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Telefon, Telegraf, Natel

Telefon, Telegraf, Natel
Rasant hat das Telefonieren in den vergangenen Jahren zugenommen. 1903 gabe in Altdorf 55 Abonnenten, und es wurden 37'711 Gespräche geführt. 1913 waren es bereits 140 Abonnenten, 1923 226 und 1943 625. Im Jahr 1953 gab es in im Telefonnetz von Altdorf schon 1052 Abonnenten, und die jährlichen Gespräche lagen bei 1'269'171.

1954 wurde das Telefonnetz im ganzen Kanton Uri voll automatisiert. Nach sechzig Jahren handbedientem Telefonbetrieb wurde in der Telefonzentrale Altdorf eine der modernsten Anlagen eingerichtet. Sie bediente den unteren Kantonsteil. Gleichzeitig wurde auch in Andermatt auf den vollautomatischen Betrieb umgestellt. Durch den Übergang von der handbetriebenen Zentrale zur vollautomatischen Anlage wurde das Telefonieren viel einfacher. Nun konnte man auch rund um die Uhr jemanden anrufen. Allerdings verschwand damit auch der Beruf der Telefonistin.

Eine Telefonistin stellte in der Zentrale die Verbindung her, indem sie die anrufende Person mit der gewünschten Person zusammenschloss. Telefonieren konnte man nur, wenn die Zentrale besetzt war - in der Regel an Werktagen von morgens sieben bis abends neun Uhr. An Sonntagen und Feiertagen war die Zentrale weniger lang geöffnet.
Es hatte jedoch noch längst nicht jeder Haushalt ein Telefon. Dringende Anrufe gingen an den bekannten Anschluss eines Nachbarn. Von dort wurde das Telefon mündlich ausgerichtet.


EREIGNISSE IM DETAIL


Telefon in Gurtnellen
In Gurtnellen werden drei Telefonanschlüsse eingerichtet. Die Einwohnergemeinde zahlt Engelbert Schmid, einen Beitrag, um das dort angeschlossene Telefon benützen zu dürfen.
Sicher, Gurtnellen, 257

Donnerstag, 1. Januar 1852
Erstes elektrisches Morsetelegraf wird in der Schweiz eingesetzt
Der erste elektrische Morsetelegraf wird in der Schweiz eingesetzt. Der elektrische Fernmeldeverkehr beginnt.


Samstag, 3. Februar 1900
Kantonsbeitrag für telefonierende Regierungsräte
Der Regierungsrat beschliesst, den Mitgliedern der Regierung an die Abonnementsgebühr für die Haltung eines Telefons zum amtlichen Verkehr jährlich einen Staatsbeitrag von 40 Prozent zu gewähren.
LB UR Band 5, S. 387.

Mittwoch, 5. September 1900
Eröffnung des Telefonnetzes in Andermatt
In Andermatt wird das Telefonnetz eröffnet.


Samstag, 23. Februar 1901
Telefon im Rathaus
Der Regierungsrat beschliesst, im Rathaus ein Telefon anbringen zu lassen, das aber nur von Amtspersonen für amtliche Gespräche benutzt werden darf.
AB 1901/99

Donnerstag, 10. Dezember 1903
Erstes Telefon in Spiringen
Im Gasthaus St. Anton in Spiringen wird das erste Telefon der Gemeinde installiert.
UW 50, 12.12.1903

Donnerstag, 12. Juli 1906
Telegrafenverbindung nach dem Urnerboden
Der Telegraph, der den Urnerboden mit aller Welt verbindet, wird in Betrieb genommen. Einige Tage später kann auch das Telefon benützt werden. Damit verschwinden die von den Touristen geäusserten Klagen über das Nichtvorhandensein dieser modernen Kommunikationsmittel.
UW 25, 18.6.1904; UW 28, 14.7.1906

Samstag, 20. April 1907
Das Telefon ist beliebt
Das «Urner Wochenblatt» veröffentlicht eine Statistik über die Telefonanschlüsse in Uri. Demnach erhält das Telefon im Kanton Uri eine immer grössere Verbreitung. Im ganzen Kanton haben 22 Dorfschaften und Weiler ein Telefonnetz mit insgeamt 148 Abonnenten. Dies ergibt einen Telefonanschluss auf 133 Einwohner. Der schweizerische Durchschnitt beträgt 62 Einwohner pro Anschluss. Nur das Wallis und Appenzell Inerrhoden weisen eine geringere Dichte auf. Altdorf hat 80 Abonnemente, mit welchen 34'861 Lokalgespräche und 31'354 interurbane Gespräche abgehalten wurden.
UW 16, 20.4.1907

