GESCHICHTE

Allgemeines Geschichtsforschung

ZEITGESCHICHTE

Zeitraum Altsteinzeit Mittelsteinzeit Jungsteinzeit Bronzezeit Eisenzeit Römerzeit Alemannenzeit Früh- und Hochmittelalter Altes Uri Helvetik Mediation bis Regeneration Neuzeit

LOKALGESCHICHTE

Ereignisse Gemeinde

PERSONENGESCHICHTE

Personenregister

THEMEN

Brauchtumsgeschichte Kirchengeschichte Kulturgeschichte Sportgeschichte Verkehrsgeschichte

Gebäude aus dem Alten Uri



Ankenwaage / Hexenturm
Altdorf
Öffentliche Gebäude  / Diverse öffentliches Gebäude
Da das Rathaus nicht am Markt stand, war das Waaghaus jener obrigkeitliche Bau, welcher die verbindlichen Masse und Gewichte enthielt und von welchem her auch eine Beaufsichtigung des Marktes stattfinden konnte. Wohl frühestens um 1500, nach dem Dorfbrand von 1488, dürfte der Ankenwaage die Kanzlei mit Archivgewölben und Gefängnis beigegeben worden sein. Vermutlich übernahm die Ankenwaage im 16. Jahrhundert auch die Funktionen einer Sust.
In dem Gebäude aus zwei Kuben befand sich auch die alte Kanzlei. In ihr fanden gelegentlich Sitzungen des Geheimen Rats statt. In ihrem unteren Gewölbe wurden neben dem Staatsschatz Urkunden und Siegelpetschaften, auch das gesegnete Landespanner (Juliuspanner) und die andern Landespanner aufbewahrt.
Die Ankenwaage besass zudem einen grossen, für Zusammenkünfte dienlichen Raum. Hier tagten nebst andern die Delegierten aller Bruderschaften. Im 18. Jahrhundert befanden sind im Gebäude drei Beamtenwohnungen (Ankenwäger und zwei Standesläufer). Weiter enthielt es Gefängniszellen. 1798, während der Franzosenzeit, diente die Kanzlei den fremden Truppen als Brotmagazin und die Ankenwaage als Gefängnis. Im Dorfbrand von 1799 brannte die Ankenwaage im Innern aus, ihre Umfassungsmauern blieben bis ins 1. Obergeschoss intakt, im 2. Stock waren sie beschädigt. Die Kanzlei mit ihren Gewölben hatte Stand gehalten, beeinträchtigt wurden ihre Eisentüren.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 52 ff.; Bildnachweis: Carl Aloys Triner, Umrissradierung (1785), in: HNBl UR 1899, Beilage.


   


Besslerbrunnen
Altdorf
Brunnen  / Dorfbrunnen
Nachdem 1567 die alte Gerichtslinde gefällt worden war, errichtete das Dorf mit Unterstützung des Lands an ihrer Stelle 1568 den ersten steinernen Brunnen. Ritter Walter Roll überwachte die Arbeiten. Der Brunnen wurde vom späten 16. bis ins frühe 19. Jahrhundert „Platzbrunnen“ oder "oberer Platzbrunnen„ genannt. Er dürfte seit Beginn als Standfigur einen Fahnenträger, den im 16. Jahrhundert in der Schweiz beliebtesten Brunnenfigurentypus, aufgewiesen haben. Als landeshoheitliches Symbol stimmt er zudem mit dem Umkreis von Rathaus und Türmli zusammen. Brunnenstock und Figur scheinen in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts erneuert worden zu sein, wahrscheinlich gestiftet von Dorfvogt Johann Heinrich Emanuel Bessler von Wattingen, der dem Fahnenträger seinen Schild beigeben durfte. 1757 wurde eine eiserne Trinkkelle samt Kette für den Platzbrunnen angeschafft. 1788 wird der Brunnen mit Figur als „Bild eines edlen Bessler“ genannt; der Name „Besslerbrunnen“ wird nun auch verwendet. Nachdem die Fahne in der Franzosenzeit hatte überstrichen werden müssen, erhielt sie 1803 wiederum auf der einen Seite das Urner Wappen, auf der anderen jenes von Altdorf. 1890 war vorgesehen, am geschichtsträchtigen Ort des Brunnens (Gerichtslinde) ein Telldenkmal zu errichten und den Brunnen zu versetzen. Nachdem für das Denkmal die Türmliwand bestimmt worden war, erübrigte sich die Brunnenverschiebung, doch schien die Figur des Fahnenträgers das Denkmal zu beeinträchtigen und wurde kurz vor der Enthüllung 1895 entfernt. Heute ziert diese den Treppengiebel des Historischen Museums Uri. Granitbecken und Sandsteinstock verblieben am Platz, 1959 wird der Brunnen (Achtecktrog) vollständig erneuert. Das neue Becken aus Gotthardserpentinstein wird mit Rücksicht auf den Verkehr nicht am alten Standort im Strassenraum, sondern beim Hauseck Tellsgasse 2 neu platziert.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 92 f.


   


Ehemalige Gerbe
Altdorf
Gewerbebetriebe  / Gerberei
> siehe ehemalige Gerbe

   


Ehemalige Gerbe
Altdorf
Gewerbebetriebe  / Gerberei
Der Beisasse Gerbermeister Heini Leuw errichtete eine Gerbe spätestens um 1580. Da er Land für den Bau der Kapuzinerstrasse abtrat, wurde ihm und seinen Kindern und seinem Bruder Fridli 1584 das Urner Landrecht geschenkt. Beim Bau der Kapuzinerstrasse - im unteren Teil als Hochdamm errichtet - wurde ein gemauerter, bogiger Durchlass errichtet, durch welchen eine ebene, karrengängige Verbindung mit Winkel und Dorf gewährleistet blieb. Vor dem Dorfbrand stehen zwei Häuser, beide giebelständig Richtung Dorf ausgerichtet. Das untere, breitere, mit fünf Fensterachsen ist über Steinsockel ein Holzbau mit zwei Wohngeschossen, das obere, schlankere, mit bloss drei Fensterachsen erscheint als Steinbau, als so genannter Steinstock, wie solche für Gewerbebauten gebräuchlich waren. Ob auf dem Anwesen damals noch eine Gerbe betrieben wurde, ist unsicher. Immerhin trug es noch den Namen „Gerbe“. Im Dorfbrand 1799 brannten die beiden Häuser aus.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 213 f.


   


Erstes Schulhaus am Kirchweg
Altdorf
Öffentliche Gebäude  / Schulhaus
1516 wird ein Schulhaus gegenüber dem nachmaligen Beroldingerpfrundhaus an der Kirchhofmauer erwähnt. Ob das Haus am mittleren Kirchenaufgang als Schule erbaut worden war oder in ihm als bereits bestehendem Gebäude die Schule eingerichtet wurde, ist nicht bekannt. Anfang 1799 enthielt das als alt und baufällig bezeichnete Schulhaus drei Schulstuben und die Wohnung des Lehrers der Grundschule. Vom Dorfbrand wird es schwer betroffen. Die Schule wurde vorerst ins Frauenkloster verlegt. 1822 wurden die schadhaften Mauern abgerissen. Sein unterer Teil blieb weiterhin bestehen, er wurde der Kirche für Deponierung von Baumaterialien überlassen. 1859 erwarb die Kirche, gemeinsam mit dem Spital, vom Distrikt dieses Areal. 1860 lehnte der Kirchenrat ein Gesuch des Spitals ab, über der Baute einen Dachstuhl zu errichten. 1887 wurden die beiden Schwibogen entfernt und ein Flachdachschopf errichtet.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 58; Bildnachweis: Carl Aloys Triner, Umrissradierung (1785), in: HNBl UR 1899, Beilage.


   


Frauenkloster St. Karl
Altdorf
Klöster  / Frauenkloster
Nach der Brandkatastrophe in Attinghausen vom 20. Dezember 1676 fanden die 38 Schwestern Aufnahme in Altdorf. Nicht nur die Klosterfrauen und Kapuziner bevorzugten wegen der grösseren Sicherheit und der erleichterten seelsorgerlichen Betreuung eine Niederlassung in Altdorf. Eine solche wurde ebenso sehr von Altdorf und seinen führenden Gesellschaftskreisen angestrebt, aus denen ein guter Teil der Schwestern stammte. Man erhoffte sich die Führung einer Mädchenschule. Zudem hoben zwei Klöster das Ansehen des Hauptorts.
Ende Jahr stimmte die Altdorfer Dorfgemeinde einstimmig der Übergabe der Hl.-Kreuz-Kapelle an die Klosterfrauen zu. n und ihnen auch erlaubt, von den anstossenden Gütern Land für den Klosterbau zu erwerben. Die Schwestern erhalten ebenfalls die Erlaubnis für den Klosterbau Land zu erwerben. Der Standort kam der Kapuzinertradition entgegen, neue Niederlassungen an Stelle eines bereits bestehenden Gotteshauses anzusiedeln. Auch die Ortsnähe entsprach den für Kapuzinerinnenklöster geltenden Bedingungen; einzig die angrenzende Hauptverkehrsader, die Gotthardstrasse, mochte für das klösterliche Leben nachteilig sein.
Mit der Gemeinde Altdorf wird im Januar 1677 ein Vertrag geschlossen. Das Kloster darf demnach keine weiteren Grundstücke in Altdorf mehr erwerben und muss sich der Altdorfer Wächter- und Feuerordnung unterziehen. Zudem wird eine Lehrtätigkeit für die Dorftöchter erwartet. Auf Begehren der Klosterfrauen erteilt das Dorf ein Brunnenrecht.

Danach beginnen die Grabarbeiten für die Fundamente, wozu sich die beiden Bauherren, P. Michael Angelus Schorno und Johann Caspar Brücker, einfanden und sich des Baus annahmen. Schorno dürfte auch gemeinsam mit der Klosteroberin Sr. Regina Wallier bei der Planung entscheidend mitgewirkt haben. Wer den Klosterplan entwarf, ist jedoch nicht überliefert.
Am 20. März 1677 erfolgt die feierliche Ecksteinlegung. Die Neubauten scheinen bis Ende 1677 unter Dach gewesen zu sein. 1678 erfolgte der innere Ausbau, der im Spätherbst abgeschlossen war. Die Gesamtkosten des geräumigen Klosterbaus scheinen die hohe Summe von rund 50‘000 Gulden erreicht zu haben. Die Gelder wurden durch die Almosensammlung in Klöstern und Stiften und bei Privaten in der Schweiz aufgebracht, sicher auch durch Spenden von Altdorfer Familien, der Gemeinde Altdorf und des Landes Uri und anderer Kantone. Weiter gewährten Angehörige des Patriziats Darlehen zur Fortsetzung des Klosterbaus Darlehen.
Im November 1678 erfolgte der feierliche Einzug ins Kloster. Den Dorfbrand vom April 1693, der vor allem die nahe Schmiedgasse erfasste, überstand das neue Kloster unbeschadet. Ein Jahr später, am 24. Mai brennt jedoch das Frauenkloster St. Karl bis auf die Grundmauern nieder.

Mit nur 25 Gulden Barschaft und 1‘510 Gulden Schulden vom letzten Klosterbau musste an die Wiederinstandsetzung gegangen werden. Mit 8‘000 geliehenen Gulden konnte man die Wiederherstellung ausführen. Des Bauwesens nahmen sich an der Guardian des Kapuzinerklosters, P. Johann Hector Wüörner, und Johann Heinrich Püntener (im Vogelsang), Bruder zweier Klosterfrauen. Da das Mauerwerk noch allseits gut und fest erhalten war, richtete man als erstes in aller Eile die Dachstühle wieder auf, stellte hernach Küche und Refektorium her, letzteres wurde in drei Abteile gesondert, einen Raum für die Frau Mutter, eine Ess- und Arbeitsstube und ein gemeinsames Dormitorium.
Ende November können die in Altdorf verbliebenen Schwestern das Frauenkloster wieder beziehen. Die Ausbauarbeiten dauern jedoch noch zwei Jahre. Nach Ostern 1696 erfolgt die Rückkehr der in andern Klöstern untergebrachten Schwestern. Nach dem Ende der Bauarbeiten kann die Klausur wieder eingeführt werden. Beim Wiederaufbau wurde das Refektorium wohl vom (unterkellerten) gartenseitigen Flügel in den nicht unterkellerten kirchenseitigen Flügel verlegt worden sein. Auch der Abortturm dürfte frühestens 1694 errichtet worden sein. 1704 Bau der Klausurmauern hinter der Kirche. 1756 blieb ein grosser Brand im Küchenkamin ohne Folgen. 1762 Errichtung eines Kreuzwegs in der Krankenstube. 1799 befand sich das Kloster unter den wenigen Gebäuden, die vom Dorfbrand nicht erfasst wurden. Seine Räumlichkeiten hatten in der Folge für vielfältigste Funktionen zu dienen: Als Lazarett für französische, russische und österreichische Truppen, als Ratsstube (Kornschütte im 2. Stock), als Gericht, als Wachtlokal (untere Redstube), als Büro der weltlichen Behörden (danebenliegende Mägdestube), als Schulstube der Knaben (Predigtsaal), als Unterkunft für die Väter Kapuziner und für obdachlose Familien, zudem als Aufbewahrungsort des Kirchenschatzes der Pfarrkirche und geretteter Habseligkeiten von Privaten. Die Klausur musste sieben Jahre aufgehoben werden. In der Folgende laufende Verbesserungen und Erneuerungen. 1900 Anbau mit zwei Schulstuben, in Verlängerung der Hauptfront, mit Neuerstellung der Treppenverbindung zwischen den Schulräumen des Klosters und des Schulannexes. 1904 Errichtung einer weiteren Schulbaute mit zwei grossen Schulstuben, im vorderen Bereich des Wirtschaftshofs, längs der dorfseitigen Klostermauer sowie Einrichtung einer Zentralheizung.1907 Einführung von Wasserleitungen ins Klostergebäude, Badeeinrichtung. 1911 Einrichtung einer Hostienbäckerei. 1914 elektrisches Licht in Küche und Refektorium. 1953 Fassadenrenovation der Klostergebäude. 1958, anlässlich der Verbreiterung der Gotthardstrasse, Zurückversetzung der Klostermauer. 1964 Beginn einer Inneninstandstellung des Klosters. 1977 Personenlift. Ab 1985 Fortsetzung der Instandstellung in den Innenräumen.
1996 Umgestaltung der Gewölbekeller in Meditationsräume. Auch das Frauenkloster St. Karl blieb von Nachwuchsmangel nicht verschont, 2002 entschlossen sich die Schwestern die Gemeinschaft aufzugeben. 2004 verliess die letzte Kapuzinerin das Kloster. Für die zukünftige Nutzung wurde die kirchliche Stiftung Frauenkloster St. Karl gegründet.

Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Seegemeinden Bd I.1 S. 313 ff.


   


Fünfte Kirche (Vorgängerbaute Pfarrkirche St. Martin)
Altdorf
Kirchen  / Pfarrkirche, katholisch


   


Gasthaus zum Hirschen (Sitz Huon und Bessler)
Altdorf
Gasthäuser  / Dorfgaststätten und Hotels
Das früheste gesicherte Zeugnis für dieses Haus liegt in der um 1600 entstandenen Haustüreinfassung vor. Erbauer des Steinhauses war Hans Burnot, genannt Fide. Im Besitz der Familien Kuon und Bessler. Carl Anton Bessler errichtete 1721 ein «Well- oder Waschhaus» im Garten, wobei es zu einem Vergleich mit dem rückseitigen Nachbarn Johann Anton Schmid von Bellikon kam. Letzterer war mit dem Bau der „fabric“ einverstanden, sie musste jedoch Ziegelbedeckung bekommen und der Kamin war in Gartenmitte zu errichten. Danach wurde das Gebäude wohl als Gasthaus („Hirschen“) benutzt. Im Dorfbrand 1799 wurde es schwer beschädigt. 1810 verkaufte Kirchenvogt Hans Joseph Imholz an Joseph Anton Zberg, der das Gebäude als Wirtshaus Zum Hirschen 1810/11 wiederherstellte.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 159; Bildnachweis: Carl Aloys Triner, Umrissradierung (1785), in: HNBl UR 1899, Beilage.


   


Gotische Kirche (Vorgängerbaute Pfarrkirche St. Martin)
Altdorf
Kirchen  / Pfarrkirche, katholisch


   


Haus am Eck
Altdorf
Wohnhaus / Geschäftshaus  / Wohnhaus xxxxxxxxxx
Erstmals erwähnt 1559. Vor dem Dorfbrand von 1693 sind auf dem Areal wohl drei, vor dem Dorfbrand 1799 wohl deren zwei Häuser gestanden. Das eine Haus war ein niedrigeres, dreigeschossiges, zur Strasse traufständiges mit fünf Fensterachsen. Das andere stand am Eck zum Rathausplatz und war ein hohes, viergeschossiges, giebelständig zur Strassenfront mit vier Fensterachsen. Eines der beiden Häuser hatte ein Brunnenrecht. Im Dorfbrand 1799 wurden beide Häuser schwer beschädigt. Spitalvogt Arnold konnte daraufhin den Eckhausplatz erwerben.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 170 f.; Bildnachweis: Carl Aloys Triner, Umrissradierung (1785), in: HNBl UR 1899, Beilage.


   


Haus Bessler von Wattingen (ehemalige Nuntiatur)
Altdorf
Wohnhaus / Geschäftshaus  / Bürgerhaus
Bauherr und Besitzer Emanuel Bessler von Wattingen (1569-1629); zeitweise Wohnsitz des in Altdorf residierenden päpstlichen Nuntius, das Gebäude wird deshalb auch als Nuntiatur bezeichnet. Weitere Angaben folgen.

   


Haus Fähnrich Peter Schmid
Altdorf
Wohnhaus / Geschäftshaus  / Wohnhaus xxxxxxxxxx
Das Haus wird 1575 erstmals erwähnt. Vor dem Dorfbrand ist es ein dreigeschossiges, niedriges Haus mit flacher Dachneigung, offensichtlich ein Holzbau. Im Dorfbrand von 1799 zerstört. Der Hausplatz mit Brunnengerechtigkeit blieb bis 1825 nicht überbaut. Joseph Regli erbaute das dreigeschossige Haus neu, er führte hier einen Laden und ein Zeitungskabinett. Später Papeterie Von Matt. 1985 wurde das Haus aussen instand gestellt und im Inneren ausgekernt. Es erfolgte eine grundrissliche Verbindung mit dem Gebäude Tellsgasse 12.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 162 f.; Bildnachweis: Carl Aloys Triner, Umrissradierung (1785), in: HNBl UR 1899, Beilage.


   


Haus im Eselmätteli (EWA)
Altdorf
Wohnhaus / Geschäftshaus  / Wohnhaus / Geschäftshaus


   


Haus Oberst Epp (Crivelli-Haus)
Altdorf
Wohnhaus / Geschäftshaus  / Bürgerhaus


   


Haus Von Roll
Altdorf
Wohnhaus / Geschäftshaus  / Bürgerhaus
1560 erste Erwähnung eines bebauten Grundstückes. Kurz danach kommt die gesamt Liegenschaft in den Besitz von Ritter Walter von Roll. Ein Schiedsgerichtsurteil legt den Streit mit seinem Nachbar Jakob Bessler bei. Für das grosse Bauvorhaben mussten Material und Arbeitskräfte zum Teil von auswärts herbeigeholt werden. Steine liess Von Roll in luzernischem Gebiet brechen. Unter anderem besass er einen eigenen Steinbruch bei Merlischachen. Er beauftragte Martin Spariöl die Steine zu brechen. Diese wurden per Schiff nach Flüelen geführt. Steinmetze heuerte Roll im „Welschland“ (Norditalien) an. Die Bauarbeiten gingen nicht besonders zügig voran. Zum einen war der Bauherr in politischen und geschäftlichen Missionen häufig abwesend, zum andern trafen die Steinlieferungen nur stockend ein und waren manchmal unbrauchbar. Die Werkleute konnten manchmal zwei oder drei Tage nicht arbeiten, Von Roll musste sie gleichwohl bezahlen. Spariöl beschwerte sich über magere Entlöhnung. Roll zog schliesslich für die Arbeiten im Steinbruch noch einen zusätzlichen Baumeister aus Zug bei. Mit Spariöl entspann sich ein Rechtshändel, der auch die Vergütung für Werkzeug betraf. Gegen Frühsommer 1565 stand das Haus wohl unter Dach. Die inneren Ausstattungsarbeiten kamen wohl 1569 zum Abschluss. Das Haus (Grundriss 16 x 17 m) ist ein herausragender Steinbau („Palazzo der Herren Roll“) mit drei Vollgeschossen und einem Mezzanin (Halb- oder Zwischengeschoss), von einem niedrigen Walm überdeckt. Es wies erstmals italienische, zukunftweisende Stilformen auf. Die grossen, hochrechteckigen Fenster sind streng achsial angeordnet, die Strassenfront hat fünf Öffnungsachsen, in der mittleren das Eingangsportal, darüber im 1. und 2. Stock eine Balkontür. An den Gebäudeecken befindet eine grosse Wappenkartusche.
Im Lauf des 17. Jahrhunderts Erwerb einer Röhre Wasser von einer privaten Wasserleite, der so genannten „Lumpenleite“. Der Dorfbrand von 1693 machte unmittelbar vor dem Roll‘schen Haus Halt. 1696 wurde das Haus als „Palast der Herren von Roll“ bezeichnet.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 181 ff.; Bildnachweis: Carl Aloys Triner, Umrissradierung (1785), in: HNBl UR 1899, Beilage.


   


Kapelle Mariahimmelfahrt
Altdorf
Kapellen  / Hauskapelle
Eine Kapelle beim Fremdenspital war von den Stiftern bereits um 1490 vorgesehen, sicher jedoch bei der Spitalerweiterung von 1546. Sie blieb zunächst, wohl wegen fehlender Mittel, unausgeführt. Den Bau der Kapelle übernahm dann Josue zum Brunnen, der sich neben seiner „Ewigen Muosspende“ auch verpflichtete, eine Spitalkapelle zu errichten. Diese sollte die Spitalhäuser rückseits zusammenschliessen. Er war auch bereit, die Kapelle mit Glocke, Kelch und Messgewand auszustatten. Sie sollte geweiht werden in der Ehre des Hl. Geistes, der Maria und der Heiligen Jacobus und Sebastian. Zum Brunnen wollte sich zudem um einen Ablass bewerben. Am Vorabend der Kapellenweihe musste jeweils eine gesungene Vesper und am Weihetag ein gesungenes Amt gehalten werden. Als Gegenleistung erbat der Stifter von den Dorfleuten, im Spital innert zwei Jahren eine Wohnung um gleichen Zins beziehen zu können. Der Kapellenbau folgte unmittelbar nach der „Ewigen Muosspende“ von 1584. Um 1590 erlaubte das Dorf den Herren zum Brunnen, an Samstagen im Spital eine Messe zu begehen. Da die Kapelle jedoch weder mit einer Pfründe noch mit einem Dotationskapital für den Unterhalt ausgestattet-war, blieben die Aufwendungen bescheiden.
Das Innere der Kapelle zeigte auf dem Altar das Gemälde der Himmelfahrt Mariens, es hatte eine Ewiglichtampel und an den Wänden zwölf Apostelkreuze (Weihekreuze). Der Dorfbrand von 1799 zerstörte das Kapellendach, auch die innere Ausstattung wurde beschädigt. Die Umfassungsmauern und das Gewölbe blieben bestehen. Wegen anderweitiger Beanspruchung der knappen Mittel wurde die Kapelle bei den Wiederherstellungsarbeiten am Spital bloss mit einem Dach versehen.
Erst 1836 wird der Schutt hinter der Kapelle weggeschafft sowie fünf Ölgemälde für den Altar erworben. 1843 begann eine grössere Instandstellung, neuer Altar. 1972/1974 im Rahmen der Gesamtrestaurierung Aussen- und Inneninstandstellung, Verzicht auf die Innendekoration des 19. Jahrhundert. Der Altar des 19. Jahrhunderts wurde durch einen Barockaltar aus der Dreikönigskapelle Wiggen LU ersetzt.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 78 f.


   


Kapelle zum Oberen Hl. Kreuz
Altdorf
Kapellen  / Klosterkapelle
Die durch Brand zerstörte Wegkapelle wurde in den Jahren 1615-1617 wieder aufgebaut. Bauherr war Hauptmann Josue Bessler (aus der Linie der Tübli-Bessler), Werkmeister Ulrich Ruffiner aus dem Val Sesia im Prismell. 1617 Abschluss der Bauarbeiten. Die Altdorfer Kapelle zählte somit im Norden zu den frühesten Kirchenbauten, die dem 1610 heilig gesprochenen Karl Borromäus geweiht wurden.

Neben den Hauptpatrozinien HI. Kreuz und dem gegen die Pest angerufenen St. Karl hatte die Kapelle von Anbeginn als Nebenpatrone die Festheiligen Sebastian und Rochus. Diese zweite Heilig-Kreuzkapelle wurde demnach zu einem Festheiligtum ausgebildet. 1619 stiftete Sebastian Heinrich Tresch, nachmals Landammann, eine Gülte, die zur einen Hälfte für Messen, zur andern für den Kapellenunterhalt bestimmt war, mit dem Ziele, gelegentlich einen eigenen Kaplan besolden zu können. Weitere namhafte Stiftungen ermöglichten jährlich 52 Messen.
Während der grossen Pest (1629) hielten Landammann Sebastian Heinrich Tresch, und vereinzelt am Leben gebliebene Räte im Freien vor der Kapelle zum HI. Kreuz und St. Karl ihre Ratsverhandlungen ab. Nach dem Bau des „unteren HI. Kreuzes„ (1629) bürgerte sich die Bezeichnung „zum Oberen hl. Kreuz„ ein. Die Kapelle wurde durch einen von der Dorfgemeinde ernannten Vogt verwaltet. Um 1665 Anlegung eines (wohl erneuerten) Urbars. 1668 erste Erwähnung eines Kaplans des Oberen HI. Kreuzes: Johann Jakob Scolar, nachmals Pfarrer und Architekt in Bürglen.
Die Kapelle, welche in grossem Ansehen stand, wurde 1677 von der Dorfgemeinde den Kapuzinerinnen als Klosterkirche übergeben, offensichtlich im Bestreben, dieses Heiligtum und seine kultischen Aufgaben aufzuwerten. Etwa ein Drittel (2000 Gulden) des Kapellenvermögens erhielt das Kloster, das übrige vorab die Kapelle zum Unteren HI. Kreuz.

Als Wegkapelle mit dem Eingang der Gotthardstrasse zugewendet, war sie Osten nach Westen ausgerichtet. Ihr Schiff entsprach längenmässig jenem der bestehenden Klosterkirche (ca. 9,3 m). In ihrer Breite (ca. 6,2 m) war die Kapelle um etwa 2 m schmäler als die Klosterkirche. Der Chor dürfte eine Länge von 4 bis 5 m erreicht haben. Es ist ein gerader Chorschluss anzunehmen. Wesentlicher Bestandteil der Kapelle war eine stattliche Vorhalle (Serliana). Mit der Kapelle HI. Kreuz und St. Karl entstand in Altdorf nach dem Neubau der Pfarrkirche (1602-1607) ein weiterer, in neuer italienischer Stilsprache gestalteter Kirchenbau.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Seegemeinden Bd I.1 S. 306.


