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Ansprachen zum Nationalfeiertag

Samstag, 1. August 2020



Wort des Landammanns zum Bundesfeiertag 2020
Landammann Urban Camenzind

«Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Wir leben im Kanton Uri. Gemäss der Gründungsgeschichte der Eidgenossenschaft wurde im Jahr 1291 bei uns auf der Rütliwiese der Ewige Bund der Eidgenossen geschworen und besiegelt.

729 Jahre später ist Uri ein selbstbewusster und eigenständiger Stand der Eidgenossenschaft im Herzen der Schweiz. In einer Schweiz, in der sich verschiedene Regionen, Kulturen, Religionen und Sprachen nach und nach zusammenfanden.

Wir alle - gemeint sind nicht nur die Politikerinnen und Politiker – geben dem Stand Uri ein eigenständiges, solidarisches und aufgeschlossenes Gesicht. Wir wollen unseren Beitrag zur Eidgenossenschaft leisten und wir profitieren im Gegenzug täglich von Leistungen des Bundes. Allen Unterschieden zum Trotz gibt es in der Schweiz einen gemeinsamen Willen, einander beizustehen. Das ist das, was die Willensnation Schweiz zusammenhält und worauf unser Wohlstand und unser Erfolg basiert.

Die Geschichte lehrt uns, dass wir dann am erfolgreichsten waren, wenn wie zusammenhielten: Die Landesteile, Stadt und Land, aber auch Jung und Alt und wenn die Starken die Schwachen stützten. Gemeinsam haben wir uns in den vergangenen Monaten der schwierige Corona-Situation gestellt. Dies erforderte Opfer und Sondereinsätze. Indem wir zusammenstanden, trugen wir zur Überwindung der Krise bei.

Generell stelle ich im Kanton Uri eine positive Grundhaltung fest. Es gibt ein Grundvertrauen, dass es gut kommt! Ich bin überzeugt, dass uns diese positive Grundhaltung geholfen hat, die Corona-Situation zu überstehen. Gerade als Volkswirtschaftsdirektor habe ich in dieser schweren Zeit viele positive Beispiele gesehen, wie unsere Urner Unternehmen die neue Ausgangslage nutzen und zum Positiven drehen.

Besinnen wir uns am Bundesfeiertag auf die Zuversicht und das Solidarische. Ich wünsche mir, dass wir in den nächsten Jahren vermehrt das Verbindende betonen und fördern. Lassen Sie uns versuchen, trennende Mauern abzubrechen und Steine zu entfernen. Das heisst für mich nicht, dass wir immer derselben Meinung sein müssen. Aber wenn wir davon ausgehen können, dass alle Beteiligten nur das Beste für unseren Kanton und für unser Land wollen, dann sollte es uns gelingen, das Verbindende zu betonen und darauf zu bauen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen frohen Bundesfeiertag.»


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Mittwoch, 1. August 2018



Wort des Landammanns zum Bundesfeiertag 2018
Landammann Roger Nager

«Liebe Urnerinnen und Urner

Welche Fahne schwenken Sie am 1. August? Ist es die Schweizerfahne? Oder bevorzugen Sie den Uristier auf gelbem Grund? Vielleicht sind Sie auch aus einem anderen Kanton zu uns gezogen und tragen am Nationalfeiertag das Banner von Bern, Neuchâtel oder Grischun. Es sticht am Bundesfeiertag schnell ins Auge: Die Identität der Schweizerinnen und Schweizer hat vielfältige Wurzeln. Die Kantone, die Gemeinden und die hier lebenden Menschen machen die Schweiz überhaupt erst aus.

Das ist gut so – die Schweiz mit ihren vier Landessprachen, ihren 26 Kantonen und tausenden Gemeinden versteht es, gemeinsam einen erfolgreichen Weg zu beschreiten. Einen Weg, der seit Generationen hinführt zu Wohlstand, Sicherheit, Selbstverantwortung und persönlicher Verwirklichung. Für all die Möglichkeiten, die uns unser Land bietet, sind wir am 1. August dankbar.

Im Kanton Uri feiert sich der 1. August besonders gut: Unsere Landschaft mit schneebedeckten Gipfeln, grünen Wäldern und mächtigen Flüssen prägt das Bild, das rund um den Globus in den Köpfen der Menschen zum Thema Schweiz gespeichert ist. Der Gotthard, der Schütze Tell und das Rütli als «Wiege der Eidgenossenschaft» liegen allesamt im Kanton Uri. Diese Orte und Geschichten prägen unser Selbstverständnis bis heute. Mit Legenden und Träumen alleine ist es aber nicht getan. Unseren Vorfahren ist es gelungen, aus unserem schönen Flecken Erde ein wertvolles Stück Heimat zu formen. Dass wir darauf aufbauen dürfen, ist ein Privileg und zugleich eine Pflicht.

