RELIGION UND GLAUBEN

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KATHOLISCHE KIRCHE

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Das Papsttum und Uri

PAPSTTUM

Der Papst ist das Oberhaupt der katholischen Kirche in Rom. Nach katholischer Auffassung und anderer christlicher Kirchen ist er Nachfolger des Apostels Petrus, der von diesen Kirchen als erster Bischof von Rom angesehen wird. Sein legendärer Märtyrertod unter Nero sowie seine Anwesenheit in Rom überhaupt sind in der Geschichtsforschung umstritten, können jedoch durch das Zeugnis des 1. Clemensbriefs (98) eine gewisse Wahrscheinlichkeit für sich beanspruchen. Begründet wird der Führungsanspruch mit einer Stelle aus dem Matthäus-Evangelium der Bibel im Kapitel 16: „Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und dir will ich geben die Schlüssel über das Himmelreich. Was du auf Erden bindest, soll im Himmel gebunden sein. Und was du auf Erden lösest, soll im Himmel gelöst sein.“ Seit Gregor I. beanspruchen die römischen Bischöfe den Titel Papst exklusiv führen zu dürfen. Besonders in der Antike und im Mittelalter wurden insgesamt 38 Gegenpäpste ernannt. Diese waren häufig umstritten, da sie durch Gewalt oder unrechtmäßige Papstwahlen eingesetzt wurden. 1054 führte ein Streit zwischen Päpsten und Kaisern zur sogenannten Kirchenspaltung zwischen der römisch-katholischen und der griechisch-orthodoxen Kirche. Papst Clemens V. verlegte 1309 seinen Sitz nach Avignon. Bis 1377 blieben alle nachfolgenden Päpste im französischen Exil. Erst Gregor XI. kehrte nach Rom zurück. Nach seinem Tod kam es zum Abendländischen Schisma. Erst das Konstanzer Konzil von 1414 bis 1418 beendete die Misere. Alle drei Päpste wurden abgesetzt und Martin V. zum neuen Kirchenoberhaupt gewählt. Im 15. und 16. Jahrhundert bekam der Papst eine überragende Machtstellung. Urner Söldner standen in seinen Diensten. Die Reformation und die damit verbundenen Glaubenskriege spalteten die Kirche in die römisch-katholische Kirche und die protestantische Kirche. Im 17. und 18. Jahrhundert bauten die Päpste eine strukturierte Verwaltung auf. Der Papst stand als absolutistischer Herrscher an der Spitze des Kirchenstaats. Dessen Ende kam im Jahre 1870 als Vittorio Emanuele Rom eroberte und Italien zu einem Staat einte. Erst die Lateranverträge im Jahre 1929 zwischen Papst Pius XI. und Benito Mussolini legten die Souveränität des Vatikanstaats fest. Eine grundlegende Reform des Katholizismus leitete Papst Johannes XXIII. mit der Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils ein. Uri hatte seit dem Spätmittelalter gute Beziehungen zum Papst. Als Territorialherr schätzte er die Unterstützung der Urner Söldner. Uri erhielt deshalb auch manche geistliche Rechte (freie Pfarrwahl). Der Papst unterstützte auch die Gründung des Benediktinerinnenklosters Seedorf (1559) und des Kapuzinerklosters Altdorf (1581). Die Verbindung mit dem Papsttum intensivierte sich insbesondere durch die Einrichtung der Nuntiatur in Luzern, teilweise mit Sitz in Altdorf. Helmi Gasser, Kirchliches und religiöses Leben, in: Historisches Lexikon der Schweiz, Band 12, S. 668 f. Quelle: www.wikipedia.de

DER DERZEITIGE PAPST

Jorge Mario Bergoglio wurde am 13. März 2013 zum 266. Papst gewählt und gab sich den Namen Franziskus I. Er ist der erste Lateinamerikaner und der erste Jesuit in diesem Amt.

PÄPSTE MIT URNER BEZIEHUNGEN

Julius II.
Herkunft: Italien
Pontifikat: 1503 - 1513
Bürgerlicher Name: Giuliano della Rovere
Beziehungen zu Uri: schenkte den Urner für ihre Verdienste das Juliusbanner (1512)

Pius VII.
Herkunft: Italien
Pontifikat: 1800 - 1823
Bürgerlicher Name: Luigi Barnaba Niccolò Maria Graf Chiaramonti
Beziehungen zu Uri: Papst Pius VII. unterstellt 1819 Uri dem Bistum Chur.

Gregor XVI.
Herkunft: Italien
Pontifikat: 1831 - 1846
Bürgerlicher Name: Bartolomeo Alberto Cappellari
Beziehungen zu Uri: Papst Gregor XVI. verfügt 1831 die Angliederung von Uri ans Bistum Basel, doch das entsprechende Konkordat kommt nie zustande.