   


Korn- und Zeughaus
Altdorf
Militärgebäude, Militäranlagen  / Zeughäuser
Mit dem Kornmagazin wollte das Land Versorgungsengpässen vorbeugen. Es war das grösste öffentliche Hochbauunternehmen des 18. Jahrhunderts, für das man ein bisher unüberbautes Grundstück wählte. Das Magazin wurde 1733 errichtet. Das Gebäude wurde auch 50 Jahre später als trefflich schönes und für die Nutzung bequem angelegtes Gebäude bezeichnet. Vom Dorfbrand 1799 wurde die Baute dank ihrer vom Hauptort distanzierten Lage und ihrer massiven Bauart nicht betroffen. Gross dimensioniert und erhebliche Raumreserven aufweisend öffnete man es zunächst Altdorfer Spediteuren zur Warenlagerung. Sodann boten seine Räume den Restbeständen des abgebrannten Zeughauses Unterkunft. Neben älteren Kanonen, Harnischen und neuen Waffen wurden hier auch einige Urner Banner aufbewahrt. Die grössern Räume standen 1823 einmalig für die Aufführung von Schillers „Wilhelm Tell“ zur Verfügung.
1839 Erstellung eines Kostendevis für eine Kasernen-Einrichtung. 1849 Planierung des Umgeländes zur Nutzung als Exerzierplatz. 1851 wurde in Erwägung gezogen, das Zeughaus in die Sust zu verlegen und das Kornmagazin zur Kaserne auszubauen. 1875 Wunsch der Urner Regierung nach Plänen und Kostenberechnung für die Umwandlung des Kornmagazins in eine Waffenplatz- Kaserne. 1877 erstellte Architekt Paul Segesser, Luzern, Projektpläne für die entsprechende Umnutzung des Gebäudes. 1879 arbeitete das Architekturbüro Vischer &Fueter, Basel, ein weiteres Projekt für einen Kasernenbau aus. Beide Vorschläge wurden nicht ausgeführt.
Das Kornmagazin war ein lang gestrecktes Gebäude (41 x 18 m). Seine drei Mauergeschosse wurden von einem Mansarddach überdeckt. Der schmucklose Bau hat an den Längsfronten neun, an den Schmalseiten vier Fensterachsen. Im Innern wies das Erdgeschoss in der Mitte einen breiten, befahrbaren Korridor auf, dem sich beidseits ein Saal anschloss. In Uri tritt sie die Dachform erstmals auf, sie dürfte sehr modern und herrschaftlich gewirkt haben.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 69 f.


   


Lehnbrunnen (Urania)
Altdorf
Brunnen  / Dorfbrunnen
1580 erging der Beschluss, auf dem Lehn einen Brunnen zu errichten. Das Vorhaben wurde jedoch zugunsten des Franziskusbrunnens zurückgestellt. 1596 konnte der Lehnbrunnen einer Wasserleite von Privaten angeschlossen werden. Der Brunnen wurde stets „Lehnbrunnen“ genannt. 1689 Erneuerung des Beckens. 1788 wurde die Brunnenfigur als „Bildnis der Freyheit“ bezeichnet. 1801 Wiederherstellung des Lehnbrunnens. 1834 wird die Brunnenfigur als „Göttin Urania“ betitelt. 1908 veranlasste die Gemeinde zur Platzgewinnung den Abbruch des Brunnens, der sich allerdings keineswegs in schlechtem Erhaltungszustand befunden hat. Seine unsachgemässe Demontage hinterliess, insbesondere am Becken, schwere, irreparable Zerstörungen. 1909 wollte man den Brunnen an etwas verschobener Stelle neu errichten. Das Granitbecken wurde neu geschaffen mit der Brunnensäule, statt in Sandstein, gleichfalls in Granit. Die Kopie der Brunnenfigur erstellte Bildhauer Josef Vetter, Luzern, anstelle von Sandstein verwendete er Muschelkalk. Die Originalstatue gelangte ins Historische Museum Uri.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 99 f.


   


Pfrundhaus Schmid
Altdorf
Wohnhaus / Geschäftshaus  / Pfarr- und Pfrundhaus
Die beiden schmalen Steinhäuser dürften in die erste Hälfte des 16. Jahrhundert zurückreichen. Es ist anzunehmen, dass in den beiden schmalen Steinhäusern ursprünglich ein stattliches frei stehendes, spätgotisches Gebäude vorliegt, das erst zu einem späteren Zeitpunkt vertikal unterteilt wurde (schwache innere Trennmauer, gleiche Mauerhöhe, gemeinsames Dach). Beim Steinhaus dürfte es sich um den Altdorfer Wohnsitz von Landammann Peter a Pro handeln. Die zugehörende Hofstatt lag entfernt, ausserhalb der Landleutenmatte, im Bereich des Baumgartens. Da das Steinhaus keinen Umschwung hatte und nur an der obern befensterten Seitenfront über einen schmalem Freiraum, genügte es um 1600 den Ansprüchen der Oberschicht nicht mehr. Die Aufteilung in zwei schmale Häuser ist seit 1672 belegt.
Das an das Plätzligässli grenzende Haus wurde für den Kaplan der Schmidpfründe genutzt. Vor dem Dorfbrand sind die beiden Gebäude ein einheitlicher Baukörper unter einem Dach. Im Dorfbrand zerstört.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 174 ff.; Bildnachweis: Carl Aloys Triner, Umrissradierung (1785), in: HNBl UR 1899, Beilage.


   


Siechenhaus
Altdorf
 /
Uri verfügte mindestens von 1553 bis 1558 über ein eigenes Siechenhaus. Dieses stand in dem von der Bevölkerung gemiedenen «Siechenmätteli», unmittelbar bei der damaligen Richtstätte mit dem Galgen («Galgäwäldli»). Dem Siechenhaus standen ein von der Obrigkeit ernannter Vogt und Untervogt vor. Eine Wäscherin besorgte die Leibwäsche und das Bettzeug der Kranken. Das Siechenhaus nahm mehr Vaganten als Einheimische auf. Anscheinend nahm dann das Siechenhaus allmählich den Charakter eines Armenhauses an, denn der Aussatz als Epidemie erlosch allmählich. Im 1840 baute man das Siechenhaus in ein Zuchthaus um.
Literatur: Bär-Vetsch Walter, Medizinhistorisches aus Uri, in: «Wo fählt’s?», S. 150.


   


St. Franziskus-Brunnen (Schmiedgasse)
Altdorf
Brunnen  / Dorfbrunnen
Im Jahre 1580 erlässt die Dorfgemeinde den Beschluss, im oberen Teil des Dorfes zwei neue Brunnen aufzustellen, als ersten jenen an der Schmiedgasse, und hiefür eine Steuer zu erheben. Der Franziskusbrunnen wurde 1583 errichtet. Am nicht originalen Trog war das Datum 1585 angebracht. Die Wahl des Franziskaners als Brunnenstockfigur erfolgte offensichtlich mit Bezug auf das 1581 gegründete Kapuzinerkloster. Der Brunnen wurde vorzugsweise nach seiner Figur benannt („Brunnen in der Schmiedgasse“). 1736 ergeht die Klage, dass der Franziskusbrunnen fast das ganze Jahr Wassermangel habe. Nach dem Dorfbrand drohte der Franziskusbrunnen durch einstürzende Mauern des alten Muheimhauses (Gotthardstrasse 1) zerstört zu werden. Im Jahre 1800 wurde der Franziskusbrunnen neu renoviert und neu verkittet. Bis ins beginnende 19. Jahrhundert stand der Brunnen mitten in der Strasse, beim Eck des Zugangssträsschens zum Lehn. Beim Ausbau der Gotthardstrasse 1804 stand der Brunnen im Wege. Der Brunnen konnte in die abgerundete Strassenecke versetzt werden. 1810 wurde das völlig erneuerte, kleiner gehaltene Becken nahe am Muheimschen Garten neu aufgerichtet. 1933 erstellte Bildhauer Eugen Püntener eine Kopie von Brunnenstock und Figur. Das Original kam ins Historische Museum Uri. Wegen der Verkehrserfordernisse wurde der Brunnen 1948 abgebrochen und magaziniert. 1981 kam die Figur von Püntener auf den neu erstellten Brunnen beim Kirchplatz.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 97; Foto StAUR Slg Bilddokumente 111.29-BI-1560.


   


St. Josef-Brunnen
Altdorf
Brunnen  / Dorfbrunnen
1591 errichtet. Der Brunnen wurde anfänglich zumeist „Brunnen im Saal“ (alte Bezeichnung der Örtlichkeit) genannt, manchmal auch „Brunnen beim Spital“ In diesem Zeitraum wurde der Name der Statue nie erwähnt, sie scheint eine Personifizierung dargestellt zu haben, die in Altdorf keine besondere Popularität genoss. Nach 1706 wurde diese durch eine Figur des hl. Josef ersetzt, der im 18. Jahrhundert in der Innerschweiz einer der beliebtesten Heiligen war. 1757 Anbringung einer eisernen Kelle an Kette. 1949 wurde die Statue entfernt und durch eine Kopie von Bildhauer Alfons Magg, Zürich ersetzt (1951). Das Achteckbecken besteht aus Granit. An den Trogwänden befinden sich profilierte Rechteckfelder, in einem die Jahreszahl 1591, in den beidseits flankierenden ein Uristier. Dem Josephsbrunnen kommt unter den Altdorfer Brunnen besondere Bedeutung zu, weil er als Einziger weitgehend intakt am angestammten Standort steht.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 98 f.


   


Tellbrunnen bei der "Metzg"
Altdorf
Brunnen  / Dorfbrunnen
1583 wird der Tellbrunnen anstelle eines alten erbaut. Da der Brunnen bei der „Metzg“ stand wurde er auch „Brunnen bei der Metzg“ genannt. Er stand dort, wo gemäss Legende Tell gestanden hatte, als er den Apfel vom Haupt seines an die Gerichtslinde gebundenen Sohnes schoss. Nachdem 1567 die Gerichtslinde verschwunden war, sollte wohl mit der Brunnenfigur zur Erinnerung an Tells Schuss dem Freiheitshelden ein Denkmal gesetzt werden. Die Brunnenfigur wurde mehrmals bemalt und restauriert. Der Brunnen hatte ein mehreckiges Becken. Auf der Brunnensäule stand Tell mit dunklem Bart. Seine Linke stützte er auf die Armbrust, in der ausgestreckten Rechten hielt er den Pfeil. Der Knabe war nicht mitverbildlicht, wie es der Örtlichkeit (Schussabgabe) entsprach. Der Brunnen wurde im Jahre 1784 abgebaut.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 94.


   


Wegkapelle zum Heiligen Kreuz
Altdorf
Kapellen  / Wegkapelle
Die Wegkapelle wurde anstelle eines Kreuzes mit Kruzifixus erbaut. Sie wurde 1561 erstmals schriftlich als Kapelle zum Heiligen Kreuz erwähnt. Sie stand, wie bei Wegkapellen üblich, an einer Strassengabelung. Die Kapelle gehörte nicht in die Zuständigkeit der Pfarrkirche, sondern des Dorfes. 1611 wurde sie durch einen Brand zerstört.
Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Seegemeinden Bd I.1 S. 306.


   


Wirtschaft Zum Lämmlein
Altdorf
Gasthäuser  / Dorfgaststätten und Hotels
1575 erstmals erwähnt. Das Haus Lämmlein besass eine Backgerechtigkeit (Erlaubnis). Es Haus wurde stets als Haus mit Pfisterei (Verbindung zwischen Mühle und Bäckerei) bezeichnet. Das Wirtshaus besass kein Tavernenrecht (eingetragenes Recht auf Grundstück). Es grenzte nebst der Ankenwaage an das Wirtshaus Zum Moren.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 52 und 392, Anm. 178; Bildnachweis: Carl Aloys Triner, Umrissradierung (1785), in: HNBl UR 1899, Beilage.


   


Zeughaus am Schiessbüttenplatz
Altdorf
Militärgebäude, Militäranlagen  / Zeughäuser
Das Zeughaus wurde 1567 erbaut. 1608 hatte der Zeugmeister das Pulver „zuoberst“ ins alte Zeughaus zu bringen und dann dafür zu sorgen, dass es „zuoberst im neuen Zeughaus“ in ein noch bereitzustellendes Gemach kam. Vermutlich wird es sich beim neuen Zeughaus um einen Anbau an das alte gehandelt haben. Das Zeughaus war eines der öffentlichen Gebäude in Altdorf. Das Gebäude hatte einen gewölbten Keller (Teilunterkellerung). Im Erdgeschoss befand sich der Stucksaal (Geschütze), daneben der Trosssaal (Wagen, Lafetten) und ein Kämmerlein. Die beiden Obergeschosse enthielten den Musketensaal, in dem auch Schlachtschwerter, Säbel und Degen aufbewahrt wurden. Hier war auch ein alter Degen, mit hölzernem Gefäss, von Oberstwachtmeister Johann Jakob Püntener (Verfasser des Dorfbüchleins +1709) deponiert, der Walter Fürst gehört haben soll. Daneben Trommeln, darunter eine bemalte, sowie die in Schlachten erbeuteten Fahnen und Standarten (u.a. von Österreich, Burgund und von Obersiebental aus der Schlacht von Villmergen). Alles war in einem im Zeughaus liegenden Buch verzeichnet. Hier soll auch ein „altes samtnes Käplin“ deponiert gewesen sein, das Zwingl in der Schlacht von Kappel 1531 getragen haben soll. Der Harnischsaal enthielt zahlreiche Harnische und Harnischteile, auch Herrenharnische, deponiert von den Familien Bessler, Tanner und Zwyer von Evibach. Weiter befand sich hier eine grosse Zahl von Beckenhauben. Im Spiesssaal waren Spiesse, Hellebarden, Mordäxte und Morgensterne besammelt. Um 1750 verlegte man diesen ins Dachgeschoss, wo vordem das Pulver aufbewahrt worden war. Daneben gab es eine Trosskammer, eine Luntenkammer, Turmkammer, eine Holzprovisorkammer, sodann eine Stube, in der ein "Abriss" der Belagerung von Rapperswil hing. In der Nebenstube bewahrte man Instrumente zum Münzen und Prägen und eine Goldwaage in einem Gehäuse. Erwähnt werden weiter Küche, Gänge und Stiegen. Das Inventar 1761 verzeichnet auch die beim Leventineraufstand (1755) konfiszierten Gewehre und zwei Pistolen von dessen enthauptetem Rädelsführer Orsi. Schliesslich lagerte hier noch ein Hirschfänger, der Wilhelm Tell gehört haben soll. Das Inventar von 1790 nennt zwei Kanonen mit Datum 1530 und 1596. In der Franzosenzeit, im September 1798, wurde das Zeughaus entleert, Geschütze, Gewehre und Munition nach Luzern überführt. Im Herbst dieses Jahres Umbau in eine Kaserne, vorab im 2. Stock, unter Leitung von Statthalter Aloys Müller. Im Dorfbrand von 1799 wurde das Zeughaus samt der neuen Kaserneneinrichtung und der Beutefahnen zerstört. Der Schaden betrug 7000 Gulden. Die wenigen geretteten Bestände wurden ins Kornhaus (Kollegium) verbracht, das fortan als Zeughaus diente.
Das Zeughaus bildete die südliche Seitenfront des Schiesshüttenplatzes. Seine Rückfront grenzte direkt an das Eselmätteli, das sich (bis 1898) an den Schiesshüttenplatz erstreckte. Es war ein lang gestrecktes, stattliches dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach, die Eingänge an den Giebelfronten. Rückseits war ihm ein kräftiger Turm mit Zwiebelhaube angefügt.
1817 wurden im alten Zeughaus schadhafte Mauern abgebrochen. Die Ruinen standen noch bis ins Frühjahr 1835. 1867 wurde auf dem Areal von Karl Emanuel Müller das Kantonsspital errichtet.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 86 f.; Bildnachweis: Carl Aloys Triner, Umrissradierung (1785), in: HNBl UR 1899, Beilage.