Die Schweiz und der Kanton Uri verharren nicht auf dem Erreichten. Wir ruhen uns nicht auf den Lorbeeren unserer Vorfahren aus, nein! Wir wollen unsere Heimat weiterentwickeln. Ich bin überzeugt, dass wir dieser Herausforderung gewachsen sind. Entscheidend ist die gesunde Balance zwischen Individualismus und dem Gemeinwohl.

- Wir sind stark, wenn wir Urnerinnen und Urner füreinander einstehen.
- Wir sind stark, wenn wir uns mehr nach Gemeinsamkeiten statt Differenzen richten.
- Wir sind stark, wenn wir dem Neuen mit Neugierde und Selbstvertrauen begegnen.

Wir wollen die Zukunft gestalten, für uns und unsere Nachfahren. Wir wollen unseren Kanton vorwärts bringen mit grossen Zielen und frischem Denken. Wir wollen dazu beitragen, dass unsere Heimat lebenswert bleibt. Dazu braucht es einen regen Austausch von Ideen und Meinungen, sowohl in der Politik wie in der Wirtschaft; in den Schulen auf Strassen und Plätzen, aber auch zuhause im Kreise von Freunden und Familie.

Darum bitte ich Sie, am 1. August 2018 Ihre Fahne besonders stark zu schwenken. Wählen Sie die Fahne aus, die am besten zu Ihrer Heimat passt. Freuen Sie sich an Ihrer Schweiz. Erinnern Sie sich daran, dass eine Nation nur dank den gemeinsamen Errungenschaften prosperieren kann. So verschieden wir als Menschen sind, uns eint die Willensnation Schweiz. Es ist nicht die Landesgrenze, die uns zu Schweizerinnen und Schweizern macht, sondern die gelebten Werte von Vielfalt und Fortschritt zum Wohle der Gesellschaft als Ganzes.»


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Dienstag, 1. August 2017



Wort des Landammanns zum Bundesfeiertag 2017
Landammann Beat Jörg

«Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger

Alljährlich am 1. August feiern wir den Geburtstag unseres Landes, der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Wie es der Name sagt, wurde unser Land gegründet in Form einer Genossenschaft. Am Ende erwuchs daraus ein erstaunliches Erfolgsmodell. Kaum ein anderes Land in der Welt erreicht bei Gesundheit, Bildung und Wohlstand ein ähnlich hohes Niveau wie die Schweizerische Eidgenossenschaft. Kennzeichnend für unsere Eidgenossenschaft ist – wie für jede Genossenschaft – das Vertrauen in die eigene Kraft der Mitglieder. Selbsthilfe, Selbstverantwortung, Selbstverwaltung: Das waren vor über siebenhundert Jahren die zentralen Werte unserer Gründerväter, und das ist auch heute noch die Basis für unser modernes föderales Gemeinwesen.

Unser Land, unser Kanton, unsere Gemeinden sind also keine abstrakten Gebilde, die so nebenher für sich allein funktionieren. Als Zusammenschluss von konkreten Menschen funktionieren Bund, Kanton und Gemeinden nur dann, wenn sich die Bürgerinnen und Bürger je nach ihren Fähigkeiten und Stärken aktiv einbringen. Kurz: Wenn wir alle uns für das Gemeinwesen engagieren. Dieses Engagement trägt Namen wie Milizarbeit, ehrenamtliche Tätigkeit oder Freiwilligenarbeit. Es ist denn auch ein untrügliches Zeichen für die Vitalität der Urner Gesellschaft, dass in unserem Kanton schweizweit am meisten Freiwilligenarbeit pro Kopf geleistet wird. Nur dank diesem immensen freiwilligen Einsatz sind wir überhaupt in der Lage, alle unsere Institutionen – seien sie nun öffentlich oder privat – mit einem tragbaren finanziellen Aufwand zu betreiben.

