FASNÄCHTLICHES URI

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Der Drapoling - Uris älteste Maske



Der Drapoling ist die einzige der ganz alten Urner Masken, welche sich ins 21. Jahrhundert hinübergerettet hat. Der Name deutet auf italienischen Ursprung hin, denn der seltsame Name dürfte von «drappo» (Italienisch «Stoff») hergeleitet werden. Der Drapoling hat wohl vom Harlekin sein Kleid entlehnt. Die «Nüssler» in Schwyz sind ihm ähnlich. Der «Blätz» ist ebenfalls eine Maskenfigur mit einem aus rautenförmigen, farbigen Tuchstücken zusammengesetzten Gewand. Der Drapoling war im vorderen Schächental und im unteren Reusstal zu Hause. Im Schächental behaupteten die Leute, so lange einer in diesem Gewand stecke, sei er ein Teufel und wenn er darin sterbe, fahre er unrettbar zur Hölle.
Der Drapoling ist einmal eine Figur in der Urner Sagenwelt. Ein Sagenerzähler beschreibt das Gewand des Drapolings mit als «plätzet's G'wand» mit «ä Hüffä Relläli». Sie trugen «diä wiëschtäschtä Maschgärä». Wenn «Schläs'm» (Schneeschmelze) herrschte, sprangen sie «i d'Gillä-n-innä» und spritzten Kind und Leute an. Überhaupt erschreckten sie gerne die Leute und sprengten die Kinder umher. Manchmal trugen sie auch einen Stecken und machten mit dem allerlei «Maneever». Die Sage mahnte jedoch auch, es nicht zu wild zu treiben. Eine frevelhafte Tat war es, wenn ein «Boozi» gegenüber dem Priester mit dem Allerheiligsten seine Maske nicht abnahm. Er kehrte nie wieder. Karl Franz Lusser (1790 – 1859) brachte den Drapoling in Verbindung mit den Totenmasken. So ging der Drapoling von Hartolfingen umher, wenn in der Samstagnacht die Totenglocke erschall. Früher hatte der Drapoling angeblich noch einen speziellen Tanzschritt.
Die endgültige Ausprägung des Drapoling-Kostüms mit gebogener Mütze, dem Flickenkostüm und dem Schellengurt dürfte erst im 19. Jahrhundert vor sich gegangen sein. Eduard Renner bricht bei der Beschreibung in seinem «Goldenen Ring» nicht in Begeisterung aus: Er «setzt sich zur Aufgabe, unter dem Schwarm der andern Maskenträger durch ganz besonders tolles Gebaren zu glänzen. Der Drapoling trägt ein Narrenkleid von schmutzig-verblasster Farbe mit vielen Schellen, die bei jedem Schritt erklingen müssen. Zum Überflusse schlägt er sich noch einen mächtigen Gürtel, der dicht mit kleinen runden Schellen besetzt ist, um den Leib und schleppt wenn möglich auch einen Schellengürtel als Schweif nach. Besonders in dieser Figur sieht der Urner etwas Herausforderndes, Freches, ja Frevelhaftes.»



