischen Viehversicherung war in Uri schwierig, und es dauerte vom ersten Entwurf eines Viehversicherungsgesetzes bis zur Abstimmung zehn Jahre, bis ein entsprechendes Gesetz eingeführt war. 1908 nahmen die Stimmbürger die Vorlage für ein «Gesetz über die Rindviehversicherung» an. Es dauerte nur wenige Jahre, bis alle Gemeinden eine Viehversicherung eingeführt hatten.

Weil die Versicherungen vom Kanton subventioniert wurden, waren sie ihm Rechenschaft über ihre finanziellen Verhältnisse schuldig. Der Kanton war zudem bei Streitfällen Rekursinstanz.

Bei der Subventionierung der Viehversicherung wechselten Bund, Kanton und Korporationen später vom Prinzip, einen Beitrag an die Versicherungssumme zu zahlen auf das Prinzip, die Beiträge pro versichertes Tier auszuschütten. In einer Gesetzesrevision von 1971 verfügte der Kanton die Versicherungspflicht für alle Tiere der Rindviehgattung.

2016 wurde das Obligatorium aufgehoben, die Tiere bei einer Versicherungskasse gegen Krankheit und Unfall zu versichern. Die 20 genossenschaftlich organisierten, öffentlich-rechtlichen Rindviehversicherungskassen, der rund 10'000 Tiere von gut 500 Mitgliedern angehören, müssen sich neu organisieren, zumal der Kantonsbeitrag entfällt, oder sich aufheben. Will ein Bauer künftig ein Tier versichern lassen, so muss er eine privatrechtlich organisierte Kasse finden.

Literatur: UW 77, 28.9.2016, S. 2; Wunderli Rahel, Berglandwirtschaft im Strukturwandel, Altdorf 2016, S. 233 ff.

ALLGEMEINE EREIGNISSE ZU VIEHSEUCHEN

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Viehseuche bricht aus
Es bricht eine grosse Viehseuche aus, die ganze drei Jahre wütet und den Viehbestand um mehr als die Hälfte kürzt. Die Seuche kommt aus Ungarn und verbreitet sich bis nach Frankreich hinein. Man denkt nicht mehr ans Kriegen.
Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 10.
     
1921  / Donnerstag, 3. November 1921
Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz betreffend die Bekämpfung der Tierseuchen
Der Landrat erlässt die Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz betreffend die Bekämpfung der Tierseuchen vom 13. Juni 1917. Der auf vier Jahre im Nebenamt gewählte Kantonstierarzt hat besonders den Verkehr mit Tieren und tierischen Stoffen auf den Eisenbahnen zu überwachen.
LB UR 1917 Bd 8, S. 481 ff.
     
2012  / Sonntag, 25. November 2012
Tierseuchengesetz - Uri gehört zu den beiden Nein-Kantonen
Während gesamtschweizerisch die Änderung des Tierseuchengesetzes deutlich angenommen wird, sagt Uri - zusammen mit Appenzel Innerrhoden - klar Nein.
UW 93, 28.11.2012
     
2014  / Montag, 14. Juli 2014
Sieben Rinder auf Blackenalp tot aufgefunden
Auf der Engelbergerseite des Surenenpasses, auf der Blackenalp werden 560 Rinder gesömmert. Jetzt werden zwei weitere Rinder tot aufgefunden. Insgeamt sind es diesen Alpsommer bereits sieben. Rauschbrand als Ursache kann ausgeschlossen werden. Die Tiere waren mit dem Pararauschbrand infiziert. Laut dem Experten hätten es die Bauern im Winter verpasst, die Rinder zu impfen.
UW 63, 13.8.2014, S. 3.
     

 
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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / letzte Aktualisierung: 6.4.2017