LANDWIRTSCHAFT

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Landwirtschaft in Uri

Landwirtschaft im allgemeinen

 

Alpwirtschaft im speziellen

Die am Beginn des 15. Jahrhunderts ausgeweitete Landwirtschaftszone im Tal- und Berggebiet wurde ergänzt durch die Alpen.
Die Warmperiode vom 9. bis 16. Jahrhundert wirkte sich auf die Bestossungszeit aus. Sie dauerte länger als heute. Die Bauern konnten bereits Mitte Mai selbst auf rund 2'000 Meter hoch gelegene Alpen fahren und bis Mitte September bleiben, um dann die Herbstätzung in tieferen Lagen auf immer noch 1'400 Metern zu beginnen. So war es möglich, die Alpen nicht nur höher hinauf, sondern auch bis zwei Monate länger zu nutzen.
In der Urner Landwirtschaft sind die Alpen die Ergänzung zu den Talbetrieben und ermöglichen eine gesunde und vor allem sehr billige Sönmerung des Viehs.
Bereits im Mittelalter begannen die Urner auch die Hochweiden jenseits der Wasserscheiden im Einzugsgebiet von Linth (Urnerboden), Muota (Ruossalp) und Engelberger Aa (Surenen) in ihre Nutzung einzubeziehen. Der Besitz stand dem Land Uri zu.
Ein Merkmal der Alpweiden ist ihre unterschiedliche Höhenlage zwischen rund 1500 bis 2200 müM. Die Nutzung erfolgt in Stafelwirtschaft, im Sommeranfang von unten nach oben und im beginnenden Herbst von oben nach unten. Die Älpler sind somit den ganzen Sommer auf Wanderschaft.
Gemäss Schweizerischem Alpkataster 1970 betrug die Weidefläche der beiden Korporationen 22‘715 ha, was 4,7 Prozent der Gesamtfläche des Kantons Uri entspricht. Es bestanden 126 Alpen mit 217 Stafeln. Jeder Alpbetrieb hat in der Regel mindestens zwei Weideplätze (Unter- und Oberstafel); es können aber auch - vor allem im Urner Oberland - sechs und mehr Stäfel sein.
Die geologische Bodenbeschaffenheit hat Auswirkungen auf die Art der Urner Alpwirtschaft. Es lässt sich die folgende Unterscheidung machen.

- Alpen des Kalk- und Flyschgebietes (Seelisberg bis Erstfeld),
- Alpen des Glimmerschiefer- Gneis- Granitgebietes (Erstfeld bis Göschenen).
- Alpen des Schiefer- und Kalksteingebietes des Urserentales.

Kalk- und Flyschgebiet
Auf der verhältnismässig weichen und ganz unterschiedlichen Gesteinsunterlage dieses Gebietes bildeten sich weite Täler mit Hängen, die häufig durch schöne Terrassen unterbrochen sind. Dadurch entstanden grosse Futterflächen, die auch dank der günstigen Zusammensetzung des Bodens ein gutes, kräftiges Futter liefern. Hier ist der Älpler ziemlich sesshaft. Meistens hat er nur zwei Stafel, einen Unterstafel, den er meist gegen Mitte Juni und dann wieder anfangs September für zwei bis drei Wochen bezieht. Den Hochsommer verbringt er auf dem Oberstafel. Die weiten Weidegebiete mit dem kleinen Wechsel haben im Unterland zum „Einzelälplersystem“ geführt. Jeder alpt für sich: er besorgt das Vieh selber, hat eigene Gebäude und verwertet auch die Milch selber. In den letzten Jahren zog man sich in der Milchverwertung zu Genossenschaften zusammen.

Granit - Gneisgebiet
Die harten Gesteine des Aaremassives setzten den Gletschern, Bächen und Flüssen viel mehr Widerstand entgegen als das weiche Kalkgestein des Unterlandes. Die Täler wurden schmal, die Hänge steil, nur mit kleine Terrassen. Darum sind auch die Futterflächen klein und weit zerstreut. Sie liegen meistens in den Seitentälern, die vom Haupttal durch ansehnliche Gefällstufen getrennt sind. In diesem Gebiet muss der Älpler beständig mit seinem Vieh den spärlichen Futterplätzen nachgehen, er ist zum Nomadisieren verurteilt. Einzelalpung wäre wirtschaftlich nicht tragbar. Darum alpt man hier seit alten Zeiten genossenschaftlich.

