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Uri

Geschützte und jagdbare Tiere in Uri

 Die Jagd spielte im Mittelalter in der Nahrungsmittelbeschaffung eine bedeutende Rolle. Ein ansehnlicher Teil des Fleischkonsums bestand auf den Alpen sowie für gewisse, nahe dem Wildbestand gelegene Ganzjahressiedlungen aus Wildbret. Die Jagd stand in Uri wohl schon m Mittelalter allen freien Leuten offen. Sie war für das einfache Volk nicht ein sportliches Vergnügen, wie etwa für den Adel, sondern ein wichtiger Teil der Existenzgrundlage. Das Alltagsleben war noch von der Freibeuterei geprägt.
Bis zur Gründung der Urner Jägervereine war der Jagdfrevel stark verbreitet. Eine gute Anzahl Jäger löste kein Patent und ging wohl ohne behördliche Bewilligung zur Jagd. Vor der Eröffnung der Jagdzeit waren früh morgens und abends spät jeweils Schüsse zu hören. Die einen trieb die wirtschaftliche Not, andere sahen in der Jagd eine tief verwurzelte Tradition, die als Recht empfunden wurde, als freier Mann in der Wildbahn eine Waffe zu führen und sie bei günstiger Gelegenheit auch einzusetzen.
Abgesehen von den Kontrollgängen der nebenamtlichen Wildhüter um das eidgenössische Jagdbanngebiet Urirotstock und Gitschen gab es keine Jagdaufseher. Von einer offiziellen Aufsicht war nichts zu spüren.
Die Bestimmung der jagdbaren Tierarten ist Bundessache. Diese sind im Bundegesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (1986, SR 922.0) festgehalten. Die Kantone können die Schonzeiten verlängern oder die Liste der jagdbaren Arten einschränken. Sie sind dazu verpflichtet, wenn der Schutz örtlich bedrohter Arten dies erfordert. Die Schonzeiten können vorübergehend verkürzt werden, um zu grosse Bestände zu vermindern oder die Artenvielfalt zu erhalten.
Der Kanton Uri hat von dieser Kompetenz gemacht, indem nur die in der Verordnung zum eidgenössischen Jagdgesetz (1988, RB UR 40.3111) aufgeführte Tiergattungen gejagt werden dürfen. Der Regierungsrat kann weitere Schonzeiten sowie Beschränkungen innerhalb der einzelnen Tiergattungen im entschprechenden Reglement (Jagdbetriebsvorschriften, RB UR 40.3121) festlegen.
Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd. 1, S. 87.

In Uri jagdbare Tierarten

Dachs
Schutz: --- 
Schonzeit: vom 16. Januar bis 15. Juni
Jagd: Niederwild- und Passjagd; seit 2001 auch Hochwildjagd (Änderung Jagdverordnung 2000, Abl UR 2000/1430).
Abschussprämie: 30 Franken

Abschusszahlen: 53 (2012)
   
Fuchs
Schutz:---
Schonzeit: vom 1. März bis 15. Juni
Jagd: Hochwild-, Niederwild- und Dussjagd
Abschussprämie: 30 Franken

Abschusszahlen: 419 (2012)
   
Gämse
Schutz: geschützt sind melke Gämsgeissen und Gämskitze, Gämsgeissen mit Krickeln von 14,1 bis 17,9 cm, Gämsböcke mit Krickeln von 14,1 bis 19,9 cm; generell Albinos
Schonzeit: vom 1. Januar bis 31. Juli;
Jagd: Hochwildjagd; pro Patent dürfen zwei Tiere (Alter, Krickelmass) erlegt werden.
Abschussprämie: keine

Abschusszahlen: 600 (2012)
   
Murmeltier
Schutz: Murmeltiere unter 1 ½ Jahren; Verbot der Jagd im Abstand von 200 m zu SAC-Hütten.
Schonzeit: vom 16. Oktober bis 31. August
Jagd: Hochwildjagd; pro Patent 2 Murmeltiere
Abschussprämie: keine

Abschusszahlen: 292 (2012)
   
Reh
Schutz: geschützt sind melke Rehgeissen;
Schonzeit: vom 1. Februar bis 30. April; zusätzliche Schongebiete bei übermässigem Schneefall
Jagd: Niederwildjagd; pro Patent dürfen höchstens 1 Bock und 1 Geiss erlegt werden.
Abschussprämie: keine

Abschusszahlen: 258 (2012)
   
Rothirsch
Schutz: melke Hirschkühe; mit Halsband markiertes Hirschwild; Hirschkälber (ausgenommen Nachjagd).
Schonzeit: vom 1. Februar bis 31. Juli
Jagd: Hochwildjagd
Abschussprämie: keine