Allen Menschen, die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für unser Gemeinwesen engagieren, gebührt gerade heute ein grosses Dankeschön, verbunden mit der Hoffnung, dass sie sich auch weiterhin nach Kräften zum Wohl von uns allen einsetzen. Bund, Kanton und Gemeinden ihrerseits stehen in der Pflicht, das Möglichste zu tun, damit die eigenen Institutionen miliztauglich bleiben und damit der Wert der Freiwilligenarbeit anerkannt wird. Diesen Anspruch versucht der Regierungsrat auch mit dem neuen Regierungsprogramm einzulösen. Das allererste Ziel für die laufende Legislatur lautet: «Uri bietet eine intakte Gemeinschaft, die Heimat und Sicherheit bietet, in der man sich kennt, hohe Eigenverantwortung übernimmt und zugleich für die Nächsten sorgt.» Wenn wir alle diesem Ziel nachleben und es mit Leben füllen, werden wir auch in Zukunft erfolgreich sein.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, am heutigen Bundesfeiertag fordere ich uns alle auf: Schärfen wir den Blick für die Errungenschaften der Generationen vor uns! Schärfen wir den Blick für die Werte, denen wir diese Errungenschaften verdanken! Entdecken wir also den Genossenschafter in uns und lassen wir uns leiten von der Erkenntnis, dass unser Gemeinwesen insgesamt nur so gut ist wie das eigene Engagement, das wir ihm entgegenbringen. Nehmen wir uns in die Pflicht, dieses Engagement weiterhin mit Freude zu leisten. In diesem Sinn wünsche ich Ihnen allen im Namen des Urner Regierungsrats – und auch ganz persönlich – einen schönen 1. August!»


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Samstag, 1. August 2015



Wort von Frau Landammann zum Bundesfeiertag 2015
Frau Landammann Heidi Z‘graggen

«Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger

Höhenfeuer und Feuerwerke erhellen den Nachthimmel, das Lachen von feiernden, glücklichen Menschen ertönt landauf, landab in Gemeinden und Städten der Schweiz. Wir feiern unseren Nationalfeiertag und wir haben Grund zum Feiern. Denn „die Schweiz ist wie eine Postkarte. Ein Märchen, das nie aufhört … die Schweiz ist ein atemberaubendes Land … man merkt, dass die Schweizer sich bemühen, die Schönheit ihres Landes zu erhalten … ich bin unglaublich fasziniert von der Vielsprachigkeit in der Schweiz, wo gibt es denn so etwas noch auf dieser Welt … ich erinnere mich, wie wir die Schweiz als Messlatte für den perfekten Lebensstandard benutzt haben. Das Land, das alle bewundert haben. Jetzt, wo ich selber hier bin, kann ich kaum glauben, dass sich die Postkarte über das ganze Land erstreckt“, so tönen die Eindrücke einer Studentin aus Südkorea, eines Balletttänzers aus Mexiko, eines Ökonomen aus Los Angeles und eines Primarlehrers aus Texas über unser Land (im einem Artikel in der NZZ am Sonntag).

Beim Lesen dieser Aussagen wurde es mir warm ums Herz und mir wurde einmal mehr bewusst, wie dankbar ich gegenüber dem Land und unseren Vorfahren bin. Sie haben uns etwas sehr Wertvolles zur treuhänderischen Verwaltung und zur Weiterentwicklung übergeben. Wir sind gefordert, dieses in die Zukunft weiterzutragen, so dass wir es dereinst genau so wertvoll unseren Nachfahren weitergeben können. In einem gemeinsamen Vertrag – in der Präambel unserer Bundesverfassung - haben wir, das Schweizervolk, festgehalten, worauf wir bauen und was wir weitergeben wollen: „Im Namen Gottes des Allmächtigen! Das Schweizervolk und die Kantone, in der Verantwortung gegenüber der Schöpfung, im Bestreben, den Bund zu erneuern, um Freiheit und Demokratie, Unabhängigkeit und Frieden in Solidarität und Offenheit gegenüber der Welt zu stärken, im Willen, in gegenseitiger Rücksichtnahme und Achtung ihre Vielfalt in der Einheit zu leben, im Bewusstsein der gemeinsamen Errungenschaften und der Verantwortung gegenüber den künftigen Generationen, gewiss, dass frei nur ist, wer seine Freiheit gebraucht, und dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen“. Auf dieser Grundhaltung, auf den grossen Leistungen unserer Vorfahren und auf den bewährten Säulen unseres Staatswesen, dem politischen System, der direkten Demokratie, dem Föderalismus und dem Milizsystem beruht der Erfolg unseres Landes. Dank dem auch, dass wir Schweizerinnen und Schweizer jeden Tag für uns selber und für die Schweiz Verantwortung wahrnehmen und nicht erwarten, dass der Staat primär für unser Glück und unser Wohlergehen verantwortlich ist. Es sei denn, wir geraten in eine Situation, wo wir alleine uns nicht mehr helfen können. Dann tragen wir einander in Solidarität und zum Wohl der Schwachen mit. Auch das macht die Stärke der Schweiz aus.