Schiefer– Kalksteingebiet des Urserentales
Ursern liegt eingebettet zwischen dem Gotthard- und Aaremassiv. Die Zone besteht hauptsächlich aus Schiefern und Kalkgesteinen. Aus dem verhältnismässig weichen Gestein wurde das Urserental herausgearbeitet. Es finden sich ausgedehnte Alpen. Im Urserental wird sowohl genossenschaftlich wie auch einzeln gealpt. Trotzdem es sich um sehr rauhe Alpen handelt, kann nur wenig Vieh gestallt werden. Der Hauptgrund für diesen Übelstand liegt in der kurzen Alpzeit.

Gemäss den Vorschriften der Korporation Uri werden Kühe und Kälber auf Kuhalpen, Zeit- und Maisrinder in Rinderhirtenen, Schafe und Ziegen in der Geissweide gesömmert. In Ursern ist das öffentliche Weidegebiet der Korporation aufgeteilt in: Alpen (Rindviehweiden und Schmalviehweiden), Freiberge für das Rindvieh und Frühjahrsweiden für das Schmalvieh.

Die beiden Korporationen regeln die Alpwirtschaft in grundsätzlicher Art. In der Korporation Uri ist die wichtigste Voraussetzung zum Alpen der Bau einer Hütte auf Allmend, wozu es eine Bewilligung (Hüttenrecht) braucht, die bis 1937 von der Korporationsgemeinde erteilt wurde, seither ist der Korporationsrat zuständig. Die Hütte muss bewohnbar sein und benötigte einst die Einrichtungen für die Milchverarbeitung. Zum Hüttenrecht besteht das Auftriebsrecht. Der maximale Auftrieb war lange auf 25 Kühe (heute 50) limitiert. Einzelheiten regeln die Alpgenossen jährlich in den Alpordnungen, der Engere Rat legt die Rahmenbedingungen für die Alpordnungen fest und genehmigt diese. Die Auftriebsrechte werden von Alp zu Alp unterschiedlich geregelt. Die von den Älplern ernannten Alp- und Stäfelvögte sind die Sachwalter der Alpgenossen wie auch der Korporation und legen den Amtseid ab.
Alpverbesserungs- und Erschliessungsprojekte haben die Urner Alpen auf einen guten Stand gebracht.
Aus den Milchprodukten werden Käse, Butter und Rahm hergestellt. Das junge Braunvieh wird auf der Alpung gestärkt.

Quellen: Literatur: Stadler-Planzer Hans, Geschichte des Landes Uri, Bd. 1, S. 63 f.; Gesetz über den Viehauftrieb und die Sömmerung vom 15.3.1995 (RB Korp UR 755.203); VO über die Weidenutzung und -entschädigung vom 21.5.2006 (RB Korp Ursern 1210); Literatur: Ziegler Thomas, „Weiden“, in: Korporation Uri, Altdorf 2013, S. 122.

Eidgenössische Abstimmungen zur Landwirtschaft

Datum Titel B CH UR Ja Nein
04.10.1896 BG betreffend die Gewährleistung beim Viehhandel 73.4   Nein 12.0 88.0
05.12.1926 Einführung des Getreidemonopols 71.5 Nein Nein 29.8 70.2
01.10.1950 Schutz des Bodens und der Arbeit durch Verhinderung der Spekulation (Jungbauern-Initiative) 56.2 Nein Nein 18.1 81.9
30.03.1952 Landwirtschaftsgesetz 73.8 Ja Ja 58.8 41.2
07.12.1975 Ein- und Ausfuhr von Erzeugnissen aus Landwirtschaftsprodukten 38.5 Ja Ja 50.9 49.1
01.04.1990 Bundesbeschluss über den Rebbau 39.2 Nein Nein 44.6 55.4
27.09.1992 Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht 51.5 Ja Ja 54.8 45.2
12.03.1995 Gegenentwurf: Für eine umweltgerechte und leistungsfähige bäuerliche Landwirtschaft 35.0 Nein Nein 48.4 51.6
12.03.1995 Änderung des Landwirtschaftsgesetzes 35.0 Nein Nein 37.0 63.0
12.03.1995 Änderung des Milchwirtschaftsbeschlusses 1988 35.1 Nein Nein 38.5 61.5
09.06.1996 Gegenentwurf: Bauern und Konsumenten - für eine naturnahe Landwirtschaft 24.8 Ja Ja 70.7 29.3
27.09.1998 Für preisgünstige Nahrungsmittel und ökologische Bauernhöfe 54.1 Nein Nein 24.2 75.8
27.11.2005 Volksinitiative "für Lebensmittel aus gentechnikfreier Landwirtschaft" 36.6 Ja Ja 59.8 40.2

