FASNÄCHTLICHES URI

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Die Fasnacht im Kanton Uri



Fasnacht fasziniert, die fünfte Jahreszeit muss man erleben! Die Fasnacht teilt die Gesellschaft. Für die einen, alljährlich vom Virus ergriffen, ist es die schönste Jahreszeit. Andere lässt das Treiben kalt – wie die Jahreszeit, in welcher die Fasnacht stattfindet.

Die Fasnacht ist dem Gesetz der Entwicklung gefolgt. Sie wandelte sich wie der Zeitgeist. Die Katzenmusik wurde immer musikalischer, entwickelte sich vom Lärm- und Weckbrauch zum volkstümlichen Konzert, musikalisch noch übertroffen durch die Guggenmusiken. Der Umzug wurde von der patriotischen Geschichtsstunde zur Bühne für die satirische Betrachtung des Dorfgeschehens. Die Wandlung der Fasnacht hatte auch Verlierer: Der traditionelle Maskenball z.B. mit dem Rollenspiel zwischen Mann und Frau hat seine Funktion und damit auch seinen Glanz verloren. Überlebt hat die Rügefunktion der Fasnacht in Narrenblatt und Schnitzelbank sowie in den Fasnachtsumzügen.

DIE FASNACHT IN DER URNER SAGE

Begegnung von Masken mit dem Allerheiligsten
«Es war junge Fastnacht. Eine Schar „Boozi" (Masken), unter ihnen ein Drapoling (eine Maske mit Sehellenkleidern), tollte von Amsteg her durch die „Gründe" gegen Silenen zu. Da, wo der Weg anfängt aufwärts gegen die Landstrasse zu steigen, begegnet ihnen ein Priester mit dem Allerheiligsten, das er zu einem Schwerkranken trägt als letzte Wegzehrung. Alle Boozi nehmen ihre Larven ab und knien nieder. Nur der Drapoling kann sich nicht dazu bequemen, sondern flieht davon und versteckt sich in dem nahen Gädemli. Er kam nie mehr zum Vorschein. In dem Gädemli aber ist's nicht geheuer; oft hört man drinnen ein grässliches Gepolter und Sehellengerassel.
Als einst eine etwas angeheiterte Gesellschaft an dem berüchtigten Gädemli nachts vorbeischlenderte, anerbot. sich einer, mit dem Gespenst zu häägglen, und trotz Abmahnens der Kameraden ging er hin, klopfte an das Gädemli und forderte den Drapoling heraus. ,Aber mit dem sygs äu nu trochälechtig (gar rasch) wider chu! A b'hiet-is, der syg doch chu wie z'flygädä vo dem Gädäli äwägg!

Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 823.
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Begegnung von Masken mit dem Allerheiligsten
«Es war junge Fastnacht. Eine Schar „Boozi" (Masken), unter ihnen ein Drapoling (eine Maske mit Sehellenkleidern), tollte von Amsteg her durch die „Gründe" gegen Silenen zu. Da, wo der Weg anfängt aufwärts gegen die Landstrasse zu steigen, begegnet ihnen ein Priester mit dem Allerheiligsten, das er zu einem Schwerkranken trägt als letzte Wegzehrung. Alle Boozi nehmen ihre Larven ab und knien nieder. Nur der Drapoling kann sich nicht dazu bequemen, sondern flieht davon und versteckt sich in dem nahen Gädemli. Er kam nie mehr zum Vorschein. In dem Gädemli aber ist's nicht geheuer; oft hört man drinnen ein grässliches Gepolter und Sehellengerassel.
Als einst eine etwas angeheiterte Gesellschaft an dem berüchtigten Gädemli nachts vorbeischlenderte, anerbot. sich einer, mit dem Gespenst zu häägglen, und trotz Abmahnens der Kameraden ging er hin, klopfte an das Gädemli und forderte den Drapoling heraus. ,Aber mit dem sygs äu nu trochälechtig (gar rasch) wider chu! A b'hiet-is, der syg doch chu wie z'flygädä vo dem Gädäli äwägg!

Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 823.
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Der Drapoling von Erstfeld
«An einem Schmutzigen Donnerstag geschah es zu Erstfeld, dass zwei Drapolinge einem Geistlichen begegneten, der auf einem Versehgang begriffen war. Der eine von ihnen zog die Larve ab und bezeigte die gebräuchliche Reverenz, der andere hingegen - ,,der wiescht Pleger!" - nahm einen Luftsprung, rasselte mit seinen Schellen, kehrte dem Priester den Rücken und klopfte sich den Hintern. Aber die gerechte Strafe Gottes erreichte ihn. Die Larve konnte nicht mehr vom Gesichte entfernt werden, auch nicht, als man den Spötter nach Einsiedeln brachte. Später verbrannte er mit samt seinem Häuschen.»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 825.
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Katzenjammer
«Der Monat Februar ist der Monat der – Katzen. Da werden die melodienreichen, herzergreifenden Lieder dieser Vierbeiner wieder an unsere Ohren tönen und so manchem schlaftrunkenen Menschen zur Erbauung sein. Wenn sie in stiller Nachtstunde diesem jährlich einmaligen Gesinge und Ohrenschmaus ihr geneigtes Ohr leihen, werden in ihnen Gefühle wach werden, die sich nicht beschreiben lassen. Die Schattenseite dieser Erscheinung liegt darin, dass die Menschen diese höchst unmenschliche Sitte nachzuahmen suchen. Und das nennen die Menschen dann Fastnacht. Für die fastnächtliche Musik haben sie bereits den Namen entlehnt. Man nennt sie Katzenmusik. Und hier in Altdorf ist man bekanntlich hochbegeistert für diese Art Lyrik. Das Ende der Fastnacht wird dann auch wieder mit etwas Katzenhaftem zusammentreffen und das wird dann der – Katzenjammer sein.»
Altdorfer Pfarrblatt, Februar 1946, S. 6.
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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 15.01.2020