Pius X.
Herkunft: Italien
Pontifikat: 1903 - 1914
Bürgerlicher Name: Giuseppe Melchiorre Sarto
Beziehungen zu Uri: liess sich vom Künstler Adolf Müller von Ury porträtieren

Benedikt XV.
Herkunft: Italien
Pontifikat: 1914 - 1922
Bürgerlicher Name: Giacomo della Chiesa
Beziehungen zu Uri: Stellungnahme zur Feiertagsordnung in Uri

Pius XI.
Herkunft: Italien
Pontifikat: 1922 - 1939
Bürgerlicher Name: Achille Ambrogio Damiano Ratti
Beziehungen zu Uri: liess sich vom Künstler Adolf Müller von Ury porträtieren

Pius XII.
Herkunft: Italien
Pontifikat: 1939 - 1958
Bürgerlicher Name: Eugenio Maria Giuseppe Giovanni Pacelli
Beziehungen zu Uri: Ernennung von Bischof Johannes Vonderach zum Koadjutor-Bischof der Diözese Chur

Quelle: Von Matt Leonhard / Kühner Hans, Die Päpste, Zürich 1963, S. 1 ff.

URNER EREIGNISSE MIT DEM PAPSTTUM

1184  - Papst Lucius III.
Der Papst nimmt das Kloster Engelberg in seinen Schutz
Papst Lucius III. nimmt das Kloster Engelberg in seinen Schutz, verpflichtet es zur Beobachtung der Benediktiner-Regel und bestätigt ihm alle rechtmässigen Besitzungen, so das Gebiet bis zum Surenegg (Soranecke).
Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft I.1 Nr. 176, S. 85.
     
1244  - Papst Innozenz IV.
Papst bestätigt Fraumünsterbesitz an Uri
Papst Innozenz IV. nimmt die Abtei Zürich mit allen jetzigen und künftigen Besitzungen in seinen Schirm und bestätigt im Besonderen die Kirche von Altdorf in Uri samt zugehörigen Behörden und ihrem sonstigen Besitz.
Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 1, S. 70.
     
1248  - Papst Innozenz IV.
Päpstliche Bestätigung der bischöflichen Schenkung
Papst Innozenz IV. bestätigt die bischöfliche Schenkung der Einkünfte von Altdorf. Damit ist die Kirche Altdorf der Fraumünsterabtei inkorporiert. Mit der Bedingung eines ständigen Vikars ist zugleich eine wichtige Voraussetzung für eine weitere Entfaltung des kirchlichen Lebens geschaffen.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Uri, Bd. 1.1., S. 54.
     
1248  - Papst Innozenz IV.
Päpstlicher Widerruf der Verleihung der Altdorfer Pfarrpfründe
Nachdem Johann von Ernen, Chorherr am Grossmünster in Zürich, nach dem Tod von Bischof Heinrich von Tanne, unter Vorgabe, dass die Kirche in Altdorf erledigt sei, die Pfarrpfründe widerrechtlich erlangt hat, widerruft Papst Innozenz IV. seine früher erteilte Verleihung.
QW I/1 Nr. 593, S. 269.
     
1255  - Papst Alexander IV.
Almosensammler der Lazariter sollen gut aufgenommen werden
Papst Alexander IV. empfiehlt der hohen und niedern Geistlichkeit bei ihren Untergebenen dahin zu wirken, dass die Almosensammler der Lazariterhäuser, welche Arme und Kranke pflegen, gut aufgenommen und mit reichlichen Gaben beschenkt werden.
Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 2, S. 13.
     
1471  - Papst Pius III.
Ablassbrief für Silenen und Wassen
Kardinallegat Franciscus Todeschini-Piccolomini, der spätere Papst Pius IIl. macht in Hospental Rast und erteilt von dort aus der Pfarrkirche Silenen mit deren Filialkirche Wassen einen Ablassbrief.
Gisler Friedrich, Urner Geschichtskalender, Bd. 2, S. 55.
     
1561  - Papst Pius IV.
Papst erteilt dem Altdorfer Pfarrer das Recht für Rekonziliationen
Auf Bitte des Rates von Uri und durch die Bemühung des Nuntius Giovanni Antonio Volpe erhält der jeweilige Pfarrer von Altdorf durch ein Breve des Papstes Pius IV. das seltene Privileg, im Gebiet von Uri Kirchen, Klöster, Altäre und Friedhöfe zu rekonzilieren (Wiederheiligung) und Kelche und Glocken zu weihen, was sonst nur den Bischöfen zusteht.
Gasser Helmi, Kirchliches und religiöses Leben, in: Historisches Lexikon der Schweiz, Band 12, S. 668 f.
     
1819  - Papst Pius VII.
Uri wird dem Bistum Chur unterstellt
Papst Pius VII. unterstellt die Urkantone, zusammen mit andern deutschschweizer Kantonen dem Bischof von Chur, Karl Buol von Schauenstein. Der Bischof von Chur wird dadurch apostolischer Administrator dieser Gebiete.