Das Gewand des Drapolings
Das Gewand des Drapolings Jacke und Hose sind aus Sack-(Jutte)Stoff. Hierauf werden rund 350 farbige «Blätze» (Rauten) in den Farben rot, schwarz, gelb und grün, verziert mit einem Knopf, genäht. Früher wurden hiezu Blei-, danach Perlmutterknöpfe verwendet. Die Grösse der Rauten entspricht dem «Spiegel» einer alten Militäruniform. Zur Ausrüstung des Drapolings gehört ein kräftiges «Ggrell», welches früher dem Glockenzug des Pferdegeschirrs aus einem breiten Ledergurt mit aufgehefteten Rossschellen entsprach. Je grösser das «Ggrell», desto respektvoller war der Drapoling. Die Schellen sind aufgeschlitzt, so dass ein besserer Klang ertönt. Zirka 10 bis 15 verschieden grosse Glocken sind fest an den Gurt genietet. Die Maske wird von einer Maskenfabrik in Gersau hergestellt. Das Material der Maske ist Pappmaschee, aussen weiss und farbig verziert. Markantes Zeichen ist die grosse Bogennase. Die ehemalige Maske war aus Leder, ergänzt durch feinmaschiges Drahtgeflecht, was die Atmung erleichterte. Das Haar und der Hals werden durch eine weisse Kopfhaube aus Tuchstoff verdeckt. Durch das Zubinden entsteht eine Halsrüsche. Der nach vorn gekrümmte Hut («Hahnächammä») ist ebenfalls aus Pappmaschee, hoch, kegelförmig und konisch mit einem Zottel versehen. Er hat die vier Farben der Rauten mit aufgemalten Sonne, Mond und Sternen. Wenn der Hut aufgeschnitten wird, gleichen die zwei Teile der Herzform. Der Drapoling rüstet sich mit Stricken – früher mit Kuhschwänzen und Schweinsblasen («Syywblaatterä») – sowie dem Reisbesen aus. Turnschuhe (ein Zeichen der Moderne) und Handschuhe vervollständigen das Kostüm, so dass der Maskenträger völlig bedeckt ist.



Das Drapolinglaufen
Das Drapoling-Laufen wurde und wird vor allem in der Gemeinde Silenen gepflegt. Früher spielte am Schmutzigen Donnerstag und am «Gidelmäändig» in Amsteg nach der Morgenmesse in den Restaurants alsbald Musik auf. Ein gutes Dutzend Drapolinge besuchten diese Veranstaltungen. Am Nachmittag ging man nach Silenen, ursprünglich jedoch nur bis zum Dägerlohn. Man war den ganzen Tag «Drapoling gluffä». Die Drapoling-Gewänder wurden ausgelehnt, die Masken vielfach selber gemacht. Es gab ältere Drapoling-Gewänder mit grossen «Blätzä». Diese entsprachen jedoch nicht dem Original. Die Herstellung soll auf der Faulheit beruht haben, die kleinen Krapfen auf den Jutestoff zu nähen. Während des Zweiten Weltkriegs war das Drapoling-Laufen stark zurückgegangen. Militär war in Amsteg stationiert, da hatte man die vermummten Masken nicht gerne gesehen. Die Auswärtigen hatten den Brauch nicht verstanden, zeitweise war das Maskenlaufen auch verboten (38). In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand der Drapoling immer mehr, lediglich in Amsteg und Silenen traf man ihn noch an. Es gab rund ein Dutzend Familien, welche die Kleider herstellten und vermieteten. 1979 beschloss eine Gruppe der Katzenmusikgesellschaft Amsteg, den Drapoling wieder neu aufleben zu lassen.
Der Drapoling ist eine Strassenmaske, er redet nur in den seltensten Fällen und tritt meistens in Gruppen auf. Heute ist der Auftritt der Drapolinge nicht mehr so ungestüm. Sie verfolgen weiterhin die Leute auf der Strasse, vor allem natürlich junge Mädchen. Sie packen strampelnde Buben und Mädchen und tragen sie in den Armen eine Strecke mit. Sie dringen in die Wirtshäuser und verbreiten eine von Schrecken und Fröhlichkeit gemischte Stimmung, heben Gäste mitsamt dem Stuhl hoch, schaukeln sie hin und her und stellen sie unsanft wieder auf den Boden, nicht ohne das Haar der Geschaukelten zu zerzausen. Plötzlich lassen sie von ihrem ausgelassenen Spiel und verschwinden so schnell wie sie gekommen sind.

Literatur: Gisler-Jauch Rolf, Fasnächtliches Uri, S. 52 ff.; Muheim, Urner Fasnacht, in: UW 12/1972; Müller, Sagen aus Uri, Bd. 2, S. 217–218; GP 5/4.2.1967; Renner, Goldener Ring, S. 111 f.; Faltblatt «Der Drapoling»; Lussmann Ludwig, Silenen, S. 204–206.
Fotos: Christoph Hirtler, Altdorf.

