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Ansprachen zum Nationalfeiertag

1986

Freitag, 1. August 1986



Sujet: Rot-weisses Kleeblatt mit Schweizer Kreuz
Zweck der Bundesfeierspende: Mutterhilfe, Schweiz. Stiftung für die Hilfe an Straffällige und ihre Familien, Stiftung für Stipendien und Hilfen an Frauen, Schweiz. Stiftung für Gesundheitserziehung.

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Wort des Landammanns zur Bundesfeier 1986
Landammann Hans Zurfluh


«Erneut läuten auch dieses Jahr, am 1. August, die Glocken zum Nationalfeiertag unseres Bundesstaates. In früheren Zeiten beherrschten Gefühle des Nationalstolzes, der Einigkeit unter den Eidgenossen diesen Tag. Kein Festredner wollte die Gedanken daran aus seiner Ansprache verbannen. Und heute ... ? Fühlt sich nicht mancher, der zur Bevölkerung spricht, genötigt, unseren Nationalstolz tunlichst nicht anzusprechen, um ja nicht der Gefühlsduselei bezichtigt zu werden? Und wenn ja, warum?

Die Errungenschaften unserer Vorfahren haben uns die Unabhängigkeit von fremder Herrschaft gebracht. Die heutige Zeit erlaubt jedem, ohne existentielle materielle Not zu leben. Doch gerade dieser materielle Wohlstand trägt Gefahren in sich, die uns eben in jüngster Zeit neue Abhängigkeiten, neue Probleme entdecken liessen. Man denke etwa an den Atomunfall in Tschernobyl oder an die Umweltbelastung, die mit der fortschreitenden Technisierung einhergeht. Diese Gefahren sind keineswegs geringer als jene, welche unsere Ahnen zu bekämpfen hatten. Die Einheit, die Solidarität bürgte damals weitgehend für den Erfolg. Nichts liegt also näher, als sich der Gefahren unserer Zeit ebenfalls zu erwehren versuchen indem wir zusammenhalten, die eigenen Interessen hinter jene der Allgemeinheit stecken und mit gemeinsamen Anstrengungen die Herausforderungen von heute meistern.

Es ist noch nicht lange her, seit sich Vertreter aus der ganzen Schweiz zur Feier anlässlich des 600. Jahrestages der Schlacht bei Sempach trafen. Für einige war das ausschliesslich ein historischer Anlass. Wir aber haben dabei auch den Willen des Schweizervolkes gespürt, sich zu neuer Einigkeit zusammenzufinden. Dieser Eindruck stimmt zuversichtlich. Er beseitigt jeden Zweifel, dass wir auch heute in der Lage sind, die anstehenden Probleme sach- und zeitgerecht zu lösen. Freuen wir uns deshalb über unseren Nationalfeiertag. Der Gedanke der nationalen Verbundenheit ist lebenswichtig — ein Gedanke, den dereinst auch die Veranstaltungen der CH 91 ausdrücken wollen.

Mit Gotteshilfe wird es uns gelingen, unser Land im Frieden und in seiner Schönheit zu erhalten. In diesem Sinne wünschen wir allen einen besinnlichen und frohen Feiertag.»

25.07.1986 / Abl UR 1986, S. 669 f.

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(Angaben folgen)

 

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / letzte Aktualisierung: 22.08.2021