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Ansprachen zum Nationalfeiertag

2005

Montag, 1. August 2005



Sujet: Schweizer Fahne
Zweck der Bundesfeierspende: soziale Projekte in Verbindung mit Kultur

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Wort des Landammanns zur Bundesfeier 2005
Landammann Josef Arnold


«Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger

Das weisse Kreuz auf rotem Grund ist präsent wie selten zuvor. Freilich mehr als modisches Warenzeichen einer weltläufigen Gesellschaft denn als nationales Wahrzeichen einer selbstbewussten Nation. Der Nationalfeiertag gibt uns Gelegenheit, unsern Staat ins Zentrum zu stellen: Können, sollen oder dürfen wir stolz auf die Schweiz sein?

Ich bin überzeugt, dass wir diese Frage mit einem klaren Ja beantworten dürfen. Die positive Antwort auf diese Frage lässt sich auch durchaus am Beispiel unseres Kantons begründen: Wir haben eine überdurchschnittliche Lebensqualität, einen guten Service Public und direkt-demokratische Spielregeln, die sich bewähren. Zwar macht uns die anhaltend schwache Konjunktur grosse Sorgen – trotzdem geht es uns im Allgemeinen gut.

Untersuchungen zeigen aber, dass das Vertrauen in die politischen Institutionen schwindet, und dass ein sinkendes Zukunftsvertrauen der Schweizerinnen und Schweizer sowie eine tiefe Investitions- und Risikobereitschaft feststellbar ist. Diese Feststellungen lassen uns aufhorchen und dürfen uns nicht gleichgültig sein. Deshalb erlaube ich mir, zum Nationalfeiertag drei Wünsche anzubringen:

Ich wünsche uns allen Mut und Kraft, tätig zu sein. Denn jeder und jede Einzelne ist vermehrt gefordert, aktiv und initiativ zu sein zum Wohle aller. Sei es durch ein freundliches Wort, aktive Begegnungen mit den Mitmenschen oder Engagement für Staat, Gemeinschaft oder Unternehmen. Weder abwartendes Zögern noch die Ausrede «die anderen sollen zuerst» führen uns weiter.

Selbstverständlich sind auch die politischen und staatlichen Institutionen und Strukturen innerhalb unseres Kantons stets zu hinterfragen – und nach Bedarf weiterzuentwickeln. Es muss ein Anliegen von uns allen sein, durch Zusammenarbeit Synergien zu gewinnen und Leistungen noch effizienter zu erbringen und allenfalls lieb gewonnene Gewohnheiten im höheren Interesse aufzugeben.

Auch der Kanton Uri muss konkurrenzfähig sein, muss seine Finanzen in Ordnung bringen. Dabei müssen wir uns auch als Kanton auch immer wieder fragen – welche Aufgaben noch besser und effizienter in einem grösseren Verbund erfüllt werden können. Verstärkte Zusammenarbeit wird auch hier immer wichtiger – wobei es zu einer der grossen Herausforderungen gehört, darauf zu achten, dass durch die interkantonale Zusammenarbeit nicht automatisch der Standard erhöht und die Leistungen dadurch teurer erbracht werden.

Unter diesen Voraussetzungen müssen wir unsere Stärken einbringen – zugunsten eines demokratischen Föderalismus. Auf dem Weg in die Zukunft dürfen wir uns aber nicht von gewissen Bequemlichkeiten, von der Besitzstands- und Versicherungsmentalität ablenken lassen. Konzentrieren wir uns auf unser eigenes Tun und wagen Neuerungen. Und vergessen wir nicht – nur wenn wir aktiv an der Zukunft arbeiten, werden wir auch eine haben.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen frohen und besinnlichen 1. August 2005.»

29.07.2005 / Abl UR 2005, S. 997 f.

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(Angaben folgen)

 

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / letzte Aktualisierung: 22.08.2021