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Eisenbahngesellschaften auf Urner Geleisen



Gotthardbahn-Gesellschaft

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Die Statuten der am 6. Dezember 1871 konstituierten Gotthardbahn-Gesellschaft bezeichneten als deren Organe die Generalversammlung, den Verwaltungsrat und die Direktion. Der Verwaltungsrat bestand während der Bauphase aus 24 Mitgliedern. Von den Verwaltungsratsmitgliedern bildeten drei die Direktion, die gemäss Statuten die ganze Dauer der Bauperiode im Amt blieb. Der Verwaltungsrat setzte sich wie folgt zusammen: Sechs Mitglieder wurden von der Vereinigung der schweizerischen Kantone und Eisenbahngesellschaften gewählt, sechs vom schweizerischen Bundesrat und je vier von der schweizerischen, der deutschen und der italienischen Gruppe des Konsortiums, das für die Beschaffung des Baukapitals zur Ausführung der Gotthardbahn verantwortlich war. Organisatorisch gliederte sich die Gesellschaft in drei Departemente. Sitz der Gotthardbahn-Gesellschaft war im «Bellevue» in Luzern. S. 590 f.
Quellen / Literatur:

LOKOMOTIVEN AUF URNER GELEISEN

GB/SBB A 3/5 Nr. 203-230 (1894-1908) > Detailansicht
SBB A 3/5 Nr. 701-811 (1894-1908) > Detailansicht
GB/SBB C 4/5 Nr. 2801-2808 (1906-1908) > Detailansicht
GB/SBB A 3/5 Nr. 601-649 (1907-1908) > Detailansicht

