URIS TIERWELT

Allgemeines

NUTZTIERE

Übersicht Rindvieh Schaf Ziege Hund Katze Diverse

WILDTIERE

Übersicht Säugetiere Fische Vögel Reptilien Lurche Insekten Spinnen Weichtiere Krebse Würmer & Co. Diverse

HEGE UND PFLEGE

Jagd Tierseuchen

NARRENTIERE

Fasnachtsflöhe Fasnachtskatzen

WAPPENTIERE

Uri

Vierbeinige Esel in Uri



Nutztiere, Esel
lateinischer Name: Equus asinus asinus LINNAEUS
Urner Dialekt: Esel

Eselstute (W), Eselhengst (M), Eselfohlen (J).

Der Hausesel (Equus asinus asinus) ist ein weltweit verbreitetes Haustier. Seine Stammform ist der Afrikanische Esel. Die Fellfarbe ist grau oder braun bis schwarz, manchmal rötlich. Daneben gibt es auch gescheckte Esel. Sehr selten sind rein weisse Esel. Der Bauch ist beim Hausesel weiss, ebenso der Bereich um das Maul und die Augen. Esel haben meist eine Stehmähne und einen in einer grossen Quaste endenden Schwanz. Die Ohren sind viel grösser als bei den Pferden. Esel erreichen je nach Rasse eine Schulterhöhe von 90 bis 160 cm.

Esel wurden früher als Pferde domestiziert und stellen damit eines der ersten den Menschen zur Verfügung stehende Lasttiere dar. Viel länger als ein Pferd kann ein Esel ohne Wasser und Nahrung auskommen. Da Esel anders als Pferde schwindelfrei sind, waren und sind sie in steilen Bergwelten bevorzugtes Reit- und Lasttier. Neben der traditionellen Verwendung als Trag- und Zugtier werden Esel auch zur Fleischgewinnung (Salami), als Milchproduzenten (Eselsmilch) und zur Lederherstellung verwendet).

Es werden zwei Hybride des Esels gezüchtet. Diese sind nicht fortpflanzungsfähig:
- Maulesel – Kreuzung eines Pferdehengstes und einer Eselstute
- Maultier – Kreuzung eines Eselhengstes und einer Pferdestute.

In der Fabel und im Volksmund wird der Esel als stures, oft auch dummes Tier beschrieben. Daraus resultiert auch die Verwendung des Wortes «Esel» als Schimpfwort, das auch in der Urner Umgangssprache für nicht so lobenswerte Mitmenschen verwendet wird.

Quelle: www.wikipedia.de (2017); Foto: Michael Aschwanden, Esel mit Säumer auf der Bristenstrasse, um 1910 (StAUR Slg Bilddokumente 123.01-BI-34561).

Anmerkung: In der Statistik sind Esel, Maultiere und Ponys zusammengefasst (Bundesamt für Statistik, Nutztierbestände 2017).



WEITERES ZU ESELN

Das «Esäli» vom Samichlaus



In der christlichen Ikonografie taucht der Esel auch als Begleiter des Heiligen Nikolaus, als Verkörperung des treuen Dieners auf. In den 1980er-Jahre veranstalte die «Nächstenliebe Altdorf» als Veranstalter des Altdorfer Samichlaus-Brauches zwei Eselfeste. Aus dem Erlös wollte man einen Esel für die Begleitung des blauen Altdorfer Samichlaus anschaffen. Der Hafer machte den Gedanken zu teuer. So begnügte man sich mit der Anwesenheit der Grautiere am Samichlaus-Einzug. Ursprünglich kamen diese aus Mendrisio. Später konnten diese Aufgabe Urner Esel übernehmen.

-------------------------
Der Esel in der Kunst



Der Bildhauer Eugen Püntener (1904-1952) hat 1940 in Kunststein in Broncee (links) und Sandstein die Plastik «Schreitender Esel» für den Garten des EWA geschaffen.
Foto: Rolf Gisler-Jauch (farbig); Iten Karl, Eugen, Püntener, Altdorf 1993 (sw).