Kantonale Abstimmungen zur Landwirtschaft

Datum Titel B CH UR Ja Nein
28.11.1937 Vollziehungsverordnung zur interkantonalen Übereinkunft betreffend die Ausübung des Viehhandels 67.4 - Nein 25.2 74.8
23.01.1949 Kredit von Fr. 200'000.- für den Neubau einer kantonalen land- und alpwirtschaftlichen Schule in Altdorf 69.7 - Nein 33.0 67.0
26.05.1957 Bau einer kantonalen land- und alpwirtschaflichen Schule in Seedorf 65.6 - Ja 55.4 44.6
31.10.1971 Gesetz über die Rindviehversicherung 63.0 - Ja 77.9 22.1

Ereignisse zur Landwirtschaft allgemein

1148  / Montag, 20. Dezember 1148
Bischof von Konstanz bestätigt die Rechte von Engelberg
Bischof Hermann von Konstanz bestätigt die Verfügung seines Vorgängers betreffend der Kirche von Engelberg, dass sie eine Taufkirche und zehntberechtigt sein solle und bestimmt, um die Mönche zu schützen, zwischen der Nidwaldner Grenze bei Grafenort (Beinstrasse) bis zur Höhe Surenegg, dass weder der jetzige Kirchherr noch einer seiner Nachfolger ein Recht an die Zehnten und die Pfarrei haben, sondern der jetzige Abt Frowin und seine Nachfolger sie besitzen und über sie verfügen sollen.
Quellen: Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft I.1 Nr. 134, S. 63 f.
  
1278  / Mittwoch, 25. Mai 1278
Wohlfeiles Jahr trotz schlechter Ernte
Im Mai fällt viel Schnee mit grosser Kälte. Dies schadet an Feld- und anderen Früchten. Am St. Urbani findet man noch viel Eis. Die Feldmäuse fressen die Früchte. Dennoch ist in Helvetien und anderen Ländern eine so wohlfeile Zeit, dass man einen Malter Roggen um 2 Schilling oder 24 Heller, einen Malter Dinkel um 20 Heller und einen Malter Hafer für 16 Heller in gemeinen Kauf bekommt.
Quellen: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 12.
  
1280  /
Nahrungsüberfluss
Dies ist ein reiches Jahr mit Überfluss an jeglicher Nahrung in unserem Lande und bringt eine wohlfeile Zeit.
Quellen: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 12.
  
1281  / Mittwoch, 16. Juli 1281
Schneefall mit Teuerung
Es findet ein enormer Schneefall statt und wegen dessen Folgen entsteht eine solche Teuerung, dass selbst die vornehmsten Leute für einen Haufen Geld nur Haferbrot bekommen.
Quellen: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 12.
  
1294  /
Hitzesommer
Nach grosser Kälte folgt ein heisser Sommer, der das Gras verbrennt, sodass man später das Vieh mit Stroh und Tannenkries füttern muss.
Quellen: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 13.
  
1532  /
Kältephase und Mäuseplage
Es beginnt wieder zu schneien und die daraus folgende Kälte schädigt Bäume und Halmfrüchte. Zudem räumt eine grosse Mäuseplage vielerorts derart mit der Saat auf, sodass man die Sichel nicht mehr braucht.
Quellen: Schaller-Donauer Alfred, Chronik der Naturereignisse im Urnerland 1000 – 1800, S. 34 f.
  