ECKPUNKTE DER GESELLSCHAFT

EREIGNISSE DER GESELLSCHAFT

 - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Pläne für die Gotthardbahn müssen neu aufgenommen werden
Die Pläne von Beck/Gerwig erweisen sich nun als viel zu ungenau und müssen neu aufgenommen werden. Je weiter die Planaufnahme voranschreitet, desto deutlicher treten Fehler in der Kostenberechnung sowie Schwierigkeiten in der technischen Realisierung hervor. Zudem führt die Bahnlinie auf der Nordrampe ungeschützt durch gefährliches Lawinen- und Steinschlaggebiet. Es stellt sich die Notwendigkeit heraus, das ganze Trassee auf der Nordrampe noch einmal hinsichtlich der Ökonomie des Baus und der Sicherheit des Betriebs zu untersuchen.
Gisler-Jauch Rolf,, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in:HNBL UR 1994/1995, S. 41f.
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Sonntag, 9. November 1851  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Kommission untersucht Alpenbahnfrage
Die Regierungen von Preussen, Sardinien und der Schweiz setzten eine Spezialkommission ein, welche die Frage über die zweckmässigste Schienenverbindung zwischen Italien, der Schweiz und Deutschland erörtern soll. Der Kommission gehören H. Hähner, I. Negretti uncl Gottlieb Koller an. Gottlieb Koller zieht auch den Gotthard in seine Berechnung ein, und zeigt auf, dass der Gotthard und der Splügen nicht nur den Anforderungen des Verkehrs, sondern auch allen übrigen Eigenschaften einer Alpenbahn besser als der Lukmanier und der Simplon entsprechen würden.
Wanner Martin, Geschichte der Begründung des Gotthardunternehmens, 1880, S. 42.
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Mittwoch, 28. Juli 1852  - Seilbahnanlagen, Talstationenxxx
Annahme des Bundesgesetzes über den Bau und Betrieb von Eisenbahnen
Nachdem der Ständerat vor zwei Tagen dem "BG über den Bau und Betrieb von Eisenbahnen im Gebiete der Eidgenossenschaft“ mit 19:16 Stimmen zugestimmt hat, folgt der Nationalrat dem Vorschlag der Minderheit (mit Alfred Escher) der nationalrätlichen Kommission und stimmt dem Eisenbahngesetz mit 35:34 zu. Bau und Betrieb von Eisenbahnlinien ist den Kantonen und privaten überlassen, die Erteilung von Konzessionen den Kantonen. Der Bund hat nicht einmal ein Aufsichtsrecht über die Eisenbahngesellschaften und kann lediglich aufgrund militärpolitischer Überlegungen über Linienführungen entscheiden. Die Eisenbahnprojekte sind den Kräften des Marktes überlassen. Man erachtete den jungen Bundesstaat für eine solch grosse Aufgabe finanziell nicht gewachsen. Der Bund erhebt noch keine Bundessteuern und zieht keine kantonalen Beiträge ein, er lebt nur von Zöllen und indirekten Abgaben.
HNBl UR 1994/95, S. 37; Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 392.
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Freitag, 1. Juli 1853  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Studie von Karl Emanuel Müller für eine Gotthardbahn
Karl Emanuel Müller verfasst in den Monaten Mai und Juni während einer Reise nach Wien und München einen umfassenden Bericht über die Möglichkeit einer Gotthardbahn und stellte ihn anfangs Juli in Basel Johann Jakob Speiser, dem Präsidenten der Centralbahn, vor. Er porpagiert eine Gotthardbahn ohne "stehende Maschinen und schiefe Ebenen" und mit einem Tunnel von Göschenen nach Airolo.
Stadler, Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 491.
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Montag, 11. Juli 1853  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Projekt von Lucchini und Koller für eine Gotthardbahn
Nachdem der Tessiner Kantonsingenieur Pasquale Lucchini im Auftrag der Schweizerischen Centralbahn (SCB) 1852 eine Studie für die Trasseeplanung der Gotthardbahn Südrampe ausgearbeitet hat, erstattet Ingenieur Gottlieb Koller dem Direktorium der SCB Bericht über seine Studie eines Trasses von Flüelen nach Bellinzona.
Alpenbahningenieure, S. 21-28 und 43-54.
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Freitag, 19. August 1853  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Gotthard-Befürworter organisieren sich
Zur weiteren Besprechung von Kampfmassnahmen gegen das Lukmanierprojekts und zur Koordination der Interessen für eine Traverse durch den Gotthard treffen sich Vertreter der Kantone Bern, Luzern, Uri, Schwyz, Nid- und Obwalden, Solothurn, Basel-Stadt und Baselland in Luzern zu einer Gotthardkonferenz. Im Einverständnis mit den Konferenzteilnehmern ersucht der Kanton Luzern beim Bundesrat um Unterstützung für die Gotthardvariante. Die Landesregierung kann jedoch auf die Anfrage nicht eintreten, da ihr das Eisenbahngesetz von 1852 lediglich eine passive Rolle zugeteilt hat. Das Komitee erteilt Aufträge für die Aufnahme von Detailplänen. Die Nordseite des Gotthards soll der Urner Ingenieur Karl Emanuel Müller vermessen.
Wanner Martin, Geschichte der Begründung des Gotthardunternehmens, 1880, S. 42; Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 552.
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Samstag, 3. September 1853  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Memoriam an den Bundesrat für den Bau einer Gotthardbahn
Luzern reicht im Namen der Gotthard-Konferenz vom 19. August an den Bundesrat und den Tessiner Regierungsrat ein Memorial ein. Dieses wurde vom Präsident der Centralbahn Johann Jakob Speiser auf Grund von Unterlagen von Karl Emanuel Müller entworfen. Die Eingabe bezweckt die Einflussnahme auf den Kanton Tessin bei der Beratung der Alpenbahnfrage. Auf alle Fälle möchte man das Lukmanier-Projekt verhindern.
Wanner Martin, Geschichte der Begründung des Gotthardunternehmens, 1880, S. 42; Stadler, Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 491.
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Montag, 14. Mai 1860  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Sardisches Parlament für Splügen und Lukmanier
Die vom sardischen Parlament eingesetzte Kommission spricht sich in der Alpenbahnfrage für den Splügen oder den Lukmanier aus. Die Gründung einer Lukmanier-Eisenbahngesellschaft wird ins Auge gefasst, scheitert jedoch an der zu spät hinterlegten Kaution.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 556 f.
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Montag, 14. Mai 1860  - Strassenanlagen, Gotthardstrasse
Ingenieure prüfen den Ausbau des Gotthardpasses
Die Kantone Luzern, Uri und Tessin wollten in der Alpenbahnfrage auch die Verbesserung und Sicherung der Gotthardstrasse prüfen. In ihrem Auftrage wurden von dem Tessiner Pasquale Lucchini, dem Urner Karl Emauel Müller und dem Zürcher Gottlieb Koller ausführliche Pläne und Kostenberechnungen über gehörige Sicherung und Verbesserung des Gotthardpasses auf der Nord- und Südseite entworfen. Die Pläne und Gutachten werden einer Konferenz von Abgeordneten der Kantone Luzern, Uri und Tessin und der schweizerischen Centralbahn vorgelegt.
Wanner Martin, Geschichte der Begründung des Gotthardunternehmens, 1880, S. 43.
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Freitag, 8. Juni 1860  - Strassenanlagen, Gotthardstrasse
Gotthard-Konferenz bespricht vor allem Verbesserung der Gotthardstrasse
An einer weiteren Gotthard-Konferenz in Luzern (mit zusätzlicher Teilnahme von Zürich) werden vor allem Verbesserungen der Gotthardstrasse diskutiert.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 552.
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Samstag, 15. September 1860  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Bildung des Gotthardkomitees
Die Gefahr einer Umfahrung der Schweiz auf der Nord-Süd-Achse wird immer grösser (1854 Eröffnung der Semmeringbahn). Während im Ausland der Bau von Transversalen vorangetrieben wird, streitet man sich in der Schweiz weiterhin um die Wahl der Linien. In Luzern wird ein erweiterter Ausschuss jener Interessenkreise gebildet, welche die Errichtung einer Gotthardbahn anstreben. Aus den Kantonen, welche an der ersten Gotthardkonferenz mitgewirkt haben (LU, BS, BL, BE, UR, SZ, OW, NW, SO), bildet sich das Gotthardkomitee, welches im Jahr 1861 durch den Beitritt der Kantone ZG, FR und AG, des Stadtrats von Luzern sowie der Schweizerischen Centralbahn und der Französischen Ostbahn erweitert wird.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 554.
