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Säumerwesen

 
Sustgebäude (in Arbeit)

Die Säumergenossenschaften übernahmen den Transport der Kaufmannsgüter über den Gotthardpass. Sie wurden von den Teilern geleitet. Ausgangspunkt und Zielort war der Hafenort Flüelen.

Das Saumrecht war Bestandteil des Landrechts und wurde sowohl als Haupt- als auch als Nebenerwerb ausgeübt. Die Säumer waren genossenschaftlich organisiert. Etappen der Säumerei waren Flüelen, Silenen, Wassen und Ursern. Hier bestanden auch Säumergenossenschaften und Susten.

Die Säumergenossen hatten auf ihren Strecken das Transportrecht, ein Privileg, welches ihnen eine monopolartige Stellung verlieh (Strusfuhr). Die Kaufleute schätzten den schnellen Transport und waren auch bereit, dafür einen höheren Preis zu zahlen (Strackfuhr). Für solche Transporte musste aber als Beitrag an den Strassenunterhalt jeder Säumergenossenschaft die Fürleiti bezahlt werden.

In den Susten konnten die Kaufmannsgüter eingelagert werden.


In Uri bestanden folgende Susten:

Flüelen
Silenen
Wassen
Andermatt

1806 wurde auf dem Altdorfer Lehnplatz die Kantonalsust eröffnet (heutiges Zeughaus). Diese verlor jedoch nach Eröffnung der Gotthardstrasse schnell an Bedeutung.

BEGRIFFE ZUM SÄUMERWESEN

Fürleiti
Fürleiti war jene Gebühr, welche fremde Kaufleute für die Saumlasten bezahlen mussten, welche sie nicht «zum Teil schlugen», also nicht den einheimischen Säumergenossenschaften zum Transport übergaben, sondern mit eigenen Pferden oder Saumtieren führten. Die Fürleiti betrug im Spätmittelalter pro Saum 3 Kreuzplappart und ein alter Sechsger. Seit dem 16. Jahrhundert bestanden differenzierte Zolltarife. Die Fürleiti war für den Unterhalt von Weg und Steg bestimmt. Diese Last ruhte auf den örtlichen Säumergenossenschaften, weshalb deren Teiler am Einzug der Fürleiti beteiligt waren.
Quellen / Literatur: Stadler Hans, Die Behörden- und Verwaltungsorganisation Uris, GF Bd 133 (1980), S. 50.


Säumergenossenschaften
Die Säumer waren genossenschaftlich organisiert. Die Säumergenossenschaften übernahmen den Transport der Kaufmannsgüter über den Gotthardpass. Ausgangspunkt und Zielort war der Hafenort Flüelen. Etappen der Säumerei waren Flüelen, Silenen, Wassen und Ursern. Hier bestanden auch Säumergenossenschaften.

Saumrecht
Das Saumrecht war Bestandteil des Landrechts wie der Nutzen und die Pflichten an den Alpen, Allmenden, Wäldern. Nur vollwertige Mitglieder der Genossamen durften säumen. Das Saumrecht wurde sowohl als Haupt- als auch als Nebenerwerb ausgeübt.

Strackfuhr (Fürleiti)
Strackfuhr - Vorteile für den Kaufmann Die Kaufleute schätzten den schnellen Transport und waren auch bereit, dafür einen höheren Preis zu zahlen. Deshalb gab es schon früh Säumer, die ausserhalb der genossenschaftlichen Organisation über weitere Strecken hinweg Transporte ausführten. Für solche Transporte musste aber als Beitrag an den Strassenunterhalt jeder Säumergenossenschaft die Fürleiti bezahlt werden. Von der Fürleiti waren nur die Schwyzer und Unterwaldner befreit.

Strus- oder Teilfuhr
Strus- oder Teilfuhr - Vorteile für den Säumer Die Säumergenossen hatten auf ihren Strecken das Transportrecht, ein Privileg, welches ihnen eine monopolartige Stellung verlieh (Strusfuhr). Die Strecke der Ursner Säumer reichte bis zur Passhöhe. die Flüeler führten bis Silenen, die Silener bis Wassen, und die Wassner bis Ursern. Die Säumer waren auch verpflichtet, die Güter zu befördern, damit die Kaufleute nicht warten mussten. Darüber hinaus oblag ihnen der Unterhalt von Weg und Steg, wobei die gesamte Genossame subsidiär im Hintergrund stand. Der Säumer konnte abends wieder heimkehren und seinen Landwirtschaftsbetrieb besorgen. Zudem konnte in der jahreszeitlichen Verhältnissen das Verkehrsmittel (Schlitten) auf den einzelnen Streckenabschnitten besser angepasst werden. Die Teilfuhr bestand bis ins 19. Jahrhundert.

Susten
Für den sicheren Warentransport waren die Susten unentbehrlich, wo die Kaufmannsgüter eingelagert werden konnten und vor Wetter und Diebstahl geschützt waren. In Uri bestanden folgende Susten: - Flüelen - Silenen - Wassen - Andermatt 1806 wurde auf dem Altdorfer Lehnplatz die Kantonalsust eröffnet (heutiges Zeughaus). Diese verlor jedoch nach Eröffnung der Gotthardstrasse schnell an Bedeutung.

Teiler
Die Säumergenossenschaften wurden von den Teilern geleitet, die jedem Säumer die Saumlasten zuteilten, die Spedition überwachten, die Abrechnung mit den Kaufleuten besorgten und die Fuhrlöhne aus zahlten.

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 18.5.2014