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Rechtsbegriffe

Appellation, appelabel
Appellation ist die Anfechtung einer gerichtlichen Entscheidung bei einer höheren Instanz. In Uri ist die höchste Gerichtsinstanz das Obergericht. Seine Entscheide können noch vor Bundesgericht gezogen werden.
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Falliment
Im Urner Landbuch bezeichnet als Falliment («Fallimänt», NUMW S. 251) den Bankrott oder den Konkurs. Der Fallit ist der Konkursit, jemand der zahlungsunfähig ist..
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Frevel
Im Landbuch bezeichnet der Frevel («Frä(ä)vel», NUMW S. 289) vor allem widerrechtliche Verstösse gegen die Allmendordnung (Holzfrevel) sowie Übertretungen von Gesetzesbestimmungen, die das Allgemeingut betreffen (Jagd- oder Fischfrevel).
In der Sage bezeichnet der Frevel auch den Verstoss gegen die göttliche Ordnung oder den Missbrauch heiliger Sachen auf.

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Geiselschaft
Die Giselschaft war eine Bürgschaft für eine Schuld oder finanzielle Verpflichtung. Die Geisel hatte auf Mahnung zu Hause, zu Hofe oder an anderen Tagen in einem offenen Wirtshaus in Altdorf zu erscheinen und dort bis zur Tilgung der Schuld und des Schadens Geiselschaft zu leisten hatte. Bei Tod oder Unfähigkeit der Geisel musste auf Mahnung innert ein bestimmten Zeit (8 Tage) eine gleich vertrauenswürdige Geisel gestellt werden.
Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft I.3. Nr. 1062, S. 777 f.

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Gerichtslaube
(Angaben folgen)
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Gerichtslinde
Die Altdorfer Gerichtslinde war ein altes Rechts- und Hoheitssymbol, das noch in die Zeit zurückgeht, in welcher ein Reichsvogt die oberste richterliche Gewalt in Uri ausübte. Sie stand am oberen Ende der ehemaligen Marktgasse, in der Nähe des Türmli. Sie wird 1258 urkundlich genannt und wurde 1567 niedergelegt. In der Tellslegende steht der Knabe beim Apfelschuss an der Gerichtslinde. Diese ist im Tellzyklus von C.L. Püntener der Tellskapelle am See verbildlicht.

Gasser Helmi, Kunstdenkmäler Altdorf Bd I.II S. 17.

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Guillotine
Uri hatte zur Vollstreckung seiner Todesurteile nie eine eigene Guillotine. Im Fall der Hinrichtung des Clemenz Bernet 1924 wurde diese von Luzern ausgeliehen.
Diese Guillotine hatte ursprünglich Schaffhausen gehört, die sie in Frankreich gekauft und einige Male benützt hatten. Schon in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts nahmen sie aber davon Abstand, Todesurteile zu vollstrecken; sie liehen das Schafott jedoch an andere Schweizer Kantone aus. Als aber 1904 die Luzerner es haben wollten, verweigerten die Schaffhauser die Ausleihe, weil es die Luzerner beim vorigen Mal ungereinigt zurückgebracht hatten. In ihrer Zwangslage machte die Luzerner Regierung ein gutes Kaufangebot und wurde so Eigentümerin der Guillotine. Das Kantonsparlament begnadigte jedoch den Straftäter im letzten Augenblick. In der Folge wurden mit der Luzerner Guillotine alle Hinrichtungen in der Schweiz vollzogen. 1910 wurde der fünffache Mörder Matthias Muff und 1915 der „Lustmörder“ Anselm Wütschert mit der Guillotine hingerichtet. 1924 wurde mit der Guillotine in Altdorf der Raubmörder Clemens Bernet geköpft. 1939 wurde sie an Zug für die Hinrichtung von Paul Irniger ausgeliehen. Am 18. Oktober 1940 wurde die Guillotine in Sarnen für die letzte zivile Hinrichtung in der Schweiz am Mörder Hans Vollenweider verwendet.
Literatur: Crauer Pil, Das Leben und Sterben des unwürdigen Dieners Gottes und mörderischen Vagabunden Paul Irniger, Basel 1981.

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Paternität
Im Urner Landbuch ist die Paternität eine alte Bezeichnung für Vaterschaft.
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Pranger
(Angaben folgen)
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Rechtsamen
Im Urner Landbuch beinhaltet der Rechtsamen einen Rechtsanspruch oder ein Mitgliedschaftsrecht am Allmendgut.
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Richtschwert
(Angaben folgen)
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Scharfrichter
(Angaben folgen)
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Suppleant
Suppleant ist ein Ersatzmann in einer Behörde oder in einem Gericht. Sie wurden einberufen, wenn ordentliche Mitglieder abwesend waren oder in den Ausstand traten.
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JUSTIZWESEN

Allgemeines
Rechtsbegriffe

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Die Gerichtsbarkeit in Uri
Das Obergericht
Das Landgericht Uri
Das Landgericht Ursern
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Bundesverfassung (externer Link)
Gesetzgebung (externer Link)

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Verfassungen
Gesetzgebung (externer Link)

Das alte Urner Landbuch
Das Urner Landbuch von 1823 ff.
Amtliche Sammlung der Gesetze
Das Landbuch von 1892 ff.
Das Urner Rechtsbuch (Link)

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Strafanstalten und Richtstätten

STRAFTATEN

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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 16.3.2018