   


Zweiter Tellbrunnen
Altdorf
Brunnen  / Dorfbrunnen
Das Steinmaterial für den Brunnen stammt von Granitfindlingen an der Tellsplatte. An die Kosten von 788 Gulden leistete das Land die Hälfte. Das Dorf konnte seinen Anteil aus dem Verkauf von Bannwaldbuchen bestreiten. Die Brunnenstatuen, Tell mit Sohn, kamen erst 1786 auf die Brunnensäule. Sie wurden vollumfänglich vom Land bezahlt. Die farbige Fassung übernahm das Dorf. Der neue Tellbrunnen galt als Sehenswürdigkeit. 1861 wurde am Standort von Tells Apfelschuss ein Gips-Tell aufgestellt. Der Brunnentrog wurde redimensioniert und strassenabwärts versetzt. Die Brunnenfiguren wurden im Zeughaus magaziniert.
Der an der Tellsgasse an versetzter Stelle verbliebene Granittrog (1784) war achteckig, mit Volutenstützen an den Ecken. An den Wandseiten befanden sich Rechteckfelder; in einem war das Urner Wappen, in einem andern jenes von Altdorf. Der Stock, eine gebauchte Säule, war exzentrisch, am Beckenrand, aufgestellt. Trog und Stock wurden bei der Strassenverbreiterung von 1951 entfernt und sind nicht mehr erhalten.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 94 f.


   


Zweites Rathaus
Altdorf
Öffentliche Gebäude  / Rathaus
Um 1676/77 wurde das neue Rathaus in Stein erbaut. Allerdings scheint es kein vollständiger Neubau gewesen zu sein. Vermutlich sind die grundrisslichen Ausmasse beibehalten worden und bloss jene in Riegel oder Holz errichteten Mauern durch steinerne ersetzt worden. Wie sein Vorgängerbau hat es einen Stufengiebel. Im Rathausinnern gab es eine kleine Ratsstube mit Standesscheibenzyklus. Auf einem Tisch lagen Landbuch und Landesschwert.
Die Wände schmückten Darstellungen der Geschichte Wilhelm Tells sowie weitere Bilder aus der Schweizer Heldengeschichte sowie das Gemälde eines bestraften Meineids (Gerichtsbild). Als besondere Sehenswürdigkeit galten seit dem frühen 18. Jahrhundert zwei vorbildhafte, von Hand gemalte Landkarten, die eine mit Uri und der Leventina, die andere mit dem detailreich dargestellten Grenzverlauf zwischen Uri und Engelberg, wie er vertraglich festgelegt worden war. Im Rathaus befand sich auch die Wohnung des Grossweibels.
Im Dorfbrand von 1693 erlitt das Rathaus im Gegensatz zu seiner Nachbarschaft nur geringe Beschädigungen. 1736 wurde auf der Hinterseite gelegenes Land dazu erworben. 1775/76 wurde das Rathaus von oben bis unten repariert und neu geweisselt. Beim Dorfbrand vom 5. April 1799 erlitt das Rathaus Totalschaden. Erst im Februar 1803 wurden die einsturzgefährdeten Partien geschleift; weitere Teile des alten Rathauses beseitigte man erst unmittelbar vor Beginn der Neubauarbeiten im Juni 1805.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 17 f.


   


Frauenkloster Zu Allen Engeln
Attinghausen
Klöster  / Frauenkloster
(Angaben folgen)

   


Beigenkapelle
Bürglen
Kapellen  / Wegkapelle
(Angaben folgen)

   


Kapelle St. Antonius
Bürglen
Kapellen  / Wegkapelle
(Angaben folgen)

   


Kapelle zur Schmerzhaften Muttergottes
Bürglen
Kapellen  / Wallfahrtskapelle
(Angaben folgen)

   


Loretokapelle Simon von Judäa
Bürglen
Kapellen  / Wegkapelle
(Angaben folgen)

   


Tellskapelle
Bürglen
Kapellen  / Tellskapelle
(Angaben folgen)

   


St.-Leonhard-Kapelle
Erstfeld
Kapellen  / Wegkapelle


   


Ehemaliges Hotel Zum Weissen Kreuz
Flüelen
Gasthäuser  / Dorfgaststätten und Hotels
HB 107

2018 Abgerissen und archäologisch untersucht Untersuchungen alter Balken im Hotel Weisses Kreuz liessen den Bau auf das Jahr 1608 datieren. Die unter dem Mauergeviert liegenden Fundamente wurden viel früher gebaut. Die ältesten Überreste stammen aus dem späten Mittelalter. Die Mauern dürften zwischen dem 13. bis 15. Jahrhundert entstanden sein.

um 1550: erstmalige Erwähnung, im Besitz von Hans Muheim.
1564: Wirtschaft «Zu den Heiligen drei Königen», seit dem späten 16. Jhdt. «Zum wysen erütz» bezeichnet, damaliger Besitzer ist Fähnrich Jakob im Hof;
ab 1599: Besitzer ist Sohn Andreas;
1618/19: Besitzerin ist dessen Witwe;
1624/25: Besitzer ist Martin Lusser;
1637/38: das Haus wird «alte Wirtschaft zum Wyssen Crytz» genannt;
1668-1678: Besitzer ist Johann Zwyssig;
ab 1688-1709 dessen Sohn Carl Hieronymus Zwyssig (+ 1709);
1709: Zoller Carl Anton Zwyssig, Sohn des Letztgenannten (+ 1721), und dann dessen Stiefbruder, Landvogt Franz Anton;
1719: erste bildliche Darstellung;
um 1760: Verkauf an Joseph Arnold (Löwenwirt in Altdorf); im Besitz von dessen Nachkommen bis 1898.
1857: Bauliche Umgestaltung unter Ferdinand Arnold, möglicherweise durch Baumeister Martin Gisler, Flüelen.
1901: Terrasse über ganze Hausfrontbreite;
1908: verandahafte Ausgestaltung der Terrasse; Bau der Dependance an der Hintergasse.
2018: Abbruch.

Beschrieb:
Höchst stattliches, mit Lauben versehenes Blockhaus. 1817 verfügt es über gemauertem Sockel über drei Vollgeschosse; Blockbau mit mittlerem Quergang wurde 1857 beibehalten, jedoch verkleidet und mit einer regelmässigen Befensterung versehen. Das Walmdach ist mit Zwerchgiebeln, die Hauptfront durch einen grösseren Giebel mit mansardhafter Schweifung und zierlichem Balkon ausgezeichnet. Zunächst bloss dreiachsige Terrasse, 1901 in ganzer Hauptfrontbreite durchgezogen, 1908 verandahaft ausgestaltet und gegen die Seitengasse erweitert. Im späteren 20. Jhdt. zum zweigeschossigen geschlossenen Vorbau ausgebildet.
Als einziger der renommierten Schiffländegasthöfe hat das «Weisse Kreuz» im Kern die alte Substanz (wohl 17. Jh.) und im Äusseren die anmutsvolle Erscheinung der Postkutschenzeit bewahrt.

Literatur: Literatur: Gasser Helmi; Kunstdenkmäler, Bd II, S. 166 ff.





Das Hotel Weisse Kreuz (Schweizerhof) im Jahre 2002. Foto: Rolf Gisler-Jauch, Altdorf.



Nachfolgebaute des Hotels Weisses Kreuz (Foto: Rolf Gisler-Jauch Altdorf, 2021).


   


Alte Sust
Flüelen
Öffentliche Gebäude  / Sust
1309: Die Sust wird urkundlich erstmals erwähnt. Als Institution dürfte sie älter sein. Sust und Sustrecht scheinen mit dem Reichszoll verbunden gewesen zu sein. Mit Sicherheit sind sie im Besitz von Johann von Attinghausen.

Um 1371: Das Sustrecht befindet sich im Eigentum der Familie von Rudenz.
1374: Johann von Rudenz verkauft Anthonius zer Porte 7/9 der Sust und des Sustrechts zu Flüelen.
1399-1427: weitere Anteile von Zoll und wohl auch Sust und Sustrecht gelangen sukzessive an das Land.
1719: erste bildliche Überlieferung der Flüeler Sust. Sie hat bereits jenes bis ins 20. Jhdt. überlieferte Aussehen.

Die Sust gehörte zu den «obrigkeitlichen Gebäuden». Bauliche Ausgaben wurden vom Land bezahlt. Als Bauherr waltete der jeweilige Zoller von Flüelen. Da die Wareneinlagerung eine allseits intakte Gebäudeschale erforderte, sind Unterhaltsarbeiten häufig durchgeführt worden.

1798: Erstellung eines neuen Waaghauses.
1804: Mit dem Bau der grossen obrigkeitlichen Sust in Altdorf und der neuen Sust- und Passordnung geht die Bedeutung der Flüeler Sust stark zurück.
1850: Mit dem Wegfall des Zolls, büsst die Sust eine weitere wichtige Funktion ein; noch bis 1886 dient sie als Ohmgeldstätte.
1882: mit der Eröffnung der Gotthardbahn fällt die angestammte Aufgabe der Sust dahin. Sie dient noch als kantonales Salzmagazin.
1907: Die Sust wird versteigert und anschliessend abgebrochen.



Beschreibung:
Die alte Sust erhob sich anstelle des heutigen Vorbaus des Hotels Sternen und des anschliessenden Eckbereichs des Hotels Urnerhof, an der ehemaligen Schifflände. Die vordere Giebelseite war dem See zugekehrt. Die alte Sust wies eine Breite von etwa 20 m und eine Tiefe von etwa 15 m auf. Sie besass bloss ein Vollgeschoss aus Mauerung und einen hochragenden Giebel mit zwei ungewöhnlich hohen Geschossen. Die Hauptfront wies im Erdgeschoss grosse Tore mit hölzernen Umrahmungen auf. Zwischen dem ersten und zweiten Dachgeschoss befand sich ein grosses gemaltes Urner Wappen an der Fassade.

Literatur: Gasser Helmi; Kunstdenkmäler, Bd II, S. 112. Foto oben: Alte Sust in Flüelen, hinten rechts altes Schulhaus (Dr. Carl Gisler, StAUR Slg Bilddokumente 110.06-BI-556); Foto unten: Alte Sust mit altem Hotel Adler im Hintergrund (Dr. Carl Gisler, StAUR Slg Bilddokumente 110.06-BI-557).


   


Altes Pfarrhaus
Flüelen
Wohnhaus / Geschäftshaus  / Pfarr- und Pfrundhaus
Das erste Pfrundhaus, das noch zur alten Kapelle gehört hatte, stand an der Hintergasse.

1686: Nach dem Kirchenbau wurde der Stall gegenüber der neuerbauten Kirche erworben, um dort einen Pfarrhof zu bauen.
1868: Beschluss zu tiefgreifender Umgestaltung, vertikale Funktionsteilung in Pfarr- und Schulhaus. Um eine stärkere Mauerbegradigung zu erreichen, wurde das zweite Obergeschoss abgebrochen und in Riegel neuerstellt, das Dachgeschoss mit einem Kniestock ausgebildet. Die Hauptfassade wurde in spätklassizistischer Weise straff axialsymmetrisch gestaltet.
1912: Nach dem Bau des neuen Pfarrhauses auf dem Gruonbühl alleinige Nutzung als Schulhaus.

Literatur: Gasser Helmi; Kunstdenkmäler, Bd II, S. 115; Abbildung: Tuschzeichnung von F.X. Triner, um 1785/90 (StAUR Slg Graphica 11.07-N-483).


   


Altes Schulhaus an der Hintergasse
Flüelen
Öffentliche Gebäude  / Schulhaus
Auf dem Areal an der Hintergasse standen noch 1859 ein «neues» (HB 152) und ein «altes» Schulhaus (HB 54). Das ältere Haus (ehemaliges Kaplaneihaus) stand direkt an der Gasse. Das neuere wurde diesem seewärts als Zwillingsbau angeschoben. es verfügte über eine untere und eine obere Schulstube.

Vor 1790: Bau des Schulhauses;
1810: neuer Ofen in der unteren Schulstube;
1814: neuer Ofen;
1823: Grosse Instandstellungs- und Erneuerungsarbeiten;
1836: Neueinrichtung der Schulstube; Ausstattung mit sechs Bildern;
1908/09: grösserer Um- und Ausbau.



Erste Hälfte des 20. Jhdt: Domizil der Gemeindebehörden. Dann diente das Gebäude noch als Materialmagazin für Vereine. Es wurde im Herbst 2006 abgerissen. Auf dem Terrain entstand eine Parkplatzanlage.

Beschrieb
Langgestreckter, viergeschossiger Steinbau, oberstes Geschoss wohl Riegel. Seewärtige Traufseite mit Quergiebel.

Literatur: Gasser Helmi; Kunstdenkmäler, Bd II, S. 116; Abbildung: Tuschzeichnung von F.X. Triner, um 1785/90 (StAUR Slg Graphica 11.07-N-483); Foto: Rolf Gisler-Jauch (um 2005).


   


Altes Schützenhaus
Flüelen
Sportanlagen  / Schiessplätze, Schiessstände
Ein Schützenhaus wird bereits 1748 erwähnt. 1766 ist seine Lage an dem von der Oberdorfstrasse bergwärts abzweigenden Schützengässli belegt. 1776 neuer Feuerstand. 1838 erfolgte eine Vergrösserung. Es ist ein eingeschossiger Blockbau auf Steinsockel, in der Schiesszone offen. Wurde wohl 1912 zu einem Schopf umgestaltet.

Literatur: Gasser Helmi; Kunstdenkmäler, Bd II, S. 116.