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Mittwoch, 31. Oktober 1860  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Landammann Alexander Muheim sondiert Zürichs Interessen für Gotthardbahn
An der vierten Sitzung des Gotthardkomitees wird der Urner Landammann Alexander Muheim beauftragt, bei geeigneten Persönlichkeiten in Zürich zu sondieren, welche Meinungen an der Limmat betreffend Alpentransversalen vorherrschen und ob von dieser Seite Unterstützung für das Gotthardprojekt erwartet werden kann. Muheim trifft sich mit den Zürcher Regierungsräten Dubs und Zehnder. Der östliche Teil des Kantons Zürich favorisiert wegen seiner geographischen Lage eher den Lukmanier, der westliche Teil den Gotthard. Muheim schlägt vor, sowohl den Kanton als auch die Stadt Zürich und namentlich die Nordostbahn zu den Sitzungen des Gotthardkomitees einzuladen.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 554.
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Mittwoch, 20. Februar 1861  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Italien will sich nicht für eine Eisenbahnvariante entscheiden
Das Gotthardkomitee versucht den sardischen Minister Camillo Benso Conte di Cavour von den Vorzügen eines zentralen Alpenübergangs (Gotthardvariante) zu überzeugen. Cavour äussert sich dahingehend, dass die Wahl des einen oder anderen Passes ihm gleichgültig sei. Italien befürworte dasjenige Projekt, welches zuerst eine tragfähige finanzielle und technische Grundlage aufweise und in der Schweiz auf die grösste materielle Unterstützung zählen könne.
Wanner Martin, Geschichte der Begründung des Gotthardunternehmens, 1880, S. 50.; Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 556.
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Samstag, 25. Mai 1861  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Planaufnahmen für Gotthardbahn
Das Gotthardkomitee erteilt Ingenieur Kaspar Wetli den Auftrag, die Pläne über die Linie Flüelen-Lugano aufzunehmen. Dieser setzte sich mit der gehörigen Anzahl Gehilfen sofort ans Werk. Im Laufe des Sommers und Herbstes werden die Aufnahmen im Freien auf der ganzen bezeichneten Linie gemacht und sodann im Winter die Ausarbeitungen der Pläne vorgenommen. Im Monat Juli des folgenden Jahres (1862) sind diese Arbeiten vollendet. Für die Bergstrecken regt er die Errichtung von Spitzkehren an.
Wanner Martin, Geschichte der Begründung des Gotthardunternehmens, 1880, S. 51.
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Mittwoch, 1. Juli 1863  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Bundesrat fordert Berücksichtigung des Tessins durch die Alpentransversale
Der Bundesrat erklärt in seiner Stellungnahme zu einer offiziellen Note Italiens, die neu zu erstellende Alpenbahn habe jedenfalls auch den Kanton Tessin mit einzubeziehen.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 557.
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Dienstag, 29. September 1863  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Gotthardvereinigung bestellt ihren Ausschuss
Die Gotthardvereinigung trifft sich zu einer weiteren Sitzung in Luzern. Ein Hauptgeschäft betrifft die Bestellung eines Ausschusses (Komitees), der aus sieben Mitgliedern sowie drei Ersatzmännern bestehen soll. Alfred Escher gibt eine Verzichterklärung ab, gewählt wird Josef Zingg.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 563.
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Freitag, 26. August 1864  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Technisches Gutachten von August Beckh und Robert Gerwig für eine Gotthrdbahn
August Beckh, gewesener Oberingenieur der Schweizerischen Nordostbahn, und Robert Gerwig, grossherzoglicher badischer Oberbaurat, schliessen im Auftrage des Gotthard-Ausschusses ihr technisches Gutachten zu einem Gotthardprojekt ab.
Beckh August/Gerwig Robert, Projet d'un chemin de fer, 1864, StAUR R-720-12/17.
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Sonntag, 12. November 1865  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Ausserordentliche Landsgemeinde genehmigt Kredit für den Gotthardbahnbau
Die ausserordentliche Landsgemeinde genehmigt in der Pfarrkirche in Altdorf „in Betracht der unverkennbaren Vortheile einer Gotthard-Eisenbahn für den Kanton Uri, sowie in Betracht der demselben hinwiederum erwachsenden unabsehbaren Nachtheile, wofern eine Alpenbahn in anderer Richtung erstellt würde“ den Antrag des Landrates, sich an der für die Gotthardbahn von schweizerischen Kantonen und Eisenbahngesellschaften geforderten Subvention von 20 Millionen Franken mit einer Million zu beteiligen, Dem Kanton bleibt es vorbehalten, die Bezirke für einen Drittel dieser Beitragssumme in angemessener Weise „in Mitleidenschaft“ zu ziehen. Ein Protest des Bezirksrates Urseren gegen diese Kostenaufteillmg wird „als voreilig und unstatthaft“ zurückgewiesen.
AbI UR 1865/271 ff.
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Dienstag, 27. Februar 1866  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Italien bevorzugt Gotthardlinie
Die italienische Regierung teilt dem Bundesrat mit, dass sie eine Gotthardlinie bevorzuge.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 572.
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Mittwoch, 9. Mai 1866  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Konzessionsverhandlungen beginnen
In Flüelen setzen die Konzessionsverhandlungen für den Bau einer Gotthardbahn ein. Die Exponenten sind auf Urnerseite Karl Emanuel Müller, die Gotthardbahn stellt meist Josef Zingg und oft auch Alfred Escher. Diskussionsgrundlage bildet der von Escher adaptierte Konzessionstext des Kantons Tessin. Ingenieur Müller bringt erfolgreich wesentliche Anliegen vor: Berücksichtigung der Einheimischen beim Bahnbau und - betrieb; keine Schenkung von Korporationsland; vollständige Sicherung wissenschaftlicher Funde für den Staat; Archivierung der von der Regierung zu genehmigenden Pläne; Anreicherung der Bahnbrücken mit Fuss- und Fahrwegen usw.). Die grösste Aufmerksamkeit schenkt Müller dem Bahnbetrieb. Er lässt zahlreiche, teils recht detaillierte Vorschriften in den Konzessionstext aufnehmen (Fahrgeschwindigkeit, Anzahl Züge pro Tag, Ausrüstung der Personenwagen, Fahrtaxen für Leute, Vieh und Waren).
Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 508.
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Sonntag, 7. April 1867  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Axenstrecke wird einspurig gebaut
Die Fassung des Konzessionsvertrages mit der Gotthardvereinigung wird überarbeitet. Karl Emanuel akzeptiert einige Änderungsvorschläge. Die Gleise müssen nur von Amsteg bis an die Tessinergrenze zweispurig gebaut werden, die Zufahrt von Brunnen darf einspurig sein. Das Zugsangebot wird für die Sommerzeit von vier auf drei und für den Winter von drei auf zwei Züge in jede Richtung reduziert. Die Kaution fällt dahin. Die Verpflichtung, innert zwei Jahren das Unternehmen zu konstituieren, ansonsten die Konzession vom Landrat als erloschen erklärt werden könne, wird auf eine dreijährige Frist erhöht. Die Gotthardvereinigung wird dadurch von finanziellen Vorschüssen und einem übermässigen Zeitdruck befreit.
Stadler-Planzer Hans, Karl Emanuel Müller, S. 508.
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Sonntag, 27. Juni 1869  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Urner Landsgemeinde genehmigt Gotthardbahn-Konzession
Die Urner Landsgemeinde genehmigt die vom Gotthardausschuss nachgesuchte Konzession für den Bau und Betrieb der Gotthardbahn auf Urner Gebiet. Bezüglich der Streckenführung legt diese fest, dass vor dem Beginn der Bauarbeiten dem Regierungsrat ein Plan über die Eisenbahnbauten und unter anderem die Anlegung der Bahnhhöfe zur Genehmigung vorzulegen sei.
Konzession für den Bau und Betrieb der Gotthardbahn auf Urnergebiet vom 27. Juni 1869 (LB UR I 335 ff.); AbI UR 1869/286.
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Mittwoch, 15. September 1869  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Internationale Gotthard-Konferenz in Bern