DETAILS ZUM DRAPOLING

Den Drapoling vor der Vergessenheit gerettet
Der Drapoling wäre wohl ganz aus der Urner Fasnacht verschwunden, wenn sich 1979 eine Gruppe der Katzenmusikgesellschaft Amsteg nicht für die Erhaltung dieser Maskenfigur eingesetzt hätte. Hauptinitianten waren Josef Dittli und Sepp Zurfluh. Die Katzenmusikgesellschaft nahm die Idee auf und liess nach der Vorlage eines alten Drapoling-Gewandes von Siegfried Loretz zehn neue «Gwändli» herstellen. Ab diesem Zeitpunkt wurden nur noch die farbigen Rauten verwendet und die Hüte sind anstatt mit Bildern von «blutten» Frauen mit Sonne, Mond und Sternen bemalt. Mit Fleiss und Ausdauer hat man es geschafft, dass in Uri eine alte Maskenfigur erhalten geblieben ist und ihre alten Funktionen des Heischens und Rügens sowie den Abwehrzauber aufzeigt. Die Drapoling-Gruppe wird seitdem an Umzüge im In- und Ausland eingeladen.
Literatur: Gisler-Jauch Rolf, Fasnächtliches Uri, S. 53.

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Der Auftritt des Drapoling
«Der Drapoling ist eine Treibfigur auf Gassen und Strassen. Erst dann spielt er seine Rolle richtig, wenn er die ihn foppenden Burschen zu Schnelläufen anzutreiben vermag. Dann ertönt sein Geschelle noch lauter, und damit wird sein Tun zu einem mystischen Dorfschauspiel. Die Mädchen harren der Dinge eher hinter einer Hausecke, um dadurch der Gassenjagd schneller zu entkommen. Diese Art von Vergnügen nennen die Jugendlichen eine «richtige Fasnacht»! Getraut sich eine noble Dame auf die Strasse, so kann es vorkommen, dass ihre schöne Frisur in Unordnung gerät. Vielleicht wird sie auf kräftigen Armen in den nächsten Gasthof getragen. Dann dürfte sie wissen, dass bei der Frau Wirtin für die Herren etwas Gutes zu bestellen und zu bezahlen ist.
Es hätte wenig Sinn, so viele Worte über den Drapoling zu verlieren, würde sein Treiben nicht mehr aussagen, als es manches Narrenblättchen unserer Zeit vermag. In jeder Dorfgemeinschaft passieren «schräge Dinge». Darüber kann das Tun eines Drapolings einiges aussagen. Nicht selten geschehen aber Anspielungen, die die Grenze des Zumutbaren erreichen. Da kann etwa der Platz vor einer Haustüre zur Schaubühne werden, und die agierenden Drapolinge zeigen mit den Besen an, dass vor dieser Türe noch etwelcher Dreck wegzuwischen wäre. Einern nach Amt und Ehren Trachtenden könnte das Weiterkommen auf der Strasse mit Kuhschwänzen verhindert werden, und das Nein eines Wählers dürfte ein Drapoling wortlos, aber «midem bluttä Fidlä» quittieren.
Auch nette Manieren sind nicht ausgeschlossen. Da schaute im SiJener Dörfli ein armes Mütterchen am Fenster mit sichtlicher Freude dem Possentreiben eines Drapolings zu. Dieser verschwand für kurze Zeit, und schon klopfte er an der Stubentüre und überreichte dem Mütterchen ein lebendiges Huhn mit den Worten: «Sä da, rupfä müäsch-es halt sälber. Villicht leit's aber vorhär nu es Ei!». Dann verschwand er wieder. Selbstverständlich vermisste an jenem Abend irgendwer ein Huhn, das tagsüber auf einem fremden Miststock beharrlich gescharrt hatte.
Für nicht gut wurde jeweils befunden, wenn eine Dorfjungfer vernünftigen Bewerbern aus der Gemeinde eine Absage erteilte, dann aber einem wichtigtuerischen Auswärtigen die Türe öffnete. Da konnte es geschehen, dass ein Drapoling seine gefüllte «Syywplaatterä» über ihrem Kopf in Funktion brachte. Noch übler erging es Hitzköpfen, die einem achtbaren Dorfburschen sein Mädchen mit «ds Stubetä gah» abzuwerben versuchten. Liess er sich an der Fasnacht irgendwo erblicken, so fanden die Drapolinge bald einen Brunnentrog, und schon hatte der Unvorsichtige bald mehr als nur kalte Füsse.»
Literatur: Lussmann Ludwig, Silenen – Amsteg/Bristen, Gurtnellen 1991, S. 205.