-------------------------
Der Mond und seine Stellung



Die Bauern schauten viel auf die Stellung des Mondes. Sie meinten, dass der Lauf des Mondes und der Gestirne das Wachstum der Pflanzen beeinflusste und bei der Pflege des Viehs eine Rolle spielte. Man richtete sich bei den anfallenden Arbeiten danach und konsultierte dafür die Bauernkalender mit ihren Angaben zum Stand des Mondes und der Planeten.
Mist anlegen oder Gräben auftun sollte man bei abnehmendem Mond («nidsigänt»). Kühe frassen das Heu nicht gerne, wenn das Gras bei Neumond gejaucht wurde. Zehennägel sollte man nie im «Nidsigäntä» abschneiden. Wenn Neumond war, sollte man nicht waschen, auch nie Haare schneiden, sonst wurde man früh grau. Die Mondstellung war zudem beim Holzschlag sowie sonst in Haus und Garten zu beachten.
Autor: Bär-Vetsch Walter, Aus einer anderen Welt, S. 422 f. Literatur: Zihlmann Josef, Volkserzählungen und Bräuche, S. 318, 326 f.

-------------------------
Keuchhusten (Eselhusten)
Der Keuchhusten, in Uri auch Eselhusten genannt, ist eine durch ein Bakterium ausgelöste hochansteckende Infektionskrankheit mit starkem Husten über mehrere Wochen. Bei Säuglingen können sich die Hustenanfälle untypisch als Atemstillstände äussern und somit lebensbedrohlich verlaufen. Seit 1933 wird erfolgreich eine Impfung eingesetzt.
-------------------------
Ochs und Esel inder Krippe



Die heutigen Weihnachtskrippen gehen bereits auf das Frühchristentum zurück, doch zeigten die Darstellungen der ersten Jahrhunderte nur das Jesukind (nach dem Lukasevangelium in der Futterkrippe liegend) mit den zwei Tieren Ochs und Esel. Die Figur der Maria kam erst im Mittelalter dazu, der Heilige Josef sogar noch später.

-------------------------
Palmesel



Mit der Palmsonntagsprozession, bei der ein Palmesel auf Rädern durchs Dorf gezogen wurde, wurde der Einzug Jesu in Jerusalem nachvollzogen und damit die Passionszeit eröffnet. Die Palmesel gingen auf den mittelalterlichen Brauch zurück, bei der Prozession am Palmsonntag den Einzug Jesu in Jerusalem szenisch darzustellen. Diese Sitte lässt sich bis ins 10. Jahrhundert zurückverfolgen und wurde im Kanton Uri bis ins 19. Jahrhundert beibehalten. Seit dem 13. Jahrhundert waren geschnitzte, teils reich geschmückte Esel mit einer Jesusfigur Teil der Palmsonntagsprozession.

Am Palmsonntag wird des Einzugs Jesu Christi auf einem Esel in Jerusalem gedacht. Der Esel war ein Sinnbild des gewaltlosen Friedenskönigs und der Bescheidenheit. Am Palmsonntag wurde in Uri ein Holzesel mit Jesusfigur auf Rädern durchs Dorf gezogen und damit der Einzug Jesu nachvollzogen. In Altdorf ging die Prozession um das sogenannte Eselsmätteli (heute EWA-Liegenschaft). Im Historischen Museum Uri sind zwei Palmesel, derjenige von Erstfeld (Gotik, 15. Jhdt.) und derjenige von Bürglen (Reniassance, 17. Jhdt) ausgestellt.
Im Historischen Museum Uri sind zwei Palmesel ausgestellt (von Bürglen und Erstfeld).

Literatur: Bär-Vetsch Walter, Aus einer anderen Welt, S. 441 Literatur: Zihlmann Josef, Volkserzählungen und Bräuche, S. 338.

-------------------------

SAGENHAFTES ZU DEN GRAUTIEREN

Die eselfarbene Kuh im Mondschein
«Aus der Chronik des Frauenklosters zu Attinghausen (1. Viertel des 17. Jahrhunderts): In allem bawen ist ihm (Jakob Plätteli) aber begegnet mit Gespenst, das er zue Nacht im Beth lige, seye Monschein gewesen, sehe er zum Fenster aus, sehe ein eselfarbe Kuhe in dem Mattelin weyden.»
Müller Josef, Sagen aus Uri, Sage 521 1.
-------------------------