Der Wille und die Eigenverantwortung für eine erfolgreiche Zukunft des Landes und seiner Bürgerinnen und Bürger einzustehen, gilt es hochzuhalten. Das können wir allerdings nicht aus einem abstrakten nebulösen „jemand sollte das tun“ erwarten – denn dieser Wille wird nicht von irgendwoher kommen. Wir können die gute Zukunft der Schweiz nicht delegieren, wir müssen sie tagtäglich selber erarbeiten. Damit drücken wir unsere Dankbarkeit aus und übernehmen wir die Verantwortung für die gute Zukunft unseres Landes.»


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Freitag, 1. August 2014



Wort von Frau Landammann zum Bundesfeiertag 2014
Frau Landammann Heidi Z‘graggen

«Am 1. August, diesem besonderen Tag für uns Schweizerinnen und Schweizer, erinnern wir uns mit Stolz an die Gründung der Schweizerischen Eidgenossenschaft durch die drei Urkantone. Wir feiern unser Land und unsere politischen Institutionen in Dankbarkeit für unser friedvolles Zusammenleben. Wir feiern unser Bekenntnis zum föderalistischen Bundesstaat, zur direkten Demokratie und zur sprachlichen und kulturellen Vielfalt. Wir feiern auch die wirtschaftliche Stärke und den Erfolg unseres Landes, die vieles für uns Bürgerinnen und Bürger erst möglich machen. Wir feiern unser Land in der Hoffnung und in der Freude auf eine gute Zukunft für uns und unsere zukünftigen Generationen.

Das Fundament der Schweiz beruht auf gemeinsamen politischen Überzeugungen, die wir Schweizer Bürgerinnen und Bürger trotz unterschiedlicher Sprach- und Kulturtraditionen teilen. Wir sind eine Willensnation. Uns eint der Wille, eine Nation zu sein, uns eint der Wille, zwischen unterschiedlichen Sprachen, zwischen unterschiedlichen Regionen, zwischen Stadt und Land zusammenzuarbeiten und immer wieder von Neuem den Ausgleich zu finden. Die Schweiz ist eine Erfolgsgeschichte, weil wir so unterschiedlich sind. Die unterschiedlichen Sprachregionen, die unterschiedlichen Landschaften, die Bergregionen und die Städte ergänzen sich und tragen je ihren Teil zum Wohlstand der Schweiz bei. Durch Zusammenarbeit, durch gegenseitiges Verständnis, durch Akzeptieren der Unterschiedlichkeit ist diese besondere Beziehung und Zuneigung zueinander entstanden.

Der Erfolg unseres Landes beruht aber nicht allein auf dem Willen zur Zusammenarbeit und auf gegenseitiger Akzeptanz und Verständnis, sondern in hohem Masse auf den politischen Institutionen der direkten Demokratie und des Föderalismus. Wir Bürgerinnen und Bürger werden dadurch zur dauernden Auseinandersetzung mit der Zukunft der Schweiz herausgefordert. Jeder Volksentscheid ist ein guter Entscheid, der unser Land auf die eine oder ande- 2 re Art weiterbringt, herausfordert neue Wege zu gehen oder an Altbewährtem festzuhalten. Die Geschichte hat gezeigt, dass die Entscheidungen des Volkes immer zu Ergebnissen zum Nutzen der Eidgenossenschaft geführt haben.

Die Kraft des Föderalismus liegt darin, dass wir direkt bei uns vor Ort die Entscheide beeinflussen und auf unsere Bedürfnisse abgestimmte Lösungen erarbeiten können. Föderalismus heisst aber auch, dass gemäss Bundesverfassung „Bund und Kantone einander in der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützen und zusammenarbeiten und dass sie einander Rücksicht und Beistand schulden“. Unser Kanton erbringt überdurchschnittlich grosse Leistungen im nationalen Interesse – denken wir an die Verkehrspolitik (europäische Hochleistungsstrassen, Eisenbahn, Neue Alpentransversale), aber auch den Transit von Strom. Alle diese nationalen Werke befinden sich auf unserer wertvollen Siedlungsfläche, der kleinsten in der Schweiz, von gerade mal 1.7 Prozent der Gesamtfläche des Kantons. Auf diese Leistungen im Interesse der Schweizerischen Eidgenossenschaft müssen wir immer wieder hinweisen und die berechtigten Forderungen für Uri immer wieder in Erinnerung rufen. Unser Kanton darf stolz sein auf unseren Beitrag zur Erfüllung der Aufgaben der Eidgenossenschaft!»


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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / letzte Aktualisierung: 22.1.2018