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Eisenbahngesellschaften auf Urner Geleisen



Furka-Oberalp-Bahn (FO)

1925 - 2002
Die Furka-Oberalp-Bahn (FO) war die Bahngesellschaft, welche die 96,9 Kilometer Hauptstrecke von Brig (VS) durch das Urserntal nach Disentis (GR) als Schmalspurbahn (1000 mm) betrieb. In Brig bestand seit 1930 ein Anschluss an die Brig-Visp-Zermatt-Bahn (BVZ), in Disentis Anschluss an die Rhätische Bahn (RhB). Ursprünglich überwand sie den Furkapass und den Oberalppass, konnte aber nur im Sommer verkehren. Die Strecke wies Zahnstangenabschnitte bis zu 110 Promille auf. Der Oberalppass wurde sodann wintersicher ausgebaut, der Furkapass mit einem Basistunnel unterfahren. Die knapp 4 Kilometer lange frühere Schöllenenbahn verband von Andermatt aus die FO mit Göschenen an der Gotthardlinie der SBB und wurde 1961 von der FO übernommen. Anfang 2003 fusionierte die FO mit der Zermatt-Bahn (BVZ) zur Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB). Über die Strecke der beiden inzwischen fusionierten Bahngesellschaften verkehrte seit 1930 in Zusammenarbeit mit der RhB der berühmte Glacier-Express.

Nachdem 1907 für die Strecke Brig Gletsch und 1908 für die Weiterführung nach Disentis erteilt wurden, konstituierte man sich 1910 zur Compagnie suisse du Chemin de fer de la Furka (BFD). Die Gesellschaft stand unter dem Einfluss der vorwiegend französischen Geldgebern. Im Juni 1911 wurde auf dem Abschnitt Brig-Gletsch mit den Bauarbeiten begonnen. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs floss das französische Kapital nicht mehr und die italienischen Bauarbeiter kehrten in ihre Heimat zurück. Zwar gelang noch der Durchstich des Furka-Scheiteltunnels, doch im Juli 1916 mussten wegen Geldmangels die Bauarbeiten ganz eingestellt werden und der Betrieb konnte nur dank öffentlicher Hilfe aufrechterhalten werden. 1924 wurde über die BFD der Konkurs verhängt. Anlagen und Rollmaterial ersteigert ein Syndikat aus Kantonen und Nachbarbahnen, das sich am 17. April 1925 zur Furka Oberalp Bahn konstituiert. Mit Bundeshilfe kann die Strecke fertig erstellt und im Juli 1926 eröffnet werden.

Um eine Verbindung innerhalb der Zentralalpen verfügbar zu haben, wurde während des Zweiten Weltkriegs mit Bundesgeld die Strecke über den Oberalp wintersicher ausgebaut und die ganze Bahn elektrifiziert. Der Triebfahrzeugpark teilte sich nun auf in Lokomotiven HGe 4/4 für die schweren Züge und Triebwagen BCFeh 2/4 für die leichteren Züge und den Winterverkehr.

Wegen der schwierigen Lawinensituation war die Strecke über den Furkapass zwischen Realp und Oberwald nicht wintersicher. Die daraus resultierende Streckensperrung zwischen Oktober und Mai teilte das Netz in zwei Hälften, die vor und nach der Sperrung jeweils erforderlichen Arbeiten waren entsprechend kosten- und arbeitsintensiv. Der Bau des Furka-Basistunnels sollte die Bergstrecke ersetzen und eine wintersichere Verbindung zwischen den Kantonen Uri und Wallis herstellen. Am 26. Juni 1982 wurde der 15,381 km lange Basistunnel eröffnet. Ab diesem Zeitpunkt konnte die FO auf der ganzen Länge auch im Winter betrieben werden. Der ursprünglich geplante Rückbau der Bergstrecke konnte von Eisenbahnfreunden aus agnz Europa verhindert werden, die 1983 den Verein Furka-Bergstrecke und 1985 die Dampfbahn Furka-Bergstrecke AG (DFB) als Trägergesellschaft gründeten. Ab 1992 waren wieder Dampfzugfahrten auf einem Teilstück der Bergstrecke möglich; seit August 2010 ist die gesamte Bergstrecke wieder befahrbar. In den Sommermonaten führt die DFB einen fahrplanmässigen Verkehr durch.

Quellen / Literatur: Lit: Jahresberichte FO, 1926 ff.; Seidl Kurt, Das Grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, 1982; Schorno Ralph, Furka-Bergstrecke, 1991; www.hls.ch (2016, Rolf Gisler-Jauch); www.wikipedia.de (2016).