In Bern beginnt unter dem Vorsitz von Bundesrat Emil Welti die internationale Gotthardkonferenz. Anwesend sind Abgeordnete der Schweiz, Italiens, des Norddeutschn Bundes, Badens und Württembergs. Das Schlussprotokoll wird am 13. Oktober unterschrieben werden. Der Bundesrat erhält in dem Vertrag eine beherrschende Rolle.
Jung Joseph, Alfred Escher - Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 577.
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Freitag, 15. Oktober 1869  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Staatsvertrag mit Italen betreffend Bau einer Gotthardbahn
Auf der Grundlage des von sämtlichen Teilnehmern der Gotthard-Konferenz in Bern unterzeichnen Schlussprotokolls wird ein Staatsvertrag zwischen Italien und der Schweiz betreffend den Bau und Betrieb einer Gotthard-Eisenbahn abgeschlossen.Gemäss dem internationalen Gotthardvertrag wird die Gotthardbahn subventioniert: 20 Mio. Fr. aus der Schweiz, 20 Mio. aus Deutschland, 45 Mio. aus Italien. Die schweizerische Subvention ist keine Bundessubvention, sondern eine Finanzhilfe von Kantonen (1 Mio. UR), Städten und Bahngesellschaften. Die Kosten für den Bahnbau werden auf Fr. 187 Mio. geschätzt, wovon 59.6 Mio. auf den Gotthardtunnel entfallen. Nebst dem Subventionsbetrag von 85 Mio. müssen Fr. 102 Mio. an Privatkapital aufgetrieben werden.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 577.
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Freitag, 22. Oktober 1869  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Bundesversammlung genehmigt die Konzession des Kantons Uri für eine Gotthardbahn
Die Bundesversammlung genehmigt die Konzession des Kantons Uri für eine Gotthardbahn unter anderem mit der Auflage, dass «behufs Wahrung der militärischen Interessen der Eidgenossenschaft» das definitive Trassee der Bahn dem Bundesrat zur Genehmigung vorzulegen sei.
Bundesbeschluss betreffend die Konzession für den Bau und Betrieb der Gotthardbahn auf dem Gebiete des Kt. Uri vom 22.10.1869 (LB UR I 348 ff.).
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Sonntag, 1. Mai 1870  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Urner Landsgemeinde bestätigt die bereits zugesicherte Subvention
Die Urner Landsgemeinde bestätigt die bereits zugesicherte Subvention von einer Million Franken für den Bau einer Gotthardbahn, allerdings unter der «ausdrücklichen Voraussetzung, dass das Trace Flüelen-Amsteg auf dem rechten Reussufer erstellt werde.»
AbI UR 1870/157.
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Montag, 20. Juni 1870  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Staatsvertrag wird unterzeichnet
Die Übereinkunft zwischen der Schweiz, Italien und dem Norddeutschen Bund betreffend den Bau und Betrieb einer Gotthard-Eisenbahn wird abgeschlossen. Für die Realisierung der Gotthardlinie verpflichten sich die Vertragsstaaten, namhafte Beiträge zu leisten, nämlich Italien 45 Millionen Franken, die Schweiz und Deutschland je 20 Millionen.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 577.
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Freitag, 3. November 1871  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Bundesrat genehmigt die Statuten der Gotthardbahngesellschaft
Der Bundesrat genehmigt die Statuten der Gotthardbahngesellschaft vom 1. November 1871 und bestimmt darin, dass auf den Zufahrtslinien die Bauarbeiten zeitlich so zu beginnen sind, dass diese Strecken gleichzeitig mit der Vollendung des Gotthardtunnels erstellt und eröffnet werden können. Auf der Linie zwischen Flüelen und Biasca ist ein Doppelgeleise vorgesehen. Die Bauzeit für die Strecke Flüelen-Göschenen wird mit 4 Jahren und für den Gotthardtunnel mit 9 Jahren berechnet.
Gotthardbahn, Geschäftsbericht 1871/72, S. 3.
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Mittwoch, 6. Dezember 1871  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Gotthardbahn-Gesellschaft wird gegründet
Die Gotthardbahn-Gesellschaft wird gegründet, deren Direktionspräsidium Alfred Escher übernimmt. Dem 24köpfigen Verwaltungsrat gehört auch der Urner Regierungsrat und Oberst Joseph Arnold an. In die Direktionen werden gewählt: Alfred Escher (Präsident; Bauwesen); Josef Zingg (Finanzwesen und Hochbau); Johann Weber (Expropriations- und Rechtswesen, Organisation und Leitung der Werkstätten, Beschaffung des Rollmaterials). Noch am selben Tag fand die erste Sitzung des Direktoriums statt. Es wird unter anderem beschlossen, die Stelle eines Oberingenieurs auszuschreiben.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 586 f.
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Montag, 22. Januar 1872  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Ansturm bei Zeichnung der Gotthardaktien
Die Zeichnung für die Gotthardbahnaktien verläuft genauso erfolgreich wie turbulent. Die Aktiensubskription findet in verschiedenen Städten der Schweiz, Deutschlands und Italiens sowie in Amsterdam statt. Überall wird massiv überzeichnet. Die Aktein werden während der ganzen Bauphase zu 6 % verzinst.
Kuoni, Gotthardbahn, S. 47.; Alfred Escher, Briefe Band 1.1., S. 209.
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Freitag, 5. April 1872  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Zuschlag für den Bau des Gotthardtunnels an Louis Favre
Im April werden die Bauarbeiten für den Gotthardtunnel in den wichtigsten Zeitungen der Schweiz, Deutschlands, Italiens, Österreichs, Englands und Amerikas ausgeschrieben. Insgesamt reichen sieben Gesellschaften Offerten ein (England 2, Schweiz 2, Deutschland 1, Italien 1, Amerika mit Agentur in Paris 1).
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 587.
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Mittwoch, 1. Mai 1872  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Robert Gerwig tritt als Oberingenieur in den Dienst der Gotthardbahn
Robert Gerwig tritt als Oberingenieur in den Dienst der Gotthardbahn. Er erhält damit die oberste technische Bauleitung über die Strecken Goldau-Göschenen und Airolo-Chiasso.Robert Gerwig wird als Oberingenieur angestellt mit einem Jahressalär von 40‘000 Franken und einer Gratifikation von 100‘000 Franken nach Vollendung des Baus.
Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBL UR 1994/1995, S. 41.
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Sonntag, 23. Juni 1872  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Bauprojekt am Gotthard setzt dem beschaulichen Dorfleben ein Ende
Das monumentale Bauprojekt des Gotthard-Eisenbahntunnels setzt dem beschaulichen Dorfleben an beiden Portalen ein jähes Ende. Das «Vaterland» spricht von Göschenen als «Uri's Zukunfts-Stadt», wo sich reges Leben breit mache, wo «gebickelt und geschaufelt, geschaufelt und gemauert» werde, dass es eine Freude sei. Gleichsam über Nacht werden die Einwohner von Göschenen mit der modernen Zeit konfrontiert.
Vaterland, 13.6.1872.
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Mittwoch, 7. August 1872  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Favre erhält den Auftrag mit der Gotthardbahngesellschaft
Der Vertrag zwischen Favre und der Direktion der Gotthardbahngesellschaft betreffend den Bau des Tunnels zwischen Göschenen und Airolo kommt zustande. Grattoni, der Erbauer des Mont-Cenis-Tunnels galt als Gotthardtunnelunternehmer quasi als gesetzt. Favre musste, um ihn auszustechen, ein extrem günstiges Angebot machen. Er verpflichtet sich zudem, den Bau nicht innert neun, sondern schon nach acht Jahren zu vollenden. Favre ist bereit, sämtliche Risiken zu übernehmen. Dies wiegt insofern schwer, als der damalige Kenntnisstand der Wissenschaft die detaillierten geologischen Bedingungen im Gotthard nicht im voraus zu bestimmen erlaubt. Es fehlt zudem an bautechnischer Erfahrung, da bis anhin noch nirgendwo auf der Welt ein 15 km langer Tunnel gebaut worden ist, dessen Scheitelpunkt überdies auf 1152 m über Meer liegt. Dies hält Favre nicht davon ab, eine überaus restriktive Baufrist von lediglich acht Jahren vorzuschlagen.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 603 f.
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Dienstag, 1. Oktober 1872  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Offizielle Baubeginn der Gotthardbahn