1904  / Sonntag, 10. April 1904
Der Alpwirtschaftliche Verein Uri wird gegründet
Im Gasthaus zur Krone in Altdorf gründen 36 Mitglieder den Alpwirtschaftlichen Verein Uri. Initiant und erster Präsident ist Korporationsschreiber Ambros Püntener, Altdorf. Die Hauptarbeit ist die Durchführung der Alp- und Käserei-Inspektion auf allen Alpen im Gebiet der Korporation Uri (Alpinspektionsbericht). Weitere Themen sind: Gesetzesentwurf zur Einführung, der Viehversicherungsanstalten, Einführung einer landwirtschaftlichen Winterschule, Bekämpfung des Rauschbrandes, Ausdehnung der Viehprämierung auf Maisrinder und Jährlinge sowie die Maikäferbekämpfung.
Quellen: UW 15, 9.4.1904; Bauernverband Uri, 100 Jahre Bauernverband Uri, S. 2.
  
1908  / Sonntag, 8. März 1908
Gründung des Bauernverein Uri
Die Versammlung des Alpwirtschaftlichen Vereins genehmigt die Statuten für einen Bauernverein Uri. Von den 102 Mitgliedern sind lediglich 20 anwesend. Die ausgearbeiteten Statuten werden ohne Änderung genehmigt. Präsident bleibt auch im neuen Verein Ambros Püntener, Altdorf.
Quellen: Bauernverband Uri, 100 Jahre Bauernverband Uri, S. 3.
  
1920  / Sonntag, 2. Mai 1920
Beim „Rynächtleiterli“ abgestürzt
Ein 30-jähriger Bauer begibt sich am Morgen mit seinem Bruder zur Besorgung des Viehs vom Acherli nach Erstfeld. Auf dem gefährlichen Weg beim „Rynächtleiterli“ rutscht er aus und stürzt über den Felsen zu Tode.
Quellen: UW 19, 8.5.1920
  
1924  / Mittwoch, 9. Januar 1924
Zwei junge Männer geraten auf Trogen in Lawine
Zwei Brüder aus Unterschächen befinden sich auf einem Heutransport von der Trogenalp, als auf dem Vorderboden eine Lawine losbricht und die beiden über die Felsen mitreisst. Der ältere überlebt den Fall über 300 Meter mit einem Armbruch und mehreren Rippenbrüchen. Der jüngere kann nur noch tot geborgen werden.
Quellen: UW 2, 12.1.1924
  
1935  / Sonntag, 29. September 1935
Innerschweizer Bauern organisieren sich
Anlässlich der ersten offiziellen Innerschweizer Bauernlandsgemeinde wird der Innerschweizer Bauernbund (IBB) von Schwyzer, Urner, Ob- und Nidwaldner Bauern gegründet. Hauptursache des Zusammenschlusses ist die schlechte Lage der Bauern in der Wirtschaftskrise der 1930er-Jahre. Bei den Initianten ist auch der Präsident des Urner Bauernvereins und spätere Regierungsrat Alois Müller.
Quellen: Bauernverband Uri, 100 Jahre Bauernverband Uri, S. 19.
  
1973  / Freitag, 9. Februar 1973
Urner Landjugend wird selbstständige Organisation
Die Urner Landjugend organisiert sich zu einer selbstständigen Organisation.
Quellen: Bauernverband Uri, 100 Jahre Bauernverband Uri, S. 19.
  
1987  / Freitag, 10. April 1987
Bauernverein wird zum Bauernverband Uri
Der Bauernverein Uri wird in Bauernverband Uri umbenannt. Die Begründung liegt bei einer vermehrten politischen Aktivität und dem Ausbau der Dienstleistungen.
Quellen: Bauernverband Uri, 100 Jahre Bauernverband Uri, S. 3.
  