KRANKHEITEN

Rotz

EREIGNISSE MIT VIERBEINIGEN ESELN

2001  / Sonntag, 2. September 2001
Schafhirt Pietro Bonadei ist tot
Am ersten Septembersonntag stirbt der im Urner Oberland best bekannte 87-jährige Schafhirte Pietro Bonadei. Der gebürtige Italiener besuchte während vieler Jahre mit seiner Schafherde und seinen Eseln das Urserntal.
UW 70, 8.9.2001
-------------------------          
2002  / Samstag, 10. August 2002
Mi Eselin Jenny das Urnerland durchquert
15 Stunden brauchen die Rompilger Eva und Simon Hausammann, um mit einer Eselin den Kanton Uri zu durchwandern. Zu Fuss nach Rom - und ein Wegstück mit besonderer Begleitung
UW 62, 10.8.2002
-------------------------          
2002  / Sonntag, 1. Dezember 2002
Samichlaus-Einzug in Wassen
Zum 25-Jahr-Jubiläum hält der Samichlaus, begleitet von vier Schmutzli und einem Esel, seinen eindrücklichen Einzug in Wassen. Dem hohen Besuch folgt ein Begleittross von 21 "Tryychlern" und 32 "Iffälä" und vielen Fackelträgern in schneeweissen Hirtenhemden.
UW 95, 4.12.2002
-------------------------          
2002  / Mittwoch, 11. Dezember 2002
Hommage an Ochs und Esel
"Ochs und Esel - in der Krippe und in Uri", so lautet der Titel der aktuellen Weihnachstausstellung im Historischen Museum Uri in Altdorf. In den ausgestellten Weihnachtskrippen stehen die beiden Tiere beim Christkind. Die mit einer Vernissage eröffnete Ausstellung beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Darstellung in der Krippe, sondern will auch den ehemaligen Stellenwert von Ochs und Esel in Uri aufzeigen.
UW 98, 14.12.2002
-------------------------          
2003  / Sonntag, 30. November 2003
Eindrücklicher Samichlaus-Einzug in Wassen
Unter anderem in Wassen hält der Samichlaus seinen eindrücklichen Einzug.. Neben dem Samichlaus, seinen Schmutzli und dem hübsch heraus geputzten Esel stechen besonders der grosse Begleittross mit "Tryychler", "Iffälä", Sternen- und Fackelträgern heraus.
UW 95, 3.12.2003
-------------------------          
2004  / Mittwoch, 15. Dezember 2004
Die Hirten und ihre Schafe
Die Weihnachtsausstellung im Historischen Museum Uri in Altdorf widmet sich jeweils einem Thema der Weihnachtskrippe. Nach «Ochs und Esel» und den «Drei Königen» sind in diesem Winter die Hirten und ihre Schafe an der Reihe. Die aktuelle Sonderausstellung «Das Schaf im Wolfspelz» wird mit einer originellen Vernissage eröffnet.
UW 99, 18.12.2004
-------------------------          
2005  / Sonntag, 4. Dezember 2005
Samichlaus-Einzug in Wassen
Rund 20 in Hirtenhemden gekleidete "Tryychler" bilden mit ihrem dumpfen Kuhglockengeläut die Vorhut. Mit wunderschönen Sujets gestaltete "Iffälä" bringen ein wenig Licht ins Dunkel. Ihnen zur Seite stehen zehn auf Stecken getragene Sternenlampione und Fackeln. Kindergartenkinder mit Kerzenlaternen. Der Samichlaus selber von zwei Schmutzlis mit Eseli begleitet. Der Esel legte dieses Jahr seine Störrigkeit ab und machte nicht wie letztes Jahr vor dem Dorf Halt.

-------------------------          
2011  / Sonntag, 4. Dezember 2011
Sankt Nikolaus hielt Einzug zum 100-Jahr-Jubiläum
Zum 100-jährigen Bestehen der Nikolaus-Tradition hat sich die Nächstenliebe einiges einfallen lassen. Musikalisch wurde wurde die Parade durch eine Formation aus realp (mit Attinghauser Verstärkung) unter der Leitung von Christian Simmen eröffnet. Eine Rekordzahl von Schmutzli zog mit Pferden und Eseln durch die residenz. Erstmals dabei war eine Gruppe von der Giswiler Lamafarm. Gefährt des Kavalliervereins Schwyz mit einem Freiberger Schimmelpaar. Säumergruppe.
UW 96, 7.12.2011
-------------------------          
2015  / Sonntag, 29. November 2015
Würdiger Empfang des Samichlaus in Wassen
Traditionell zieht in Wassen der Samichlaus zusammen mit seinen Schmutzli und einem Esel von der Schanz ins Dorf hinunter. Begleitet wird er von zahlreichen «Triichlern»,«Iffälä-» und Sternträgern. Angeführt wird die Samichlaus-Gefolgschaft von der Kindergärtlergruppe mit ihren selbst gebastelten Laternen.
UW 94, 2.12.2015, S. 17.
-------------------------          

 
DIVERSE NUTZTIERE

Damhirsch
Esel
Hausente & Hausgans
Hauskaninchen
Honigbiene (Wildbiene)
Huhn und Hahn
Lama & Alpakas
Maultier
Pferd
Schwein
Trute

 

 

 

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 01.04.2020