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Raute
Die Raute ist das Symbol des Laubblattes der Weinraute. Die als Gewürz und als Heilmittel verwendeten Rautengewächse wurden zu Zeiten der Pest als Medizin aufbereitet und als Heilmittel gepriesen. Die Rautenmuster auf dem Drapoling-Kleid sollten gegen böse Kräfte schützen und diese vertreiben. Die Rautenform haben auch die Chilbikrapfen, und sie ist an den alten Urner Bauernhäusern an Haustürfüllungen, an Stubenbuffets, an Schränken sowie an Stoss- und Zugläden verewigt.
Literatur: Gisler-Jauch Rolf, Fasnächtliches Uri, S. 53.

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ZITATE ZUM DRAPOLING

Das Maskenverhalten des Drapolings
«Der Drapoling ist eine Treibfigur auf Gassen und Strassen. Erst dann spielt er seine Rolle richtig, wenn er die ihn foppenden Burschen zu Schnelläufen anzutreiben vermag. Dann ertönt sein Geschelle noch lauter, und damit wird sein Tun zu einem mystischen Dorfschauspiel. Die Mädchen harren der Dinge eher hinter einer Hausecke, um dadurch der Gassenjagd schneller zu entkommen. Diese Art von Vergnügen nennen die Jugendlichen eine «richtige Fasnacht»! Getraut sich eine noble Dame auf die Strasse, so kann es vorkommen, dass ihre schöne Frisur in Unordnung gerät. Vielleicht wird sie auf kräftigen Armen in den nächsten Gasthof getragen. Dann dürfte sie wissen, dass bei der Frau Wirtin für die Herren etwas Gutes zu bestellen und zu bezahlen ist.
Es hätte wenig Sinn, so viele Worte über den Drapoling zu verlieren, würde sein Treiben nicht mehr aussagen, als es manches Narrenblättchen unserer Zeit vermag. In jeder Dorfgemeinschaft passieren «schräge Dinge». Darüber kann das Tun eines Drapolings einiges aussagen. Nicht selten geschehen aber Anspielungen, die die Grenze des Zumutbaren erreichen. Da kann etwa der Platz vor einer Haustüre zur Schaubühne werden, und die agierenden Drapolinge zeigen mit den Besen an, dass vor dieser Türe noch etwelcher Dreck wegzuwischen wäre. Einern nach Amt und Ehren Trachtenden könnte das Weiterkommen auf der Strasse mit Kuhschwänzen verhindert werden, und das Nein eines Wählers dürfte ein Drapoling wortlos, aber «midem bluttä Fidlä» quittieren.
Auch nette Manieren sind nicht ausgeschlossen. Da schaute im SiJener Dörfli ein armes Mütterchen am Fenster mit sichtlicher Freude dem Possentreiben eines Drapolings zu. Dieser verschwand für kurze Zeit, und schon klopfte er an der Stubentüre und überreichte dem Mütterchen ein lebendiges Huhn mit den Worten: «Sä da, rupfä müäsch-es halt sälber. Villicht leit's aber vorhär nu es Ei!». Dann verschwand er wieder. Selbstverständlich vermisste an jenem Abend irgendwer ein Huhn, das tagsüber auf einem fremden Miststock beharrlich gescharrt hatte.
Für nicht gut wurde jeweils befunden, wenn eine Dorfjungfer vernünftigen Bewerbern aus der Gemeinde eine Absage erteilte, dann aber einem wichtigtuerischen Auswärtigen die Türe öffnete. Da konnte es geschehen, dass ein Drapoling seine gefüllte «Syywplaatterä» über ihrem Kopf in Funktion brachte. Noch übler erging es Hitzköpfen, die einem achtbaren Dorfburschen sein Mädchen mit «ds Stubetä gah» abzuwerben versuchten. Liess er sich an der Fasnacht irgendwo erblicken, so fanden die Drapolinge bald einen Brunnentrog, und schon hatte der Unvorsichtige bald mehr als nur kalte Füsse.»