1998  / Dienstag, 4. August 1998
Tödlicher Absturz beim Wildheuen
Im Gebiet des Hüttenbodens, Gemeinde Flüelen, verunglückt ein Urner Bauer beim Wildheuen tödlich. Beim Abseilen verhängen sich Heuballen an einem zweiten Seil. Beim Versuch die Ballen zu lösen verliert der 43-jährige Mann das Gleichgewicht und stürzt rund 20 Meter auf eine steil abfallende Wiese ab.
Quellen: UW 61, 8.8.1998
  
2000  / Donnerstag, 3. August 2000
Feriengast zu Tode gestürzt
Beim Wildheuen im Rophaiengebiet stürzt ein Feriengast aus Brasilien zu Tode.
Quellen: UW 62, 9.8.2000
  
2010  / Samstag, 9. Oktober 2010
Knaben verunfallen mit Heuladewagen
Ein 16-jähriger Einheimischer fährt mit einem unbeladenen Heuladewagen kurz nach Mittag auf der Klausenstrasse von Urigen talwärts Richtung Unterschächen. Auf dem Beifahrersitz sitzt sein siebenjähriger Cousin. Unmittelbar vor dem sogenannten «Hältichehr» gerät das landwirtschaftliche Fahrzeug zu stark nach rechts, rammt mehrere Randsteinpfosten und stürzt über die rund 10 Meter hohe Stützmauer in das steil abfallende Gelände. Die beiden Knaben fallen während des Absturzes aus dem Fahrzeug und stürzen nach weiteren rund 10 Metern auf die Lawinenverbauung, wo sie verletzt liegen blieben. Das Fahrzeug stürzt noch weiter ab und blieb weiter unten in den Bäumen hängen. Die Verletzten werden von Sanität, Feuerwehr und Samaritern geborgen. Der eine Junge wird ins Kantonsspital nach Altdorf, der andere in ein ausserkantonales Spital eingeliefert.
Quellen: UW 80, 13.10.2010
  
2012  / Sonntag, 8. Januar 2012
Wieder 15 Bauernbetriebe weniger in Uri
Im Jahr 2011 sind in der Schweiz insgesamt 1450 Bauernbetriebe eingegangen – 15 davon im Kanton Uri. Der Schweizerische Bauernverband zeigt sich besorgt. Bundesamt für Statistik zählt im Jahr 2011 schweizweit 57`600 Landwirtschaftsbetriebe – 1450 Betriebe weniger als im Vorjahr. Auch im Kanton Uri ist die Anzahl der Landwirtschaftsbetriebe rückläufig. Zählte der Kanton im Jahr 2000 noch 801 landwirtschaftliche Betriebe, waren es 2010 noch deren 648. Im vergangenen Jahr sind dann wiederum 15 Bauernhöfe im Kanton Uri eingegangen.
Quellen: UW 61, 8.8.2012
  
2012  / Samstag, 1. September 2012
Isidor Baumann neuer Präsident der SAB
Ständerat Isidor Baumann ist neuer Präsident der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB). Er tritt die Nachfolge von alt Ständerat Theo Maissen an, der die SAB während 15 Jahren präsidierte. Er ist der erste Urner an der Spitze des Interessenverbandes.
Quellen: UW 68, 1.9.2012
  
2012  / Samstag, 29. September 2012
Regierung hat Weichen für Zukunft gestellt
Wohin soll die Urner Landwirtschaftspolitik in den nächsten zehn Jahren führen? In einem Bericht zeigt die Regierung Ziele, Stossrichtungen und Massnahmen im Detail auf. Der Spielraum ist indes eingeschränkt: Die Landwirtschaftspolitik liegt im Kompetenzbereich des Bundes, und der Kanton ist lediglich für den Vollzug der Massnahmen verantwortlich, zum Teil als Mitfinanzierer. Trotzdem bleibt für Uri Platz genug, um in der Land- und Alpwirtschaft eine eigene Vision zu verfolgen. Aufbauend auf dieser Vision formuliert der Bericht eine kantonale Agrarstrategie. Im Bereich der Strukturen soll der Wandel auch künftig nicht durch spezifische Massnahmen beeinflusst werden. Vom Strukturwandel – und damit von der Abnahme der Zahl an Betriebe – profitieren die verbleibenden Betriebe, indem sie wachsen können.Zur Umsetzung der Strategie enthält der Bericht sodann sechs Entwicklungsziele mit zugehörigen Stossrichtungen und Massnahmen. Ziele, Stossrichtungen und Massnahmen sind von der Regierung bereits genehmigt worden. Für die Umsetzung von bestimmten Massnahmen wird indes noch ein separater Beschluss erforderlich sein. Die Umsetzung obliegt der Volkswirtschaftsdirektion.
Quellen: UW 76, 29.9.2012
  