LOKOMOTIVEN AUF URNER GELEISEN

FO HG 3/4 Dampf (1913-1972) > Detailansicht
FO BCFhe 2/4 (1941-2003) > Detailansicht
FO / MGB HGe 4/4 I (1941-2003) > Detailansicht
FO / MGB HGe 4/4 II (1941-2003) > Detailansicht
SchB HGe 2/2 (1961-1985) > Detailansicht
SchB BCFhe 2/4 (1961-2003) > Detailansicht
FO / MGB Deh 4/4 II (1972-2003) > Detailansicht
FO / MGB Deh 4/4 I (1972-2003) > Detailansicht
FO / MGB Ge 4/4 III (1979-2003) > Detailansicht

ECKPUNKTE DER GESELLSCHAFT

EREIGNISSE DER GESELLSCHAFT

Samstag, 4. April 1925  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Versteigerung der Furkabahn
Die Anlagen und des Rollmaterials der ehemaligen Furkabahn (BFD) werden versteigert. Den Zuschlag erhält ein Syndikat (Kantone und Nachbarbahnen) für 1,75 Millionen Franken.
www.hls.ch (2016, Rolf Gisler-Jauch); www.wikipedia.de (2016)
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Freitag, 17. April 1925  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Furka-Oberalp­Bahngesellschaft wird konstituiert
In Brig konstituiert sich ein neues Unternehmen, das unter dem Namen «Furka-Oberalp­Bahngesellschaft» mit einem Aktienkapital von 3,3 Millionen Franken in das Handelsregister eingetragen wird. Präsident des Verwaltungsrates ist der Bankdirektor Ch. E. Masson aus Lausanne; ihm zur Seite stehen die Herren Dr. R. Herold, Chef der Eisenbahnabteilung beim Eidgenössischen Post- und Eisenbahndepartement; Gustav Bener, Direktor der Rhätischen Bahn und Nationalrat Joseph Escher aus Brig. An die Spitze des Unternehmens wird der Direktor der Visp-Zermatt-Bahn, Auguste Marguerat, be­ rufen. Für die Bauarbeiten zur Rekonstruktion der brachliegenden Streckenteile wird Oberingenieur Erminio Bernasconi angestellt.
www.hls.ch (2016, Rolf Gisler-Jauch); Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 73.
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Samstag, 23. Mai 1925  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Bund beteiligt sich am Aktienkapital der Furka Oberalp Bahn
Angesichts der volkswirtschaftlichen und strategischen Bedeutung der neu gegründeten Furka Oberalp Bahn beteiligt sich die Eidgenossenschaft am Aktienkapital und gewährt darüber hinaus Darlehen im Gesamtbetrag von 3.35 Millionen Franken. Dies erlaubte die Fertigstellung der Strecke.