     
1854  - Papst Pius IX.
Dogma der unbefleckten Empfängnis Marias
Papst Pius IX. verkündet am 8. Dezember 1854 in seiner Bulle Ineffabilis Deus („Der unbegreifliche Gott“) das Dogma von der unbefleckten Empfängnis Mariens.
www.wikipedia.de
     
1905  - Papst Benedikt XV.
24. Juni kein Feiertag mehr
Das bischöfliche Odinariat teilt auf Ansuchen des Regeirungsrates mit, dass der Heilige Stuhl zu Rom den Feiertag St. Johann Baptista am 24. Juni für den Kanton Uri gänzlich aufgehoben hat. Betreffend St. Peter und Paul lautet die Entscheidung von Papst Benedikt XV. jedoch verneinend.
LB UR Band 6, S. 234
     
1907  - Papst Pius XI.
Adolf Müller-Ury erhält Auftrag für Papst-Porträt
Der Maler Adolf Müller-Ury erhält von einem amerikanischen Kunstmäzen den Auftrag, ein Portrait von Papst Pius X. zu erstellen. Er reist zu diesem Zweck von New York nach Rom.
UW 28, 13.7.1907
     
1908  - Papst Pius X.
Papst ernennt Pater Bernhard Christen zum Titular-Erzbischof
Papst Pius X. ernennt den General des Kapuzinerordens, Pater Bernhard Christen, von Andermatt zum Titular-Erzbischof von Stauropolis in Kleinasien. Die Konsekration findet in Rom am Fest der Heiligen Dreifaltigkeit statt. Stauropolis (Kreuzesstadt) war seit dem sechsten Jahrhundert anstelle des zerstörten Aphrodisias die kirchliche Metropole der kleinasiatischen Provinz Karien. Mit dem Vordringen des Islams verschwand das Christentum in dieser Gegend. Die Kirche hat aber das Andenken an die christliche Vergangenheit festgehalten, indem sie die alten Bischofstitel immer wieder verleiht.
UW 23, 6.6.1908, 24, 13.6.1908; 29, 18.7.1908; 30, 25.7.1908;
     
1928  - Papst Pius XI.
Anton Gisler - Weihbischof der Diözese Chur
Papst Pius XI. ernennt Anton Gisler von Bürglen, Regens am Priesterseminar in Chur, zum Titularbischof von Mileve und Coadjutor mit Nachfolgerecht von Chur. Die Konsekration des neuen Bischofs findet in Chur statt.
UW 20, 19.5.1928; 26, 30.6.1928
     
1930  - Papst Pius XI.
Papstfeier im Tellspielhaus
Im Tellspielhaus in Altdorf findet eine Feier zu Ehren zum goldenene Priesterjubiläum von Papst Pius XI. statt. Im Zentrum der von den katholischen Altdorfer Vereinen veranstalteten Papstfeier steht die Festrede von Weihbischof Antonius Gisler, umrahmt von Vorträgen der Feldmusik und der Harmonie.
UW 11, 15.3.1930
     
1931  - Papst Pius XI.
Adolf Müller-Ury wird vom Papst geehrt
Papst Pius XI. ernennt den Porträtmaler Adolf Müller-Ury zum römischen Grafen, comes Romanus. Die Auszeichnung ist Ausdruck der Anerkennung für die künstlerischen Leistungen des Malers, welcher die Ehre hatte den Papst und andere hohe kirchliche Würdeträger zu porträtieren.
UW 3, 17.1.1931
     
1947  - Papst Pius XII.
Urner Regierung beim Papst
Anlässlich der Heiligsprechung von Niklaus von Flüe empfängt Papst Pius XII. auch den Urner Landammann Indergand und Justizdirektor Huber.
UW 39, 21.5.1947
     
1957  - Papst Pius XII.
Johannes Vonderach wird Weihbischof
Papst Pius XII. ernennt Johannes Vonderach zum Churer Weihbischof mit dem Recht zur Nachfolge. Die Weihe erfolgt am 8. Dezember in der Kathedrale Chur. Ihm zu Ehren läuten um 12.00 Uhr sämtliche Glocken der katholischen Kirchen im Kanton Uri.
UW 90, 16.11.1957
     

 
PAPSTTUM

Verzeichnis aller Päpste
Päpstliche Nuntiatur

PAPSTBILDER IM MUSEUM

Papst Pius XI.
Gemälde von Adolf Müller-Ury
Historisches Museum Uri
     

Papst Pius X.
Gemälde von Adolf Müller-Ury
Historisches Museum Uri

PÄPSTLICHES GESCHENK

1512 erhielten die Urner für ihren tapferen Einsatz von Papst Julius II. dieses Banner geschenkt.

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / letzte Aktualisierung: 14.8.2017