2012  / Donnerstag, 25. Oktober 2012
Lagebericht - Urner Landwirten geht es besser
Obwohl sich die wirtschaftlichen Verhältnisse im vergangenen Jahr verbesserten, hat die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe weiter abgenommen. Am Donnerstag, 25. Oktober, wurde der Lagebericht zur wirtschaftlichen Situation der Landwirtschaftsbetriebe vorgestellt. Das Fazit: Der Urner Landwirtschaft geht es wieder besser. 19 Prozent aller Betriebe wurden ausgewertet. Die wirtschaftlichen Ergebnisse sind im Jahr 2011 höher ausgefallen. Insgesamt ist das landwirtschaftliche Einkommen in Uri um 13,8 Prozent auf 28`834 Franken gestiegen. Profitiert haben die Urner Betriebe von der leicht besseren Lage auf dem Nutz- und Schlachtviehmarkt. Gestiegen sind aber die Strukturkosten der Urner Betriebe. Grössere Kosten fallen bei Maschinen und Gebäuden an
Quellen: UW 84, 27.10.2012
  
2013  / Mittwoch, 27. November 2013
Uri profitiert von mehr Direktzahlungen
Die neue Agrarpolitik 2014–2017 bringt auch für die Urner Landwirtschaft grosse Veränderungen, insbesondere im Bereich der Direktzahlungen. So werden die tierbezogenen Beiträge komplett gestrichen und vermehrt Gelder für ökologische Bewirtschaftung ausbezahlt. Uri gehört aber zu den Gewinnern der neuen Agrarpolitik, denn es fliessen 2014 rund 2 Millionen Franken mehr an Direktzahlungen in den Kanton. Davon profitieren nicht alle: Im Talboden dürften einige Betriebe weniger Geld erhalten. Die Extensivierung der Landwirtchaft dürfte sich negativ auf die Tierbestände im Kanton auswirken. Das wiederum hat Folgen für die Bestossung der Alpen.
Quellen: UW 93, 27.11.2013, S. 3 f.
  
2014  / Dienstag, 11. November 2014
Landwirtschaftliches Einkommen in Uri steigt weiter
Die Agro Treuhand GmbH hat im Auftrag des Urner Bauernverbands 117 Landwirtschaftsbetriebe in Uri untersucht. Der Lagebericht wird einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Das Resultat: Die Urner Landwirtschaftsbetriebe können ihre Einkommen deutlich verbessern. Dies wegen der guten Marktlage im Milch- und Fleischsektor sowie durch die Vergrösserung der Betriebe. Trotzdem sind die Landwirtschaftsbetriebe nach wie vor auf Direktzahlungen angewiesen. Dabei zeigen sich die Urner Bauernfamilien bereit für Neues: So haben sich bereits zahlreiche Landwirtschaftsbetriebe auf die neuen Direktzahlungsgefässe der Agrarpolitik 2014–2017 eingestellt.
Quellen: UW 89, 12.11.2014, S. 3.
  
2015  / Mittwoch, 3. Juni 2015
Landwirtschaft - 121 Hektaren Kulturland verloren
Zwischen 1992 und 2009 gingen im Kanton Uri 121 Hektaren Kulturland verloren. Gleichzeitig nahm die Siedlungsfläche um 198 Hektaren zu. Hauptverantwortlich für den Kulturlandverlust sind Umzonungen in den Bauzone. Allein seit dem Jahr 2000 wurden 89 Hektaren Landwirtschaftland in die Bauzone umgeteilt. Auch die Grossprojekte wie die Neat, das Schwerverkehrszentrum Ripshausen sowie die Strassenabwasser-Behandlungsanlagen. Nur wenig Kulturland verbrauchten die Revitalisierungsmassnahmen an den Gewässern. Mit dem Ende der Neat-Baustelle kann indes Kulturland zurückgewonnen werden. Mit geeigneten Massnahmen liessen sich sogar neue Fruchtfolgeflächen gewinnen.
Quellen: UW 42, 3.6.2015, S. 2.
  