   


Burg Rudenz
Flüelen
Burganlage, Wohnturm  / Burg, Schloss
Ende des 15. Jahrhunderts erscheint der Turm bereits mit massigem Unter- und verjüngtem Oberbau. Bereits damals war der Oberbau des Sitzes mit einem kleinen, von Ziergiebeln umstandenen Pyramidendach bekrönt. Die Nahtstelle zwischen Unter- und Oberbau wurde von einem umlaufenden Pultdach überdeckt. Spätestens dieser Zeit gehören die nachträglich eingebrochenen breiten Fensteröffnungen des zweiten Obergeschosses an. Die Ummauerung wies gegen See und Dorfbach zwei Zinnen bewehrte Ecktürme auf, Richtung Altdorf stand zudem die Ruine eines grossen Torbaus. Die Burg war zu Beginn des 18. Jahrhunderts recht heruntergekommen. Johann Joachim Epp liess diese als Ganzjahreswohnsitz mit grossen Aufwendungen instand stellen. Der Oberbau erhielt seine heutige Kreuzgiebel-Gestalt.

In erneut ruinösem Zustand ging die Burg an den Landessäckelmeister und nachmaligen Landammann Joseph Maria Z'Graggen über. Dieser liess Konservierungsarbeiten durchführen. Die grossen Gräben zwischen Schloss und Dorfbach wurden mit «mehreren tausend Fuder Material» zugeschüttet.

1815: Im untersten Stock des Turms bringt Z'Graggen die erste Buchdruckerei in Uri unter, die zunächst von Xaver Brönner von Dillingen.
1822: Sohn Franz Xaver Brönner betreibt die Druckerei in der Burg Rudenz;
1839: Neuerstellung des Schlossgadens.
1844-1850: vollständiger Innenausbau. Sowohl die Befensterung wie auch teilweise die Raumaufteilung gehen auf diesen Umbau zurück. Der Balkon im dritten Obergeschoss wird auf alle vier Gebäudeseiten ausgedehnt und mit einem gusseisernen Geländer versehen. Neuerstellen des Schlossgadens. Neuanlegung des Gartens und Arrondierung des Umgeländes.
um 1860/70: Einbau eines grossen Salons mit Stukkaturen im dritten Obergeschoss;
1930: umfassende Instandsetzung und Sanierung. Über dem Hauseingang wurde eine sandsteinerne Wappentafel Z'Graggen eingefügt. Das Mauerwerk des eigentlichen Turmes weist keinen Verputz mehr auf.
seit 1958: die Gotthardstrasse führt dicht am Schloss vorbei, dabei wird die strassenwärtige Ecke beschnitten.
2000: An der offenen Dorfgemeinde wird dem Kauf der Liegenschaft Schlösschen Rudenz mit grossem Mehr zugestimmt. Im Obergeschoss befinden sich Wohnungen und im Keller die Rudenzbar der AS Diavoli Rossi.
2005: Der neu gestalte Park wird eröffnet.

Beschrieb:
Der Turm bildet ein dem Quadrat von etwa 12,40 X 14,20 m. Im Erdgeschoss weist er eine grosse Mauerstärke von durchschnittlich 2,50/2,60 m auf. Der Turm erreicht in den vollgemauerten drei Geschossen eine Höhe von etwa 9,35 m.
Im Innern Fehlen alte Zwischenmauern. Offenbar waren die Einbauten ursprünglich alle aus Holz. Wendeltreppe der Mauerstärke eingebaut. Grosser Wohnraum im zweiten Obergeschoss. Spätklassizistischer Kachelofen, blaue Füllkacheln. Im dritten Obergeschoss grosser Salon mit Stukkaturen. Mobiliarensemble um 1840/50; Ritterrüstung, 19.Jhdt. Fahne eines Schweizerregiments in ausländischen Diensten mit durchgehendem weissen Kreuz auf blauem Grund. Aus den Kreuzwinkeln drei einzelne Flammen rot-weiss-rot. 18. Jhdt.



Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd II S. 104 ff.; Fotos: Rolf Gisler-Jauch, Altdorf (Aussenansicht, Rittersaal).


   


Ehemaliges Hotel Adler
Flüelen
 /
Das oberhalb der Sust liegende Haus wird wohl bereits 1371 genannt. Seine Lage in der Nähe zu Sust und Kapelle, der Name «Adler» (Evangelistenattribut) weisen auf ein hohes Alter der Wirtshausfunktion.

1547: das «an der Wöhren (Wehre = Schifflände) bey der Kapellen» gelegene Haus mit Garten gehört Melchior Keser; danach im Besitz von Azarius Ziegler;
um 1638-1651: im Besitz von Walthart Scherer;
ab 1640-1652: im Besitz von Hans Zebnet, der für sein Wirtshaus um Schild und Fenster nachsucht (Zeichen für Um- und Ausbau);
1647: der Name «Adler» ist überliefert;
um 1688: im Besitz von Hans Jacob Infanger;
vor 1750: Eigentümer ist Sebastian Heinrich Muheim;
1750: dessen Sohn Joh. Carl Hieronymus Muheim zinst ab der «Wirtschaft bey dem Adler»;
1802/03: im Besitz von Dorfvogt Muheim;
1821-1847: auf dem «Haus beim Adler» wirtet Joseph Heinrich Gisler;
1833: Erstellung einer Remise vor der Hauptfront;
1836: Erneuerungen im Haus, Bau eines neuen Dachstuhls;
1837: grössere Umbauten;
nach 1850: der «Adler» geht an Karl Franz Müller über.
1854: grosser Um- und Erweiterungsbau unter Sebastian Müller;
1900: Umgestaltung der Dachpartie.
1908: Abriss und grosser Neubau.

Beschrieb:
  1719 bis gegen 1800 war der Adler ein stattliches dreigeschossiges Steinhaus unter Satteldach mit dem Eingang im Erdgeschoss.

Literatur: Gasser Helmi; Kunstdenkmäler, Bd II, S. 128 f.


   


Gasthaus zum Sternen (Zollhaus)
Flüelen
Gasthäuser  / Dorfgaststätten und Hotels
Das Gebäude war einst das zur Sust gehörende Haus, in welchem der Beauftragte für die Beaufsichtigung und den Schutz der eingelagerten Güter Beauftragte wohnte. Wohl schon früh erhielt das Gebäude gleichzeitig eine Wirtshausfunktion. Möglicherweise handelt es sich um das grossdimensionierte Haus «Grosses Haus», das 1371 und 1374 genannten wird, an der Sust lag und zum Attinghausischen Erbe gehörte.
Die grosse Wirtschaft wurde des öftern verpachtet.

1610: Jakob Schilter ist in nachmittelalterlicher Zeit der erste bekannte Eigentümer des Hauses, das «einesteils an die Sust, sonst allenthalben an die Gasse und die Schifflände» stosse.
1706-1716: Hans Jacob Garbman zinsen;
ab 1717: Küfer Leontzi Schärer;
1731-1736: Xaver Püntener tritt als Eigentümer des «Hauses hinder der Sust» auf, hernach wieder Leontzi Schärer;
1767: Catharina Blaser ist Besitzerin;
um 1800: Besitzer ist Joachim Infanger, hernach dessen Erben.
1853: Landammann F. X. Z’Graggen erwirbt wohl das Haus.
1854: der Name «Sternen» taucht erstmals schriftlich auf. Möglicherweise hatte die Wirtschaft früher die Bezeichnung «Zollhaus» und wurde nach Abschaffung des Zolls umbenannt.
1872: Schiffsführer Jost Sigrist übernimmt die Führung der Wirtschaft.

Beschrieb:
Der alte Bau zeigte mit etwa 12 m breiter Giebelfront und gegen 15 m Gebäudetiefe ein beträchtliches Grundrissausmass. Über dem gemauerten Sockel Blockbau mit zwei Wohngeschossen. Die vordere Giebelfront war dem Sustplatz zugewendet. An der Trauffront der Hintergasse führte eine Freitreppe ins Haus. In zwei Räumen, wohl Stube und Stübli, waren Blockwände und Decken mit Malereien des 16. Jhdt. ausgeziert

Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler, Band II, S.129 ff. Foto: Der alte «Sternen», das Zollhaus bei der Sust, wurde 1900 abgerissen (Foto links: StAUR 110.05-BI-633) und auf dem bestehenden Mauersockel mit Flachdach und Türmchen neu aufgebaut (Foto: Michael Aschwanden, um 1901; StAUR 110.05-BI-634).


   


Gasthof zum Ochsen
Flüelen
Gasthäuser  / Dorfgaststätten und Hotels
HB 95
An der Gabelstelle der Hintergasse. Im Jahre 2016 durchgeführte Bauuntersuchungen ergaben, dass der Ursprungsbau aus dem Jahre 1327 stammt. Bis anhin wurde aufgrund der Akten angenommen, dass er im 16. Jahrhundert erbaut worden ist. Damit ist der «Ochsen» in seinem Kern das älteste Holzhaus in Uri.

1327: Errichtung als Holzhaus (Bauuntersuchung 2016);
1546: Erstmalige Erwähnung; damaliger Besitzer ist Claus Buggli.
1595: Erstmalige Nennung des Namens «Wirtschaft zum Oxen».
1608-1612: Besitzer ist Martin Lusser; ersucht um Schild und Fenster in seine neue Herberge; wohl keine vollständige Neuerstellung;
um 1630: Hans und Heinrich Megnet Eigentümer;
um 1650: Eigentümer Johann Carl Trösch;
1678-1688: Eigentümer Landammann Carl Franz Schmid.
um 1700: Eigentümer Johann Carl Imhof;
1727: dessen Schwiegersohn Johann Joachim Epp.
1760: Umwandlung in einen Patriziersitz.
1760: Erwerb des «Ochsen» durch den Kreuzwirt, Landvogt Franz Anton Maria Zwyssig und seine Gemahlin Margaritha Pfyffer von Altishofen, Umwandlung in einen Patriziersitz.
1809: weitere Erneuerungen, insbesondere an der Rückfassade und am Keller an der Hintergasse.
um 1880 Umgestaltung der Fassaden. Dabei wird auch die Freitreppe an der Hintergasse zum Vorderhaus geschlagen.

Beschrieb:
Ursprünglich verfügte das Anwesen über einen stattlichen Umschwung, zu dem das Areal des Pfarrhauses gehörte. Kellerräume an der Hinter- oder Ochsengasse; breiter, bis zum See reichender Geländestreifen jenseits der Landstrasse. Mit gegen 15 m Giebelbreite und 21 m Gebäudetiefe ist es ein Haus von ungewöhnlich grossen Grundrissdimensionen. Weitestgehend in Mauerwerk. Hauptfront und seewärtige Traufseite sind geprägt von der regelmässigen Befensterung von 1880. Das hohe Erdgeschoss diente als Rossstall.

Literatur: Gasser Helmi; Kunstdenkmäler, Bd II, S. 124 ff.


   


Kapelle St. Jörgen
Flüelen
Kapellen  / Filialkirche
1360: Erwähnung einer geweihten Kapelle in Flüelen.
1479: Glocke wird angeschafft.
1503: Dorfleute von Flüelen und Wohltäter stiften der «sant Jergen Cappell» eine «ewige Messe».
1520: Einweihung durch Melchior Fattlin, den Konstanzer Weihbischof zu Ehren Mariens mit drei Altären.
1596: Kauf einer weiteren Glocke; Bau eines bescheidenen Turmes.
1605: Flüeler müssen an Sonn- und gewissen Feiertagen nicht mehr nach Altdorf zur Messe.
1619: Das Land steuert 60 Gulden an den Kirchenbau bei.
1623: Errichtung der Magnusbruderschaft.
Nach 1664: Abriss der Kapelle.
Kirchweihe: Georg (23. April) Quellen, Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler, Bd. 2, S. 79 f.


   


Kreuz- oder Schutzengelkapelle
Flüelen
Kapellen  / Wegkapelle
Sie stand an der Landstrasse nach Altdorf, auf dem Areal des Kreuzrieds an der Abzweigung des ehemaligen Strässchen zur Ziegelhütte.

1735: Bezeichnung Kreuzried ist belegt; Kreuz, dann kleiner steinerner Bildstock; enthielt einen Gekreuzigten zwischen Maria und Johannes;
1863: zur bevorstehenden Eröffnung der Axenstrasse erhielt das Kapellchen eine Ölberggruppe.
1864: Neubau auf quadratischem Grundriss.
1958: beim Bau der Umfahrungsstrasse abgebrochen.

Literatur: Gasser Helmi; Kunstdenkmäler, Bd II, S. 103.


   


Pfarrkirche St. Georg und Nikolaus
Flüelen
Kirchen  / Pfarrkirche, katholisch
Baumeister: Maurermeister Anton Bu(r)tschert aus Feldkirch
Dachstuhl: Meister Hans Müller von Brunnen
Deckenmalereien: Joseph Ignaz Weiss (1758).

Im Zusammenhang mit den Bestrebungen zu Abkurung wurden auch Vorkehrungen für einen Neubau einer Pfarrkirche getroffen. Die Kirche grenzte mit ihrem kleinen Friedhofareal ursprünglich an den See. Die offizielle Benennung ist «St. Georg», die Bezeichnung «St. Georg und Nikolaus» tritt erst später auf.

1663: Die an neuem Standort errichtete Pfarrkirche ist «mit Taufstein, Tabernakel und Friedhof» bereits im Bau;
1664: Einweihung der neuen Kirche; für die Ausstattung wurde noch mehrere Jahre gearbeitet.
1670: Die Innenausstattung ist abgeschlossen.
1724: eine Orgel ist vorhanden.
1758: Innenrestaurierung.
1765: Erneuerung des Altars auf der Epistelseite, Umgestaltung zu einem St.-Josephs-Altar (bisher Martin).
1782: Renovierung des Kirchenäusseren und des Turms.
1783: Neuerrichtung des Marienaltars.
1785: neue Glocke.
1787: Anschaffung von Engelplastiken.
1799: schwere Beschädigungen an Gewölbe, Turm und Dach durch das Kanonenfeuer der Franzosen.
1806: Kauf einer weiteren Glocke.
1820: Neuanfertigung der Kirchenstühle und Ausbesserungen im Innern und am Äussern.
1821: der Glockenturm wird frisch verputzt, die Uhrtafeln erneuert und der Helm rot angestrichen.
1843: Renovation des Äusseren und des Turms.
1847/48: Innenrenovation.
1870: grosse Innenrenovation; vier neue Gemälden für die Seitenaltäre; die alte Josephsstatue vom Josephsaltar wird gänzlich entfernt und die Ankleidemuttergottes des Marienaltars nur noch an Marienfesttagen und Maiandachten aufgestellt; Neuausmalung der Fresken im Gewölbe (mit Ausnähme der Verkündigung am Chorbogen).