Lussmann Ludwig, Silenen – Amsteg/Bristen, Gurtnellen 1991, S. 205.
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DER DRAPOLING IN DER URNER SAGE

Begegnung von Masken mit dem Allerheiligsten
«Es war junge Fastnacht. Eine Schar „Boozi" (Masken), unter ihnen ein Drapoling (eine Maske mit Sehellenkleidern), tollte von Amsteg her durch die „Gründe" gegen Silenen zu. Da, wo der Weg anfängt aufwärts gegen die Landstrasse zu steigen, begegnet ihnen ein Priester mit dem Allerheiligsten, das er zu einem Schwerkranken trägt als letzte Wegzehrung. Alle Boozi nehmen ihre Larven ab und knien nieder. Nur der Drapoling kann sich nicht dazu bequemen, sondern flieht davon und versteckt sich in dem nahen Gädemli. Er kam nie mehr zum Vorschein. In dem Gädemli aber ist's nicht geheuer; oft hört man drinnen ein grässliches Gepolter und Sehellengerassel.
Als einst eine etwas angeheiterte Gesellschaft an dem berüchtigten Gädemli nachts vorbeischlenderte, anerbot. sich einer, mit dem Gespenst zu häägglen, und trotz Abmahnens der Kameraden ging er hin, klopfte an das Gädemli und forderte den Drapoling heraus. ,Aber mit dem sygs äu nu trochälechtig (gar rasch) wider chu! A b'hiet-is, der syg doch chu wie z'flygädä vo dem Gädäli äwägg!

Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 823.
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Der Drapoling von Erstfeld
«An einem Schmutzigen Donnerstag geschah es zu Erstfeld, dass zwei Drapolinge einem Geistlichen begegneten, der auf einem Versehgang begriffen war. Der eine von ihnen zog die Larve ab und bezeigte die gebräuchliche Reverenz, der andere hingegen - ,,der wiescht Pleger!" - nahm einen Luftsprung, rasselte mit seinen Schellen, kehrte dem Priester den Rücken und klopfte sich den Hintern. Aber die gerechte Strafe Gottes erreichte ihn. Die Larve konnte nicht mehr vom Gesichte entfernt werden, auch nicht, als man den Spötter nach Einsiedeln brachte. Später verbrannte er mit samt seinem Häuschen.»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 825.
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Begegnung von Masken mit dem Allerheiligsten
«Es war junge Fastnacht. Eine Schar „Boozi" (Masken), unter ihnen ein Drapoling (eine Maske mit Sehellenkleidern), tollte von Amsteg her durch die „Gründe" gegen Silenen zu. Da, wo der Weg anfängt aufwärts gegen die Landstrasse zu steigen, begegnet ihnen ein Priester mit dem Allerheiligsten, das er zu einem Schwerkranken trägt als letzte Wegzehrung. Alle Boozi nehmen ihre Larven ab und knien nieder. Nur der Drapoling kann sich nicht dazu bequemen, sondern flieht davon und versteckt sich in dem nahen Gädemli. Er kam nie mehr zum Vorschein. In dem Gädemli aber ist's nicht geheuer; oft hört man drinnen ein grässliches Gepolter und Sehellengerassel.
Als einst eine etwas angeheiterte Gesellschaft an dem berüchtigten Gädemli nachts vorbeischlenderte, anerbot. sich einer, mit dem Gespenst zu häägglen, und trotz Abmahnens der Kameraden ging er hin, klopfte an das Gädemli und forderte den Drapoling heraus. ,Aber mit dem sygs äu nu trochälechtig (gar rasch) wider chu! A b'hiet-is, der syg doch chu wie z'flygädä vo dem Gädäli äwägg!

Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 823.
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MASKENBRÄUCHE

Maskenbräuche
Maskenrechte
Disziplinierung
Arme Seelen
Nachtbuben
Drapoling
Einzelne Masken

 
Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 25.01.2020