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Ansprachen zum Nationalfeiertag

2002

Donnerstag, 1. August 2002



Sujet: Roter Schmetterling
Zweck der Bundesfeierspende: wertvolle Bauten am Wasser

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Worte von Frau Landammann zum 1. August 2002
Frau Landammann Dr. Gabi Huber


«Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger

Seit 1291 entwickelte sich die Schweiz durch Erweiterungen, die schrittweise über mehrere Jahrhunderte erfolgten. Dies geschah durch den Abschluss von – so würden wir wohl heute sagen – bilateralen und multilateralen Verträgen, Unterstützungs- und Hilfsbündnissen, von Zweckbündnissen und durch gemeinsame kriegerische Unternehmungen. Heuer und im nächsten Jahr feiern zahlreiche Kantone ihren Anschluss an den Bund der schweizerischen Eidgenossenschaft. Uri hat als Mitbegründer des Bundes von 1291 eine grosse Geschichte.

Und wie steht es um Uris Zukunft? Wer wissen will, wohin er geht, muss wissen woher er kommt. Der Nationalfeiertag bietet uns Gelegenheit für den Blick zurück und den Blick nach vorn.

Aus dem Blick zurück in die Geschichte können wir Urnerinnen und Urner Zuversicht schöpfen. Währenddem andere Kantone immer noch um ihren Platz und ihren Stellenwert im Bund der Eidgenossenschaft zu suchen scheinen, empfinden wir als Mitbegründer der Eidgenossenschaft eine starke Identität. Wir haben gelernt, dass es grosse Anstrengungen und Ausdauer braucht, um Ziele zu erreichen. Der Umgang mit den Naturgewalten hat uns Gelassenheit gelehrt, ja es greift zuweilen ein heiterer Fatalismus Platz.

Heute ist Uri auf die Solidarität des Bundes und der Mitstände angewiesen. Die Stadt-/Landdivergenzen sind jedoch im politischen Alltag und im «Verteilkampf» um finanzielle Ressourcen unübersehbar. Uri steht buchstäblich mit dem Rücken zum Gotthard und hat bis zum Hauptzentrum Zürich noch verschiedene vorgelagerte Gebiete als bevorteilte Konkurrenten vor sich. Andererseits sind aber auch der Bund und die Mitstände auf die Solidarität und auf bestimmte Leistungen Uris angewiesen. Denn unser kleiner Kanton nimmt infolge seiner geographischen Lage an einer zentralen europäischen Nord-Süd-Achse Aufgaben im nationalen und internationalen Interesse wahr. Wer klein ist, muss sich ab und zu Gehör verschaffen, um wahrgenommen zu werden. Die im Laufe der Geschichte erlernten Tugenden der Urnerinnen und Urner sind also in der modernen Schweiz mehr denn je gefragt. Vor uns stehen gewaltige Herausforderungen, die unseren Lebensraum und unsere Aussenbeziehungen betreffen. Vor uns stehen aber auch eine Reihe kantonsinterner Hausaufgaben. Denn zur Solidarität gehört auch die Selbstverantwortung als Gegenstück. Nehmen wir deshalb den 1. August 2002 zum Anlass, uns auf unsere Stärken und darauf zu besinnen, wo wir sie – jeder und jede an seinem bzw. ihrem Platz – für unsere Heimat Uri positiv einsetzen können.»

26.07.2002 / Abl UR 2002, S. 917.

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(Angaben folgen)

 

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / letzte Aktualisierung: 22.08.2021