Die alte Pfarrkirche im Dorfkern wurde Ende des 19. Jahrhunderts für die wachsende Flüeler Bevölkerung zu klein. Nach der Eröffnung der Gotthardbahn im Jahre 1882 stand sie zudem vis-à-vis dem Bahnhof in lärmiger Umgebung. Die Lage des Friedhofs an der nahen Seelage war auch nicht ideal.

1897 neue Orgel (Friedrich Goll, Luzern).
1901: Beschluss zum Neubau einer Pfarrkirche.

Quellen, Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler, Bd. 2, S. 80 f.


   


Reichszollstätte
Flüelen
Öffentliche Gebäude  / Zollgebäude
Aus der Lage des Turms, seiner grossen Mauerstärke und der ihn einst umgebenden Gräben geht hervor, dass er als wehrhafte Anlage von einem hochadeligen Besitzer errichtet worden war, der somit die Gotthardstrasse kontrollieren konnte. Die ersten bekannten Besitzer der Burg sind Freiherr Johann von Attinghausen (+1358/59) und die Rudenz als dessen Erben, die Inhaber des Reichszolls von Flüelen. Der Name Rudenz ist dem Bau haften geblieben, vermutlich weil die Familie, im Gegensatz zu den Vorbesitzern, im Turm festen Wohnsitz hatte.

1369: älteste Erwähnung des Turms;
vor 1382: das Geschlecht von Rudenz erlischt.


   


Restaurant Linde (ehemals Italia)
Flüelen
Gasthäuser  / Dorfgaststätten und Hotels
HB 90

vor 1567: Das Haus gehört Heinrich Tribelhorn; von ihm erwirbt es der als Altdorfer Wirt (Gasthaus zum goldenen Kreuz) bekannte Hauptmann Hans Heinrich Erb, der wohl auch das Flüeler Haus als Wirtshaus (wohl «Wirtshaus zum Weissen Kreutz») führt;
1739: Franz Bugglin ist Eigentümer, verbleibt in Familienbesitz;
um 1863: unter Schreinermeister Joseph Ziegler spätklassizistische Umgestaltung, insbesondere der Fassade;
1932: Zufügung des Saals.

Beschrieb:
Das Haus ist im Kern ein über einem Steinsockel gewetteter, zur Strasse giebelständiger Holzbau, zumindest auf einer Seite mit Laube. An der Seitenfront ehemals Aussentreppe ins erste Obergeschoss, wo sich die alte Gaststube befand; Hinterhaus gemauert.

Literatur: Gasser Helmi; Kunstdenkmäler, Bd II, S. 133 f.


   


Spital
Flüelen
Spitäler  / Fremdenspital, Spittel
Das Spital für arme Durchreisende in Flüelen ging auf ein Vermächtnis von Landammann Peter a Pro (+ 1585) zurück. In der Folge erwarb man ein kleines Haus an der Schifflände, zwischen den Gasthöfen Adler und Weissem Kreuz, wohl ein bescheidenes Wirtshaus. Das Spital war schon im 17. Jhdt. wenig frequentiert.

1719: erstmals bildlich überliefert;
1811: Beschluss der Dorfgemeinde für Abbruch des Spitals;
1812: Abbruch des Spitals.

Beschrieb:
unansehnliches niedriges Blockhaus, die Giebelfront nicht gegen den See, sondern gegen das Gasthaus Adler gewendet. Zwei Wohngeschosse.

Literatur: Gasser Helmi; Kunstdenkmäler, Bd II, S. 116; Ausschnitt aus Fresko aus der Alten Tellskapelle (C.L. Püntener 1719)), das Spital befindet sich zwischen den Gasthäusern Adler und Weisses Kreuz..


   


Kapelle St. Karl
Hospental
 / Sakralgebäude, katholisch


   


Kapelle St. Nikolaus
Hospental
 / Sakralgebäude, katholisch


   


Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt
Hospental
Kirchen  / Pfarrkirche, katholisch
(Angaben folgen)

   


Kapelle Hl. Kreuz
Realp
Kapellen  / Filialkirche
1445: erste Erwähnung einer Kapelle;
1500: das Patronat Heiligkreuz wird anlässlich der Weihe nachgewiesen.
1591: Die Jahreszahl auf dem ehemaligen Schlussstein des Portals weist auf eine grundlegende Umgestaltung der Kapelle hin.
1621: Realp erhält einen eigenen Taufstein. In der spätgotischen Kapelle stehen drei Altäre.
1679: Renovation;
1744: die Seitenaltäre werden geweiht: Der rechte Seitenaltar zu Ehren des Josef und des Antonius von Padua, der linke zu Ehren der Jungfrau Maria und des Franziskus von Assisi. Im gleichen Jahr überlässt der Talrat den Realpern den alten St.-Antonius-Altar aus der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Andermatt.
1818 Glocke von Philipp Brandenberg.
1846: Die Altäre werden von Altarbauer Josef Maria Regli renoviert. In diesem Zusammenhang wird auch die Bemalung des Chorbogens aufgefrischt. Kurz nach dem Abschluss der Arbeiten stürzt das Gewölbe des Langhauses ein. Die renovierten Altäre blieben jedoch unversehrt.
1848: Die Kapelle übersteht den Dorfbrand vom 5. September unbeschadet.
1862: Die Empore im Chor wird abgebrochen und eine neue über dem Haupteingang, die «Oberkirche», errichtet. Die bisherige Orgel mit drei Registern erweist sich am neuen Standort als zu schwach. Es kann die alte Orgel aus Doppelschwand LU übernommen und durch den Orgelbauer Jakob Zimmermann aus Ebikon LU in Realp aufgerichtet werden. Er erweitert die fünf Register, um weitere zwei.
1881: Die Kapelle wird profaniert.

Beschrieb: Die Kapelle stand mit der Giebelseite zur Strasse mitten im Dorf zwischen den beiden Bauten des alten Pfrundhauses und des Pfarrhauses. An das gewölbte Langhaus war auf der Südseite ein dreiseitig geschlossenes Altarhaus angefügt. Das Dach war mit Schindeln gedeckt. Den Eingang auf der Nordseite bildete das 1591 datierte Spitzbogenportal, das heute mit einer Gedenktafel versehen am Schulhaus angebracht ist. Da Pfrund- und Pfarrhaus an die Kapelle gebaut waren, fehlten seitliche Fenster im Langhaus.Die Kapelle besass an der östlichen Chorschulter ein Türmchen mit Zifferblatt und Zwiebelhelm.

Literatur: Brunner Thomas, Kunstdenkmäler, Bd IV, S. 421 ff. Foto: StAUR Slg Bilddokumente 130.02-BI-9330 (P-165, Fotoarchiv Emil Goetz, Luzern).


   


Kapelle Josef
Realp
Kapellen  / Wegkapelle


   


Kapelle Maria in der Aegerten
Realp
 / Sakralgebäude, katholisch


   


Benediktinerinnenkloster St. Lazarus
Seedorf
Klöster  / Frauenkloster
Die alten, kleindimensionierten Bauten, die auch in ihrer räumlichen Organisation grosse Nachteile aufwiesen, vermochten dem angewachsenen Konvent nicht mehr zu genügen. Nach dem Amtsantritt von Äbtissin Caecilia Ursula Püntener, im Juni 1681, reifte der Entschluss zu einem Neubau, der wohl gefördert wurde vom neuen Visitator, dem baufreudigen Einsiedler Dekan Christoph von Schönau. Für die Ausführung des Vorhabens wurde von der Äbtissin und dem Konvent sowie von den verordneten Beiständen des Landes Uri als Bauherr Johann Jacob Scolar, damals Pfarrhelfer und Loreto-Kaplan in Bürglen, beigezogen, der seit 1682 mit grossem Erfolg als «Bauherr» die Pfarrkirche von Bürglen neuerbaute. Begonnen wurde mit dem neuen Ostflügelmit den beiden Eckbauten, der Ende 1684 im Rohbau fertiggestellt ist. Nach der Fertigstellung des Nordflügels konnte wegen völliger Erschöpfung der Geldmittel der Klosterneubau nicht weitergeführt werden. Die 1700 zur Äbtissin gewählte Maria Anna Eberlin liess 1701 eine neue Brunnenleite ins Kloster führen und im selben Jahr den Garten ergraben und einmauern. 1707 starb der Bauherr des Klosterneubaus Johann Jakob Scolar. In den beiden folgenden Jahren hielt sich Bruder Caspar Moosbrugger in Seedorf auf. 1712 Tausch des alten Kaplanenhauses gegen die näher gelegene Liegenschaft Mätteli. 1716 Verordnung von Nuntius Caracciolo, die Gebäulichkeit zur Einführung der vollkommenen Klausur entsprechend einzurichten. 1721, rund vierzig Jahre nach dem Beginn des Klosterneubaus wurde mit dem Bau des Westflügels seine Vollendung durch Äbtissin Maria Anna Eberlin in Angriff genommen. Als Bauherr trat Bruder Caspar Moosbrugger auf.

In den Jahren 1721 und 1722 erfolgte der Bau des Westflügels gemäss Plänen von Bruder Caspar Moosbrugger. Der Rohbau war im November 1721, die Arbeiten an der Innenausstattung dauerten bis 1724. Ein Jahr später wurde ein steinerner Brunnen aufgerichtet. 1735 Einrichtung einer Apotheke. 1768 Erneuerung des Brunnens und Brunnenstocks im Höflein, zu dem auch ein neues Standdach gegraben wurde. 1798/99, in der Franzosenzeit, wurde der Westflügel (Gasthaus) durch wechselnde militärische Besetzungen in Mitleidenschaft gezogen. Um 1850 Renovation der Zellen, 1855 Gestaltung des Innenhofs. Unter Äbtissin Gertrudis Käslin 1947 Eröffnung einer hauswirtschaftlichen Fortbildungsschule, Einrichtung der entsprechenden Lokalitäten (Nordflügel). Etappenweise Restaurierung der Klostergebäude unter Beteiligung von Bund und Kanton. Aussenrestaurierung 1958-1960; 1979/80 Instandstellung der West- und Nordfassaden (Aussenseite), 1979-1982 Restaurierung des Gästesaals im Westflügel und der Treppenhäuser. 1983 Abbruch des alten Ökonomietrakts, an dessen Stelle Neubau des Schultrakts. Im Jahr 2008 erfolgte eine umfassende Aussenrenovation im Hinblick auf das nachfolgende Jubiläumsjahr „ 450 Jahre Benediktinerinnenkloster Seedorf“.

Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Seegemeinden Bd II S. 200 ff.


   


Kapelle St. Idda I
Seedorf
Kapellen  / Filialkirche
Bauen war eine Filiale von Seedorf. Eine Kapelle wurde 1360 erstmals genannt. Sie soll von Anbeginn neben Maria auch Idda als Patronin gehabt haben. Die Kapelle stand dicht am See, unweit des linksseitigen Mündungsbereichs des Bauerbachs, zwischen dem alten Schützenhaus und dem heutigen Pfarrhaus. Da sie nicht an der alten Landstrasse stand, sondern zuäusserst im Stad, dürfte sie ursprünglich ein Seeheiligtum dargestellt haben, vermutlich unmittelbar neben dem Ländeplatz. Der Ort war jedoch eine viel aufgesuchte Gnadenstätte. Die Kapelle war sehr klein, besass jedoch bereits einen geweihten Altar und eine Glocke. Um 1585 wurde die Kapelle vom Bauerbach zerstört.
Literatur: Helmi Gasser, Kunstdenkmäler, Band II, S. 324.


   


Kapelle St. Idda II
Seedorf
Kapellen  / Filialkirche
An derselben Stelle wurde die zerstörte Kapelle in grösseren Ausmasse neu erbaut. Maurermeister Bernhart Gielmasch aus Bignasco im Valle Maggia mauerte sie kostenlos auf und erhielt dafür das Landrecht. 1587 stellte Uri das Gesuch an die katholischen Stände um Scheiben in die neue Kapelle Bauen (Zug, Freiburg und Obwalden). Um 1635 wurde die Kapelle erneut vom Bauerbach mitgerissen.
Literatur: Helmi Gasser, Kunstdenkmäler, Band II, S. 324.


   


Kapelle St. Idda III
Seedorf
Kapellen  / Filialkirche
Die dritte Kapelle wurde nun an einem sichereren Ort, jedoch wiederum dicht am Ufer-Bereich neu aufgebaut und mit drei Altären und Gemälden ausgestattet. 1696 (Kaplaneistiftung) schenkte das Kloster Fischingen, damals unter dem Urner Abt Franz Troger den nun notwendigen Tabernakel. 1749 erhielt der Kirchensprengel die Erlaubnis zur Aufrichtung eines Kreuzwegs und Anfertigung von Kreuzwegstationen. Nach der Erlangung der kirchlichen Selbständigkeit (1802) vermochte die bisherige, bescheidene Kapelle nicht mehr zu genügen und wurde 1812 abgebrochen.
Die dritte Kapelle besass im Chorbereich einen bescheidenen Turm sowie eine Sakristei. Sie hatte drei Altäre, der 1759 barockisierte Choraltar war, wohl in Anlehnung an das Iddagrab in Fischingen, mit einer Iddastatue mit ruhendem Hirsch ausgestattet. Die Kapelle besass eine grosse und eine kleine Glocke. Anlässlich der Restaurierung im Jahre 1985 wurden ihre Fundamente freigelegt.
Literatur: Helmi Gasser, Kunstdenkmäler, Band II, S. 324.


   


Kloster St. Lazarus
Seedorf
Klöster  / Frauenkloster
Die erste Klosteranlage des Benediktinerinnenklosters St. Lazarus bestand aus vier Gebäuden des ehemaligen Lazariterklosters: Kirche (1), Glockenturm (3), Nordflügel mit Kapitel, Abtei, Portenstube (3) sowie dem Westflügel mit Refektorium, Küche, Dormitorium der Kosttöchter (4). Dieser wurde 1618 das neu erbaute Zellenhaus angefügt. Die Konventbauten bestanden in rechtwinkliger Zuordnung aus einem West- und einem Nordflügel; gegen Osten war das Geviert bloss mit einer hohen Mauer geschlossen. Zwischen dieser und dem Kirchenchor stand ein Tor. Ein Kreuzgang fehlte. In den beiden Klosterflügeln befanden sich die bewohnten Räume in den Obergeschossen. Mit Ausnahme der neben der Kircheneingangsfront gelegenen «Portenstube» und Redzimmer dienten die Erdgeschossräumlichkeiten ökonomischen Zwecken. Im ersten Obergeschoss des Nordtrakts (ehemals unteres Lazariterhaus) lagen gegen die Strasse die Konventstube sowie ein langer Gang und rückseits die Küche. Auch im Konventbau hingen viele religiöse Gemälde. Der Westflügel setzte sich aus dem ehemaligen Lazariterspital zusammen, mit Pforte, Kapitelsaal, Äbtissinnen- und Gaststube und dem wohl zweistöckigen Zellenhaus von 1618.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Seegemeinden Bd II S. 190 f.