Der offizielle Baubeginn der Gotthardbahn wird durch den Bundesrat auf den 1. Oktober 1872 festgelegt.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 587.
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Donnerstag, 24. Oktober 1872  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Favre beginnt mit dem Ausbruch des Gotthardtunnels in Göschenen
Louis Favre beginnt mit dem Bau des Firststollens. Er baut nach dem belgischen System (von oben nach unten). Zuerst wird der Richtstollen erstellt und dieser dann nach und nach bis zum Vollausbruch erweitert. Die Luft für den Bohrmaschinenbetrieb und die Belüftung wird mit guss- und schmiedeisernen Röhren in den Tunnel befördert. Anfänglich sind rund 100 Arbeiter in Göschenen beschäftigt (in drei Schichten zu acht Stunden). Gebohrt wird zunächst von Hand.
Wanner Martin, Geschichte der Gotthardbahn, 1885, S. 26 ff.
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Montag, 23. Dezember 1872  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Revidiertes Eisenbahngesetz weist Konzessionserteilung dem Bund zu
Das revidierte Eisenbahngesetz vom 23. Dezember 1872 weist die Konzessionserteilung dem Bund zu, unter Mitwirkung der beteiligten Kantone bei den vorbereitenden Verhandlungen. Die Baupläne, namentlich auch diejenigen der Stationsanlagen, sind dem Bundesrat zur Genehmigung vorzulegen. Der Bundesrat soll den betreffenden Kantonsregierungen und durch deren Vermittlung auch den Gemeindebehörden Gelegenheit geben, bezüglich des Trasses und der Lage der Stationen ihre Interessen geltend zu machen. Die Bestimmungen der kantonalen Konzessionen bleiben zwar in Kraft, jedoch nur insofern sie dem neuen Bundesrecht nicht widersprechen. Den Kantonen verbleiben somit vor allem die aus dem Vertrag resultierenden Pflichten, die Rechte hingegen werden an den Bund delegiert.
Amtliche Sammlung AF XI 1 ff.; Gisler-Jauch Rolf, «Die jämmerliche Kiste eines Bahnhofes», in: HNBl UR 1994/95, S. 37.
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Donnerstag, 1. Januar 1874  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Bundesversammlung erklärt Eisenbahnwesen zur Bundessache
Die Bundesverfassung von 1874 erklärt die Gesetzgebung über den Bau und Betrieb der Eisenbahnen auf verfassungsrechtlicher Ebene zur Bundessache.
Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBL UR 1994/1995, S. 37.
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Donnerstag, 31. Dezember 1874  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Der Bau der Talbahnen im Tessin legt grosse Kostenüberschreitungen an den Tag
Der Bau der so genannten „Tessinischen Thalbahnen“, welche zum Teil schon Ende 1874 fertiggestellt sind, legt grosse Kostenüberschreitungen an den Tag Es stellt sich heraus, dass der Kostenvoranschlag für den Bau der Gotthardbahn viel zu tief angesetzt ist. Die Ursache dafür liegt hauptsächlich darin, dass die Kostenvoranschläge teilweise auf Berechnungen aus dem Jahre 1864 beruhen. Inzwischen sind jedoch Löhne und Materialkosten um mindestens 30 Prozent angestiegen. Auch stellt sich im Verlauf der Bautätigkeit immer deutlicher heraus, dass die Planungen und Aufwandkalkulationen vielfach auf Schätzungen beruht haben. Selbst Ergebnisse der Geländerekognoszierungen der Planungsphase erweisen sich als unpräzis. Nebst technischen und administrativen Problemen versuchen insbesondere Wassereinbrüche im Stollen und Wasserschäden auf der Tessiner Zufahrtsstrecke Kostenüberschreitungen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass das Projekt Beckh/Gerwig - in der Zwischenzeit immerhin zehnjährig - auf der Nordrampe nicht mehr zur Ausführung gelangen wird.
Gotthardbahn, Geschäftsberichte 1871/72, S.12; 1874,S.33: Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBL UR 1994/1995, S. 41.
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Montag, 15. Februar 1875  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Kündigung von Oberingenieur Robert Gerwig
Finanzielle Probleme und Bauverzögerungen führen bei den Verantwortlichen des Gotthardbahn-Baus zu Konflikten. Es kommt zu harten Auseinandersetzungen zwischen Direktionspräsident Alfred Escher, Generalunternehmer Louis Favre und den verantwortlichen Ingenieuren. Oberingenieur Robert Gerwig reicht seine Kündigung ein und wird gemäss Vertrag mit 100‘000 Franken entschädigt. Für die Nordrampe waren lediglich das generelle Projekt mit Plänen im Massstab 1:2'500 und der pauschale Kostenvoranschlag vorhanden.Gerwig verlässt im April die Gotthardbahn-Gesellschaft. Als sein Nachfolger wird Konrad Wilhelm Hellwag angestellt.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 587; Alfred Escher Briefe, Band 1.2., S.391.
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Freitag, 26. März 1875  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Ingenieur Louis Favre legt das gewünschte Programm vor
Ingenieur Louis Favre erklärt sich bereit, das gewünschte Programm für den Gotthardtunnel vorzulegen. Er vertritt die Meinung, dass es untunlich sei, die Differenz zwischen Richtstollen und fertigem Tunnel auf maximal 600 m festzulegen, und verlangt, dass diese Entfernung mindestens 950 m betragen dürfe. Der Direktion fehlt jede Gewähr, dass die von Favre zugesagten Monats- und Jahresleistungen wirklich erbracht werden können. Sie weist das vorgelegte Programm als ungenügend zurück und besteht auf einem zweiten Entwurf.
Wanner Martin, Geschichte der Gotthardbahn, 1885, S.122; Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 616.
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Montag, 24. Mai 1875  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Neue Planaufnahme befasst sich mit der Linienführung in der Reussebene
Von der neuen Planaufnahme beiben die Linienführung in der Reussebene sowie die Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen nicht verschont. Die Regierung die Gotthardbahn-Direktion, ihr «Gelegenheit zu geben, ihre Wünsche und Bemerkungen über Anlage des Bahnhofes der zukünftigen Eisenbahnstation Altdorf sowie der damit in Verbindung stehenden Traces rechtzeitig noch vor Feststellung der diesbezüglichen Pläne betreffenden Ortes anbringen zu können».
AbI UR 1875/187.
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Sonntag, 6. Juni 1875  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Urner fordern Eisenbahnlinie auf der rechten Talseite
An der Extra-Landsgemeinde erhält der Regierungsrat den Auftrag, «vor Abgabe der dritten Subventionsrate sich zu versichern, dass das Traçé der Eisenbahn von Flüelen-Amsteg laut der an die Subvention geknüpften Bedingung auf dem rechten Reussufer erstellt werde, sowie sich zu verwenden, dass die Anlage der Bahnstationen den Interessen der betreffenden Ortschaften bestmöglich entspreche».
Abl UR 1875, S.195
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Dienstag, 27. Juli 1875  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Arbeiterunruhen in Göschenen
Am Abend weigern sich die Mineure nach einer Sprengung, wieder zu ihrer Arbeit zu gehen, und erklären dem Aufseher, das sie schon während der ganzen Schicht stark unter dem Rauch gelitten haben und sie die Arbeit erst wieder aufnehmen, wenn sich derselbe verzogen habe. Als ihnen hierauf der Aufseher erklärt, dass sie auch nur den halben Schichtlohn erhalten, verlassen sie die Arbeit und den Tunnel und erklären, dass sie so lange keinen Arbeiter mehr in den Tunnel lassen, als ihnen nicht der Lohn um einen Franken aufgebessert werde. Diesen Vorsatz führen sie durch und lassen bis zum 29. Juli nachmittags 3 Uhr keinen Arbeiter mehr an die Arbeit.
Wanner Martin, Geschichte der Gotthardbahn, 1885, S. 127.
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Donnerstag, 29. Juli 1875  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Schüsse auf Arbeiter in Göschenen