2015  / Samstag, 18. Juli 2015
Alp- und Waldwirtschaft leiden unter der Trockenheit
Aktuell herrscht an vielen Orten Trockenheit. So ist die Waldbrandgefahr vielerorts auf Stufe gross bis sehr gross. Um die grosse Trockenheit zu beenden, wäre ein tagelanger Landregen mit 40 bis 60 Millimeter Niederschlag nötig. Doch Regen ist nicht in Sicht. Die aktuelle Trockenheit wirkt sich auch auf die Alpbetriebe aus. Es gibt einige Alpen – vor allem im Karstgebirge ennet dem Kinzigpass und im Isental – bei denen Wasser selbst in normalen Sommermonaten eher knapp vorhanden ist. Beim Amt für Umweltschutz gingen keine Meldungen aufgrund des fehlenden Trinkwassers ein. Die meisten Bauern und Älpler wissen sich in der Regel selber zu helfen. Im Berggebiet besteht zudem der Vorteil, dass die Bäche – bedingt durch die hohen Temperaturen – zurzeit noch genügend Wasser von der Schnee- und Gletscherschmelze mitführen.
Quellen:
  
2016  / Freitag, 11. März 2016
Bauernverband Uri hat einen neuen Präsidenten
«Das Rad dreht sich auch für die Landwirtschaft immer schneller. Das liegt an den sich stets ändernden Rahmenbedingungen, und zudem gab es alle vier Jahre mehr oder weniger grosse Anpassungen in der Agrarpolitik, so auch bei den Direktzahlungen », mit diesen Worten eröffnet Bauernverbandspräsident Alois Brand die Generalversammlung im Pfarreizentrum in Erstfeld. Der Jahresbericht gibt zu keinen Wortmeldungen Anlass. Kassier Peter Arnold präsentiert eine fast ausgeglichene Rechnung mit einem kleinen Überschuss von 32 Franken. Wendel Loretz neu Präsident Nach 20-jähriger Vorstandstätigkeit, davon sechs Jahre als Präsident, gab Alois Brand auf die GV hin seinen Rücktritt bekannt. Wie intensiv und zeitaufwendig dieses Amt ist, wird bewusst, als Alois Brand sagt, dass er im vergangenen Jahr an 92 Sitzungen teilgenommen hat. Als Nachfolger wird Wendel Loretz, der noch im letzten Jahr Gemeindepräsident von Silenen war, mit grossem Applaus gewählt. Er besitzt einen Biobetrieb, ist verheiratet, Vater von drei Kindern und gehört seit 2010 dem Vorstand an. Zum Abschied erhält Alois Brand von seinem Nachfolger vier wundervolle Stabellen geschenkt. Wendel Loretz rühmt seinen Vorgänger als sehr kollegialen und ruhigen Menschen, der immer treffend und klar seine Meinung vertreten und nicht lange um den heissen Brei herumgeredet habe. Als erste Frau wird die Erstfelderin Margrith Loretz, zusammen mit Max Müller, Spiringen, in den Vorstand des Bauernverbandes gewählt. Der Seedorfer Raphael Bissig ist neuer Geschäftsführer.
Quellen: UW 21, 16.3.2016, S. 21.
  
2016  / Mittwoch, 16. März 2016
Urner Landrat hebt das Rindviehversicherung-Obligatorium auf
Urner Landwirte sollen für ihre Rinder keine Versicherung mehr abschliessen müssen. Das beschliesst der Landrat. Gleichzeitig stimmt der Landrat der Änderung der Veterinärverordnung zu. Stimmt das Volk zu, dann sind die Besitzer von Rindern nicht länger verpflichtet, ihre Tiere bei einer Versicherungskas se gegen Krankheit und Unfall zu versichern, und die bestehenden Versicherungen müssen sich bis Ende 2018 neu organisieren – zumal der bis anhin gewährte kantonale Beitrag an die Versicherungskassen entfällt. Heute gibt es in Uri 20 genossenschaftlich organisierte, öffentlich rechtliche Rindviehversicherungskassen. Diese versichern rund 10'000 Tiere von gut 500 Mitgliedern gegen Unfall und Krankheit. Will ein Bauer künftig ein Tier versichern lassen, so muss er eine privatrechtlich organisierte Kasse finden. Im Gegenzug zum Wegfall des Kantonsbeitrags an die bestehenden Versicherungskassen beteiligt sich der Kanton künftig mit finanziellen Beiträgen am Pikettdienst für das Notschlachten. Zudem kann der Kanton neu Beiträge aus dem Tierseuchenfonds an nicht versicherbare Tierverluste leisten. Die Regierung geht da von aus, dass die Neuordnung der Viehversicherung den Finanzhaushalt des Kantons ab 2017 um jährlich 67'000 Franken entlastet. Die Auswirkungen auf die Landwirtschaftsbetriebe seien im Schnitt gering.
Quellen: UW 22, 19.3.2016, S. 2.
  
