BRAUCHTUM

Brauchtumsjahr Vereine Fasnacht Samichlaus Festtage Folklore Volksmusik Dorfchilbi Sennenchilbi Woldmanndli Kulinarisches Sagenwelt Diverses

Besondere Tage in den nächsten 30 Tagen



Sonntag, 1. September 2019
Vrenächilbi auf dem Urnerboden
1. Sonntag im September

Als junges Mädchen schliesst sich Verena in der Thebäischen Legion an, verlässt ihre Heimat Ägypten. Während die Soldaten weiter nordwärts ziehen, bleibt Verena in Mailand und pflegt dort die Kranken. Die Soldaten fallen einer Christenverfolgung zum Opfer und als Verena davon erfährt, begibt sie sich an den Ort des Geschehens und hilft die Märtyrer zu bestatten. Sie lebt fortan in einer Höhle nahe der Stadt Solothurn (Verenaschlucht). Sie wird von Kranken aufgesucht, von Einheimischen unterstützt und schliesslich vom römischen Statthalter verhaftet und in den Kerker geworfen. Aufgrund ihres Glaubens droht ihr die Todesstrafe. Im Kerker erscheint Verena Mauritius, der sie tröstet und sie im Glauben an Gott stärkt.
Als der Statthalter erkrankt, heilt ihn Verena. Sie wird daraufhin frei gelassen. Zurück in ihrer Höhle gründet Verena eine Gemeinschaft religiöser Frauen. Später verlässt Verena Solothurn und sucht sich eine neue Wirkungsstätte auf einer Insel in der Nähe von Koblenz. Sie zieht dann weiter nach Zurzach. Auch hier kümmert sie sich um Arme und Kranke und ist bei der Bevölkerung bald sehr beliebt, was auch Neid und Missgunst erzeugt.

Die Kapelle auf dem Urnerboden ist zwar St. Erhard geweiht. In vielen Quellen und an dem Fassadengemälde des ehemaligen Schulhauses taucht jedoch das Patrozinium Verena auf. Auch das Kirchweihfest orientiert sich am Fest der Verena (1. September). Die erste Kapelle auf dem Urnerboden dürfte wohl der Hl. Verena geweiht gewesen sein.

-------------------------


Sonntag, 8. September 2019
Mariä Geburt
Festes Datum: 8. September


-------------------------


Samstag, 14. September 2019
Heiligkreuztag (Kreuzerhöhung)
Festes Datum: 14. September

Der Ursprung des Festes der Kreuzerhöhung verbindet sich mit der Legende der Wiederauffindung des Kreuzes Christi durch Kaiserin Helena im zeitlichen Zusammenhang mit dem Bau der Grabeskirche durch Konstantin. In diesem Zusammenhang wurde eine Kreuzesreliquie gezeigt. Von Jerusalem aus verbreitete sich die Kreuzverehrung, darunter auch der Brauch, Kreuzreliquien und Kreuzdarstellungen dem Volk zur Verehrung zu zeigen (sie zu „erhöhen“ = hochzuhalten). Der Heiligkreuztag ist bei der Koproration Uri hinsichtlich der Heimkuhweide von Bedeutung (Sömmerung der Pferde, Galte Kühe müssen vor dem 14. September kalbern).
-------------------------


Sonntag, 15. September 2019
Eidgenössischer Buss- und Bettag
Dritter Sonntag im September

DANK-, BUSS- UND BETTAG aktueller Feiertag Dank-, Buss- und Bettag Nebst der Bundesfeier am 1. August wird auch der Dank-, Buss- und Bettag am dritten September-Sonntag in der gesamten Schweiz gefeiert. Beide Feiertage sind erst im 19. Jahrhundert entstanden, beide aus dem Bedürfnis, die zerstrittene Schweiz durch einen gemeinsamen Feiertag wieder zusammenzukitten. Während heute der 1. August als eigentliches Volksfest begangen wird, ist der Bettag immer noch besinnlicher Natur. Er zählt zu den hohen Feiertagen und an diesem Tag ist die Abhaltung von Wettkämpfen, öffentlichen Umzügen und Schaustellungen aller Art verboten. In der Nacht auf den Montag dürfen zudem keine öffentlichen Tanzveranstaltungen abgehalten werden. 19. Jahrhundert text nationalfeiertag bettag kürzen Nationalfeiertag Erste August August, Erster Dank-, Buss- und Bettag Bettag Höhenfeuer Bengalische Feuer
-------------------------


Mittwoch, 18. September 2019
Dritte Fronfasten
Mittwoch zwischen dem 15. und 21. September
Fastentag
Die Fron- oder Quatemberfasten treten viermal im Jahre ein. Früher waren diese jeweils an einem Mittwoch, Freitag und Samstag: nach dem Aschermittwoch, nach Pfingsten, nach Kreuzerhöhung (14. September) und und nach Lucia (13. Dezember).
Diese Fronfastentage hatten für den Urner stets eine ganz besondere Bedeutung. Man ging beispielsweise an diesen Tagen auch nicht auf die Jagd, und wer es etwa trotzdem frevelhafterweise tat, musste seinen Vorwitz meist bitter büssen. «Z'altä Wuchä» soll man auf keinen Baum klettern, um das Obst zu pflücken. Nach dem Volksglauben trug der Baum danach einige Jahre keine Früchte. Kinder, die an Fronfasten geboren wurden, konnten zukünftige Dinge voraussehen. In den Fronfasten waren die Geister am unruhigsten und gefährlichsten. Die Tage verlangten daher Vorsicht. Nach den Fronfasten wurden auch Gerichtstermine (Kantonsgericht) festgelegt.

Literatur: Iten Karl, Stadler Emil; Zeitungsserie «Rings um ds Ürner Chuchigänterli», in: GP Nr. 18, 2.5.1970.

-------------------------

 

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / letzte Aktualisierung: 5.5.2019