Louis Favre trifft von Airolo kommend in Göschenen ein und unterhandelt mit einigen Arbeitern wegen der Streikforderung. Es kommt jedoch zu keiner Einigung. Nachmittags um drei Uhr trifft die in Altdorf requirierte Kompagnie Infanterie ein. Louis Favre reist daraufhin ab. Die Arbeiter halten die Tunnelzugänge in grosser Menge besetzt. An dem Streik beteiligen sich mehr als 1‘000 italienische Arbeiter. Der Gemeindepräsident fordert diese auf, auseinanderzugehen, ansonsten militärisch gegen sie eingeschritten werden müsse. Statt dessen verhöhnen die Arbeiter denselben und die eingetroffenen Milizen und erklären, nicht früher arbeiten zu lassen, bis ihnen die verlangte Lohnaufbesserung versprochen werde. Nach vergeblicher Aufforderung seitens des Militärs und der Polizei, den Hauptzugang beim Baudienstgebäude frei zu machen, sucht das Militär den Platz mit Gewalt durch den Gebrauch des Gewehrkolbens und des Bajonnets zu räumen. Die Arbeiter werden zurückgedrängt. Ein grosser Teil derselben aber begibt sich hierauf an die Berglehne zwischen dem Baudienst- und dem Postgebäude und bewirft das Militär mit Steinen. Da mehrere der Soldaten getroffen werden, machen sie von ihrer Munition Gebrauch. Es kommt zu einem förmlichen Gefecht. Nachdem mehrere Arbeiter gefallen oder verwundet sind, ziehen sie sich unter heftigen Drohungen mehr und mehr in die Häuser zurück. Die Ruhe ist wieder hergestellt. Zwei Italiener blieben tot auf dem Platze liegen.
Wanner Martin, Geschichte der Gotthardbahn, 1885, S. 127 f.
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Sonntag, 1. August 1875  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Gotthardbahn-Gesellschaft stellt Zahlungen an Louis Favre ein
Die Direktion der Gotthardbahn-Gesellschaft stellt fest, dass sich der ausgebaute Tunnel dem Richtstollenort nicht (gemäss Abmachung vom 19.06.1874) bis auf die vorgeschriebene Entfernung von 600 m genähert hat. Die Entfernung ist im Gegenteil noch grösser geworden. Daher stellte die Direktion die entsprechenden Abschlagszahlungen zugunsten der Unternehmung Favre ein. Es kommt zu Vertragsverhandlungen,
Wanner Martin, Geschichte der Gotthardbahn, 1885, S.122.; Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 616.
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Samstag, 4. September 1875  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Schattdorf will Haltestelle der Gotthardbahn
Die Gemeinde Schattdorf reicht ein schriftliches Gesuch für eine Station Schattdorf ein.
AbI UR 1875/298.
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Samstag, 25. September 1875  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Erster Nachtrag zum Hauptvertrag mit Ingenieur Louis Favre
Es kommt zum ersten Nachtrag zum Hauptvertrag vom 7. August 1872. Ziel ist die rechtzeitige Vollendung des Tunnels sicherzustellen. Auf dieser Grundlage wird es möglich, den Durchstich des Gotthardtunnels im voraus auf den 31. März 1880 festzusetzen.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 616.
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Donnerstag, 30. September 1875  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Flüelen befürchtet Schäden durch die Gotthardbahn an der Pfarrkirche
Der Gemeinderat Flüelen äussert Befürchtungen, dass die Kirche durch eine allzu nahe Lage der Bahnanlagen beschädigt werde.
AbI UR 1875/319.
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Donnerstag, 3. Februar 1876  - Strassenanlagen, Klausenstrasse
Gotthardbahn verursacht Mehrkosten von 102 Millionen Franken
Oberingenieur Conrad Hellwag legt der Gotthardbahn-Direktion das generelle Bauprojekt mit Kostenvoranschlag vor. Er rechnet dabei mit Mehrkosten 102,4 Millionen. Er geht von Totalkosten für die gesamte Gotthardbahn von 289,4 Millionen Franken statt der veranschlagten 187 Millionen Franken aus. Dieser Bericht verursacht einen Skandal. Das Projekt Hellwag von 1876 sieht für Flüelen und Altdorf eine ganz andere Linienführung vor. Die Station Flüelen kam nicht mehr an den See, sondern an den südlichen Ausgang des Dorfes, in das sogenannte «Pflegmätteli» zu liegen. Das Aufnahmegebäude ist auf der Dorfseite projektiert. Gestrichen wird die Umfahrung des Dorfes im Berg, das Trassee soll auf der heutigen Linie zu liegen kommen. Durch die geradlinige Streckenführung von Flüelen nach Altdorf kommt der Bahnhof des Hauptorts am heutigen Standort, damals jedoch in beinahe unbewohntes Gebiet zu liegen. Diese Linienführung entspricht nun in der Reussebene keineswegs mehr demjenigen Projekt, welches 1869 dem Konzessionsvertrag zugrunde gelegen war.
Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBL UR 1994/1995, S. 43.
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Donnerstag, 30. November 1876  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Schwerer Eisenbahnunfall in Wädenswil mit Auswirkungen auf die Gotthardbahn
Im Bahnhof Wädenswil kommt es bei einer Probefahrt der Wädenswil-Einsiedeln-Bahn zu einem schweren Unfall. Das Walzenradsystem des Zürcher Ingenieurs Kaspar Wetli kann bei der Talfahrt wegen eines Defekts nicht eingesetzt werden. Die Bremsen versagen und der Zug fährt mit überhöhter Geschwindigkeit in den Bahnhof ein und entgleist. Dieser Unfall bedeutet auch das Ende des Walzenradsystems.
www.wikipedia.de
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Sonntag, 6. Mai 1877  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Protest der Urner Bevölkerung gegen das neue Projekt Hellwag
Der Protest der Urner Bevölkerung gegen das neue Projekt Hellwag äussert sich an der Landsgemeinde. Die Stimmberechtigten verweigern die Staatssteuer für das Jahr 1878 und verunmöglichen dadurch die Weiterzahlung der Gotthardbahnsubvention. Der Beschluss würde allerdings zum Bruch eines gültigen Vertrages führen. Der Landrat bringt deshalb das Steuergeschäft zur Wiedererwägung.
AbI UR 1877/187.
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Montag, 4. Juni 1877  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Neue Kostenberechnungen für die Gotthardbahn
Nachdem Oberingenieur Konrad Wilhelm Hellwag eine neue Gesamtkostenrechnung mit einem zusätzlichen Mittelbedarf von rund 100 Millionen Franken vorgelegt hat, wird an der Internationalen Gotthardbahn-Konferenz in Luzern versucht, die Kosten in den Begriff zu bekommen. Die schweizerische Delegation schlägt zur Kostensenkung die Anwendung von Steilrampen mit oder ohne Zahnstangen (Zahnradbetrieb ) oder dem Einsatz von Trajektschiffen auf dem Vierwaldstättersee vor. Diese Vorschläge finden jedoch «entschiedenen» Widerspruch bei den Vertretern Deutschlands und Italiens. Es wird beschlossen, vom ursprünglich projektierten Netz vorerst nur die Stammlinie Immensee-Pino beizubehalten, welche eine ununterbrochene Verbindung der deutschen und italienischen Bahnen ermöglicht. Zudem wird auf eine Doppelspur vorläufig verzichtet. Schliesslich gelingt es, die Mehrkosten durch diese Redimensionierungen auf rund 40 Millionen Franken zu senken.
Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBL UR 1994/1995, S. 42; Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 588.
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Sonntag, 5. Mai 1878  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Landrat lehnt nach Subvention zu Gotthardbahn ab
Die Landsgemeinde lehnte auf Antrag des Landrates „das Verlangen um eine Nachsubvention“ im Betrage von 100'000 Franken für die Gotthardbahn „des Gänzlichen“ ab. Es wird nicht verkannt, dass durch die Ausführung der Gotthardbahn, namentlich während des Baus, den Bewohnern des Kantons viele Vorteile und Verdienstquellen zukommen werden. Man zieht jedoch in Erwägung, dass der kleine Kanton Uri mit der schon beschlossenen Subvention von einer Million „einem solchen Opfer sich herbeigelassen und verpflichtet“ habe, welches seine finanziellen Kräfte sowie auch das richtige Verhältnis zu den Subventionsquoten der andern subventionierenden Kantone und Gesellschaften übersteigen werde.
AbI UR 1878/152; Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBL UR 1994/1995, S. 44.
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Donnerstag, 22. August 1878  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Bundesgesetz entlastet Uri von einer Nachsubvention der Gotthardbahn