   


Klosterkirche Benediktinerinnen
Seedorf
Kapellen  / Klosterkapelle
Da 1687 die finanziellen Mittel des Klosters Seedorf erschöpft waren, war an eine Fortführung des Klosterneubaus und an einen Ersatz des viel zu klein gewordenen baufälligen Kirchleins nicht zu denken. Offensichtlich durch die Vermittlung von Johann Jakob Scolar erklärte sich der Pfarrhelfer von Beckenried, Kaspar Barmettler, bereit, mit dem zeit seines Lebens ersparten Geld, in Seedorf eine neue Klosterkirche ganz auf seine Kosten zu bauen.
Der Kirchenbau war in erster Linie die Angelegenheit des Stifters Barmettler. Die Rolle des Auftraggebers bei Handwerkerverträgen und Materialeinkauf übte er selber aus. Zahlreiche Baubesprechungen fanden bei ihm in Beckenried statt. Entscheide traf er stets in enger Zusammenarbeit mit Johann Jakob Scolar. Dieser widmete sich der Bauaufgabe in aussergewöhnlichem Massse, wegen der «Architektur» weilte er mindestens zwei Tage pro Woche, manchmal sogar länger, in Seedorf. Seine Bemühungen leistete er unentgeltlich. Als «Baumeisterin» stand Schwester Maria Anna Eberlin zur Seite. Ein Teil der Schwestern half am Kirchenbau aktiv mit. Sie führten Materialien, die mit dem Schiff nach Seedorf kamen, mit Pferden ins Kloster. Der Kirchenbau ging rasch voran.
1696 ist der Rohbau fertig erstellt. 1697 Anbringung der Deckenmalereien. Im März 1698 waren die Bauarbeiten abgeschlossen. Danach dürften die Altäre erstellt worden sein, den Hochaltar stiftete Bauherr Johann Jakob Scolar unter Wiederverwendung des Lazarusgemäldes des Vorgängers. Am 31. Oktober 1700 erfolgt die feierliche Einweihung der Klosterkirche. 1703 Lieferung der neuen Orgel, laut dem abgeänderten Vertrag eine völlig neue Orgel von 10 Registern für 500 Gulden und das Zinn der alten Orgel. Sie wies den für Josef Bossard charakteristisch markanten Mittelturm auf.

1733/34 Erstellen der beiden Altäre auf der Chorgalerie. 1737 Aufrichtung der Kreuzwegstationen; 1745 Privilegierung des Hochaltars als Benediktaltar; Erdbeben von 1774 und Franzoseneinfall (1799) zogen die Kirche in Mitleidenschaft; Die hohe Verschuldung des Klosters erlaubte Instandsetzungsmassnahmen lange Zeit nicht. 1854 Restauration. Instandstellung der Deckenmalereien durch Franz Bertle, zum Teil nach Entwürfen von Deschwanden. Als unbefriedigend erachtete man auch die Altäre. Verkauf der Nebenaltäre Gönner, Erstellen von neuen Altären sowie des Tabernakels durch Franz Bertle. 1881 neue Orgel. 1901 neue Glocke (Firma Rüetschi, Aarau). 1909/11 Innenrenovation zur Zweihundertjahrfeier der Herz-Jesu-Bruderschaft. 1918 Anschaffung einer neuen Glocke anstelle der alten, gesprungenen von 1618; 1931 Anschaffung einer weiteren Glocke (Firma Rüetschi, Aarau). 1964/66 Gesamtrestaurierung, Vergrösserung der Nonnenempore. Entfernen der Seitenaltäre, Neufassen der Galeriealtäre.

Die annähernd von Nord nach Süd ausgerichtete Kirche mit einer ursprünglichen Gesamtlänge von 31,5 m hat einen kreuzförmigen Grundriss. Sie setzt sich zusammen aus einem Langhaus und einem Sanktuarium. Die äussere Gestalt zeigt sich in querschiffartigen Kreuzarmen, Kuppel und Doppeltürmchen.
Das Kirchenschiff ist 18 m lang, rund 11 m breit und 11 m hoch. Die Raumorganisation wird geprägt durch die funktionell bedingte Zweigeschossigkeit: unten die Laien, oben die Nonnen. Die Nonnenempore - eine Fortführung der Seedorfer Tradition - nimmt die letzten 1 1/2 Joche des Langhauses ein, hierin auch eine vertikale Raumunterteilung herstellend. Von der Empore führen schmale Verbindungsgänge durch die Wandpfeilerzone zum Chorbereich. Die architektonische Struktur wird hervorgehoben und ausgeschmückt durch Stukkaturen und Deckengemälde.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Seegemeinden Bd II S. 207 ff.


   


Klosterkirche Benediktinerinnen
Seedorf
Kapellen  / Klosterkapelle
Die Benediktinerinnen übernahmen 1559 das alte «Kirchlein» der Lazariter. Wegen gänzlich fehlender Mittel wurden zunächst nur die notwendigsten Säuberungs- und Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Der Altar war bereits damals den «drei Heiligen Geschwistern Lazarus, Maria Magdalena und Martha» geweiht. Insbesondere der Einsiedler Visitator Pater Andreas Zwyer bemühte sich um eine Verbesserung der Ausstattung. Jakob Arnold, päpstlicher Gardehauptmann in Bologna und Bruder der ersten Urner Äbtissin, Katharina Arnold, liess bei Dionys Calvaert das Hochaltarbild, die Auferweckung des Lazarus, bestellen und schenkte dieses dem Kloster. Schenkungen anderer Urner Notabeln folgten. Aus neuen und alten Ausstattungsgegenständen wurde die Kirche neu hergerichtet und 1599 neu eingeweiht.
Nach 1600 erfolgten recht zahlreiche Messestiftungen und Schenkungen von Kirchenzubehör. 1609 und 1618 Anschaffungen von Glocken. 1626 Einführung der Rosenkranzbruderschaft. 1636 Aufstockung des Turms. Anstelle des Helms erhält dieser eine Kuppel. 1640 erhielt das Kloster eine verrostete Kirchenuhr geschenkt, die wiederhergerichtet und dem Turm eingefügt wurde. 1655 Erwerb einer Orgel. 1665 Translation der Katakombenheiligen Constantia. Mit der Zeit wurde das Kirchlein und auch die Nonnenempore zu klein und baufällig. 1695 brach man das Kirchlein im Rahmen des Neubaus der Klosteranlage ab, ein Jahr später erfolgte der Abbruch des Turms.
Der Bau war mit einer großen Tür und zwei kleineren versehen. Im westlichen Bereich befanden sich hochgelegene Fenster der Empore. Dort stand auch, nicht im Verband mit dem Kirchlein, ein niedriger Turm mit Haube. Der Chor hatte eine Tiefe von bloss wenigen Schritten und war vom Schiff durch ein hölzernes Gatter getrennt. Der mit drei Tritten ausgestattete grosse Hochaltar trug den Tabernakel. Dahinter befand sich in schön gefasstem Rahmen das große Bild der Auferweckung des Lazarus. Ihm zur Seite befanden sich zwei vergoldete Engel. Auf der Mensa standen zudem zwei Schemelchen, die man mit Tüchern bedeckte. An Festtagen verzierte man sie mit Rosenkränzen. Darauf stellte man zwei kleine Heiligenstatuen, eine Maria mit dem Kind auf dem Arm und eine Maria Magdalena mit einer hölzernen Büchse in der Hand. Zu Seiten des Hochaltars hingen je zwei Ölgemälde: St. Anna und St. Sebastian, Christus erscheint Magdalena als Gärtner, die Hl. Familie mit dem «Jesuskind auf dem Schäfli» und dem kleinen Johannes. An der linken Seitenmauer des Chors hingen zwei weitere Ölgemälde von gleicher Grösse: Unsere Liebe Frau, das Kindlein stillend, Unsere Liebe Frau mit dem weiss gekleideten Kindlein auf dem Schoss. An der andern Seitenwand befand sich das alte Sakramentshäuslein. Der Chor besass eine dekorative Ausmalung. Vor dem Altar standen drei Kistchen mit den Gebeinen der Lazariter. Im Schiff schmückte den rechtsseitigen Marienaltar das mit Vergoldung eingefasste Bild Maria in den Cherubinen. Auf dem Altar stand eine grosse, geschnittene Marienstatue. Der linksseitige Ursulaaltar zeigte ein ebenfalls mit Vergoldung eingefasstes Gemälde seiner Patronin. Auf dem Altar stand eine Statue der Grossmutter Anna. Die Antependien bestanden zumeist bloss aus kostbarem Stoff, nur vereinzelt mit Verzierungen.
In der Kirche hing sodann ein grosses Kreuz und ein kleines aus Ebenholz mit einem silbernen Christus sowie ein kupferner Weihwasserkessel. Die Wände des Kirchenschiffs enthielten möglicherweise einen Freskenzyklus aus dem Leben der drei hl. Geschwister. Die vom Kirchenschiff durch eine Treppe zugängliche Nonnenempore war verschliessbar. Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Seegemeinden Bd II S. 186 f.


   


Pfleghaus
Seedorf
Wohnhaus / Geschäftshaus  / Wohnhaus xxxxxxxxxx
Spätestens 1748 erbaut als Wohnhaus. Im 19. Jahrhundert Umgestaltungen. 1886 neuer Dachstuhl. Um 1890 Pfleghaus. Weitere Reparaturen 1891 und 1897; Verrandeter Holzbau auf Steinsockel, traufständig an Strasse.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd II S. 266.


   


Turmruine von Seedorf
Seedorf
Burganlage, Wohnturm  / Burgruine


   


Beinhaus Seelisberg
Seelisberg
Kapellen  / Beinhaus, Friedhofkapelle
Ein Beinhaus hat in Seelisberg in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts schon bestanden. 1913 anlässlich der Friedhoferweiterung wurde das Beinhaus abgebrochen.
Literatur Gasser Helmi, Die Seegemeinden, KDM II, S. 375 ff.


   


Naturdenkmal Rütli
Seelisberg
Gedenkstätte, Denkmal  / Gedenkstätten
Das Weisse Buch von Sarnen (um 1470/72 geschrieben) erwähnt am frühesten das «Rudli» als Ort der heimlichen Zusammenkunft der Verbündeten im Weissen Buch von Samen. In den nachfolgenden Schweizer Chroniken und Vierwaldstättersee-Beschreibungen ist es kontinuierlich als Stätte des Bundesschwurs überliefert. In späteren Jahrhunderten fand auf der Rütliwiese vereinzelt die Urschweizer Landsgemeinde statt.
Das Rütli war schon um 1300 ein landwirtschaftlich bebautes Gut, das vom Kirchendorf her erschlossen war. Die Liegenschaft besass zudem eine kleine Hafenanlage.
Im frühen 18. Jahrhundert wohnte mindestens ein Eremit auf dem Rütli. Die Landsgemeinde lehnte es jedoch 1704 einen Kapellenbau auf dem Rütli ab.
Der Schwurplatz auf einer kleinen Geländeterrasse blieb zunächst unverändert, die drei Quellen wurden in Tränktröge geleitet. Um 1810 wurde über ihnen einen Waschgaden errichtet. In der Mitte des 19. Jahrhunderts begann der damalige Besitzer Pläne für einen Hotelbau umzusetzen. Die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG) kaufte die Liegenschaft und übergab sie der Eidgenossenschaft zu unveräusserlichem Eigentum. Die Verwaltung verblieb bei der SGG. Diese errichtete eine Rütlikommission, die seither den Auftrag hat, das Rütli als Naturdenkmal im ursprünglichen Zustand zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Danach wurden lnstandstellungsmassnahmen vorgenommen. Da der dunkle Waldsaum durch Holzschlag stark gelichtet war, wurde ein Aufforstungsplan erstellt. Insgesamt wurden 3‘021 Waldbäume und auf den Wiesen 77 Obstbäume gesetzt, an felsigen Stellen zahlreiche Gebüsche. Da bis anhin bloss ein Weg von der Ländestelle steil zum Schwurplatz führte, wurden die Wege neu gestaltet: Weg von der Schifflände zum Schwurplatz, von dort ein Rundgang um das Gelände, mit platzhafter Raststätte bei der grossen Wiese (Rütliwiese). Die drei Quellen wurden als naturhafte Grotte gestaltet. 1872/73 Anlegung eines Fußwegs vom Sonnenberg auf das Rütli.
Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd II S. S. 417 ff.


   


Schlösschen Beroldingen
Seelisberg
Burganlage, Wohnturm  / Burg, Schloss
Der «Ingen»-Name deutet auf alemannischen Ursprung. Ob im Mittelalter bereits ein Steinhaus bestand, scheint fraglich. Erstmals erwähnt wird «hus und hofstatt zu Beroldingen» um 1500. Josue von Beroldingen fügte dem Stammhaus der Familie 1545 eine Kapelle an. Josues Sohn Sebastian machte das «alte Stammhaus» mit seinen Gütern testamentarisch zum Fideikommiss. Der Ertrag sollte jeweils dem jüngsten, im Land wohnenden Sohn der Familie zufallen. 1599 liess er vor dem «Haus» einen Stockbrunnen errichten. Bis ins späte 18. Jahrhundert hatten hier stets Mitglieder der Familie festen, mit Güterbewirtschaftung verbundenen Wohnsitz. Bereits seit der Gründung des Fideikommisses kam den Bewohnern die Auflage zu, dem Pfründenkaplan bei Anwesenheit Wohnung und Verpflegung zur Verfügung zu stellen.
1671 stürzte der Turm zu einem grossen Teil ein und war nicht mehr bewohnbar. 1702 ergaben sich durch Sturmwind wiederum grosse Schäden. 1787 neuer Dachstuhl. Instandsetzungen 1829/30 belegt. 1910 Renovation unter Architekt P. Siegwart. Ausgestaltung der Kaplanenstube im zweiten Obergeschoss. Der Fideikommiss wurde bis 1966 durch die Familie Schmid von Uri verwaltet, seither durch den Kanton Uri.