2016  / Mittwoch, 16. März 2016
Landrat lehnt eine Standesinitiative ab
Alois Arnold will mit einer Standesinitiative den Beitrag für erschwerte Produktionsbedingungen in der Berglandwirtschaft wieder einführen. Der Landrat lehnt eine Standesinitiative jedoch ab.
Quellen: UW 22, 19.3.2016, S. 2.
  
2016  / Mittwoch, 4. Mai 2016
Urner Landwirte erhalten Flächen zurück
Der Bahndamm, auf dem während Jahrzehnten die Personen- und Güterzüge durchs Tal donnerten, verschwindet. Stück für Stück. 20 bis 50 Meter pro Tag. Seit Ende Februar verkehren die Züge zwischen der Riedstrasse in Schattdorf und dem Bahnhof Erstfeld auf der neuen Zugstrecke – vorbei am Nordportal des Gotthard-Basistunnels. Im März haben die SBB die Fahrleitungen, die Signale, Gleise und Weichen entfernt. Anfang April begann der eigentliche Rückbau. Etappenweise werden der Schotter entfernt und der alte Damm abgetragen. Zwischen fünf und acht Personen beschäftigen sich mit dem Rückbau. Das Dammmaterial wird im Portalbereich des Gotthard-Basistunnels zur Auffüllung einer grösseren Senke verwendet. Ein weiteres grosses Rückbauprojekt im Zusammenhang mit der Neat steht Anfang 2017 bevor. Dann nämlich kommt das vor rund 40 Jahren erstellte markante Viadukt bei der Autobahnauffahrt in Erstfeld weg. Mit der Aufhebung der jetzigen SBB-Stammlinie braucht es das A2-Viadukt nicht mehr. Künftig erfolgt der Zubringer zur Autobahn ebenerdig mit einem neuen Kreisel ab der Kantonsstrasse.
Quellen: UW 36, 7.5.2016, S. 5.
  
2016  / Mittwoch, 28. September 2016
Urner Geissen und Schafe auf dem Laufsteg
Sie heissen «Sony», «Lord», «Adolf», «Bella», «Nobless», «Larissa », «Mia» oder «Hubertus». Und sie sind die Schönsten im ganzen Kanton Uri. Die schönsten Geissen und Schafe. Nach dem Alpsommer 2016 präsentieren sich 374 Schafe und 382 Ziegen auf dem Areal Eyschachen. Die Experten sind beeindruckt von deren Schönheit. Das Niveau und die Qualität der Tiere sei merklich gestiegen. Schliesslich wurden die Schönsten unter den Schönen gekürt. Der Titel «Mister» geht an Schafwidder «Janosch » (Besitzer: Remo Baumann, Holderen, Meien), zur Miss wurde Schaf Evi gekürt (Remo Baumann, Holderen, Meien). Jungmister wurde «König» (Edy und Ruth Baumann, Fürlaui, Meien), und den Titel «Jungmiss » erhielt «Melanie» (Thomas Epp, Gotthardstrasse, Silenen). Miss bei den Gämsfarbigen Gebirgsziegen wurde «Nokia» (Besitzer: Tino und Valo Gisler, Riedisfeld, Bürglen), Miss bei den Toggenburger Geissen wurde «Daniela» (Josef und Martin Herger, Volligen, Seelisberg), und «Madonna» (Tino und Valo Gisler, Riedisfeld, Bürglen) wurde Miss Saanenziege.
Quellen: UW 78, 1.10.2016, S. 1
  

 
NUTZTIERE
Rinvieh
Schafe
Ziegen
Pferde
Schwein
Hühner
Bienen

 

Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 14.9.2013