Abschusszahlen: 174 (2012)
   
Schneehase
Schutz: ---
Schonzeit: vom 1. Januar bis 30. September
Jagd: Niederwildjagd; pro Patent 2 Schneehasen.
Abschussprämie: keine

Abschusszahlen: 59 (2012)
   
Steinbock
Schutz: nur Hegeabschüsse (seit 1995) in der Zeit vom 1. September bis 30. November
Schonzeit: ganzes Jahr

Abschusszahlen: ()
   
Steinmarder
Schutz: --- 
Schonzeit: vom 16. Februar bis 31. August
Jagd: Niederwild- und Passjagd
Abschussprämie: keine

Abschusszahlen: 120 (2012)
   
Wildschwein
Schutz: ---
Schonzeit: vom 1. Februar bis 30. Juni Jagd: Hoch- und Niederwild; seit 2001 jagdbar (Änderung Jagdverordnung 2000, Abl UR 2000/1430).
Abschussprämie: keine

Abschusszahlen: ()
   
Blässhuhn
Schutz: ---
Schonzeit: vom 1. Februar bis 31. August;
Jagd: Wasserwildjagd; Abschussprämie: keine

Abschusszahlen: ()
   
Eichelhäher
Schutz: nein
Schonzeit: keine
Jagd: Niederwildjagd
Abschussprämie: keine

Abschusszahlen: ()
   
Elster
Schutz: nein
Schonzeit: keine
Jagd: Niederwildjagd
Abschussprämie: 5 Franken

Abschusszahlen: 8 (2012)
   
Kolkrabe
Schutz: ---
Schonzeit: vom 16. Februar bis 31. Juli
Jagd: Niederwildjagd
Abschussprämie: keine

Abschusszahlen: ()
   
Kormoran
Schutz: ---
Schonzeit: vom 1. Februar bis 31. August;
Jagd: Wasserwildjagd; Abschussprämie: keine

Abschusszahlen: ()
   
Rabenkrähe
Schutz: ---
Schonzeit: keine
Jagd: Niederwildjagd
Abschussprämie: 5 Franken

Abschusszahlen: ()
   
Reiherente
Schutz: ---
Schonzeit: vom 1. Februar bis 31. August;
Jagd: Wasserwildjagd;
Abschussprämie: keine

Abschusszahlen: ()
   
Schneehuhn
Schutz: --- 
Schonzeit: vom 1. Dezember bis 15. Oktober
Jagd: Niederwildjagd; pro Niederwildpatent ist der Abschuss auf drei Tiere beschränkt.
Abschussprämie: keine

Abschusszahlen: 37 (2012)
   
Stockente
Schutz: ---
Schonzeit: vom 1. Februar bis 31. August;
Jagd: Wasserwildjagd;
Abschussprämie: keine.

Abschusszahlen: ()
   

Nebst den aufgeführten Tierarten dürfen auch verwilderte Haustauben (Niederwildjagd) und verwilderte Hauskatzen (Niederwild- und Passjagd) gejagt werden.

In Uri nicht jagdbare Tiere

Die Jagd auf nachfolgende Tiere ist zwar nach eidgenössischem Jagdgesetz erlaubt, diese sind in Uri jedoch in Uri nicht jagdbar beziehungsweise hier nicht heimisch.

  Feldhase
  Marderhund
  Birkhahn
  Fasan
  Haubentaucher
  Nebelkrähe
  Rebhuhn
  Ringeltaube
  Türkentaube
  Waldschnepfe
  Damhirsch

Weitere jagdbare, in Uri jedoch nicht vorkommende Arten sind: Sikahirsch, Mufflon, Wildkaninchen und Waschbär.

In der gesamten Schweiz nicht jagdbare Tiere

Nachfolgende Säugetiere und Vögel sind in der Schweiz durch das Jagdgesetz geschützt.

  Bär
  Eichhörnchen
  Fischotter
  Iltis
  Luchs
  Osterhase
  Wolf
  Adler
  Amsel
  Auerhahn
  Bartgeier
  Eisvogel
  Gänsesäger
  Grünspecht
  Habicht
  Haselhuhn
  Reiher
  Schwan
  Storch
  Wildgans

Von den Wildenten sind zudem namentlich durch das Gesetz geschützt: Wildgänse, Halbgänsearten (Brandgans und Rostgans), Säger und Schwäne sowie Marmelente, Scheckenten, Kragenenten, Ruderenten, Spatelenten und Kolbenenten.

 
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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 18.5.2014