Uri steht bei der Ablehnung der Nachsubvention für die Gotthardbahn nicht alleine da (NW, ZG, ZH haben bereits abgelehnt). In anderen Kantonen droht das gleiche Resultat. Der Bund muss eine neue politische Lösung zur Finanzierung der zusätzlichen 8 Millionen finden. Das Bundesgesetz betreffend Gewährung von Subsidien für Alpenbahnen legt nun fest, dass die Schweiz an die in Aussicht genommene Subvention von 8 Millionen eine Summe von 4,5 Millionen unter der Bedingung leiste, sofern die Kantone 2 Millionen Franken und die beiden Eisenbahngesellschaften, Central- und Nordostbahn, 1,5 Millionen der genannten Subvention übernehmen, Der Kanton Uri bleibt hingegen von einer weiteren finanziellen Belastung verschont. Die Meinung der Urner Bevölkerung ist folglich fast einhellig, dass man ein solches Geschenk des Bundes nicht ausschlagen dürfe.
AS Bd 4, S. 1 ff.; AbI UR 1878/152; Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBL UR 1994/1995, S. 44.
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Dienstag, 31. Dezember 1878  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Gotthardbahn-Gesellschaft entlässt Oberingenieur Konrad Wilhelm Hellwag
Die Gotthardbahn-Gesellschaft entlässt Oberingenieur Konrad Wilhelm Hellwag. Da dieser seine Entlassung rechtlich bestreitet, muss der Streit vor einem Schiedsgericht ausgetragen werden, das Hellwag als Entschädigung für seine vorzeitige Entlassung insgesamt 174‘100 Franken zuspricht. Das Gericht argumentiert, dass diese Summe Hellwag als Verdienst für bereits geleistete Arbeit gutzuschreiben sei.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 588.
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Samstag, 4. Januar 1879  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Urner Zeitungen machen sich stark für die Gotthardbahn
Gemäss den Urner Zeitungen bei der Abstimmung über das Bundesgesetz betreffend Gewährung von Subsidien für Alpenbahnen (Nachsubvention Gotthardbahn) die „Ehre der Unabhängigkeit der Schweiz“ auf dem Spiel. Ein Aufgeben der Gotthardbahn unter den gegebenen Verhältnissen wäre einem „Preisgeben der bisher mit Recht hochgeachteten Schweizerehre und einer beängstigenden Gefährdung der schweizerischen Unabhängigkeit“ gleichgekommen. Eine Rolle spielen auch die Beziehungen zum Tessin, ist man doch überzeugt, dass der südliche Nachbarkanton Dank der Gotthardbahn der Schweiz für immer gesichert würde. Deren Bau wird zudem als wirtschaftliche Notwendigkeit betrachtet. In der „verdienst- und geldlosen Zeit“ erwartete man von ihr Beschäftigung und eine rege Geschäftstätigkeit. Auch die Landwirtschaft und die Konsumenten sollen von der Bahn profitieren. Der Absatz der Landesprodukte soll sich in Zukunft auf einem „unendlich grösseren“ Markt abspielen. Für die einheimischen Landwirtschaftsprodukte (Käse, Butter, Milch, Schlachtvieh) sollen sich bald „die Thore Italiens“ öffnen. Die Zeitungskommentare versprechen, dass die Ausfuhr grosse Dimensionen annehmen werde, da der Bahntransport rascher, sicherer und billiger und der Nachteil des mühsamen Bergweges wegfallen werde. Es wird euphorisch verkündet, dass „das grosse Hemmniss“ zum Besuch der Urner Märkte von Italien her zusammenbrechen werde. Ja, man hoffe sogar, dass Altdorf dem „Lauiser Markt“ (Lugano) Dank der Bahn den Rang ablaufen könnte. Andererseits sollen sich die italienischen Importgüter (Wein, Mais, Korn, Weizen) durch die kürzeren Transporte verbilligen. .
UW 1/4.1.1879, 4/25.1.1879; UZ 2/11.1.1879,3/18.1.1879; Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBL UR 1994/1995, S. 44 f
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Samstag, 18. Januar 1879  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Urner stimmen mit knapp 88 Prozent dem Bundesgesetz betreffend Gewährung von Subsidien für Alpenbahnen zu
Die Urner Stimmberechtigten stimmen bei einer Stimmbeteiligung von 88 Prozent (!) mit 87,6 Prozent dem Bundesgesetz betreffend Gewährung von Subsidien für Alpenbahnen zu. Lediglich Hospental weist das „Geschenk“ (Uri wird von der Nachsubventionierung nicht getroffen) knapp ab. Das „Urner Wochenblatt“ kommentiert das Resultat mit: „Glück auf dem Vaterland und dem Gotthard!“ In Altdorf wird ein Fackelzug abgehalten, der Männerchor „Harmonie“ hält ein grosses «Gotthard-Concert», und das Bier wird für diesen Abend in „Gotthard-Bock“ umgetauft.
UZ 3/18.1.1879, UW 2/11.1.1879, UW 4/25.1.1.1879; Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBL UR 1994/1995, S. 45.
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Montag, 7. Juli 1879  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Polizei-Verordnung für die an der Gotthardlinie liegenden Gemeinden
Der Kanton Uri erlässt eine «Polizei-Verordnung für sämtliche an der Gotthardbahnlinie liegenden Gemeinden». Doch die Bestimmungen werden weder von den Spekulanten ernst genommen, noch von den Behörden kontrolliert.
Abl UR 1879, nach 290; S. 618
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Mittwoch, 30. Juli 1879  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Gustave Bridel ist neuer Oberingenieur der Gotthardbahn
Der Verwaltungsrat der Gotthardbahn-Gesellschaft ernennt Gustave Bridel, Oberingenieur der Jura-Bern-Luzern-Bahn zum Oberingenieur der Gotthardbahn.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 588.
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Donnerstag, 13. April 1882  - Strassenanlagen, Bahnhofstrasse Altdorf
Kanton übernimmt den Unterhalt der Bahnhofstrasse
Nachdem die Gotthardbahngesellschaft die ihr überbundene Erstellung der Zufahrtsstrasse zur Station Altdorf ausgeführt hatte, wurde sie durch bundesgerichtlichen Entscheid des Unterhalts enthoben. Vom Landrat wird - gegen den Protest der Vertreter Urserns - beschlossen, dass der Unterhalt auf Rechnung des Kantons zu übernehmen sei, da diese Strasse nicht einzig der Gemeinde Altdorf, sondern auch mehreren anderen Gemeinden und dem öffentlichen Personen-, Waren- und Marktverkehr überhaupt zur Verbindung mit der Gotthardbahn diene.
Verhandlungen des Landrates 12./13. April 1882, in: Abi UR 1882/185; UW Nr. 15/1882.
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Montag, 22. Mai 1882  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Eröffnung der Gotthardbahn
Vom 22. bis zum 25. Mai wird in Luzern und Mailand die Eröffnung der Gotthardbahn gefeiert. Die Landesregierung kann sich durchringen, Alfred Escher einzuladen und auf den „hervorragenden Anteil“ hinzuweisen, den er am Gelingen des grossen Werkes gehabt hat. Der bereits todkranke Escher kann jedoch der Einladung keine Folge leisten. Der Bau hat 307 Arbeitern das Leben gekostet und bis zur Betriebsaufnahme 227 Millionen Franken verschlungen.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 588, 711.
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Mittwoch, 31. Mai 1882  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Der erste Nachtschnellzug fährt durch den Gotthard
In der Nacht auf den 1. Juni fahren erstmals öffentliche Schnellzüge von beiden Richtungen durch den Gotthard. Das Dampfschiff in Luzern nimmt zum letzten Mal die Post über den Gotthard für seine Fahrt nach Flüelen auf. Der erste zur Ausführung gelangende öffentliche Nord-Süd-Zug der Gotthardbahn ist der um 19 Uhr 45 in Basel abgehende Nachtschnellzug, der ausnahmsweise um 23 Uhr 45 in Flüelen anhält, um die mit dem Schiff gekommene eidgenössische Post aufzunehmen. Der erste Süd-Nord-Zug ist der abends 19 Uhr 50 in Mailand abgehende Nachtschnellzug, der in der Frühe des 1. Juni um 5 Uhr 50 in Luzern eintrifft.
Jung Joseph, Alfred Escher – Der Aufbruch zur modernen Schweiz, Band 2, S. 588.
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Donnerstag, 1. Juni 1882  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Eröffnung der Gotthardbahn
Die Gotthardbahn wird dem Verkehr einspurig geöffnet. Der Bau hat 307 Arbeitern das Leben gekostet und bis zur Betriebsaufnahme 227 Millionen Franken verschlungen. Nach der Betriebseröffnung verkehren täglich rund 15 regelmässige Züge.
Gisler-Jauch Rolf, Ein kleiner Abriss über die Wunsch- und Standorte der Bahnhöfe Altdorf und Flüelen, in: HNBL UR 1994/1995, S. 54.
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Samstag, 5. März 1898  - Mobilität und Verkehr erkehr, Die Eisenbahn in Uri
Projekt zur Nutzung der warmen Tunnelluft
Im UW wird ein Projekt publiziert, welches die warme Tunnelluft als Energie nutzen will (u.a. zur Verbesserung des Klimas im Urserntal).
UW 10/5.3.1898
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BAHNGESELLSCHAFTEN

