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Verfassungen des Kantons Uri

(Angaben folgen)

ÜBERSICHT DER EINZELNEN URNER VERFASSUNGEN

Mediationsakte vom 19. Februar 1803
Samstag, 19. Februar 1803
Die Verfassung des Kantons Uri ist als 16. Kapitel in der Mediationsakte vom 19. Februar 1803 aufgeführt. Sie umfasst sieben Artikel. Die Urner Kantonsverfassung war ein Teil der Mediationsakte, die von Frankreich und den übrigen Schweizer Kantonen garantiert wurde, es lag nicht mehr in der Kompetenz der Landsgemeinde, sie abzuändern.

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Die Verfassungserklärung vom 7. Mai 1820
Sonntag, 7. Mai 1820
«Erklärung über die Verfassung des Kantons Ury, wie solche ins Eidgenössische Archiv niedergelegt worden."

Der Kanton Uri besass bis ins frühe 19. Jahrhundert keine geschriebene Verfassung. Artikel 15 des Bundesvertrages bestimmte jedoch, dass die Verfassungen der Stände der Tagsatzung einzugeben waren und in das Eidgenössische Archiv abgelegt werden sollten. Landammann, Räte und gemeine Landleute legten mit Datum vom 7. Mai 1820 folgende Grundsätze fest, die auf durch Jahrhunderte lange Übung und auf der bestehenden Ordnung beruhten.»


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Verfassung vom 5. Mai 1850
Sonntag, 5. Mai 1850
Nach der Niederlage im Sonderbundkrieg beschloss Uri 1847 unter dem Druck der eidgenössischen Besatzungstruppen einige wenige grundsätzliche Änderungen im liberalen Sinn. Die Lebenslänglichkeit der Ratsherrenmandate, der geheime Rates und die geheimen Prozesse wurden abgeschafft. Der Regierungsrat wurde als Exekutive eingesetzt. Es wurde nun erstmals eine systematisch kodifizierte Kantonsverfassung erarbeitet. Diese wurde am 5. Mai 1850 von der Landsgemeinde angenommen. Die Verfassung musste am 27. Oktober 1850 und 4. Mai 1851 durch die Landsgemeinde dem Bundesrecht angepasst werden, bis ihr am 11. August 1851 die schweizerische Bundesversammlung die eidgenössische Garantie erteilte.

Mit der Verfassung von 1850 wurde die Gewaltenteilung vollzogen. Oberste souveräne Gewalt blieb die Landsgemeinde. Der Regierungsrat bildete die Exekutive, der Landrat die Legislative, die richterlichen Behörden die Judikative. Bestehen blieben auch die beiden Bezirke Uri und Ursern. Die Genossamen wurden durch die Einwohnergemeinden ersetzt. Auf der Ebene der Gemeinden amtete nebst dem Gemeinderat für die Belange der Einwohner und Bürger neu ein Kirchenrat für Kirchenangelegenheiten.

Verfassungstexte: Verfassung des eidgenössischen Kantons Uri, Altdorf 1850; «Abänderung nachstehender Artickel, der Verfassung des Kantons Uri vom 5. Mai 1850, Angenommen: durch die hohe Kantonsgemeinde am 27. Weinmonat 1850.» (StAUR R-362-11/17).; LB UR Band 5, S. 3-40.


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Verfassung vom 6. Mai 1888
Sonntag, 6. Mai 1888
Die neue Bundesverfassung von 1874, die Auswirkungen der Gotthardbahn sowie die gestiegenen Ansprüche an den Staat hatten 1888 eine Totalrevision der Kantonsverfassung zur Folge. Die Bezirke Uri und Ursern schieden aus dem Staatsverbande aus und erhielten den Status unabhängiger Allmendkorporationen (Korporation Uri und Korporation Ursern). Ihre bisherigen staatlichen Aufgaben gingen an die Gemeinden über. Die Verfassung von 1888 erwies sich in ihrer Grundstruktur als sehr dauerhaft. Grosse Revisionen brachten die Umgestaltung der Gerichtsorganisation (1924) sowie die Aufhebung der Landsgemeinde (1928).

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Verfassung vom 28. Oktober 1984
Sonntag, 28. Oktober 1984
1984 wurde vom Volk die heutige gültige Verfassung gutgeheissen. Die Schaffung der Römisch-Katholischen und der Evangelisch-Reformierten Landeskirchen regelte das Verhältnis von Kirche und Staat neu.

Die Präambel zur Verfassung lautet:

Im Namen Gottes!
Das Volk von Uri, das sich in seiner grossen Mehrheit zum christlichen Glauben bekennt, gibt sich, in der Absicht, Freiheit und Recht auf den Grundlagen einer demokratischen Staatsordnung zu schützen, die Wohlfahrt aller zu fördern, Uri in seiner hergebrachten Selbständigkeit als Stand der Eidgenossenschaft zu stärken, die folgende Verfassung;


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VERFASSUNGSRECHTLICHE EREIGNISSE