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Dienstag, 25. August 1925  - Seilbahnanlagen, Furka-Oberalp-Bahn (FO)xxx
Inbetriebnahme der abbaubaren Steffenbachbrücke
Die FO kann die aus Stahl erbaute Steffenbachbrücke in Betrieb nehmen. Zwischen 1912 und 1914 wurde an dieser Stelle ein steinernes Viadukt erbaut, das schon im Mai 1916, bevor je ein Zug darüber gefahren war, von einer Lawine zerstört wurde. Der Erste Weltkrieg verzögerte den Wiederaufbau der Brücke sowie den Weiterbau der Strecke.
www.wikipedia.de (2016)
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Samstag, 1. Mai 1926  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Die Zuammenarbeit zwischen der Schöllenenbahn und der Furka-Oberalp-Bahn wird geregelt
Das Zustandekommen der neuen Furka-Oberalp-Bahn-Gesellschaft führt zu verschiedenen Abmachungen mit der Schöllenen-Bahn. Es werden Verträge über die Mitbenützung der Station Andermatt, sowie je ein solcher betreffend die Übernahme der Bahnaufsicht der Schöllenenlinie durch die Furka-Oberalp-Bahn-Gesellschaft und ein solcher betreffend die gemeinsame Direktion der beiden Unternehmungen mit der Visp-Zermatt-Bahn abgeschlossen. Alle drei Verträge treten vorläufig für die Dauer eines Jahres in Kraft, mit gegenseitiger sechsmonatiger Kündigungsmöglichkeit,
Müller Albert; Fünfundzwanzig Jahre Schöllenen-Bahn, s. 21 f.
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Donnerstag, 1. Juli 1926  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Die Furka-Oberalp-Bahn nimmt den durchgehenden Betrieb auf
Die Furka-Oberalp-Bahn nimmt den durchgehenden Verkehr von Brig nach Disentis auf.
Müller Albert; Fünfundzwanzig Jahre Schöllenen-Bahn, s. 22.
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Samstag, 3. Juli 1926  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Einweihung der durchgehenden Strecke Brig-Disentis
Die Furka Oberalp Bahn kann die durchgehende Strecke Brig-Disentis im Dampfbetrieb einweihen. Die Stammstrecke (96,9 km) umfasst neun Abschnitte mit Zahnstangen (System Roman Abt). In Andermatt findet am Eröffnungstag ein festliches Bankett statt, bei dem Bundesrat Dr. Haab dieses Ereignis «als einen Tag der Freude, des Dankes und der Hoffnung» würdigt. Er hebt besonders hervor, dass die direkte Verbindung der Rhone-Rhein-Gebiete und damit der welschen, alemannischen und romanischen Schweiz nun endlich Wirklichkeit geworden sei. Einen Tag später kann der durchgehende fahrplanmässige Betrieb aufgenommen werden.
Seidel Kurt, Das grosse Buch der Furka-Oberalp-Bahn, S. 74.
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Freitag, 24. Dezember 1926  - Sport und Freizeit, Wintersport
FO setzt erstmals Sportzüge ein
Die Furka-Oberalp-Bahn (FO) setzt erstmals Sportzüge vom Bahnhof Andermatt auf den Nätschen ein. Dieser besteht aus einer Dampflokomotive, Personenwagen und einem offenen Güterwagen mit Skirechen für die Sportgeräte. Die Züge verkehren bis Mitte Februar.
Alfred Russi; Pionierleistungen während Jahrzehnten - Skigebiet Nätschen-Gütsch feiert 75-jähriges Bestehen; in: Urner Wochenblatt Nr. 99, 19.12.2012.
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Sonntag, 11. Oktober 1981  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Letzter Personenzug der FO fährt über die Furka
Der letzte Personenzug FO fährt über die grösstenteils mit Zahnstange ausgerüstete Bergstrecke der Furka. In Zukunft passieren die Züge die Furka im Basistunnel von Realp mach Oberwald.
www.wikipedia.de (2016)
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Samstag, 26. Juni 1982  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Furka-Basis-Tunnel wird eröffnet
Der 15,381 km lange Basistunnel durch die Furka wird eröffnet. Ab diesem Zeitpunkt kann die FO auf der ganzen Länge auch im Winter betrieben werden. Es ist ein Autoverlad eingerichtet.
www.wikipedia.de (2016)
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Mittwoch, 1. Januar 2003  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Furka Oberalp Bahn fusioniert mit Zermatt Bahn
Die Furka Oberalp (FO) Bahn fusioniert mit der Zermatt-Bahn (BVZ) zur Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB). Das Streckennetz wird von Brig nach Zermatt erweitert.
www. wikipedia.de (2016)
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BAHNGESELLSCHAFTEN

Schweizerische Bundesbahnen
Matterhorn-Gotthard-Bahn
Dampfbahn Furka-Bergstrecke

Schweizerische Südostbahn
TILO
SBB Cargo-Rail
BLS Cargo-Rail
Cisalpino

Gotthardbahn-Gesellschaft
Furka-Oberalp-Bahn
Schöllenenbahn

DAMPFLOKOMOTIVEN

GB/SBB A 3/5 Dampf
GB/SBB C 4/5 Dampf
SBB C 5/6 Dampf
  
DFB HG 3/4 Dampf
FO HG 3/4 Dampf FS ETR 610

ELEKTROLOKOMOTIVEN

SBB Ae 3/6 II
SBB Ae 4/7
SBB Ae 6/6
SBB Ae 6/6 "Uri"
SBB Be 4/6
SBB Ce 6/8 I
SBB Ce 6/8 II
SBB Re 4/4 II
SBB Re 460
SBB Re 482 (DB 185)
SBB Re 6/6
SBB E 484 021-1 Cargo Gottardo

FO/MGB Deh 4/4 I
FO/MGB Deh 4/4 II
FO/MGB Ge 4/4 III
FO/MGB HGe 4/4 I
MGB HGe 4/4 II
FO BCFhe 2/4

SchB BCFhe 2/4
SchB HGe 2/2

ZUGSKOMPOSITIONEN

SBB RAe TEE II
SBB Giruno RABe 501
SBB Stadler Flirt RABe 521/2/4
Tilo Stadler Flirt RABe 524
SOB Giruno RABe 501

Cisalpino Pendolino ETR 470
Cisalpino Pendolino Due ETR 610

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 09.03.2021