Samstag, 13. Juli 1912
Telefonverbindung zwischen Wassen und Meien
Zwischen Wassen und Meien wird die neue Telefonverbindung in Betrieb genommen.
UW 28, 13.7.1912

Donnerstag, 26. Juni 1913
Die direkte Telefonverbindung Altdorf-Andermatt wird eröffnet
Die direkte Telefonverbindung Altdorf-Andermatt wird eröffnet.
UW 26, 28.6.1913

Samstag, 1. Januar 1921
Telefonkabel wird in Flüelen verlegt
Durch die Legung des Telephonkabels in Flüelen wurde die Axenstrasse stark in Mitleidenschaft gezogen und verlangte daher auch intensivere Behandlung.
RSchB 1920/21, S. 37

Donnerstag, 4. Mai 1922
Öffentlicher Telefon-Apparat im Postgebäude
In Flüelen wird im Postgebäude eine öffentliche Telefon-Sprechstation in Betrieb genommen.
UW 18, 6.5.1922

Dienstag, 22. August 1922
Aus für den Kurbelantrieb beim Telefon
In Altdorf wird die neue Telefonzentrale in Betrieb genommen. Damit tritt Altdorf in die Reihe der grösseren Ortschaften, die den Kurbelanruf gegen das Zentralbatterie-System eintauschen. Das blosse Aushängen des Hörrohres aus der Gabel bewirkt bei der Zentrale das Aufleuchten der Anruflampe in der Zentrale, das Wiedereinhängen das Aufleuchten der Schlusslampe.
UW 34, 26.8.1922

Samstag, 24. Februar 1923
Wecken per Telefon
Das «Urner Wochenblatt» meldet eine technische Neuerung beim Telefon! Jeder Telefon-Abonnement kann sich gegen eine bescheidene Gebühr von der Telefonistin in der Nacht oder am Morgen wecken lassen. Diese meldet ihm auf Wunsch auch, wer während einer Abwesenheit ihn am Telefon verlangt habe.
UW 8, 24.2.1923

Mittwoch, 22. August 1928
Neue Telefonzentrale wird in Betrieb genommen
In Altdorf wird die neue Telefonzentrale in Betrieb genommen. Damit wird der Kurbelanruf gegen das Zentralbatteriesystem eingetauscht. Das blosse Aushängen des Hörrohrs aus der Gabel bewirkt bei der Zentrale das Aufleuchten der Anruflampe.
Fryberg Stefan, Strube Zeiten, S. 61.

Dienstag, 1. Januar 1929
Telefondienst Tag und Nacht
Da Altdorf über 300 Telefonabonnementen zählt, wird der Telefondienst nun ohne Zuschlagsgebühr Tag und Nacht besorgt.
UW 1, 5.1.1928

Montag, 14. Juni 1954
Vollautomatischer Telefonbetrieb
Das Telefonnetz des Kantons Uri wird vollautomatisch. Nach 60 Jahren handbedientem Telefonbetrieb wird in Altdorf eine der modernsten automatischen Telefonanlagen eingeschaltet. Bis anhin besorgte eine Telefonistin in der Zentrale die Verbindung, in dem sie den Anrufer mit der gewünschten Person zusammenschloss. Telefonieren konnte man nur, wenn die Zentrale geöffnet war, in der Regel an Werktagen von mortgens 7 bis abends 9 Uhr. An Sonntagen nur zu ganz bestimmten Stunden. Durch die Einführung des vollautomatischen Betriebs wurde das Telefonieren viel einfacher gemacht. Allerdings gingen dadurch auch einige Stellen verloren, weil der Beruf der Telefonistin nun überflüssig wurde.
UW 44, 12.6.1954

Samstag, 23. März 1996
Von 044 zu 041
In der Nacht werden in den Kantonen Zug, Schwyz, Uri, Nid- und Obwalden rund 145'000 Telefonnummern auf sieben Ziffern mit der Vorwahl 041 erweitert.
UW 102, 31.12.1996

 
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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 14.6.2014