Literatur: Gasser Helmi, KDM II, S. 410; Fotos: Rolf Gisler-Jauch, Altdorf; Aschwanden Michael, Flüelen, um 1910 (StAUR Slg Bilddokumente 104.03-BI-36992).


   


Schlosskapelle Beroldingen
Seelisberg
Kapellen  / Hauskapelle
Das Messstiftungsvermächtnis Andreas von Beroldingens konnte dessen Sohn Josue trotz grosser Bemühungen nicht verwirklichen. Dies veranlasste ihn, mit jenem Vermächtnis und grosser eigener Mittel, am alten Stammsitz in Beroldingen im Jahr 1545 eine Kapelle zu erbauen. 1546 wurde die Kapelle durch den Konstanzer Bischof Johannes V. von Wetza geweiht zu Ehren von Christi Auferstehung und der Hl. Thomas und Laurentius. Die Kirchweihe wurde auf den Sonntag vor St. Michael festgesetzt. Die Kapelle erhält mehrere Ablassbriefe.
Um der kirchlichen Stiftung dauernde Bedeutung zu verleihen, wollte Josue sie mit einer Kaplaneipfründe versehen. Um 1548/49 holte er das Einverständnis des designierten Bischofs von Konstanz, Christoph Mezler von Feldkirch, ein. Er stellte auch ein beträchtliches Vermögen zur Verfügung und machte zudem für die Kapelle eine Ewig-Licht-Stiftung. 1561 wurde die Pfründe erstmals vergeben. 1583 erfolgte eine erste Kapelleninstandsetzung.
Beim Einsturz des Turmes von 1671 wurde auch die Kapelle beschädigt. 1681 Renovation. 1716 Anbringen eines Chorgitters anbringen. 1767 Anbringung der Herrschaftsempore.
Seit 1772 wurde jeweils ein Kreuzgang von Seelisberg nach Beroldingen abgehalten. 1799 Verwüstung und Plünderung des Kapellenschatzes durch die Franzosen. 1827 Ziegeldeckung. 1829 Renovation. 1911/12 Renovation durch Archichtekt Paul Siegwart, 1962 durch Architekt. 1962 Restaurierung durch Architekt H. Steiner. Letzter Kaplan der Beroldingerpfründe war der Urner Staatsarchivar Josef Wymann.
Der langrechteckige geostete Bau ist der Südseite des Schlösschens angebaut, steht jedoch mit diesem nicht in Mauerverband. Der Mauerkörper hat eine Pultdachabdeckung mit Viereckdachreiter und Spitzhelm entsteigt. Der kleine Saal wird durch Zungenmauern mit bescheidener Triumphbogenöffnung vom quadratischen Chor geschieden. Im Eingangsbereich Rokoko-Empore mit Verbindung zu den Wohnräumen. An der Decke des Schiffs Rokoko-Stukkaturen von ländlichem Reiz (gegen 1770).
Der Flügelaltar von 1618 zeigt Maria zwischen Katharina und Barbara, auf den Flügeln Petrus und Paulus sowie im Altaraufsatz die Auferstehung Christi.



Literatur: Gasser Helmi, KDM II, S. 410; Fotos: Rolf Gisler-Jauch, Altdorf; Aschwanden Michael, Flüelen, um 1910 (StAUR Slg Bilddokumente 104.03-BI-36993).


   


Wallfahrtskapelle Maria Sonnenberg
Seelisberg
Kapellen  / Wallfahrtskapelle
Ab 1626 tritt der Name «Capell im Wald», teils mit Zusatz «bin unser lieben frouwen» auf. Die Bezeichnung «Sonnenberg» scheint auf Pfarrer J. Huwyler, den Neuerbauer der Kapelle, zurückzugehen, wohl entstanden aus der Analogie Söwlisberg-Solisberg und weil die Kapelle am Ansatz jenes Teils von Seelisberg steht, der als «sonnenhalb» gilt. Die Benennung «Kapell im Wald» hat sich jedoch bis nach 1700 gehalten.

Im 16. Jahrhundert entdeckte ein Ziegen hütender Knabe im Wald ein Marienbild. Es wurde zunächst in einen Bildstock gestellt, hernach errichtete man ihm eine Kapelle. Die «Kapelle im Wald» gehört somit zu jenem verbreiteten Typus von Marienheiligtümern, die ihren Ursprung in einem an einem Baum im Wald gefundenen Bilde haben. Bereits in der ersten Hälfte des 17. Jh. stand der Wallfahrtsort bei Gemeinde und Land in hohem Ansehen. Einen bedeutenden Grundstein für die auf die Marienfesttage ausgerichtete weitere Entfaltung der Wallfahrtsstätte legte um 1667 Johann Ziegler, Bauherr der dritten Kapelle, der auf die vier Hauptfeste Heimsuchung, Himmelfahrt, Geburt und Opferung je eine Jahrzeitmesse stiftete. Jungfrau Barbara Zwyssig vermachte ihr Wohnhaus sowie auch Geld und Hausrat, womit nun ein Sigristenhaus zur Verfügung stand. Seit 1782 war dem Seelisberger Pfarrhelfer die Betreuung der Kapelle überbunden.

Die erste Kapelle war aus Holz. Der Neubau einer zweiten, gemauerten Kapelle erfolgte um 1588/89 durch Hans Schwanett. Die Einweihung erfolgt im Jahre 1589. 1596 bekam die Kapelle eine kleine Glocke.

1697 erhielt die Kapelle ein Chorgitter. Die Kapelle hatte nur ein kleines Glöcklein. 1739/40 erfolgte, gleichzeitig wie in der Pfarrkirche, eine grössere Instandsetzung, die vor allem das Innere betraf. Im Zusammenhang mit dieser Renovation wurden zahlreiche Vergabungen zugunsten der Kapelle gemacht, wahrscheinlich hat man zu dieser Zeit auch eine zweite, grössere Glocke angeschafft.
Wohl wegen der zunehmenden Besucherzahlen wurde 1745 ein Vorschopf angebaut. 1746 wurde das Vorzeichen angemalt und dessen «Dachgewölbe» erstellt.
1820 erfolgte, wiederum gleichzeitig mit der Pfarrkirche, eine weitere Renovation. 1864 fand eine Innenneugestaltung statt. 1866 wurde die Kapelle mit Ziegeln gedeckt. 1891 Renovation des Kapellenturms.
1907 Aussenrenovation, die gemalten Fenstereinfassungen wurden wieder neuangebracht. 1915 Inneninstandstellung, veranlasst insbesondere durch den Zustand der Deschwanden-Wandmalereien, die wegen der schlechten Unterlage im Original nicht mehr zu retten waren. Auf neuer Verputzgrundlage wurden sie neu in Freskomalerei von Kunstmaler Joseph Heimgartner als Kopien wieder angebracht. Heimgartner restaurierte auch die Verkündigung Deschwandens am Chorbogen und die Deckengemälde, zudem malte er neue Stationentafeln.

Die Kapelle liegt über der zum Rütli steil abfallenden Fluh, am alten Verbindungsweg Kirchendorf-Seelibereich. Dieser zog an ihrer westlichen, mit drei Linden bestandenen Eingangsseite vorbei. Seitdem die neue Strasse Sonnenberg-Seelisberg (1872) unterhalb ihres Chors durchführt und grosse Hotelbauten sich erheben, hat die Kapelle ihre einst bestimmende Stellung verloren.
Die geostete Kapelle besteht aus einem langrechteckigen Saal und einem eingezogenen, dreiseits schliessenden Chor. Die etwa 14 m lange und 7 m breite Kapelle hat im Westen, wie bei Wallfahrtsstätten üblich, ein ansehnliches Vorzeichen.
Über Langhaus und Chor durchgehender First, über Chor viereckiger Dachreiter mit Spitzhelm. Gestreckt hochrechteckige Fenster. Über der Eingangstür mit befindet sich eine Barockkartusche mit der Inschrift: «Ich werd genandt der Sonnenberg / ein reicher Thron der Gnaden / Dem armen Sünder eine Herberg / Die Schlang hier nichts kann schaden».
Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler II, S. 386 ff.


   


Erste Tellskapelle am See
Sisikon
Kapellen  / Tellskapelle
Eine Kapelle soll 1388 erbaut worden sein. Die erste bekannte bildliche Darstellung der Tellskapelle enthält ein aus Luzern stammendes, um 1523 entstandenes Relief der Tellsgeschichte. Bedeutsam für die Kapelle wurde die Gründung der «Bruderschaft der Hoch Heylligsten Dreyfaltigkeit zue der Tällen Blatten genambt» im Jahre 1561, die zu einer Art Trägerschaft der Kapelle wurde. Sie beging von diesem Zeitpunkt an in der Kapelle ein Ewiges Jahrzeit, jeweils am Freitag nach der Auffahrt . Das Jahrzeit bestand aus drei gesungenen Ämtern, das erste zu Ehren der Dreifaltigkeit, das zweite zu Ehren Mariens, das letzte als «Sellen Ambt zum Trost und gedächtnuss Willhelm Tellen von Ury, Stauffachers von Schweytz undt Aerni aus dem Melch Thaal von Underwalden", als «ersten Anfängern» der Eidgenossenschaft, sowie aller, welche um des Vaterlands Willen gestorben sind, sowie aller altgläubigen wegen ihres Glaubens umgekommenen Katholiken. Die hohe Eintrittsgebühr von einer Goldkrone sollte für die Auslagen dieses Jahrzeits, jedoch auch zum Erhalt der Kapelle dienen. Die Kapelle wurde zu einer kirchlichen Gedenkstätte für die Ursprünge der Eidgenossenschaft erhoben. Auf der ältesten Darstellung wird die Kapelle (beim Tellssprung) als geosteter, die westliche Eingangsseite dem See zugekehrter, rechteckiger Bau mit Satteldach wiedergegeben.
Literatur: Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd II S. S. 26 f.


   


Zweite Tellskapelle am See
Sisikon
Kapellen  / Tellskapelle
Im Zusammenhang mit den von der Bruderschaft für bauliche Zwecke geäufneten Mitteln wurde 1589 /90 die Tellskapelle erneuert, erweitert oder neugebaut. Die erweiterte oder neu errichtete Kapelle erhielt jene charakteristische, gegen den See in zwei Arkaden sich öffnende Gestalt mit Walmhut. Spätestens damals wurde erstmals ein Gemäldezyklus der Befreiungsgeschichte angebracht. 1601 erlitt die Kapelle Beschädigungen durch ein Erdbeben. Spätestens seit dem 17. Jahrhundert wurde der Kapellenunterhalt vom Land Uri getragen. Im beginnenden 18. Jahrhundert waren die Wandmalereien der Befreiungsgeschichte von Wind und Wetter gänzlich verblichen. 1719 wurden die Wandmalereien durch Kunstmaler Carl Leonz Püntener erneuert.
1842 Ausbesserungsarbeiten. Der einsame, den Witterungseinflüssen ausgesetzte Standort des Monuments führte zu einer fortschreitenden Verwahrlosung der Kapelle. 1850/51 erfolgten erste Anregungen zur Renovation der Tellskapelle. Nach der Eröffnung der Axenstrasse (1865), welche die Kapelle nun auch von der Landseite her erschloss, stellte sich die Frage einer Restaurierung immer dringlicher.
Seit 1867 Dampfschiffhalt. 1868-1870 Besprechungen, Gutachten, Entwürfe zur Neuausmalung. Expertisen schlagen den Neubau vor. 1872 beschliesst der Landrat den Neubau. Wegen Streitigkeiten um das Wegrecht muss das Bauprojekt verschoben werden. 1876 fordert der Schweizerische Kunstverein einen Neubau der Tellskapelle. Unmittelbar nach der Ablösung des Freskenzyklus im Frühjahr 1879 wird die zweite Tellskapelle abgebrochen.
Die um 1589/90 wohl von Bernhard Gielmasch erweiterte oder neu errichtete Kapelle überdeckte in ihrem Grundriss das Naturdenkmal, die aus dem felsigen Steilabfall sich zungenhaft in den See schiebende Steinplatte, bereits vollumfänglich. Die Kapelle war für Besucher vom See her zugänglich. Das Türmchen sass nicht in Dachmitte. Die Rückwand war direkt in den Felsen hineingemauert, wie auch kleinere Partien der Seitenwände. Die 9,97 m breite und 5 ,83 m tiefe Kapelle war geostet mit der rückwärtigen Breitseite als Altarwand. Die seewärtige Breitseite öffnete sich in zwei Arkaden.


   


Beinhaus Spiringen
Spiringen
Kapellen  / Beinhaus, Friedhofkapelle
Ein Beinhaus ist erstmals in einer Notiz des 16.Jahrhunderts belegt. Um 1640 entstand ein Neubau, der 1642 von Weihbischof Johann Prassberg konsekriert wurde. Die Kapelle wurde unmittelbar südöstlich der Pfarrkirche errichtet. Das Beinhaus wurde gleichzeitig mit der Kirche 1950 abgebrochen, der wohl von Lukas Regli stammende Barockaltar von 1766 wurde in die neue Taufkapelle versetzt. Die ehemalige Totenglocke hängte man in den Dachreiter der Taufkapelle. 1990 baute Architekt Erwin Scheiber eine moderne Totenkapelle im Nordosten der Kirche.
Literatur: Sauter Marion, Schächental und unteres Reusstal, KDM III, S. 191.


   


Schutzhütte (Wegkapelle)
Unterschächen
Kapellen  / Wegkapelle
1717 wird erstmals eine Schutzhütte auf der auf der Klausenpasshöhe erwähnt. 1794 Renovation oder Umbau; Abbruch beim Strassenbau (um 1900).
Literatur: Sauter Marion; KDM III, S. 264.


   

 
FRÜH- UND HOCHMITTELALTER

Übersicht
Begriffe
Ereignisse
Herzogtümer, Grafschaften, Adelige
Personen
Gebäude
Gegenstände
Deutsche Könige
Klösterliche Grundherrschaften
Meierämter
Literatur

DAS ALTE URI

Übersicht
Begriffe
Ereignisse
Personen
Gebäude
Gegenstände
Tagsatzungen
Landsgemeinde
Räte
Herren und Landesbeamte
Vorsitzende Herren
Gerichte
Ennetbirgische Vogteien
Deutsche Vogteien
Literatur

Zeugen der Geschichte im Historischen Museum Uri.

 

Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 5.1.2019