1799  - Freitag, 26. April 1799
Landsgemeinde in der Klus in Erstfeld
Die Munizipalität von Altdorf sendet Altlandammann Jost Anton Müller und den jungen Josef Anton Arnold nach Erstfeld, um die Landsgemeinde zu verhindern. Die Versammlung wird in der Klus zu Erstfeld abgehalten. Die Hauptwortführer neben Franz Vinzenz Schmid sind Johann Furrer von Erstfeld und Maria Zgraggen, Wirt in der Klus. Gegen 400 Mann, zum grössten Teil aus dem oberen Reusstal beschliessen, Weib und Kinder, Hab und Gut, Religion und Vaterland vor dem Zwang „eines auf die ungerahtigsten weisse uns aufgedrungenen Religionsschänderischen Constitution zu retten.“ Daraufhin leistet die Landsgemeinde Franz Vinzenz Schmid den Treueeid.
Arnold, Helvetik, S. 133 f.
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1799  - Samstag, 29. Juni 1799
Landsgemeinde soll vorbereitet werden
Pfarrer Johann Georg Aschwanden fordert alle Pfarreien auf, zwei von der Kirchgemeinde erwählte Deputierte nach Erstfeld zu schicken, um die Landsgemeinde vorzubereiten. Nach dieser Unterredung begibt sich Styger nach Ursern.
Arnold, Helvetik, S. 153.
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1799  - Sonntag, 30. Juni 1799
Landsgemeinde wählt Interimsregierung
Pfarrer Ringold eröffnet auf der traditionellen Matte zu Bötzlingen an der Gand die Landsgemeinde. Nach Verlesung der schriftlichen Aufsätze der Deputiertenversammlung und einiger Schreiben von Altschultheiss Niklaus Friedrich von Steiger schreitet man zur Wahl einer provisorischen Regierung mit Karl Thaddäus Schmid als Kantonsvorsteher an der Spitze und zwölf Zuzügern. Dem Kantons- oder Landesvorsteher räumt das Volk die gleiche Machtfülle ein wie dem ehemaligen Landammann. Die Interimsregierung soll die Verwaltung des Landes jedoch nur bis zur gänzlichen Befreiung Uris übernehmen und dann durch die alte Obrigkeit ersetzt werden. Von Altdorf waren in der Regierung vertreten: Landesvorsteher Thaddäus Schmid, die Altlandammänner Josef Stephan Jauch und Jost Anton Müller und Altratsherr und Altspitalvogt Josef Anton Arnold.
Arnold, Helvetik, S. 155 f.
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1815  - Sonntag, 26. Februar 1815
Grösste Kantonsgemeinde auf der Landleutematte
Auf der Landleutenmatte in Altdorf findet die seit Menschengedenken grösste Kantonsgemeinde statt, an der - betreffs des eidgenössischen Bundes – 4‘000 Personen teilnehmen.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 88.
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1847  - Sonntag, 3. Oktober 1847
Bischöflicher Kommissar erinnert an der Landsgemeinde an die Gräuel der französischen Revolution
An der Extra-Landsgemeinde ergreift der Bischöfliche Kommissar Gisler aus Bürglen das Wort und zeichnet in lautloser Stille „mit eben so scharfen als wahren Farben“ die Gräuel der französischen Revolution. Er versucht aufzuzeigen, dass die Radikalen in der Schweiz nichts besseres anstreben werden.
Wochenblatt von Uri, Nr. 40, 7.10.1847; Zurfluh Christoph, Das Urner Pressewesen, S. 63.
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1857  - Sonntag, 25. Oktober 1857
Ausserordentliche Landsgemeinde auf der Landleutematte
Auf der Landleutematte findet die ausserordentliche Landsgemeinde zur Wahl eines Nationalrats statt.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 88.
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1915  - Sonntag, 31. Oktober 1915
"Miseeler" - ständiger Referent an der Lansgemeinde
An der Lansgemeinde spricht jeweils ein unter dem Namen "Miseeler" beannter Bürger. Gemäss UW meldet er sich als liberaler Wortführer (ca. 1913-1915). Im Landrat vom 8. November 1915 beschwert sich Landrat Karl Arnold, Altdorf, über das Verhalten des "Miselers". Die Missachtung jeglichen Anstandes und das ehrenrührige gebahren gegen die obersten Landsbehörden können inskünftig auch nicht von einem "Miseler" geduldet werden und verdiene mehr als den blossen Ordnungsruf des Vorsitzenden.
UW 45, 6.11.1915; 46, 13.11.1915; (Vergleiche Bericht GP)
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1928  - Sonntag, 6. Mai 1928
Das Urner Volk schafft die Landsgemeinde ab
Das Urner Volk schafft die Landsgemeinde ab.
UW 19, 12.5.1928
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1928  - Sonntag, 6. Mai 1928
Uri schafft die Landsgemeinde ab
Die Landsgemeinde beschliesst auf ein vom Landrat empfehlend begutachtetes Volksbegehren die Abschaffung der Landsgemeinde; inskünftig erfolgt die Stimmabgabe schriftlich und geheim.

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1947  - Samstag, 1. März 1947
Initiative zur Wiedereinführung der Landsgemeinde
In Bürglen formiert sich unter dem Präsidium von Gemindeschreiber Franz Imhof ein Initiativekomitee, das sich für die Wiedereinführung der Landsgemeinde einsetzt.
UW 18, 5.3.1947
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1955  - Freitag, 1. April 1955
Initiativbegehren zur Wiedereinführung der Landsgemeinde
In Bürglen hat sich ein Initiativkomitee für die Wiedereinführung der Landsgemeinde gebildet. Präsident ist erneut Franz Imhof (Bibi) aus Bürglen. Erst vor zwei Jahren wurde eine gleichlautende Initiative mit 3672 Nein-Stimmen gegen 2198 Ja-Stimmen abgelehnt.
UW 29, 16.4.1955
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DES KANTONS URI

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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 18.10.2020