Schweizerische Bundesbahnen
Matterhorn-Gotthard-Bahn
Dampfbahn Furka-Bergstrecke

Schweizerische Südostbahn
TILO
SBB Cargo-Rail
BLS Cargo-Rail
Cisalpino

Gotthardbahn-Gesellschaft
Furka-Oberalp-Bahn
Schöllenenbahn

DAMPFLOKOMOTIVEN

GB/SBB A 3/5 Dampf
GB/SBB C 4/5 Dampf
SBB C 5/6 Dampf
  
DFB HG 3/4 Dampf
FO HG 3/4 Dampf FS ETR 610

ELEKTROLOKOMOTIVEN

SBB Ae 3/6 II
SBB Ae 4/7
SBB Ae 6/6
SBB Ae 6/6 "Uri"
SBB Be 4/6
SBB Ce 6/8 I
SBB Ce 6/8 II
SBB Re 4/4 II
SBB Re 460
SBB Re 482 (DB 185)
SBB Re 6/6
SBB E 484 021-1 Cargo Gottardo

FO/MGB Deh 4/4 I
FO/MGB Deh 4/4 II
FO/MGB Ge 4/4 III
FO/MGB HGe 4/4 I
MGB HGe 4/4 II
FO BCFhe 2/4

SchB BCFhe 2/4
SchB HGe 2/2

ZUGSKOMPOSITIONEN

SBB RAe TEE II
SBB Giruno RABe 501
SBB Stadler Flirt RABe 521/2/4
Tilo Stadler Flirt RABe 524
SOB Giruno RABe 501

Cisalpino Pendolino ETR 470
Cisalpino Pendolino Due ETR 610

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 09.03.2021